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Die Rubel-Katastrophe-2

Ein Spiel nach fremden Regeln und auch noch gegen diejenigen, welche die Regeln des Spiels bestimmen, kann keiner gewinnen – das hatte im ersten Teil der russische Ökonomen Wasgen Awagjan dargelegt – nachfolgend Teil 2.
© für die Übersetzung aus dem Russischen by Luckyhans, 9. Mai 0006Kommentare und Hervorhebungen von mir.
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Die Rubel-Katastrophe-2: die Betrugs-Technik –
КАТАСТРОФА РУБЛЯ-2: ТЕХНИКА „РАЗВОДКИ“

КАТАСТРОФА РУБЛЯ-2: ТЕХНИКА "РАЗВОДКИ"
Irgendwer hat aus seinem Notizblock einen Zettel herausgerissen und darauf „1000 Rubel“ geschrieben. Glaubt ihr, daß dieses Stück Papier 1000 Rubel ist?
Wenn ihr das nicht glaubt, dann wird euch Jemand kräftig auf die Schnauze hauen.
Dann wird er euch helfen aufzustehen, die Zähne auszuspucken und nochmals fragen: „Glaubst du nun, daß dies ein Tausender ist?“
Mit Widerspenstigen kann man diesen Vorgang mehrfach wiederholen. Das Ergebnis ist klar.
Wenn ihr euch einverstanden erklärt habt, daß vor euch tatsächlich Tausend Rubel liegen und nicht ein Blatt aus einem Notizblock, dann wird man euch dieses Zettelchen in die blutüberströmten Hände drücken und dafür etwas mitnehmen, sagen wir, Butter für 1000 Rubel. Ihr verbleibt ohne Butter, aber mit diesem Zettelchen…

Und hier kommt das Interessanteste im Verständnis des Geldes, besonders der Weltwährung – solcher wie der Dollar oder dessen Surrogat, der Euro.
Ihr habt Butter für 1000 Rubel hergegeben, und nun wollt ihr auch, daß dies Zettelchen ein Tausendrubelschein sei: nicht nur für euch.
Ihr wollt das Zettelchen aus dem Notizblock mit der hingeschmierten Aufschrift „1000“ tauschen, gegen eine entsprechende Menge Fleisch. Oder Milch, Wurst, Käse, Brot, Socken, ganz egal was (genauer – das was ihr braucht).

Da ihr Halter dieses Papierchens geworden seit, auch wenn dies auf gewaltsame Weise geschah, verwandelt ihr euch in dessen Apologeten. In diesem Betrugsprozeß ist es für euch erniedrigend, der Letzte zu sein (den die Hunde beißen). Man hat euch die Früchte eurer Arbeit und Ressourcen (die Butter) weggenommen für ein Stück Papier – und ihr wollt nun jemand anderes Früchte haben für dasselbe Papierchen…

So wird diese verrückte Welt geboren, die für den realen Sektor der Weltwirtschaft mörderisch ist. Die einen schreiben unkontrolliert auf den Zetteln aus dem Notizbuch beliebige Summen und schieben diese euch im Austausch gegen reale Güter rein.
Andere schützen dann sorgfältig dieses System und sind daran interessiert, daß die Warendeckung der Zettelchen wächst.

Wir sind zu dem gekommen, was wir jetzt haben. Auf der Welt ist an Geld das ZEHNFACHE (!) unterwegs, als es an realen Waren gibt.
(dies ist noch eine extrem vorsichtige Angabe – andere Quellen sprachen schon vor Jahren vom 800- bis Tausendfachen des Welt-Brutto-Sozial-Produkts, was an „Geld“-Zahlen täglich durch die Computer der Banken rund um die Welt flutet)
Nach den Gesetzen der Ökonomie müßte solches Geld sich ständig entwerten und seinen Wert auf die reale Masse der Güter reduzieren.
Aber es entwertet sich nicht.
(also sind das auch keine „Gesetze“, sondern zeitweilige Spielregeln – siehe Teil 1)
Es wird „am Schwimmen gehalten“ durch Flugzeugträger und Raketenangriffe (und das Wichtigste: durch die Furcht der Umliegenden, daß man morgen die Raketen auf SIE lenken wird).

Als Antwort darauf wird jegliche reale Warenproduktion entwertet.
Alle Produzenten, so viel und intensiv sie auch arbeiten mögen, bleiben in der Schuld der Banken, alle werden pleite gehen, jegliche reale technologische Kette wird verlustbringend werden. Vom Bauern, der das Getreide anbaut, bis zu „Saba“ und „Xerox“…

Geld, das nur durch Gewalt „gedeckt“ ist, durch die unzähligen amerikanischen Kriege (die genau deshalb auch mit solch einer niederdrückenden Konsequenz geführt werden) – trennt sich von der Wirtschaft und wird reine Politik.

Es geschieht die Re-Feudalisierung des Marktes: er wird nicht zu einem Ort des Autausches der Erzeugnisse, sondern zu einem Ort, wo die nichts produzierenden, aber 10fach alles besitzenden Parasiten umhertollen und herumkommandieren
(eine für uns sehr wichtige Erkenntnis: was soll uns solch ein entarteter „Markt“?
Brauchen
wir, die vielen, den? Wofür?
Und nochwas: hat es jemals etwas anderes gegeben? Etwas, das die Bezeichnung „Markt“ nach den Regeln der bürgerlichen Ökonomie verdient gehabt hätte?)
+++

Das Wachstum des Dollars und die Katastrophe der nationalen Währungen (die durch die einseitige „Gajdarsche“ Konvertierbarkeit daran gebunden sind) tötet die Werktätigen und ihre Arbeit.
Es macht das Leben der Arbeitenden armselig und nicht aushaltbar – und dabei noch riskant und unvorhersehbar. Gerade hast du beschlossen, daß du für eine Einzimmerwohnung das Geld zusammen hast – zack, kommt der nächste Höhenflug des Dollars und deinen angesammelte Arbeit ist annulliert… (zumindest abgewertet und du kannst noch weiter „sammeln“)

Und dabei ist das Wachstum des Dollars den Exporteuren noch vor Vorteil – den Ausbeutern, dem Kompradoren-Staat. Der Staat, der seine Rücklagen in Dollar oder Euro gemacht hat, wird mit Befriedigung berechnen, wie diese Rücklagen bei der Umrechnung in Rubel sich vermehrt haben.
Der Schuldner, der in Rubel einen Kredit aufgenommen hat, wird befriedigt berechnen, wie sich seine Schulden verringert haben.

Das bezieht sich auf solche Schuldner wie die Arbeitgeber, welche den Leuten für deren Arbeit etwas schulden. Das Wachstum des Dollars erlaubt es, die Reallöhne der Arbeiter zu senken, ohne sie nominal zu verringern. Was wollt ihr – die Summe in Rubel hat sich doch nicht reduziert!
Die Senkung der Löhne erhöht die Wettbewerbsfähigkeit der Exporteure: die Löhne zahlen sie in schwindsüchtigen Rubeln, aber die Einnahmen kommen in fetten Dollars.

Insgesamt ist dies eine Verschwörung der Falschmünzer-Gewalttäter und des von den Falschmünzern vergewaltigten Opfers, welches nicht will (da nun die Vergewaltigung schon mal stattgefunden hat), daß das Falschgeld als Beweismittel konfisziert wird.
Das Opfer will, daß das Falschgeld einen Wert hat wie richtiges Geld – und dann kann das Opfer seine Verluste durch „Dritte“ kompensieren.

Diese Kette der gegenseitigen Beraubung endet bei den „Fixanten“ – jenen Leuten, die fixierte Einkünfte haben: Gehälter, Renten, Stipendien, “Stütze“ usw.
Genau diese, die sich unten am Ende der Nahrungskette des Menschenfresser-Systems befinden, bezahlen mit ihrem Fleisch für alle die Tricks der Finanzleute mit jenen Papierchen, die willkürlich als „Geld“ bezeichnet werden.

2 Wringer
+++

Stellen wir uns ein Versuchs-Labor vor, wieder eine rein hypothetische Situation, um die Dynamik unserer Notlage und die moderne Version jenes Märchens, in welchem der dumme Bär die ganze Zeit betrogen wird, indem man ihm ständig Bitteres unterschiebt, zu verstehen.

Nehmen wir an, es gibt zwei Länder, in dem einen kostet ein Hühnerei 1 Rubel, und im anderen 5 Tugriks. Gemäß der sog. „Kaufkraftparität“ kommt heraus, daß 1 Rubel gleich 5 Tugriks ist. Richtig?

Nicht ganz. Nehmen wir an, die Regierungen unserer Modell-Länder vereinbaren, Rubel und Tugrik gleichzusetzen. Oder bei der Interbanken-Börse hat man das so „herausgehandelt“, daß alle daran glauben: 1 Rub = 1 Tug.

Nun entsteht eine Situation, wo das Ei an einer Stelle 5 Rub/Tug kostet und an der anderen 1 Rub/Tug. Damit nicht alle Eier in den einen Korb wandern, also dorthin, wo man dafür 5 Berechnungseinheiten gibt, müssen sie dort teurer werden, wo sie nur 1 Berechnungseinheit gekostet hatten.
Also muß sich die Realität durch die papierne Gleichsetzung der Berechnungseinheiten unter diese Verschwörung unterwerfen.

Nehmen wir an, daß die Eier-Hersteller, um den Markt zu übernehmen, diese nicht für 5, sondern für 4 oder gar 3 Einheiten exportieren. Klasse: sie erhalten plötzlich das 4fache oder das 3fache an Gewinn, nicht schlecht, oder? Das heißt, dort, wo das Ei 5 Einheiten gekostet hatte, wird es billiger, und dort, wo es 1 Einheit gekostet hatte, wird es teurer.

Insgesamt führt diese Operation zu einer katastrophalen Verarmung der Bevölkerung jenes Landes, in dem das Ei 1 Einheit gekostet hatte und nun nur noch für 5 (4, 3) zu haben ist. Selbst wenn man die Löhne indexiert hat, so wachsen sie doch nicht mit einer solchen Geschwindigkeit. Und es kann leicht geschehen, daß man einfach „vergißt“ zu indexieren: für den Arbeitgeber ist es doch von Vorteil, wenn die Löhne auf dem Arbeitsmarkt fallen, davon hat schon David Ricardo geschrieben!

Es ist unschwer zu bemerken, daß den Vorteil die Exporteure haben (deshalb fordern sie auch stets von ihren Regierungen eine schwache Währung – Rubel oder Yuan).
Ihre Kosten fallen und der Gewinn wächst.
Wenn die Regierung ihre Fonds in Tugriks gehalten hat, dann wächst auch deren Rubel-Wert, d.h. die Rubel-Reserven der Regierung erhöhen sich.

Nun, und den Hauptvorteil hat natürlich das Tugrik-Land. Überlegt euch selbst: ihr habt ein Kilo Altpapier gesammelt, aber man gibt euch dafür den Wert von 2 kg Altpapier! Ist das nicht vorteilhaft?
Sogar ein Unterstufenschüler versteht, daß es günstiger ist, ein Kilo zum Preis von 2 Kilo abzugeben. Hier braucht man kein „Newton-Binom“, hier reicht einfache Arithmetik…

Die Vorteile der Exporteure, der Tugrik-Fonds und des Auslandes werden auf Kosten des Menschen bezahlt, der ein Rubel-Gehalt bekommt. Die Kaufkraft seines Lohnes fällt, er kann nicht mehr auf den früheren Umfang der verfügbaren Güter rechnen.
Das von seinem Frühstück gestohlene Rührei gewährleistet den Gewinn des Auslandes, der Exporteure und der Valuta-Finanzleute der Regierung.
So funktioniert das Gesetz von der Erhaltung der Materie und der Energie: was an einer Stelle hinzukommt, muß an anderer Stelle wegfallen.
(auch dazu gäbe es einiges zu sagen; bitte selbst nachschauen…)
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Wie wir sehen, ist die Mechanik der Umverteilung der Güter von den Arbeitenden zu den Parasiten ausreichend einfach. Aber in genau dieser Einfachheit besteht auch deren Effizienz. Komplizierte Geräte gehen des öfteren kaputt, aber mit dieser einfachen Brechstange kann man aus den Schwachen immer wieder was herausholen…

Nun werdet ihr wahrscheinlich die Gedichte besser verstehen, über die ihr in eurer Jugend gelacht habt, die Gedichte des dagestanischen Volkspoeten Suleiman Stalskij:

Du hast feindliche Gier ausgezehrt,
du hast uns zu siegen gelehrt,
hast den Schwachen den Schlüssel gegeben,
du, Stalin, zu einem neuen Leben!

Habt ihr nun kapiert, welche Gier Genosse Stalin ausgetrocknet hat? Und was für einen Schlüssel er gegeben hat, zu was für einem „neuen Leben“, und warum gerade in die Hände der Schwachen?

josif moros b

So sieht es aus…

Wasgen Awagjan, speziell für Eaw; 12. April 2018

( Quelle )
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Tja, was soll man dazu sagen?

Zuerst mal ist festzustellen, daß ein „aus-gebildeter“ Ökonom aus seinen grundlegend falschen Vorstellungen davon, wie die Wirtschaft funktionieren MÜßTE, anscheinend kaum herausfinden kann.
Warum die bürgerliche Ökonomie eine auf grundlegenden Lügen aufgebaute Pseudo-Wissenschaft sein MUß, ist in unserer Artikelserie nachgewiesen.
Dementsprechend kann der „gelernte Ökonom“ auch nicht die wahren Zusammenhänge erkennen, weil er stets von den falschen Grundlagen ausgeht.

Und so kommt es, daß gesetzmäßig die ökonomische Praxis ganz anders aussieht als es die „Gesetze“ der bürgerlichen Ökonomie „verlangen“.
Da kann man hypothetische Betrachtungen anstellen soviel man will…
Es bleiben von den „Gesetzen“ nur die in Teil 1 genannten „Spielregeln“ übrig, die während des Spiels leicht geändert werden können – und werden…
😉

Aber wir brauchen uns mit „unserem“ Euro da gar nicht so stark zu fühlen. Es ist einfach so, daß momentan Rußland auf dem Speiseplan der Globalisten steht, weil es ihre einzige Rettung vor dem Crash ist.
China ist schon eingebunden in das globale Wirtschaftssystem und hat die wertvolle Arbeitskraft seiner Einwohner viele Jahre lang billigst verkauft, im Austausch für die ständig an „Wert“ verlierenden „VSA“-(tatsächlich FED-)“Wert“-Papiere. Und eine funktionierende Industrie, welche mehr reale Werte produziert als die scheinbar „größte Volkswirtschaft der Welt“, in deren BIP nur noch ca. 15 – 20% tatsächlich werthaltig sind – trotz des gigantisch aufgeblasenen Militär-Budgets!
Und die anderen noch nicht ganz ausgesaugten Länder sind zu klein, um den unmäßigen „Zinsbedarf“ des raffenden Kapitals zu befriedigen.

Es kann also sehr schnell geschehen, daß nicht nur TTIP und Strafzölle wieder gegen die EU eingesetzt werden, sondern daß der Teuro einfach mal „verbilligt“ wird, wenn das zur Rettung der Welt-Finanzen „erwünscht“ sein wird.
Und wir, die vielen in EUropa, alle zur Kasse gebeten werden – allerdings nicht zum Geldempfang, sondern zum Einzahlen unserer bisher erarbeiteten Werte

Daher hat das vergewaltigte Opfer nur eine wirkliche Chance:
sich SELBST aus dem Zettelchen-Geld-Betrugssystem zu verabschieden und sein Leben woanders und anders zu gestalten.
Wer nun immernoch fragt „wo?“ und „wie?“, der lese bitte hier auf bb ein wenig herum – Suchwort „was kann ich tun“… 😉


2 Kommentare

  1. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

    Gefällt mir

  2. Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

    Gefällt mir

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