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Cyber warfare – der Computer-Internet-Krieg

Wir hatten hier vor kurzem ein Interview mit Igor Aschmanow gebracht, in dem über den aktuellen Stand der Überwachung mithilfe der sogenannten (un-)sozialen Medien und deren Gerätetechnik gesprochen wurde.
Heute nun wollen wir einen Artikel desselben Autors in der Wochenzeitschrift „Argumente und Fakten“ anbieten, der sich mit dem CyberWar, dem Informationskrieg im Internet, beschäftigt.

bb-Stammleser wissen, daß ich jeglicher Art „Xpärden“ gegenüber sehr kritisch eingestellt bin, weil diese oft – wegen ihrer eingeengten „Fachbrille“ – viele allgemeine Prozesse nicht erkennen oder falsch einschätzen; so bitte ich den geneigten Leser auch hier um maximal wache und kritische Rezeption aller Aussagen…
© für die Übersetzung aus dem Russischen Luckyhans, 16. Mai 2017
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IT-Experte Igor Aschmanow: „Zwischen den Ländern tobt der Cyber-Krieg“

Artikel aus der Zeitung: Wochenschrift „Аrgumente und Fakten“ Nr. 16 vom 19/04/2017

Darüber, warum die Daten im Internet das neue Erdöl sind, und wie Computer-Viren auch Atomreaktoren außer Funktion setzen, erzählte einer der IT-Experten Rußlands, Igor Aschmanow, den „AuF“.

20/04/2017 Darja Burawtschikowa

Игорь Ашманов.
Igor Aschmanow. Foto © Commons.wikimedia.org
Geboren 1962. Absolvierte die Mechanik-Mathematik-Fakultät der Moskauer Staatlichen Lomonossow-Universität. Befaßt sich mit / leitet Entwicklungen auf dem Gebiet der Informationstechnologien, Computersicherheit und der Künstlichen Intelligenz.
Verheiratet, fünf Kinder.

Teile und Herrsche

Darja Burawtschikowa, „AuF“: Ich weiß, daß Sie sagen: die modernen jungen Leute, die in den Sozialen Netzen „sitzen“, sind leicht zu lenken. Warum ist das so?

Igor Aschmanow: Die neue Generation Wähler, also jene, die jetzt politisch aktiv werden (und das bedeutet: interessant für die Lenker), unterschiedet sich prinzipiell von den vorhergegangenen Generationen. Sie wird die „Daumengeneration“ genannt – sie benutzen seit ihrer Geburt die Gadgets und kennen keine Tastentelefone mehr; 24 Stunden am Tag haben sie ihr Smartphone dabei, das sie mit den Daumen bedienen.

Unter der Einwirkung der (un-)sozialen Netze und der Messenger hat sich ein bestimmter Denk-Typ entwickelt (man könnte auch sagen: wurde, zusammen mit der allgegenwärtigen Werbung, ein bestimmter Informations-Aufnahme-Typus, die „3-Sekundenaufmerksamen“, herangezogen – d.Ü.) – wir nehmen alles in sehr kurzen Intervallen wahr.
Die mittlere Textlänge, die in den sozialen Netzen publiziert wird, hat sich in 10 Jahren auf ein Sechstel verringert: im Jahre 2007 schrieben alle im „Lebend-Journal“
(ЖЖ – ein russisches Ur-Gegenstück zu Facebook – d.Ü.), wo die Länge einer Mitteilung einige Tausend Zeichen betrug, im Jahre 2017 sind wir in Facebook bei einer mittleren Länge der Posts von 600 Zeichen, einschließlich Überschrift, Unterschriften zu Videos und Fotos, angelangt.
Lange Nachrichten werden von der Mehrzahl der Leute nicht gelesen, sie können sie einfach nicht mehr aufnehmen: maximal 6 Absätze.
Aber das wichtigste ist, daß kein einziges „soziales“ Netz über bequeme Archive und Suche verfügt: die Leute nehmen hier und jetzt an Diskussionen teil, aber am nächsten Tag haben sie vergessen, worum es dabei ging.
(ähnliche Handlungsweisen werden durch das „Trivial-Pursuit-Abfrage-System“ in den Schulen, das eher eine Lotterie denn eine Wissensüberprüfung ist, anerzogen – bitte lest dazu das Buch „Digitale Demenz“ von Prof. Spitzer – d.Ü.)
Dieses Auditorium
kann leicht gesteuert werden, es hat kein Gedächtnis, läßt sich von „scharfen“ Überschriften „fangen“ und analysiert fast nicht mehr, was ihm da „eingeworfen“ wurde – ob Wahrheit oder nicht.
Die „Lebenszeit“ solcher „Neuigkeiten“ ist extrem kurz, was es leicht macht, ihnen zu „folgen“, sie weiterzuleiten, zu erörtern und zu vergessen – statt zu analysieren.
Das ist ein ideales Medium für Manipulationen!
(und diese – naja, Denkweise kann man das kaum nennen: Verhaltensweise ist ganz sicher nicht „zufällig“ entstanden, sondern wurde zielgerichtet anerzogen – d.Ü.)

Diese Besonderheit im Denken der Menschen wollen offenbar viele benutzen…

Natürlich, von den Werbungsleuten bis zu den Politikern.
Bestes Beispiel, wie man im politischen Interesse die „Daumengeneration“ benutzt hat, sind die Wahlen in den VSA. Clinton hatte die Unterstützung des gesamten Establishments, 500 Top-Massenmedien waren auf ihrer Seite, für Trump nur 25.
Aber Hillarys Fans haben die alten Methoden benutzt: Agitationsfirmen, Zeitungen und Fernsehen, Meetings in der Öffentlichkeit.
Und Trumps Schwiegersohn, Mitglied der Jüdischen Gemeinde New Yorks, hat Burschen angestellt, die soziales Marketing betreiben, und die haben eine andere Sache durchgezogen. Sie haben alle Amerikaner in sehr schmale Gruppen eingeteilt, und zwar nicht nach klassischen sozialen und demografischen Kenndaten, sondern ausgehend von deren Ansichten und deren Lebenseinstellungen.
Und für jede Gruppe haben sie eine eigene, sehr konkrete und den Leuten sehr nahe Botschaft formuliert, und diese haben sie über die sozialen Netze und andere Kanäle übermittelt.
(welch wunderschönes Kindermärchen: „Demokratie“ und „Wahlen“, die den Willen der Massen abbilden… und an sowas glaubt der „IT-Experte“ noch? – d.Ü.)

Dies ist eher die Zukunft der elektoralen und sonstigen politischen Technologien – das Auditorium in kleine Scheibchen hacken und versuchen, jedem eine Mitteilung zukommen zu lassen, die ihn direkt anspricht. Bis dahin hatte die Soziologie die Gesellschaft stets als ein Konglomerat großer Gruppen wahrgenommen.

Was hat verhindert, schon früher so zu wirken?

Das Fehlen innovativer Technologien. Heute kann man – dank den Geräten, wo in jedem GPS und soziale Netze drinstecken – alles über uns wissen: was uns gefällt, wo wir täglich hingehen, mit wem wir befreundet sind, wer uns sympathisch ist usw.
Das sind riesige Datenbanken über die Nutzer.

Und wer ist der Besitzer derselben?

Genau das ist der Trick: jetzt können diese Daten von wem auch immer und wofür auch immer genutzt werden. Und wir erraten nicht mal, was für ein Wert und welche Kraft dahinter steckt (ja, welche Kraft mag da wohl dahinter stecken? – d.Ü.).
Deshalb muß der Staat Regeln für den Umgang mit den Nutzerdaten ausarbeiten.
(und was soll das bringen, wenn der „Staat“ längst selbst eine Firma ist? und wirtschaftlich von den großen „Datenkraken“ abhängig? – d.Ü.)
Heute liegt die maximale Anzahl Daten über die russischen Menschen in den Firmen mit amerikanischer „Staatsbürgerschaft“ (Facebook und Google) – weil diese die größte Produktlinie haben. (wirklich deshalb? und welcher „Herkunft“ sind alle die Eigentümer und Manager dieser Firmen? Zuckerberg & Co.? „reiner Zufall“? – d.Ü.)
Vereinfacht: im Internet ist wichtig, wieviele Stückchen ihres Codes die Firma auf fremden Seiten untergebracht hat; und da sind die Codes von Google und Facebook überall im Runet!

Und ich hoffe, daß wir bald ein Gesetz haben werden, das den Umgang mit den Nutzerdaten regelt. Genauer, das irgendwie das Hinauspumpen ins Ausland verhindert. (angesichts der weitgehend käuflichen Damen und Herren in der Staatsduma wird das wohl ein frommer Wunsch bleiben; vor allem: WIE soll das verhindert werden? – d.Ü.)
Weil der Handel mit den großen Informations-Datenmassen über die Nutzer ein neuer Markt ist, und diese Daten sind das neue Erdöl.
Stellt euch vor: auf dem Markt kann ein erweitertes Profil eines Nutzers 10 – 15 Dollar kosten bei der Abrechnung unter den Werbungssystemen. Und solche Profile kann man vielen verkaufen, und das nicht nur einmal. Das heißt, dieser Markt umfaßt Dutzende Milliarden Dollars.
Solch einen Markt muß man mit Köpfchen nutzen, der Staat muß dort ein aktiver Teilnehmer werden, also nicht unbedacht alles verbieten, sondern regeln. Wenn man die Schrauben zu fest anzieht, dann leiden als erste die russischen Ressourcen, und die Giganten, wie die amerikanischen Companies (die vom VSA-Staat unterstützt werden) bleiben Monopolisten.
(ja, der schöne Traum von der Marktregulierung – der leider nur funktioniert, solange es noch keine Monopole oder Oligopole gibt – wenn diese bereits existieren, dann bestimmen SIE, was der „Staat“ noch darf oder nicht – d.Ü.)

Gibt es denn in anderen Ländern Gesetze, welche die Benutzung der Nutzerdaten regeln?

Nein. Wenn man die demokratischen Länder betrachtet, so hat der VSA-Kongreß erst Ende März ein Gesetz angenommen, das den Verkauf der Nutzerdaten ohne deren Einverständnis zuläßt. Dies ist ein Risiko für unsere Nutzer, weil die VSA so ihre Jurisdiktion auf die ganze Welt ausdehnen.
(da kommt ein wenig Wirklichkeitsnähe durch, aber wieder das platte Schema von der „guten Demokratie“ in den VSA: „wann wird man je verstehn?“ – d.Ü.)

Bei uns läuft alles auf die Annahme eines adäquaten Gesetzes noch in diesem Jahr hinaus.

Dann kann Rußland Erster werden…?

Ja, wobei nicht nur in der staatlichen Regelung der Nutzerprofile in den sozialen Netzen, sondern überhaupt auf dem Markt der Hochtechnologien, die mit den großen Datenmengen der Nutzerdaten arbeiten. (jaja, der allmächtige und heilige „Markt“, der wird’s schon richten; sowas kommt vom Schmalspur-Expertentum, wenn man die Wirtschaftsmechanismen nur vereinfacht oder aus „gängigen“ Quellen kennengelernt hat; der bb-Leser hat da ganz andere Möglicheiten – d.Ü.)
Die digitalen Technologien und die Analyse solcher Daten sind sehr eng mit der Mathematik verbunden. Da haben wir eine sehr gute Ausgangsposition – in Rußland gibt es ausgezeichnete Mathematiker.
Deshalb werden uns kluge Gesetze des Staates und die Entwicklung des Marktes helfen, die digitale Schlacht der Giganten-Länder zu gewinnen: VSA, China und Rußland.

Kann der Staat im eigenen Interesse diese Daten irgendwie nutzen?

Natürlich! Das ist ein viel präziseres Mittel als soziale Befragungen. Zum Beispiel kann man auf der Grundlage der Handlungen im sozialen Netz die Daten über die Gesundheit der Leute vereinigen – es wird bekannt sein, wo man noch ein Krankenhaus eröffnen muß, wo ein Stützpunkt für Schnelle Hilfe einzurichten ist, wo eine Reanimation mit Defibrillatoren gebraucht wird – und wo nicht. Welche Arzneimittel benötigt werden und wieviele davon produziert werden müssen. (was hat das alles bitteschön mit dem „Staat“ zu tun? hier werden internationale Pharma-Interessen propagiert – d.Ü.)
Diese Daten werden jetzt vom Staat sehr zersplittert und mit großer Verzögerung gesammelt.

Warum wird mit Rußland Angst gemacht?

Die russischen Hacker, welche Amerika und Europa in Angst halten – stimmt das?

Das ist ein Mythos, den die Amerikaner selbst kultivieren. In all den Geschichten, wo die „Russischen Hacker“ augetaucht sind, ging es in Wirklichkeit um den Abfluß von Informationen durch „Insider“: das betrifft sowohl die Geheimdokumente der Hillary Clinton wie auch Wikileaks. An die Superkräfte der russischen Hacker glaube ich nicht: wir haben weder ein Agenturnetz in der VSA, noch Internet-Produkte von internationalem Niveau, welche die amerikanischen Bürger benutzen könnten, und wir könnten darauf verdeckt Einfluß nehmen.
Sehr viel einfacher ist es für die Amerikaner, uns zu kontrollieren. (das wird wohl auch der tiefere Hintergrund jener „russischen Hacker“-Anschuldigungen sein:; meine Oma sagte immer: „Das was ich denkt und tu, das trau ich andern zu“… – d.Ü.)

Wenn das so ist: können wir einen Boykott verkünden und alles Amerikanische aus dem Internet verbannen?

Das wird man uns nicht tun lassen. (weil dann das Internet in Rußland tot wäre – d.Ü.)
Auch alle Rederei davon, daß Rußland als Sanktions-Maßnahme vom Netz abgetrennt werden könnte, sind ein Mythos. Das Internet bedeutet Verfolgung, Datenabsaugung, Einwerfen von Fakes. Es läuft ein Informationskrieg, und für unsere Gegner ist es sehr wichtig, daß genau all dies gut funktioniert.

Gibt es irgendwelche Gefahren, die aus dem Netz kommen können?

Viren und Virenattacken. Ich rede jetzt nicht von denen, welche die Computer einfacher Bürger befallen können. Pro Tag werden zwischen 30 und 50 Tausend Viren geschaffen.
Vor 10 Jahren tauchten die ersten Kampf-Viren auf, mit deren Hilfe der eine Staat gegen einen anderen Krieg führen kann. Das beste Beispiel: der Virus Styxnet, auch scherzhaft „Stuchnet“ genannt (vom russischen Wort „stuchath“ = dämpfen, herunterfahren – d.Ü.). Er wurde in die Controller im Werk in Deutschland „eingeschrieben“ und damit wurden die Zentrifugen im Iran infiziert, welche das Uran anreichern. Da wurden 30% der Zentrifugen mit einem Computer-Virus zerstört!

Wer schreibt und verbreitet solche Viren?

Solche Viren werden von den Geheimdiensten „ausgebildet“.

Wer braucht den Bitcoin?

Igor Stanislawowitsch, Geschichten, wo aus Rußland Verbrechergeld ins Ausland transferiert wird, sind nicht selten. Stimmt das, daß dabei das Internet sehr hilfreich ist?

Gewöhnliches Geld, das in elektronisches umgewandelt wird, kann sehr leicht verfolgt werden. Eine Ausnahme ist der Bitcoin und auch alle anderen Cyber-Währungen.
Sie wurden speziell für den verdeckten grenzüberschreitenden Geldtransfer großer Summen geschaffen, 90% aller Transkationen in den Kryptowährungen sind illegale Geschäfte: Rauschgift, Prostitution, Waffen.
Wobei die Geschichte der Entstehung des Bitcoin sehr „neblig“ ist: es gibt die Legende, daß er von einem anonymen Japaner in der Freizeit erdacht wurde. In Wirklichkeit wissen alle Fachleute: das ist die Arbeit einer Gruppe von Spitzenleuten der Kryptografie, mit amerikanischen Wurzeln.
Und deshalb, wenn jemand dafür eintritt, daß der Bitcoin in Rußland „legalisiert“ werden soll, würde ich sehr nachdenklich – sollte man das wirklich?

In der EU hat man ein Gesetz angenommen, das unter 16 Jahren die Teilnahme an den sozialen Netzen untersagt. Würde uns so ein Gesetz helfen, die „Todesgruppen“ und ähnliche Infektionen zu verhindern, mit denen die Kinder im Internet „geangelt“ werden?

Nein, ein solches Gesetz wirkt auch in der EU nicht. Man kann sich schwer vorstellen, wie es überhaupt wirken soll. (wieder diese Oberflächlichkeit: die EU kann keine Gesetze annehmen, weil sie kein Staat ist; sie kann nur Empfehlungen geben, was sie auch tut; und es ist Sache jedes Mitglieds des Vereins EU, diese dann in nationale Gesetze umzusetzen – d.Ü.)
Aber viel schlimmer ist etwas anderes: in den sozialen Netzen kann man jetzt eine Menge solcher Gruppen (nicht nur die berüchtigten „Todesgruppen“) finden, welche die Jugendlichen energisch organisieren (zum Beispiel in „Fan-Clubs“ irgendwelcher Spiele), wo dann eine vielstufige Filterung unter diesen stattfindet und sie gezwungen werden, diese oder jene Aufgaben zu erfüllen.
Da diese nicht zum Tode führen, wird deren Existenz von kaum jemandem ernstgenommen. Ich habe zum Beispiel meine 11jährige Tochter in einer solchem Truppe entdeckt.
Die Jugendlichen werden dort ganz eindeutig von Erwachsenen manipuliert, die mit dem Mehrstufen-Marketing (MLM) arbeiten. Für welche Zwecke richten sie da unsere Kinder praktisch ab und machen sie bereit, sich jeder beliebigen Forderung zu unterwerfen?

– Und Sie als Elternteil, wie schützen Sie Ihr Kind?

Das Internet zu verbieten ist zwecklos. Die Eltern müssen die Sozialen Netze ihrer Kinder beobachten, mit ihnen einen Kontakt herstellen und ehrlich erzählen, wie gefährlich es ist, unter den Einfluß fremder Onkels und Tanten zu geraten – was daran schlecht ist, wenn Erwachsene dich manipulieren.
Ebenfalls halte ich es für wichtig, Filter zu benutzen; und auch die Wifis/Wlans an allen öffentlichen Orten müssen gefiltert werden. Und in allen Geräten für ihr Kind müssen die Eltern ein System der elterlichen Kontrolle des kindlichen Zugangs einrichten.
Das Internet soll heute einfach sicher sein – wir erwarten ja auch kein Gift oder gefährliche Bakterien aus der Wasserleitung, da sorgt der Staat dafür. Warum also müssen wir aus dem Internet jeglichen Dreck und Risiken erwarten?
Die Filterung des Internets, seine Hinführung zu einem sicheren Zustand – dauerhaft und „wortlos“ – ist auch eine Funktion des Staates.

– – – – – –
Kommentar des Lesers „sporitus“ am 22.04.2017 um 01:04:

Igor Aschmanow kennt das Thema, aber auf einem sehr oberflächlichen Niveau. Sein Konzept ist „rund“, aber absolut fehlerhaft, und es kann zum Zusammenbruch der Digital-Wirtschaft in Rußland führen. Daß die Daten das neue Erdöl sind, ist richtig.
Nur ist Erdöl kein Produkt, sondern eine Ressource. Um daraus einen Nutzen zu ziehen, müssen sie noch verarbeitet werden. Das Produkt auf Basis der Daten ist dann die AI.
Die Kontrolle über die Sammlung der Daten zu verschärfen, hat keinen Sinn. Ins Ausland geht doch schon die bearbeitete Information, die im Wesen keine Daten sind.
Was aber passiert, ist daß solche Gesetze die Start-up-Industrie in Rußland im Ansatz töten. Denn die jungen Gruppen haben nicht die Mittel, um alle diese Gesetze zu beachten. Bevor man solche Mechanismen einführt, muß die Unterstützung für die Start-ups gewährleistet sein. Und gewiß nicht auf dem Niveau einer Pseudo-Akzeleration.
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Quelle: http://www.aif.ru/society/web/it-ekspert_igor_ashmanov_mezhdu_stranami_idyot_kibervoyna

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Soweit die „Argumente und Fakten“ im russichen Netz.
Interessant, nicht wahr?

Vieles ist jedoch sehr gut zu überdenken, denn wir haben es fast überall mit sehr zweischneidigen Angelegenheiten zu tun.
Zum Beispiel Internet-Filterung kann man nur dort verlangen, wo ein „anständiger“ Staat existiert, der sich tatsächlich noch für die Interessen seiner Staatsangehörigen ein- und diese wenigstens ansatzweise umsetzt.

Ist aber für uns hierzulande kein Thema, solange die Besatzer und ihre Hinterleute über ihre Werkzeuge NSA, GCHQ & Co. den vollständigen, lückenlosen und unkontrollierten Zugriff auf alle Daten von und über uns im Netz haben – auch da „hilft“ nur die Komplett-Verweigerung, d.h. die Nichtbenutzung der unsozialen Mädchen und die sehr überlegte Nutzung alle anderen Netzressourcen.

Der Leserkommentar zeigt jedenfalls, daß im russischen Netz alle möglichen Interessen lobbyiert werden, darunter auch ganz offen die „Berechtigung“, Gesetze nicht einhalten zu müssen – „weil man dazu nicht die Geld-Mittel hat“ – ein sonderbarer Standpunkt, oder?
Aber auch Aschmanow als „Etablierter“ ist nicht ganz frei von dem Verdacht, an einigen Stellen den Status quo zu lobbyieren…
LH


4 Kommentare

  1. Tabburett sagt:

    Luck! @:

    „… (welch wunderschönes Kindermärchen: „Demokratie“ und „Wahlen“, die den Willen der Massen abbilden… und an sowas glaubt der „IT-Experte“ noch? – d.Ü.)“ –

    Hast Du da ev. was falsch verstanden? – Anhand dieser Aussage laesst sich doch schoen erkennen, wie Alles ausgelotet wird, ob es WIE funzen tut! – Darueber hinaus laesst sich der ganze „Spass“ sogar noch besser erkennen! Die spielen Katz und Maus mit „uns“ und immer mehr (systemimmanent/elektronikschrott-bedingt) mit den Juengeren… –

    Ich meine: Die ganze Show aus Ueberozeanien war doch nur wieder ein Anschauungsbild der in weiten Teilen der (weltweiten) Bevoelkerung grassierenden Unbewusstheit… Und mit solch „sozialem Marketing“ ringeln sie „uns“ fortan stetig und immer mehr um diesen/ihren „Stinkefinger“ –

    Oder hab ICH etwa an deinem Einwurf was falsch verstanden?

    Nur ne Frageee 😉

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  2. Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

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  3. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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  4. Das Internet, so wie in diesem Beitrag beschrieben wurde, wird als Kontrollinstrument verwendet. Würde es nur Überwacht, dann gäbe es ja keine Löschaktionen und die Suchmaschinen würden andere Ergebnisse liefern.
    Das Internet ist schon so stark kontrolliert, dass sogar in diesem Artikel der Teil mit dem nicht überwachten und folglich unkontrollierten Internet gelöscht wurde.

    Wie gross das unberührte und friedliche Internet ist, kann nur geschätzt werden. Lösungen wie das duale Kommunikationssystem Enigmabox werden in der Praxis genutzt um beide Teile des Internet nutzen zu können.

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