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Wie man in den Wald ruft…

Also auch damals, als mein Gehör piekfein perfekt war, hörte ich im Wald, wenn ich „hallooo“ rief, kein Echo. Darum irritierte mich der Spruch „Wie man in den Wald ruft, so schallt es zurück“, da für mich das Bild mit einem Fehler behaftet war. Ich hätte gesagt: „Wie ich in die Felsen rufe, so schallt es zurück“.

Einleitende Erbsenzählerei, das.

Tatsächlich trifft der Spruch haargenau.

Schon früh wusste ich es. So, wie ich mich gebe, so werde ich behandelt. Komme ich als Mürrischer, werde ich Griesgrämigkeit ernten, komme ich als Belehrender, wird mir das Paragraphenbuch unter die Nase geknallt, komme ich als heiterer Mensch, wird mir Freundlichkeit zuteil werden.

Tatsächlich tue ich es erst seit kurzer Zeit konsequent. Konsequent, das heisst: Etwa in 90% meiner Begegnungen mit Menschen. 100% schaffe ich nicht, es kommt vor, dass mein Ego dreinredet und mich auffahren, belehren, besserwissen, ablehnen, bekämpfen lässet. Entsprechendes passiert dann: Das kleine Schlachtfeld ohne Sieger, haha. Mein Gegenüber denkt, ich sei ein Arschloch, ich denke, er sei eben Dasselbige und nach gehabter Schlacht geht es beiden Arschlöchern schlechter denn zuvor.

Doch eben, das sind nur noch maximal 10%, vielleicht sogar ist es nur noch 1%.

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Lass mich mal von den 90 oder 99 Prozenten reden, du geneigter Leser.

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Vor einer Woche. Schweiz. Baden. Bahnhofstrasse. Kleiderladen.

Ich es bitzeli mürrisch, weil ich mir einen Fotzel kaufen musste (Kleider interessieren mich einen Furz), gehe zum Tresen, um mein auserkorenes Stück Stoff zu bezahlen.

Na Klasse.

Steht da ein jung weiblich Ding, welches so ziemlich genau meinem Negativbild von Frau entspricht. Unansehnliche Figur (kein Problem), für mich unattraktives Gesicht (kein Problem), dick geschminkt (mein Ego meldet Bedenken), sauhässiger Gesichtsausdruck (mein Ego mahnt mich an, die Verkäuferin habe freundlich zu sein), und dann die wirklichen Krönungen: Sie schaute mich nicht an – wo ich sie doch so freundlich anschaute. Sie nahm den Stofffötzel mechanisch und haute den Strichcode mechanisch über den Laser, sie packte mechanisch einen Plastikbeutel, um den Wisch mechanisch reinzuschieben, und wie der geborene Roboter schnarrte sie mir den Preis mechanisch rüber. Mein Ego beglückte sich, mir eine lange Liste von Horrormeldungen zu verpassen.

Na, und ich brachte es fertig. Ich schickte meine vorhergegangene Mürrischkeit in die Ecke. Ich schickte mein grosses, tüchtiges Ego überhaupt in die Ecke. Und ich fragte das Mädel freundlich, ob es schon lange Dienst habe.

Stutz.

Blick.

Sie schaute mich doch tatsächlich an.

Ich fragte sie, wie der Laden so laufe, und ob sie gerne hier arbeite.

Da lächelte sie doch tatsächlich.

Dieses eben noch roboterisiert  irrwirrwandelnd Menschenskind schaute mir kurz in die Augen und lächelte.

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Lieber Leser. Ich tue es dir nicht an, weitere Dutzend analoge Beispiele zu erzählen. Du weisst, worum es geht.

Wir sind verd vielschichtige Wesen. Viel esoschöner tönt: Wir sind multidimensionale Wesen. Wir sind es wirklich.

Wie können gleichzeitig mürrisch und freudig sein. Gleichzeitig.

Wir können das, was wir hier als Realität erleben, selber kreieren. Wir können die Realität unseres Gegenübers beeinflussen. Gleichzeitig. 

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Ich kann, wenn ich es denn will,  in meinem Gegenüber etwas anrühren, was ihn in eine heiterere Stimmung versetzt, ihn freut, seine Düsternis durchlichten lässet.

Ich liebe mein Bild der kleinen Feuer, welche millionenfach heute entzündet werden. Milliardenfach. Billionenfach. (Die Anglikaner mit ihrer Scheiss Million – Billion statt, korrekt, Million – Milliarde mögen mal in eine richtige Schule gehen und ihren Zahlenunsinn zack abschaffen. Sowas muss bei jeder Gelegenheit klar gesagt werden)

Ja.

Und wenn du und ich und wir eben das tun, wenn du und ich und wir jede Begegnung, ich habe gesagt jede Begegnung,

als Zusammenfinden von „wir sind verbunden“, „du und ich, wir sind göttlich“,

„du und ich, wir sind auf wundersame Weise verschieden, und die Verschiedenheit macht den tollen Reiz in dieser polaren Welt aus“ sehen,

wenn du und ich und wir bei jeder Begegnung das Gegenüber als heiliges, heiteres, augenzwinkerndes göttliches Sein erkennen,

dann,

ja dann sind Aberbillionen minikleine Feuerchen entzündet, welche zusammen eine herrlich schöne, wärmende, Freude schaffende Flamme bilden.

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Bitte um Verzeihung, sollte dir das schwülstig reinkommen, lieber Leser. Ich meine es genau so, wie ich es gesagt habe. Für mich ist da kein Schwulst drin.

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Das Problem.

Kann ich das mit einem Herrn Sorrost? Mit einem Herrn Gauckigaucki? Mit einer Frau Klingtong?

Da, haha, da fängt es an zu knürschen. Ich konnte es, genau vor zwei Tagen, nicht mal mit dem Jungschnösel, der meinen 26 Kilo Koffer bis auf den letzten Zahnstocher filzte, bei meiner Ankunft im Flugihafi Denpasar, Bali. (Du hast richtig verstanden. In Bali werden neuerdings einzelne Ankünftlinge rausgenommen und ihre Koffers sorgfältigst zerpflücket)

Bei nur schon diesem Kleinstangestellten straffsteifen Jüngling schaffte ich es nicht. Ich wurde ein bisschen unhöflich, da ich, sehr müde, es zuliess, dass mein Ego an meinem Steuerknüppel rummachte. Der Jungmann herrschte mich an, ich sei in Indonesien, und es stehe mir nicht zu, hier rumzumotzen. Etwa 10 weitere Uniformierte, welche dazu feixten, bewogen mich, verbal zu stoppen. Meine Körpersprache brachte ich nicht unter Konterolleriererei.

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Ja, und dies war nur ein Unterunterunterhund, dieser gute Jüngeling. Träfe ich auf einen Herrn Küssindscher, auf eine Frau in zu engem Hosianzugi, auf einen der rötlichen Schilde, oder gar auf ein Wesen, welches hinter diesen Chefknechtlein steht…..

Fragezeichen.

Habe ich die Grösse, die Gelassenheit, die Sicherheit, das Wissen, das Gewissen, die nötige Intuition, die dringend notwendige Herzenskraft, mich so zu verhalten, dass die Situation nicht verderben- sondern fruchtbringend ist? Kann ich auch solch als Moloch Wirkenden als gottgewollt und damit perfekt wirkendes Wesen anerkennen und ihm freundlich begegnen?

Freundlichkeit schliesst Kritik und Konsequenz nicht aus, keineswegs. Wenn du auf deinem Posten Scheisse baust, und wenn ich das erkenne, so ist es angesagt, dass ich dir freundlich, als wirklicher Freund, sage: Mann, mach was Anderes. Mann, mach es anders. Mann, du bist okay, was du gemacht hast, ist Schwerstverbrechen, Mann, mach was Anderes.

Freundlich.

(Hörstel hat davon, so scheint mir, eine ganze Menge verstanden. Fällt mir grad dazu ein)

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Uffa, das war ein Gang in den Vorvorhof des Hades.

Viel besser will mir scheinen, zu sehen, dass Begegnungen, da ich mich froh und freundlich und interessiert zeige (da ich es bin!), gegenseitig frohe Stimmung generieren. Zwei Menschen sind sich begegnet. Nach der Begegnung fühlen sie sich freier und inspirierter.

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thom ram, 08.01.0005 NZ, Neues Zeitalter, da Menschen voller Vertrauen in die Schöpfung sind und die Schöpfung mit Sorgfalt pflegen.

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9 Kommentare

  1. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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  2. haluise sagt:

    „… da Menschen voller Vertrauen in die Schöpfung sind und die Schöpfung mit Sorgfalt pflegen.“
    JA … wie schön ,,, BIN LUISE

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  3. Angela sagt:

    ThomRam

    Ein schöner Artikel, lieber ThomRam.

    Diese Freundlichkeit – das ist im Grunde LIEBE , ein Seinszustand. Und der andere spürt sie und Zuwendung wird ihn verändern.
    Irgendwann habe ich mal den Satz “ Jeder Mensch kämpft einen schweren Kampf“ – gehört , und ab und zu fällt er mir bei ziemlich- auf den ersten Blick – unsympathischen Menschen ein. Gleich verwandelt sich mein Denken und Fühlen und ich entdecke vieles Positive an diesem Menschen , was ich vorher ausgeblendet hatte.

    Ich spreche auch oft Kassiererinnen an, oder manchmal Bettler ( was immer noch eine Überwindung ist, wie ich zugeben muss) Doch gerade Menschen, die automatische Arbeiten verrichten, strahlen richtig bei einer menschlichen Unterbrechung und dem Gefühl, dass sie jemand WAHRGENOMMEN hat.

    Wie das mit grausamen Menschen, ( Sadisten,Kinder- und Tierquäler usw. ) denen ich begegnen könnte, sein würde, weiß ich nicht. Wut käme wohl eher nicht, aber das ist vielleicht eine Temperamentsfrage. Im Moment machen sie mir eher Angst, da ich keine gemeinsame Basis erkennen kann.

    LG von A n g e l a

    Gefällt 2 Personen

  4. Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

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  5. Guter Denkanstoß lieber thom. Es gilt hier wesentlich zu unterscheiden ob ich persönlich auf Augenhöhe mit meinem Gegenüber kommuniziere oder virtuell mit einem sich mir nie lebendig zeigenden Phantom, das sich nur über die Propagandapresse mir mitteilt.

    Ja, richtig gehört, die sog. Elite ist inzwischen für mich ein Phantom, das es für aufgeklärte Menschen gar nicht mehr geben dürfte. Die können nur noch existieren, weil sie sich geschickt vor dem Augenkontakt mit dem Volk verstecken, von ein paar Idioten abgesehen. Das ist die einzige Strategie, die sie noch am Leben äh am Wirken aufrechterhält. Würde sich einer oder eine von denen tatsächlich, sagen wir mal nur einhundert aufgeklärten Menschen auf Augenhöhe stellen, würde er innert kürzester Zeit in sich zusammenfallen.

    Ich mache mir schon länger Gedanken, wie wir die auf unsere Augenhöhe herunterholen können; ohne Gewalt versteht sich. Dabei denke ich – warum sollen sie? Ist es hier unten bei uns in der Maloche wirklich erstrebenswert? Nein!

    Also bleibt nur eins für das kleine Arschloch, wie kann es aus seiner Lethargie – aus seinem Jammertal entwachsen und einen Konsens finden, der die ‚Elite‘ liebevoll einbindet? Das heißt, es muß sich seinem Schöpferplan bewußt werden und denen auf halben Weg entgegenkommen. Vor allem, nicht mehr dem sog. Mangel hinterherlaufen. Eines der widerlichsten Programme – nach den Pfaffen, die ewige Schuld uns einimpfen, ist das des Club of Rome und der grünen Ideologie, die vorläufig ultimative Festklopfung des Herr – Sklavetums. Alles bisher Gedachte in der Auflösung dieses Dilemmas hat nur zur weiteren Verfestigung des Status Quo geführt.

    Ich befasse mich gerade wieder mal mit dem Erich Fromm. Er bringt mir nix mehr. Betrachtet auch nur die Mutation vom Homo Sapiens zum Homo Ökonomie. Dazu brauche ich keinen Fromm. Das sehe ich selbst. Lösungen? Nein! Es wird nur noch angeprangert. Das kanns nicht sein.

    Das Schuldprogramm, seit Jahrtausenden gepflegt, nimmt damit seinen Höhepunkt.

    Also mal nachdenken. Im Oben und Unten sind die gleichen Verlustängste vorhanden. Es spielt keine Rolle ob im Schloß oder in der prekären Hütte. Über die materialistische Wertung oder Definition aus dieser des Seins. wird das Sein ohnehin zur Farce. Machen wir uns lieber Gedanken zur Annäherung. Wir haben es in der Hand. Ist das nicht ein schöner Gedanke?

    Gefällt 1 Person

  6. rechtobler sagt:

    Danke lieber Thom Ram, das ist genau das was ich auch seit Jahren tue: beim Einkaufen der Kassiererin auf Augenhöhe zu begegnen. Ob Coop, Migros oder Volg, die Einen fragen nach der Kundenkarte, die Anderen wollen Märkli verteilen – meine Gegenfrage nach der Verneinung ist (fast) immer „kriege ich die Ware trotzdem?“ begleitet von einem grossen Grinsen. Die Reaktionen sind verschieden, meistens jedoch lächelnd, aufgestellt, manchmal ergibt sich sogar ein kleiner Dialog. Sind ja auch Menschen wie Du und ich, die sich über ein freundliches Wort freuen 🙂

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  7. Volver sagt:

    „Darum irritierte mich der Spruch „Wie man in den Wald ruft, so schallt es zurück“, da für mich das Bild mit einem Fehler behaftet war.“

    Der das mit dem Rufen und dem Wald und dem Echo nicht versteht, der wird auch folgendes Zitat nicht verstehen.

    „Nun, einen Vorteil hat es wenigstens“, sagte sie, während sie zwischen die ersten Bäume trat, „man kommt dabei von der Hitze in den – in den – in den Was?“ fragte sie, ganz überrascht, daß ihr das Wort nicht einfallen wollte. „Ich meine, zwischen die – die – nun, das da eben!“ und faßte dabei einen Baumstamm an. „Wie heißt das nur … Und nun, wer bin ich? Daran will ich mich unbedingt erinnern, wenn es irgendwie geht. Ich bin fest entschlossen dazu!“ Aber ihre Entschlossenheit half ihr nicht viel, und nachdem sie lange genug vergeblich herumgeraten hatte, konnte sie nur noch sagen: „L! Ich weiß, daß ich mit L angehe.“

    (LEWIS CARROLL Alice Through the Looking Glass)

    Nicht das Bild ist von einem Fehler behaftet, sondern der denkende Mensch macht einen Fehler. Er macht in Bezug auf das Bild mit dem Wald den Fehler, nicht abstrakt genug zu denken, was göttliches Denken wäre. Ein Mann, ein Baum, ein Wald, viele Menschen, ein Rufer, das Echo folgt auf den Fuß.

    „Ich hätte gesagt: „Wie ich in die Felsen rufe, so schallt es zurück“.“

    Felsen sind nackt und kahl, aber ein Wald ist voller Leben. Deshalb nahm der Schreiber des Gleichnisses als Metapher einen lebendigen Wald und keine toten Felsen. Alles hat seinen Sinn, man muß ihn nur erkennen.

    Matthäus 16:18Aber auch ich sage dir, daß du bist Petrus; (O. ein Stein) und auf diesen Felsen will ich meine Versammlung (O. Gemeinde: s. das Vorwort) bauen, und des Hades Pforten werden sie nicht überwältigen.

    Wachsen auf Felsen Bäume?

    Kann passieren, aber ist dazu ein fruchtbarer Boden nicht allemal besser.

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  8. thom ram sagt:

    Volver

    Es ist dir unbenommen, in den Wald zu rufen und zu erwarten, dass dein Ruf zurückschallt.

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  9. Schöner Beitrag, ich werfe ein kurzes Kommentar zu deiner Frage ein:

    „Kann ich auch solch als Moloch Wirkenden als gottgewollt und damit perfekt wirkendes Wesen anerkennen und ihm freundlich begegnen?“

    Ja, kannst du. Beweise für meine Aussage? Keine, aber ich weiß es, dies reicht mir ❤

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