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Das Saint-John’s-Karussell

Jaja, ich weiß, da ist ein Schreibfehler in die Überschrift gerutscht, denn eigentlich sollte es nicht um den Rummelplatz im kanadischen Saint John’s gehen.
Aber so ist das mit den automatischen Rechtschreibe-Korrekturen der modernen Computerprogramme – egal was man sagen will, es wird der kleinste Fehler sofort irgendwie „umgedeutet“ – da kommt dann sowas dabei heraus wie oben… 😉
Aber kommen wir doch endlich zur Sache.

Es ist schon fast eine Binsenweisheit, daß Sanktionen selten zu den beabsichtigten Ergebnissen führen. Meist haben sie Wirkungen, die diesen eher entgegengesetzt sind.
Das wollen wir doch mal näher betrachten – beginnend mit dem nachfolgenden kurzen Beitrag.

© für die Übersetzung aus dem Russischen by Luckyhans, 24. Juni 2017 –
Kommentare und Hervorhebungen wie immer von uns.
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Rußland hat begonnen, Gegenmaßnahmen zu den Sanktionen der VSA zu erarbeiten, erklärte das Außenministerium

21. Juni 2017

Россия приступила к разработке ответных мер на санкции США, заявили в МИД

Moskau beginnt nach der erneuten Erweiterung des Sanktionsverzeichnisses gegen Rußland durch Washington mit der Ausarbeitung von Gegenmaßnahmen, sagte zu RIA Novosti der Stellvertretende Außenminister Sergej Rjabkow.

Wir finden das (den Schritt der VSA – Anm.d.Red.) schade. Und mit ebendiesem Gefühl über die wieder einmal nicht genutzten Möglichkeiten zur Verbesserung unserer zweiseitigen Beziehungen gehen wir an die Ausarbeitung unserer Antwortmaßnahmen“, sagte Rjabkow.

Moskau hat schon oftmals auf unterschiedlichen Ebenen unterstrichen, daß es die Politik der VSA-Administration in der russischen Richtung ausschließlich nach den Handlungen beurteilen wird, und nicht nach den Aussagen.
Nicht nach irgendwelchen Signalen, Andeutungen, irgendwélchen halboffiziellen Impulsen, sondern streng nach den Taten. Und diese Taten sprechen für sich“, erklärte der Stellvertretende Minister.

Er unterstrich, daß die erneute Erweiterung der antirussischen Maßnahmen keinen Einfluß haben wird auf den Kurs Moskaus, die Bürger und Unternehmen werden darunter auch nicht leiden.

Keinerlei Schaden, Verluste werden sie uns bringen. Wir setzen unseren Kurs hart und folgerichtig fort“, unterstrich der hochgestellte Diplomat.

Nach seinen Worten „gießt Washington“ durch die Erweiterung der antirussischen Sanktionen „Wasser auf die Mühlen der Kriegspartei in Kiew“, das heißt derjenigen, die keine Regulierung des Konfliktes im Donbass wollen und an der Sabotierung der Minsker Vereinbarungen interessiert sind.

Wir sagen, wie auch in der Situation mit den Schlägen der amerikanischen Kräfte gegen das Flugzeug und die Drohne der syrischen Streitkräfte, daß diese Politik der VSA den eigenen deklarierten amerikanischen Zielen widerspricht“, ergänzte der Stellvertreter des Ministers.

Am Dienstag hatte das Finanzministerium der VSA Sanktionen in Bezug auf 38 Privatpersonen und Organisationen im Zusammenhang mit der Situation um die Ukraine beschlossen, sowie auch gegen sechs Banken für deren Tätigkeit auf der Krim.
In das Verzeichnis sind Beamte, darunter der Stellvertretende Minister für Wirtschaftsentwicklung der Krim, Sergej Nasarow gelangt.

Wie bereits früher zu RIA Novosti der erste Stellvertreter des Vorsitzenden des Internationalen Komitees des Föderationsrates, Wladimir Dzhabarow, erklärt hatte, analysiert Rußland die Erweiterung der Sanktionen durch das Finanzministerium der VSA und wird Antwortmaßnahmen nach der G20-Sitzung einführen.

Quelle: Источник
– – – – – –

P.S. eine erste Antwortmaßnahme war die russische Absage des ursprünglich für den 23.6. vereinbarten Arbeits-Treffens zwischen den Stellvertretern der Außenminister Rußlands und der VSA zu Fragen der zweiseitigen Beziehungen, die Außenminister Lawrow dem VSA-Außenminister Tillerson per Telefon mitteilte.
Weitere ausgewogene Schritte werden folgen.

P.P.S. Passend zum Thema: „Was steckt hinter der Rußland-Hetze?“ fragt ausgerechnet ein Wirtschaftsfachmann: http://www.antikrieg.com/aktuell/2017_06_24_wassteckt.htm


4 Kommentare

  1. Mir kommen die Tränen. Vor Lachen. Der wirtschaftlich suizid abstürzende frühere wirtschaftliche Riese USA hat Einstein nicht gelesen: „Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“
    Ich ahne, dass WWP seinen Kyrill jeden Tag Gott um Weiterführung der „Sanktionen“ bitten lässt. Nachdrücklich. Nur so konnte Russland derart knallhart werden, ein militärisches Schwergewicht mit Tendenz zu wirtschaftlicher Auferstehung, als das es sich heute erweist. Aus dem einstigen Jelzinschen russischen Bettvorleger wuchs ein Tiger, aufgepäppelt mit bekömmlicher Sanktionsmilch.
    Diese US-Strategen und ihre erklärten intellektuellen Schwächeanfälle bauen mich täglich erheiternd auf.
    Danke! Zum amerikanischen Regierungsapparat fällt mir ein passend aus dem Zusammenhang gerissenes Zitat von Robert Merle ein: “ . . . ein Apparat, zu groß, als dass er wirklich funktionieren könnte.“ Ich hegte allerdings den zusätzlichen Verdacht, dass es nicht allein an dieser Übergröße, sondern auch am US-Unbildungssystem liegen könnte. Suchte und fand: „Die öffentlichen Schulen haben in den USA einen miserablen Ruf. Bei der internationalen Pisa-Studie, bei der die Leistungen 15-Jähriger aus 72 Ländern verglichen wurden, lagen amerikanische Kinder 2015 beim Lesen auf Platz 40 (Deutschland Platz 16) und in Mathematik auf Platz 24 (Deutschland Platz 11).“
    (http://www.sueddeutsche.de/bildung/usa-amerikas-schulsystem-droht-der-ausverkauf-1.3367290-2)

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  2. luckyhans sagt:

    zu KPK um 07:22
    Schön daß manche sich über diese Themen erheitern können – ich finde auch den Bumerang als ein geeignetes Bild für das Thema … 😉

    Was die „Aus“-Bildung der VSA-„Eliten“ betrifft, so findet die garantiert nicht an öffentlichen Schulen statt, und da gibt es ein ganz klar organisiertes System, das dafür sorgt, daß stets 40% der guten privaten Schulen und Hochschulen von „den richtigen jungen Leuten“ mit den entsprechend positionierten Eltern besucht werden.

    Wenn nötig, lassen die dann auch mal ein paar Milliöchen springen, damit die Leitung der Hochschule es wohlwollend aufnimmt, daß Söhnchen X von Vater Y (ehemaliger oder noch dienender General) und Mutter Z (ehemalige oder tatsächliche Abgeordnete) genau hier seinen Hochschulabschluß machen will…

    40% deshalb, weil es über die Zeit nicht zur Inzucht der „Eliten“ kommen soll – es muß immer wieder ein wenig frisches Blut, möglichst aus aller Welt – Stichwort Brain drain, „zugefüttert werden…

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  3. […] hatten unlängst begonnen, uns dem Sanktionskarussell zu widmen – hier nun ein weiterer Beitrag […]

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  4. Klaus-Peter Kostag sagt:

    Das mit dem Bumerang ist ein sehr schöner Vergleich. Trefflichst! Pädagogisch gesehen, entsprechen die besprochenen Sanktionen dem hier ungewollten Zusammenspiel von Fördern durch (Heraus)Fordern. Bei Licht betrachtet scheinen mir dies US-Sanktionen eher Existenzzeit verlängernde Variante kap. Konkurrenzkampfes, denn tatsächlich politische Strategie. Meinst Du wirklich, Lucky, dass der Donald McWendehals wirklich eine höhere amerikanische Schule besucht haben könnte? Ich schätze seinen IQ nämlich nur auf nur knapp über Hundert, also guter amerikanischer Durchschnitt, denn seine politischen Schnellschüsse mutieren überwiegend zu Eigentoren.
    Sollte er denn aber doch Privat/Hochschüler gewesen sein, spricht das etwa nicht weniger gegen ihn als über die Qualität der dortigen Elite-Schulen? Aber eines muss ich seiner Ausbildung allerdings an Respekt zollen: Seine Schauspielschule war nicht völlig vergeudete Zeit. In seiner Rolle als derzeitiger amerikanischer Präsidentendarsteller beeindruckt er mich besonders als das Produkt seines first class Maskenbildners, regiert jämmerlich, sieht aber dabei gut aus . . .

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