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Resolution der Kommunarden oder die finale Versklavung

(Ludwig der Träumer) Versklavung ist wohl ein allgemein bekannter Begriff. Der kleine Bunzel verortet den wie selbstverständlich irgendwo in der dritten Welt – nur nicht bei sich selbst. Er fühlt sich erhaben in seiner großen Freiheit, frühmorgens das Hamsterrad für den Fortschritt – für seinen Fortschritt zu treten. Sein Engachements sieht er auf dem Lohnzettel, der Lohn der Feigheit für seine Freiheit zu kämpfen. Die Freiheit, sein Leben selbstbestimmt zu organisieren, auch zum Wohl der Gemeinschaft opfert er aus nicht nachvollziehbaren Gründen den sog. Arbeitgebern, Pfaffen und sonstigen Führern aus Politik und Geldadel. Alternativlos nimmt er – wenn oft auch leise vor sich hin knurrend sein Schicksal als gottgegeben hin. Zu schön sind auch die Leckerli dafür, die er Freizeitgestaltung nennt und täglich zu fressen kriegt. Der Gartenzaun vor seinem Reihenhaus mit gepämperter Styroporfassade und Solarpaneele symbolisiert seine grenzenlose Freiheit dahinter. Da fühlt er sich wirklich frei nach der täglichen Maloche. Dreifach verriegelte Haustüre und schmiedeeisernes Gitter vor dem Klofenster geben ihm die Sicherheit, daß er beim wohlverdienten täglichen Tatort oder Fußball seine Ruhe hat. Die braucht er auch um seine Arbeitskraft für den nächsten Tag zu erneuern. Die ganz systemtreuen setzen zur täglichen Ertüchtigung ihres Sklavenkörpers noch eine Runde Joggen drauf. Selbstverständlich in rauch- und alkoholfreier Zone, sonst rastet er aus. Dem Bunzel, auch kleines Arschloch oder manchmal Tan* von mir genannt, ist kein Mittel zu primitiv um sein elendes Leben so zu verteidigen. (Obertan – „Elite“, Tan – das kleine A, Untertan – der nichts mehr zu verlieren hat)

Ein leises Raunen mag manchmal aus ihm zu hören sein. Mehr Lohn, mehr Gerechtigkeit. Das wird von den Parteien versprochen, die wieder gewählt und Ruhe ist im Karton die nächsten vier Jahre. Mit mehr Gerechtigkeit meint er nicht mehr Freiheit, sondern mehr Gesetze, mehr Vorschriften und Gängelungen – ist inzwischen sogar so hohl in der Birne, daß er noch mehr CO2-Luftsteuer einfordert, die er selbst bezahlen muß. Das Erschreckende dabei: in meinem akadämlich geprägten Bekanntenkreis ist das Konsens. Es sind diejenigen, die erkennen müßten, daß die Reise in die finale Versklavung geht. Weit gefehlt. Die sind die Systemtreuen, die den Untergang der Zivilisation beschleunigen, die frühere Zeitgenossen aufhalten wollten. Es waren die Kommunarden, die einen offiziellen Beschluß gefaßt haben. Resolution ist schon weniger bekannt. Eine schriftliche Erklärung zu einem offiziellen Beschluß, lese in einem schlauen WiKi.

Bertolt Brecht faßte diesen Beschluß 1934 in ein Gedicht. Wo sind sie geblieben, die Kommunarden? Es wurde darüber viel Unsinn geschrieben, den möchte ich den Lesern ersparen. Selbst goggeln. Nur so viel weiß ich, sie wurden durch Undercover in die Irre geleitet, wie jede gute Idee, die der Menschheit auf die Sprünge helfen könnte. Das wäre vielleicht noch in den Griff zu bekommen, könnte man diese Undercover bei den „Obertanen“ verorten. Deren Helferlein, die das System bei Laune halten sind jedoch unter uns – bei den kleinen As jederzeit präsent.

Resolution der Kommunarden

In Erwägung unserer Schwäche machtet
ihr Gesetze, die uns knechten soll’n
die Gesetze seien künftig nicht beachtet
in Erwägung,
daß wir nicht mehr Knecht sein woll’n.

Refrain: In Erwägung, daß ihr uns dann eben
mit Gewehren und Kanonen droht
haben wir beschlossen,
nunmehr schlechtes Leben
mehr zu fürchten als den Tod.

In Erwägung, daß wir hungrig bleiben
wenn wir dulden, daß ihr uns bestehlt
wollen wir mal feststell’n,
daß nur Fensterscheiben
uns vom Brote trennen, das uns fehlt.

Refrain …

In Erwägung, daß da Häuser stehen
während ihr uns ohne Bleibe laßt
haben wir beschlossen, jetzt dort einzuziehen
weil es uns in uns’ren Löchern nicht mehr paßt.

Refrain …

In Erwägung, es gibt zuviel Kohlen
während es uns ohne Kohlen friert
haben wir beschlossen, sie uns jetzt zu holen
in Erwägung, daß es uns dann warm sein wird.

Refrain …

In Erwägung, es will euch nicht glücken
uns zu schaffen einen guten Lohn
übernehmen wir jetzt selber die Fabriken
in Erwägung, ohne euch reicht’s für uns schon.

Refrain …

In Erwägung, daß wir der Regierung
was sie immer auch verspricht,
nicht trau’n
haben wir beschlossen, unter eig’ner Führung
uns ein gutes Leben aufzubau’n .

In Erwägung, ihr hört auf Kanonen
and’re Sprachen könnt ihr nicht versteh’n
müssen wir dann eben, ja das wird sich lohnen
die Kanonen auf euch dreh’n


4 Kommentare

  1. jpr65 sagt:

    Den Drang zur Freiheit hat man schon ganz gut weggezüchtet hier in D. Durch schleichende Geldentwertung werden wir in unserer eigenen Arbeit abgekocht. Der Mensch braucht keine Arbeit, sondern Herzerfüllung. Und ein Dach (vielleicht), Kleidung (vielleicht), Nahrung mit Energieanteilen, solange er wächst. Sonne gibt’s noch gratis, Wasser wird schon teuerer.

    Wann wird endlich die Liebessteuer eingeführt? Wenn der erste Liebeszähler entwickelt wurde, der praktisch einsetzbar ist. Doch da forscht zum Glück keiner mehr.

    Für die Angst bezahlen ja viele freiwillig. Und gegen die Angst gibt’s ja in D viele Versicherungen…

    Aber wer bezahlt mit oder für Liebe und wo kann man die kaufen? Freiheit gibt’s ja überall, wenn man der Werbung glaubt. Aber echte Freiheit, davor haben viele Sklaven Angst. Und ist doch bequemer, wenn die Führung einem die Last der Verantwortung abnimmt.

    Wir sind alle Hühner in Käfighaltung, die Eier der Angst legen sollen. Und der Käfig ist nur aufgemalt. Dahinter warten die goldenen Zeiten und nicht Tod, Angst und Verderben. Wenn die das merken, die Hühner, dann sind se wech. Und wer liefert dann die Eier? Mir doch egal!!

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  2. Security Scout sagt:

    Zitat: Wir sind alle Hühner in Käfighaltung, die Eier der Angst legen sollen.

    Hm?
    Es gibt Hühner am Boden die Körner picken.

    WIR aber sind Adler und kreisen am Himmel.
    Adler haben keine Pflicht aus Hühnern Adler zu machen!
    Damit würden Wir in das Leben der Hühner eingreifen wozu Wir nur nach Erlaubnis der Hühner
    das Recht haben.

    Daum sehe ich kein Problem und WIR kreisen weiter am HImmel.

    Die Natur gibt Uns alles im Überfluß.
    Wir benötigen nicht die Körner des Herren um zu essen, denn Wir sind Adler.

    Noch Fragen???

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  3. jpr65 sagt:

    Security Scout
    02/03/2018 um 15:26

    Jetzt bin ich ein Adler, aber noch vor zwei Jahren hielt ich mich für ein Huhn. Dann wachte ich auf und das Märchen der Neuen Zeit: „Das Erwachen“ kam zu mir. Seitdem weiß ich wieder, dass ich ein Adler bin.

    https://jpr65.wordpress.com/2016/09/28/das-erwachen-oder-die-freude-der-enttauschung/

    Und genau das, was du schreibst, steht auch im Märchen.

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  4. luckyhans sagt:

    Wir Menschen haben so gut wie alle natürlichen Raubtiere weggeschossen.
    Nun hat ein Teil der Menschen diese Rolle übernommen, denn in der Natur bleibt kein Platz leer.

    Es müssen also die Hühner erkennen, daß sie Adler sind, und es müssen die Adler erkennen, daß sie keine Hühner, also sich nicht gegenseitig, fressen dürfen.
    So einfach könnte alles sein… und ohne jegliche „Herrschaft“ ablaufen.

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