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Der Alltag des kleinen Arschloch – der Sonntag / Teil 1

(Ludwig der Träumer) Eines vorweg: es wird hier vom Alltag eines x-beliebigen kleinen Arschlochs erzählt, den es selbstverständlich so in der Wirklichkeit nicht gibt. Es sind also nur Gedanken eines träumenden Nichtnutzes, der sich aus der anständigen produktiven Arbeitswelt ausgeklinkt hat um sein asoziales Leben als Aussteiger zu rechtfertigen. Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen, die der Träumer als Beispiel für das kleine A beschreibt, sind daher nur seiner verqueren Phantasie zuzuschreiben und schon gar kein Grund für irgendwelche Aufregungen.

Da die Bandbreite des kleinen A nach seiner Ansicht ziemlich groß ist – vom gebildeten Dorftrottel bis hin zum „Bankbeamten“ oder Prof. Dr. Dr. Wichtig, kann der Träumer vorerst nur das Durchschnittsarschloch in einem kleinen Profilfenster betrachten. Mehr würde diesen Artikel sprengen. Beiden, dem allgemeinen Dorftrottel und dem besonderen Prof. ist jedoch eines gemeinsam: Sie lassen fremddenken – ihr Leben, durch wem auch immer bis zur völligen Versklavung lenken. Durch wen fremddenken und lenken? Nun – das ist so ein komplexes krudes System inzwischen, daß es kaum noch jemand durchschaut. Der Verweis auf Konditionierung durch Pfaffen, Schule, Illuminati, Indoktrinierung durch wen auch immer, Mainstreammedien oder versaute Kindheit hilft da nicht weiter. Was bleibt ist Ludwigs Erkenntnis – es gibt keine Macht auf der Welt, die mich knechten kann, wenn ich nicht einwillige. Wieso läuft dann fast alles Leben in Richtung Materialismus, gefördert durch den Turbokapitalismus – die Triebfeder der finalen Versklavung?

Wer ist das Durchschnittsarschloch, wird der Leser sich jetzt fragen, der sich selbstverständlich nie mit ihm identifizieren kann, weil es immer nur die anderen sind. Greifen wir einfach einen aus der gutsituierten Bürgerlichkeit heraus: Gebildet durch Abitur, evtl. Hochschulstudium oder ähnliche Gehirnwäsche, so um die dreißig bis vierzig, ein Kind vlt. selbst gezeugt (glaubt er) mit seiner vegan grüngegeelten versauten Traumfrau, die erste Karriereleiter zum Abteilungsleiter geschafft, kreditfinanziertes Reihenhaus sein Eigen nennend mit 300 PS Leasing-Audi um Kollegen*Innen und Nachbar*Innen (aua)  zu imponieren und Leasing-SUV, damit seine Öko-Schlampe äh seine Traumfrau die Brut sicher in die 300 m entfernte KiTa bringen kann und auf dem Heimweg im Bio-Laden einkauft.
Warum die SUVs oft mit Kuhfänger ausgestattet sind, erschließt sich mir nicht bei Tempo dreißig oder Schrittempo vor dem KiTa. Egal. Vlt. gibt es schon bald versteckte Prämien, wenn man damit einen Rentner mit Rollator niedermacht – die Vollkaskoversicherung durch Blechbeschädigung nicht in Anspruch genommen werden muß. Rentner übern Haufen fahren, könnte auch das neue Geschäftsmodell der Riesterrente für Bonuszahlungen werden.

Ludwig, spann den aufgeklärten Leser jetzt nicht länger mit langen Einleitungen hin. Er hat keine Zeit für langes Geschwafel. Er muß schließlich pünktlich im Geschäft sein, sonst gibt’s ne Abmahnung vom Chef. Also komm auf den Punkt. Hab verstanden.

Betrachten wir zunächst den Sonntag im Wirken des kleinen A: Es ist der begehrenswerteste und vermeintlich glücklichste Tag im Leben. Er wird jedoch vorfällig durch die Vorstellung versaut, am Montag wieder in den Scheißladen gehen zu müssen um Kohle für das gutbürgerliche Leben zu verdienen mit allerlei Ablenkungsmanöver verdrängt. Ausflüge sind ein beliebtes Mittel dazu. Wozu hat man die 300 PS Karre? Ein weiteres beliebtes Ablenkungsmanöver – ein Ventil, den beruflichen Frust der nächsten Tage nicht auf die Kollegen zu übertragen, ist der Ehe- oder Familienkrach. Der wird im Stau auf der Autobahn zum Ausflugsziel ausgetragen.

sueddeutsche.de

Anm: Autobahnen, vor allem die Staus  sind ein nicht zu verkennendes Mittel, damit  das kleine Arschloch am Sonntag Dampf ablassen kann, damit es nicht erst am Montag während der Maloche explodiert. Es sind sich alle einig, daß ein Arschloch da vorne den Stau verursacht.

Also merke: „Nichts alles an den Autobahnen ist schlecht.“ (Eva Herman)

(Das Vid mußte als Einwurf hier rein. Wird später erklärt.)

Die Brut kotzt den teuren Rücksitz voll, weil sie Milupa oder die vegane Kochkunst von Mutti nicht mehr verträgt. Der Knuddelhund scheißt in den Kofferraum. Nach fünf Stunden Autofahrt, davon drei im Stau, endlich im Ausflugsziel angekommen, ist der Familienfriede für diesen Tag hin. Der muß doch irgendwie wieder gerettet werden. Eine Familienrunde im Europapark für schlappe 200 € – und alle sind wieder gut zueinander. Noch schnell Maggipampe und Cola reingewürgt und ab geht’s den gleichen Weg mit noch längerem Stau auf der Autobahn zurück ins geliebte Reihenhaus oder Vorstadtvilla. Während dem Stau auf der Rückfahrt ist keine Zeit mehr für Familienkrach. Das Smartphone macht‘s möglich. Was für ein toller Ausflug heute wird mit Handyfotos über Face Book umgehend die Runde machen. Ludwig möchte dem geneigten Leser hier keine Beispielfotos zeigen. Es könnte sich so mancher Leser darin wiedererkennen. Und erst der Stau auf der Autobahn – lauter Arschlöcher vor uns. Selfies von hinten könnten die Sichtweise ändern. Aua.

Nachdem die quengele Brut endlich ins Bett verfrachtet ist, hat man sich schließlich einen angenehmen Tagesausklang vor dem türgroßen Flachbildschirm verdient. Muß ja genutzt werden. Hat schließlich 3000 € für nullo Zinsen gekostet, abzahlbar in den nächsten 6 Jahren. Der Nachbar hat einen drei Zoll kürzeren. Das baut auf. Aber erst, wenn Mutti auch durch die Helene Fischer Show sich aufgebaut hat. (Wir erinnern uns an diese blonde Quietschröhre, die aus ihrem Federleichtkleid rundum brunzen kann.) Wer den kürzeren hat, wird ihm erst nach diesem herrlichen Tag klar. Er schläft auf dem Sofa ein. Wohlverdiente Nachtruhe um  am nächsten morgen früh um sechse wieder aufzustehen um rechtzeitig wieder in der verfluchten Firma zu erscheinen und Wichtigkeit spielen, damit die Kohle am Monatsende stimmt für die nächste wohlverdiente einstweilige Flucht vor dem eigenen Scheißleben im Hamsterrad – in den Urlaub. All included  für das kleine A­­­­­– oder geführte Bildungsreise für das A++. (Das wird ein späteres Thema) In den Folgeteilen wird Ludwig die weitere Motivation des kleinen Arschlochs betrachten, die nächsten Wochentage vom Montag bis hin zum Samstag zu überleben. Jeder dieser Tage hat eine eigene gesellschaftliche Triebfeder.

Ergänzend zum Sonntag sei die Vorlesung von Prof. Stupid empfohlen:

http://www.stupidedia.org/stupi/Sonntag

Nur mit seinem Fazit bin ich nicht einverstanden: „Montag sollte zum Samstag nach dem Sonntag gemacht werden, und den Montag komplett weglassen.“

Von wem läßt der gute Ackerdämiger denken? Von Ludwig sicher nicht. Dann wüßte er, daß der Mistwoch äh der Mittwoch der goldene Tag im Leben eines jeden kleinen Arschlochs ist. Dazu bald mehr in dieser Reihe..

.


4 Kommentare

  1. Hawey sagt:

    Hmm, na ja…..

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  2. rechtobler sagt:

    gebe Hawey vollumfänglich recht 🙂

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  3. luckyhans sagt:

    … man schweigt betroffen – oder getroffen…
    Ja, so ähnlich sind so manche Sonntage abgelaufen… ist aber lange her.
    Und es waren nur gaaaanz wenige… 😉

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  4. Vollidiot sagt:

    Luck

    Nicht jeder ist ein kleines Arschloch…..
    Auch wenn er ein herziges Ringerl hat.
    Hier könnte man auf die Symbiose Arschloch und Zeitung eingehen, deren verbindendes Medium die Kacke ist………..

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