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Deutsche Mitte / Hans U.P.Tolzin / Der GesundheitsMARKT

Ich habe „Markt“ gross geschrieben. Wer heilt, hat Anrecht auf Brot und Dach. Wer vorgibt, zu heilen, zwecks Geldrafferei, schadet sich, dem oft ahnungslosen Patienten und der Welt, der Welt auch wirtschaftlich.

Hans U.P.Tolzin ist Medizinjournalist und neu gesundheitspolitischer Sprecher der Deutschen Mitte.

Dankbar für sein Wirken gebe ich ihm das Wort.

thom ram, 01.03.0005 NZ, Neues Zeitalter, da die Menschen Krankheitssysteme hinwegfegen und durch Gesundheitssysteme ersetzen.

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Von Hans U. P. Tolzin, gesundheitspolitischer Sprecher der Deutschen Mitte.

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Dass uns ein fehlprogrammiertes Geldsystem einen immerwährenden wirtschaftlichen Wachstumszwang beschert, ist den Mitgliedern und Freunden der Deutschen Mitte nichts Neues. Doch es gibt einen Wirtschaftsbereich, der wesentlich schneller wächst als der Rest: Der Gesundheitsmarkt. Der Preis für dieses Wachstum ist jedoch zu hoch.
In der FAZ vom 8. Januar 2017 (S. 18) erläutert Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) der interessierten Öffentlichkeit die Vorteile und Herausforderung des gläsernen Patienten. Nein, so nennt er das natürlich nicht, sondern „Digitalisierung des Gesundheitswesens“. Ein wesentlicher Vorteil der digitalen Datenübertragung sei der Datenschutz im Vergleich zu 5 Milliarden Behandlungsdokumenten, die jährlich im Gesundheitswesen per Post oder Fax bewegt werden.

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https://deutsche-mitte.de/wp-content/uploads/2017/02/Gesundheitsminister-Hermann-Gröhe.png Nun ja, wenn jemand meine intimsten gesundheitlichen Daten wissen will, muss er künftig nicht mehr die richtigen Faxleitungen abhören und das Postgeheimnis umgehen, sondern hat alle Daten gesammelt an einem Platz. Da braucht es nur noch einen fähigen Hacker – und über solche verfügen die Datensammel-Junkies interessierter Regierungs- und Industriekreise allemal. Wobei die Dienste unseres eigenen Staates natürlich keine Hacker benötigen, da sie über offizielle Kanäle verfügen, wenn sie sich einen bestimmten Bürger einmal genauer betrachten wollen.

Sicherer fühle ich mich durch die Digitalisierung nicht. Nein, im Gegenteil, ich fühle mich gläsern. Ich möchte, dass meine intimen gesundheitlichen Daten bei mir bleiben – und bei dem Arzt oder Heilpraktiker meines Vertrauens.

Doch das digitalisierte Gesundheitswesen ist ein Wachstumsmarkt. Während derzeit weltweit etwa 80 Mrd. USD in diesem Bereich umgesetzt werden, sollen es 2020 bereits mehr als 200 Mrd. USD sein. Gröhe dazu wörtlich:

https://deutsche-mitte.de/wp-content/uploads/2017/02/Elektronische_Gesundheitskarte_BB.png „Wir müssen alle Kräfte bündeln und Hemmnisse für die Entwicklung und Nutzung der neuen Möglichkeiten abbauen. Wenn wir bei dieser Entwicklung ganz vorne mit dabei sind, können wir sicherstellen, dass die Menschen in Deutschland auch in Zukunft schnellen Zugang zum medizinischen Fortschritt haben.“

Und was hat uns dieser medizinische Fortschritt bisher gebracht, außer immer mehr Kosten? Ein Beispiel: Die Hälfte aller Menschen stirbt im Krankenhaus und wird dort in aller Regel mit Maximalversorgung betreut. Doch nur 3 % der Befragten wünschen sich das. 97 % möchten in ihrer gewohnten Umgebung und friedlich im Kreise ihrer Lieben sterben!

Aber: Mehr als ein Drittel der Lebenszeitkosten für einen Krankenversicherten fallen während der letzten 12 Lebensmonate an – meistens ohne Einverständnis der Patienten!

Es ist doch merkwürdig: Ständig klopfen sich unsere Gesundheitspolitiker selbst und gegenseitig auf die Schultern, wie toll und effektiv unser Gesundheitssystem sei. Doch wenn das wirklich so wäre – warum werden die Menschen dann nicht jedes Jahr gesünder? Warum SINKEN die Gesundheitsausgaben dann nicht jedes Jahr? Stattdessen haben sie sich von 1992 bis 2014 verdoppelt:

https://deutsche-mitte.de/wp-content/uploads/2017/02/Kosten-der-Gesundheit.jpg
Grafik: Hans U. P. Tolzin

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Wenn Hermann Gröhe also so begeistert davon ist, dass die Ausgaben im Gesundheitswesen ständig steigen, dann ist er also indirekt davon begeistert, dass die Menschen in Deutschland immer kränker werden und dass ihre Wünsche immer mehr von den Ärzten missachtet werden.

Finden SIE, lieber Leser, das in Ordnung? Die Prioritäten der derzeitigen Gesundheitspolitik sind falsch gesetzt. Konkreter gesagt: Die Anreize für die Ärzte sind falsch gesetzt.

Die Deutsche Mitte wird das ändern. Aber nur, wenn Sie uns durch Mitgliedschaft und Mitmachen, durch Spenden und dem Kreuz auf dem Wahlzettel unterstützen!

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3 Kommentare

  1. mkarazzipuzz sagt:

    Sehr gut geschilderte Lage in unserem Gesundheitswesen.
    Der Hans U.P. Tolzin scheint zu wissen (und hat das Handwerkzeug dazu), dass komplexe Sachverhalte kurz und knackig auch für „Nichtdiplomierte“ formuliert werden können.
    Dafür ein herzliches Dankeschön.
    Lieben Gruß
    Martin

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  2. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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  3. Vollidiot sagt:

    Die Dichidalisierung is dafür da, um das Gesundheitssüschtem zu obdimieren.
    Als nächster Schritt, also nach der Dichidalisierung, werden noch Folge-Vorsorgeuntersuchungen-der-Kleinkinderzeit kommen.
    Weil Vorsorge besser als Nachsorge ischt.
    Nachsorge könnte nämlich zu spät kommen, gell.
    Und do könnt mer nix mehr aus dem Patziende rauspetze.
    Patziende sind zum Petze da.
    Darum sollte mer Patziende besser Petzinde häße.
    Do deet sisch der Sinn von dem uf äh Schlahch zeische.
    Bei der KAV häßts ja schon Petzient.
    Uff dem kammer drufrumdrigge dasses nur so schebbert – also wenns Geld hinne raus uff do Bodde klimbert.
    Un wenner genuch gschisse hat, dann kammern jo veregge losse.
    Drum duut mer die Seniore so petze.
    Nochemol so rischdisch petze un dann weg demit, uff der Kerschhof.
    Und mit denne Vorsorschuntersuchunge dut mer die Brigg schla vun de Kindheit zum Alder.
    Do kammer dann frieher afange mit dem Petze.
    Un ganz am End da fangt des Petze dann so rischdisch schun a, wemmer in die Schul kummt.
    Dann werd des Ridalin zum Klassefrihschdick in de Ganzdagsschul gebb.
    Un so unruische Kinner die kammer dan gut petze, daß se ruisch wern.
    Und dann hammer des was die Leit do obbe wolln, do brauchense nur noch Ärzt und dann die, die petze.
    Un weils a rechne kennt, macht mer so große Laacher, do dun dann die Petzer petze.
    Ibber de Eigangsdier schteht dann: Petze macht frei.

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