bumi bahagia / Glückliche Erde

Zeit-los

Das Los der Zeit – die Zeit ist los – los los, keine Zeit – oder?
Wir hatten hier schon mehrfach Diskussionen darüber, ob denn das gängige Modell von den drei räumlichen Dimensionen und der Zeit als „vierter Dimension“, von findigen Theoretikern mangels vernünftiger Erklärungen zur sogenannten Raumzeit zusammengefaßt, überhaupt eine tatsächlich Grundlage hat.
Dieser Frage soll heute nochmals nachgegangen werden, damit wir nicht immer wieder in endlosem Aneinander-vorbei-reden landen, weil jeder unter bestimmten Grundbegriffen etwas anderes versteht.
Luckyhans, 26. Februar 2018
—————————————–

Was ist ZEIT?

In der Natur gibt es fast ausschließlich zyklische Prozesse, d.h. Vorgänge wiederholen sich grundlegend in einem ganz bestimmten Rhythmus.

Tag und Nacht, Mondphasen, Jahreszeiten, Sternenzyklen und so weiter.

Vielleicht gehören auch große Naturkataklysmen wie „die Sintflut“ zu solchen zyklischen Vorgängen – falls dies überhaupt „Naturvorgänge“ sind.

Es ist stark zu vermuten, daß die menschliche Lebensdauer sehr wahrscheinlich viel zu kurz ist, um die meisten langlaufenden zyklischen Prozesse zu erfassen…
Da werden Berge (nur?) von seismischen Kräften gehoben und von der Witterung wieder abgebaut; das Wasser der Ozeane wird verdunstet, wandert mit den Wolken übers Land, regnet dort ab und kommt mit den Flüssen zurück in den Ozean, und so weiter (alles nach den gängigen Theorien).

Und kennzeichend für all diese Prozesse ist außerdem, daß es keinen Anfang und kein Ende gibt.
Und daß sich ständig Veränderungen vollziehen.

Das ist das Wesen der Naturvorgänge.

Nun hat sich der schlaue „vernunftbegabte“ Mensch gedacht, er könnte diesen zyklischen Prozeß „Tag und Nacht“ weiter in kleinere Einheiten unterteilen: Stunden, Minuten, Sekunden.

Wobei allerdings nicht unbedingt klar und logisch ist, warum in einer dezimal denkenden und lebenden Gesellschaft bis heute das Dutzend (oder dessen zwei, oder fünf) die Maßeinheit für die Stunden und Minuten und Sekunden sein muß.
Ist eine Überlegung wert, oder? … aber erstmal soll es hier um das Wesentliche gehen.

Mit der Einteilung in meßbare Größen hat der Mensch, wie an vielen Stellen, leider inzwischen den Unterschied zwischen dem Vorgang, d.h. den zyklisch ablaufenden Prozessen, und seiner Messung vermischt – und am Ende sogar den Vorgang durch die Messung ersetzt!

Diese gemessene „Zeit“ wurde für die meisten Menschen der scheinbar lineare Ablauf der Sekunden, Minuten und Stunden, und der diesem zugrunde liegende zyklische Prozeß gerät dabei immer mehr aus dem Blick.
D.h. die Messung hat den Prozeß ersetzt.

Ähnliches geht mit den Jahren vor sich: der Mensch hat zu seiner bequemeren Erfassung der Abläufe die sog. Zeitrechnung (ein sonderbarer Begriff, nicht wahr?) erfunden.
Allerdings hat jede größere Gemeinschaft traditionell eine eigene solche „Zeit-Rechnung“: neben dem bei uns gebräuchlichen gregorianischen Kalendarium, das erst 1700 weitgehend eingeführt war, sind auch heute noch die chinesische, die islamische, die jüdische und die wedisch-russische „Zeitrechnung“ durchaus gebräuchlich – reichlich sonderbar für eine „Dimension“, nicht wahr?
Zumal auch noch mehr oder weniger regelmäßig ebendiese „Zeitrechnung“ recht willkürlich verändert wird…

Und das Wesen des Vorganges ZEIT, das in seiner zyklischen und anfangs- und endlosen Charakteristik besteht, ist den meisten Menschen verlorengegangen

Ähnliches können wir übrigens heute allenthalben in der sog. Schul-Wissenschaft beobachten: durch die Zerteilung und Zerlegung des Ganzen geht der Charakter des Ganzen verloren, und die Messung ersetzt den Vorgang…

Nun frage ich dich, lieber Leser, liebe Leserin:
kann eine Messung eine Dimension sein?

Gut, klären wir nochmal, was eine Dimension ist.

Mein „Meyer“ von 1888 sagt dazu auf Seite 339 im Band 1:
Dimension (lat.) Abmessung, die Ausdehnung einer geometrischen oder Raumgröße. Die Linie hat nur eine Dimension, die Länge; die Fläche 2, Länge und Breite, der Körper 3, Länge, Breite und Höhe. Die Dimensionen sind aufeinander senkrecht. Die Vorstellung von einer vierten Dimension, die wir bei der Organisation des menschlichen Geistes nicht zu erkennen vermögen, findet sich schon bei More (1671), der den Geistern vier Dimensionen zuschreibt, dann bei Kant, Gauß, Mach, Zöllner.“

Das ist die ursprüngliche Bedeutung von Dimension: rein räumlich.
Alles weitere, was da heutzutage „draufgesetzt“ wird, an „energetischen“ oder „Informations“-Dimensionen, ist nichts weiter als eine Verwirrung des ursprünglichen Begriffes – eine Erscheinung, wie wir sie allenthalben in der heutigen Wirr-Warr-Welt (gern abgekürzt mit www) finden, in der JEDEN TAG die Begriffe und deren „Erklärung“ weiter verändert werden, und das mit zunehmender Geschwindigkeit.
Und all dies gewiß nicht zufällig…

Aber es käme doch niemand auf die Idee, das Meter, mit dem wir die räumlichen Abmessungen messen, als eine „Dimension“ zu bezeichnen, oder?
Vielleicht weil es eine völlig WILLKÜRLICHE Maßeinheit ist?
Eine reine Vereinbarungssache? Das Pariser Urmeter nämlich?

Aber: sind nicht auch die Sekunden völlig willkürlich gewählt?
Dabei noch so „ungerade“, daß unser Tag eben NICHT genau 24 Stunden hat?
Und auch niemals hatte?

Ja, warum wollen wir dann unsere „selbstgemachten“ und „ungeraden“ Sekunden, Minuten und Stunden zu einer „Dimension“ erheben?
Nur weil wir eine – nein, viele – Zeitrechnung/en haben?
Wo soll da die Logik sein?

Abschließend nochmal kurz zurück zu jenem Aspekt der Zeit, der darin liegt, daß wir nicht alle zyklischen Prozesse wahrnehmen können, weil wir selbst unsere Lebenszeit durch unvernünftiges Verhalten (zu hoher Stoffumsatz, zuviel Streß usw.) – auch „dank“ den Bemühungen der sozialen Parasiten – auf inzwischen einen Bruchteil der ursprünglich vorgesehenen Periode von knapp einem Jahrtausend reduzieren.

Klar mag mancher sagen: lieber ein paar Jahrzehnte intensiv gelebt als ein paar Jahrhunderte sachte vor sich hin „vegetieren“.
Nicht nur das darin enthaltene Vorurteil, ein „sachtes“ Leben wäre kein „richtiges“ Leben, sondern allein schon diese Wortwahl zeigt, wie verquer unser Denken inzwischen geworden ist: die natürliche vegetarische Ernährung ist hier zum Schimpfwort verkommen.
Macht nicht nachdenklich?

Denn letztendlich bin ich selbst es, der über sein eigenes Leben bestimmt, egal welche äußeren Umstände mir dabei auch begegnen mögen – sie können mich nicht daran hindern, mein Leben – mit Verstand und Augenmaß – selbst zu bestimmen, soweit ich WILL!
Nicht umsonst sagt der Volksmund: „Des Menschen Wille ist sein Himmelreich!

Vielleicht so: Wenn ich innerlich erwarte, daß ich etwas nicht schaffen werde, dann kann ich es auch nicht schaffen – ich mußt zumindest die Möglichkeit einräumen, daß ich es schaffen könnte, besser: ich nehme mir vor, es zu schaffen, egal was passiert – dann wird’s auch klappen. „Ich will“ ist mächtig…

Klar, Zweifel tötet Willen: Zweifeln darf ich nur an Aussagen oder Informationen, keinesfalls an mir lieben Menschen, also auch nicht an mir selbst.
Klar kann immer mal der Zweifel auftauchen, ob nicht doch etwas mehr „drin gewesen wäre“, aber Zweifel muß produktiv sein und zu einem besseren Ergebnis führen, sonst ist er sinnlos.

Also gebe ich mein Bestes, jeden Tag so gut ich kann, mit Augenmaß und Verstand, und dann kann ich stets mit mir zufrieden sein. Und bin es dann auch!

(Ersterscheinung)


7 Kommentare

  1. Zeit und Maß, ein schönes Thema luckyhans.

    Früher gab es ja bei uns das Maß der Elle und Fuß, Scheffel und Fuder.
    Bei meinem Suchen danach, wegen der genauen Maße, kam ich darauf, dass je nach Region das Maß wechselte, also der Hesse einen kleineren Fuß hatte als der Sachse, die bayrische Elle bei Weitem sich von der Hamburger Elle unterschied…..

    Spannend…..

    http://www.zeitspurensuche.de/02/st1masse.htm

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  2. jpr65 sagt:

    Ja, die Zeit ist etwas ganz anderes, als die räumlichen Dimensionen. Sage ich als Mathematiker. Und ich kann in unendlich-dimensionalen Vektorräumen rechnen…

    Die Zeit ist eher eine Art Schienensystem, in dem „Zeitzüge“ uns von einem Bahnhof des Lebens zum nächsten fahren. Und durch unseren Willen, unsere Unsicherheit und unsere Ängste stellen wir die Weichen des Lebens auf dem Schienensystem der Zeit. Und durch unsere Dankbarkeit (siehe das Buch „Bestellungen beim Universum“).

    Es gibt für jeden viele Möglichkeiten im Leben. Lichtvolle und dunkle. Und wir können wechseln, in andere, lichtvollere Züge umsteigen.

    Doch der Umgang mit der Zeit ist wieder ein Punkt, uns von diesen Erkenntnissen zu trennen. Wir messen sie, arbeiten sie ab, feiern sie ab, chillen sie ab, anstatt sie selbst in unserer eigenen Weise zu gestalten.

    Denn je weiter man in der Zeit voraus (das ist klar) aber auch zurückgeht, desto nebulöser und unklarer wird alles.

    Was vor 200 Jahren war, das ist für uns eigentlich total unbestimmt, weil wir keine Menschen kennen, die uns davon berichten könnten. Viele haben ja schon in weiten Teilen die Erinnerung an das eigene Leben verloren.

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  3. Vollidiot sagt:

    Auch wenns manche schmerzt.
    Bei 50%-Wahrscheinlichkeiten sollte es nicht mehr schmerzen – sondern zumindest Interesse wecken, da die Irrtumswahrscheinlichkeit 50% beträgt……………..

    Aus einer Meditation:
    Denn es waltet der Christus-Wille
    im Umkreis
    in den Weltenrythmen
    seelenbegnadend.

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  4. mkarazzipuzz sagt:

    Hallo Lucky,
    schöner Beitrag.
    Das wir die Zeit nicht nur willkürlich einteilen, sondern auch noch unlogisch, ist mit schon als Schulbub aufgefallen und das hat sich bis heute nicht geändert.
    Dennoch hat für mich die Zeitmessung etwas Logisches.
    Wenn ich von A nach C gehen will und kenne die Strecke, so hilft mir mein Zeitmesser bei der Entscheidung, ob ich bis C durchlaufen kann oder lieber doch noch in B übernachte.
    Und natürlich ist jede Teilung der „Naturzeit“, also auch die dezimale eine willkürliche Teilung.

    Lieben Gruß
    krazzi

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  5. Irgendwie bin ich seit heute Nacht ins Nachdenken gekommen und möchte eine Frage an Euch weiterreichen.

    Was meint ihr:
    Wie könnte ein Leben ohne unsere Maß und Zeiteinheiten ausschauen ?
    Ich gehe jetzt mal von meiner Berufung der Heilunterstützung aus……bei dem ich wahrnehmen kann, dass manch Menschen sich nicht wirklich dem Gemeinwohldenken verbunden fühlen, sondern einfach mal die Seele wenn ihnen danach ist……leider sind es immer dieselben Kollegen, die dann rausfallen……die Anderen kompensieren dann.
    Da es in unserem Bereich um Menschen geht, sehe ich da gewissen Grundprobleme.

    So lange das Gemeinwohldeken nicht in unserem täglichen Leben angekommen ist, benötigen wir sicherlich noch Meßinstrumente wie Zeit.

    Oder ?

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  6. jpr65 sagt:

    Die große Frage für mich ist doch, wer über unsere Zeit bestimmt?

    Wir oder unser Arbeit- und damit Brötchengeber? Unsere Frei-Zeit-Gestalter oder wir SELBST? Unser Termin-Kalender, den andere für uns füllen? Verpflichtungen, die wir eigentlich gar nicht wollen?

    Da muss man sich erstmal freistrampeln. Wenigstens ein wenig.

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  7. Vollidiot sagt:

    MaLu

    Der Reifegrad einer menschlichen Seele ist so unterschiedlich wie die Individuen selber.
    Dazu kommt, daß die menschliche Entwicklung erst(oder schon) gut die Hälfte ihres Weges zurückgelegt hat.
    Es wundert nicht, daß die Unvollkommenheit zu uns gehört wie unsere Sinne und den Gebrauch dieser.
    Die Evolution formt.
    So wie in der Sehrinde die bewegungsneuronalen Vergnüpfungen vorrangig aktiv werden, weil Gefahrerkennung wesentlich ist.
    Nun haben wir fast alle „wilden“ Tiere ausgerottet.
    Um diese evolutive Gegebenheit effektiv zu nutzen verwenden wir sie jetzt häufiger in der Ausbildung zum Häuserkampf oder für Schlaufon- oder Computerspiele.
    Das soll klar machen, daß wir unsere Konfiguration auch selber formen.
    In der Evolution hat sich durchaus ein Sozialverhalten herausgebildet.
    Die Idee dahinter ist knackig bei Paulus vermerkt: jeder sein Bestes zum Wohle der Gemeinschaft.
    Was unsere aktuelle Zeit davon hält – ist erkennbar.
    Was für uns nicht wichtig ist wird schlaff wie ein nicht mehr gebrauchter Muskel oder bilden sich zurück, wie Neurone, die nicht mehr verwendet werden.
    Da wir aber in der Phase leben, die dem Aufbau der Individualität dient, ist es auch erkennbar, daß der „Besitz“ von Individualitäten von erheblichem Belang ist.
    Sowohl für das Individuum selber als auch für die erkennbar (so man denn möchte) wirkenden Mächte.
    Und Individualität muß ganz alleine aufgebaut und geformt werden.
    Diese Knetmasse möchten Außenstehende/innen „liebend“ gerne kneten.
    Sie achten das Gebot der Freiheit eines Jeden auf eigenständige Entwicklung nicht.
    Diese bräuchte das liebevolle Miteinander der Menschen untereinander (Jeder das Beste zum Wohle der Gemeinschaft), liebevoll ist auch achtsam und freilassend.
    Und , logo, „zeitfordernd“, also geht nicht ruck, zuck.
    Da erkennbar der Reifegrad noch eher im Bereich knapp nach der Befruchtung einer Blüte sich befindet darf keiner erwarten reife Früchte zu finden.
    Früchte brauchen Licht und Wärme und Zeit, unsere Zeit, Menschenzeit, Zeit des Seins.
    Diese Zeit braucht auch die Durchgeistigung – neben den irdisch- kosmisch-materiellen Rythmen – die uns doch eigentlich darauf hinweisen – auf das Reifen, die Metamorphosen, das Verwandeln, Überwinden.
    Es ist uns alles gegeben.
    Was noch dürftig ausgebildet ist, ist (noch) das Bewußtsein dieser Tatsache.
    Wenn dieses mal da ist, was selbstredend eine individuelle Aufgabe ist es wachzuküssen (weniger durch Träumen denn durch Wachheit und Gebrauch des Denkens und Verstandes), dann können wir das ganz von selber, ganz physisch jetzt (was ja eine Gabe ist uns zu formen), durch Aufbau von neuronalen Verknüpfungen der relevanten Hirnareale.
    So wie ein Greifvogel sein scharfes Sehen durch eine dichtere Belegung seiner Retina und mehrfacher Belegung der Sehareale erhält, so können wir durch all das, was uns wichtig sein könnte, in uns als Wesentliches entwickeln – oder, eben verkümmern lassen.
    Hier kommen die außenstehenden „Kneter unserer Seelenmasse“ zur Wirkung.
    Zeit als helfender oder heilender Faktor unseres Seins, hoffentlich.

    Gefällt 3 Personen

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