bumi bahagia / Glückliche Erde

Wie viele Zeiten gibt es in der Natur?

Ein Beitrag von Magnus Göller. Was ist mit der „linearen Zeit“? Passt zu Gegenwart/Vergangenheit/Zukunft.

Danke, Magnus!

thom ram, 20.11.0004NZ Neues Zeitalter (2016 für ausschliesslich linear Zeitdenkende)

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„Wie viele Zeiten gibt es in der Natur?“

Magnus Göller©

Hervorhebungen durch thom ram.

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Interessant die üblichen Antworten, wenn ich Schülern vor dem Erklären grammatischer Zeiten diese Frage stelle.
Die meisten sagen nach kurzem Nachdenken, es seien drei: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft.
Manche, wie es scheint eher Kinder, meinen, es gebe vier: Frühling, Sommer, Herbst und Winter.
Es steht also ein lineares Verständnis wider ein zirkuläres.
Letzteres ist, wofern man nicht postuliert, dass alle Vergangenheiten und Zukünfte jederzeit nebeneinander existierten, in Parallelwelten sozusagen, zweifellos vernünftiger.
Die Natur zeigt nämlich eigentlich nur eine Zeit: Das Jetzt, den Nu, die Gegenwart. Die Vergangenheiten sind nur vergangene Gegenwarten, die Zukünfte künftige Gegenwarten, beide also in der Natur nicht feststellbar, nicht „da“.
Diese Antwort nun, dass es in der Natur nur eine Zeit gebe, fällt äußerst selten.

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Und es ist eben auch die Frage zu stellen, inwieweit unsere vergangenen Gegenwarten über unser Gedächtnis und unsere Gefühle nicht doch unsere Natur ausmachen, jederzeit.
Und mögliche Zukünfte? Sind die nicht auch schon da, sobald wir an sie denken?

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Immerhin kennen viele menschliche Sprachen nicht nur mehrere Vergangenheitsformen, sondern gar noch ein Futur II, ein futurisches Perfekt, eine vollendete Zukunft (die, witzigerweise, nicht selten dafür verwendet wird, etwas Vergangenes als vermutlich geschehen auszudrücken: „Dann wird er es inzwischen wohl getan haben.“).
Nun ergibt schon die einfache Vergangenheit, das Präteritum, einen Sinn als vorzeitig zu einer Gegenwart. Ebenso das Perfekt. Und erst recht das Plusquamperfekt (als Vorvergangenheit!) sowie fallweise obendrein das Futur II. So gesehen haben wir gar vier Vergangenheitszeiten im Deutschen. Was für ein Aufwand!

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Nehmen wir nun aber Futur I und II irgendwie ernst, so ist auch die Gegenwartsform eine Vergangenheitsform, da ebenfalls vorzeitig.
Nicht vorzeitig wäre somit nur noch die einfache Zukunft, alle anderen grammatischen Zeiten, fünf von Sechsen, irgendwie vorzeitig, also Vergangenheitszeiten. Oder?

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Allerdings: Für jede einfache Zukunft gibt es ja unendlich noch weiter wegeseiende andere einfache Zukünfte.
So, dass selbst eine beliebige einfache Zukunft eine Vergangenheitszeit darstellte.
Wir denken gewissermaßen in lauter Vergangenheiten, reden wenigstens so?

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Es gäbe hiemit eigentlich nicht einmal die Gegenwart als nicht vergangen. Die wäre schon vom Namen her ein Schwindel.
Wieso meinen wir dann trotzdem, dass wir da seien?
Weil wir eben doch, in Frühling, Sommer, Herbst und Winter, meinetwegen auch in Reinkarnationen, eben nichtlinear, zirkulär wiederkehren? (Siehe Nietzsches Vorstellung der ewigen Wiederkunft des Gleichen)

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Im gewöhnlichen alltäglichen Denken bewährt sich die lineare Denkungsart, die in der Grammatik abgebildet, durchaus gut (hatte Brot geholt, habe es gerade aufgegessen, keins mehr da, werde neues Brot holen); es möchte aber sehr wohl sein, dass wir damit nicht selten übertreiben.
So ist denn doch auch jede Heilung eines Muskels oder einer Hautpartie gewissermaßen eine Art Wiederkunft, ein „Zurück in die Zukunft“.

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Ich denke, zumal aufgrund meiner Erfahrungen mit schweren Verletzungen, dass der Mensch gerade in solchen Fällen gut daran tun kann, seine Genesung, seine RE-Generation durch ein Denken zu unterstützen, das sich selbst so imaginiert wie früher, das die Vergangenheit in die Zukunft befördert.
Wenn man dazu auch das Beispiel der Homöopathie heranzieht, wo ja Heilwirkung, also die Wiederkunft der Gesundheit, ausschließlich über Information erzielt wird (ja, ich weiß, das wird bestritten, das ist mir jetzt aber grade egal), sollte die grundsätzliche These weiter erhellen.
Was machen wir, wenn wir an etwas Schönes denken, das wir erlebt haben? Auch an ein „in der Realität“ noch nicht erlebtes Schöne, an das wir nur denken können, weil wir ein Gedächtnis haben, welches uns dies ermöglicht?
Und im Traume?
Reisen wir da nicht durch die Zeit?
Liegt es ursächlich genau daran, dass der Mensch über kurz oder lang krepiert, wenn man ihm das Träumen verwehrt?
Könnte es genau dieses Zeitengleichgewicht sein, das für uns lebensnotwendig?
Immerhin macht es ja Träume ganz wesentlich aus, dass hier jederzeit Zeitschienen „verbogen“ werden.

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Alles kommt, wie es das grade soll.
Einen Kehricht schiert sich des Menschen Bewusstsein im Traum um jede lineare Zeitvorstellung.

Magnus Göller©

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105 Kommentare

  1. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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  2. Danke, Thomas.

    Bei den Schlagwörtern taucht allerdings ein „Markus Göller“ auf, mit dem ich weder verwandt noch verschwägert bin. Armer Google…

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  3. NORBERT FUCHS sagt:

    Ein sehr guter Artikel der mir aus dem Herzen spricht.

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  4. thom ram sagt:

    Willkommen hier, Norbert. Ich freue mich, dass dich Magnussens Gedanken inspirieren.

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  5. thom ram sagt:

    Markus äh magnus Göller, oh zu schnelle Finger, welch Schwäch‘ sich meiner bemächt“‘. Wie nur könnt ich dies mit bestetem Gefliess verbesseren zum Guten für alles lesend‘ Stuten.
    Werd halt klickern noch und überwinden Fauleheit, sodass die üble Soch wird enden dann in Geistes Freiheheit.
    Knurr.

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  6. Ya sagt:

    Eigentlich gibt es nur zwei Zeiten: Vergangenheit und Zukunft (mit ihren Unterzeiten). Die Gegenwart ist keine Zeit. Sie ist das Jetzt, das natürlich zeitlos ist, so wie die Natur. Und dazu noch eine passende Aussage von einem von mir geschätzten, gechannelten Wesen…

    Die Gegenwart ist nicht das Resultat der Vergangenheit.
    Die Gegenwart ist das Resultat der Gegenwart.

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  7. @ Ya

    Interessant. In der Tat kann ich mich nicht erinnern, wann einer meiner Probanden auf die Frage nach der Anzahl der Zeiten zwei sagte.

    Irgendwie tendiere ich, wenn ich nicht – logischerweise – sage, es gebe nur eine, eben das Jetzt (oder unendlich viele), auch zu der Zwei.

    Ich bin noch am Überlegen, wie ich das näher begründen soll.

    Leben und Tod?

    LG

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  8. Ludwig der Träumer sagt:

    Magnus Göller sagt: „…Ich denke, zumal aufgrund meiner Erfahrungen mit schweren Verletzungen, dass der Mensch gerade in solchen Fällen gut daran tun kann, seine Genesung, seine RE-Generation durch ein Denken zu unterstützen, das sich selbst so imaginiert wie früher, das die Vergangenheit in die Zukunft befördert…“

    Dem stimme ich zu, vorausgesetzt, daß die Vergangenheit als lebenswert erkannt wird.

    Dazu gehört vor allem das Annehmen, was war um sich weiterzuentwickeln – das Imperfekt nur insoweit für die eigene Entwicklung mitnehmen, wie es nützlich sein könnte – also Erfahrungen ohne Wertung. Dieses Imperfekt, die unvollendete Vergangenheit schleift der Menschsein Leben lang mit sich herum – mit schlechtem Gewissen und Schuldgefühle.

    Auf deutsch: Der Mensch hat nie gelernt, ausschließlich im Jetzt zu leben. Das würde den Konjunktiv 1 und den noch idiotischeren 2 aus der Sprache verbannen. Für Geschichten schreiben, wie „es war einmal, oder wird sein“ dürfen die gerne noch herhalten.

    Futur 1 eignet sich aber allemal für Visionen, die ins Jetzt umgesetzt werden können. Alles andere ist idiotisches Geschwafel und bremst die menschliche Entwicklung. Das jetzt lebt auch und vor allem vom nächsten Schritt. Und – der ist ein bißchen Futur 1.

    Futur 2 mögen wir den Hellsehern überlassen.

    Das Problem liegt darin, daß im Jetzt leben und das Beste daraus machen, nie geschult wird. Aus der eigenen Erkenntnis erleben es nur wenige. Die meisten sind Heulsusen, die nach Hilfe schreien, die sie nur zu gerne bekommen und sich dafür versklaven.

    Ein sehr guter Artikel lieber Magnus. Der gibt noch viel Futter für mein Geschreibsel – bloß wann? Hab gerade zu viele Baustellen und nix wird fertig.

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  9. luckyhans sagt:

    zu Ya um 00:54

    Eine Gegenwart gibt es für uns genau genommen nicht.
    Denn das, was wir als Gegenwart wahrnehmen, ist die jüngste Vergangenheit.

    Unsere Wahrnehmungs- und Verarbeitungs-Organe sind leider so aufgebaut, daß wir einige Sekundenbruchteile (etwa eine Zehntelsekunde) brauchen, um das, was tatsächlich rund um uns herum passiert, wirklich zu erkennen, wahrzunehmen, d.h. als wahr anzunehmen.
    Kann jeder anhand der Start-Reaktionszeiten von Hundertmeter-Läufern überprüfen.
    Somit ist die sogenannte Gegenwart nichts anderes als die jüngste Vergangenheit der Welt um uns herum.

    Was bleibt nun vom Im-„Hier und Jetzt“-Sein?

    Aber es kommt noch besser.
    Denn unsere duften Hirnforscher haben auch nachgewiesen, daß alle unsere eigenen Handlungen bereits eine halbe Sekunde vorher durch die entsprechenden Aktivierungen in den jeweiligen Hirnregionen quasi „vorweggenommen“ werden.
    Wenn wir uns gleichzeitig vergegenwärtigen (oh, das können wir ja gar nicht), also: wenn wir in Betracht ziehen, daß das Gehirn – neben seiner Prozessor- und Speicher-Funktion – vor allem eine Sende- und Empfangseinheit für feinstoffliche Schwingungen ist, dann wird die Gegenwart zum zweiten Male ad absurdum geführt, diesmal als nachfolgende Zukunft.

    Also gar nix mehr mit „Hier und Jetzt“… 😉

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  10. dann also doch Futur 1 oder Futur 2 ????

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  11. @ mariettalucia

    Ich liebe das Futur II.

    Es hat etwas transzendent Kindlich-Schönes.

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  12. @ Ludwig & luckyhans

    Zum „Imperfekt“ gibt es bei mir, rein begrifflich, noch Denkbaustellen.

    Das Kognitive, was Lucky vorlegt, ist bestechend.

    Danke jetzt schon für Eure weiterführenden Gedanken.

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  13. thom ram sagt:

    Lücki

    Ja, unsere menschlichen Funktionen benötigen allesamt Zeit, auch wenn es nur eine Millisekunde ist.
    These:
    Wer vollumfänglich in der Gegenwart lebt, der lebt auch das, was der Körper gerade vorbereitet für die nächste Gegenwart.
    Wobei ich mich verschwafelt habe. Es gibt keine nächste Gegenwart. Gegenwart ist abslout.
    Das Thema hatz inn süch.

    Jetzt muss ich doch wahrhaftig Futur ll nachschauen. Deutsche Grammatik hatte ich mal 100% intus, hatte ja auch Latein, da lernt man diese Zeitschienensachen aus dem eff eff. Aber: Jahrzehnte nicht bedacht – vergessen.

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  14. thom ram sagt:

    Ah ja, haps schon wieder.
    Ich liebe die Zeiten. Sie gehören zu meinem Sprachlichen Lieblingsspiel. Ich werde ein Haus gebaut haben. Ist doch einfach wunderbar. Ich stelle mir eine Zeit in der Zukunft vor, und zwischen jetzt und dieser vorgestellten Zeit hat etwas stattgefunden, der Hausbau nämlich.
    Ich werde sie verführt haben. Blöd, Genuss vorbei. Lieber ich werde sie verführen.
    Der Verkehr wird abgenommen haben.
    Ich liiebe es. Es lebe das Futur ll.

    Auch Perfekt und Plusquamperfekt, es ist einfach perfekt. Nachdem ich sie geküsst hatte, konnte sie kaum mehr stehen. Sag sowas mal in Indonesisch, da es keine Zeitformen gibt. Es braucht drei bis fünf Sätze, um diesen sagenhaft glücklichen Sachverhalt zu verpalavern.

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  15. Ya sagt:

    „Eine Gegenwart gibt es für uns genau genommen nicht.
    Denn das, was wir als Gegenwart wahrnehmen, ist die jüngste Vergangenheit.“ luckyhans

    Das mag für das „normale“ Wachbewusstsein gelten. Kein Wunder, da die meisten Menschen dämmern, und ich nehme mich da nicht aus. Träume sind eine gute Annäherung an das „Hier und Jetzt“. Wenn wir schlafen, sind wir oft präsenter als im sogenannten Wachzustand.

    Aber es ist auch möglich, wrklich wach im Jetzt zu sein. Es gibt schon immer verschiedene Techniken, um das zu erreichen, z.B. Meditation, die nichts Anderes ist, als die Verbindung zu sich selbst. Wenn man diese Verbindung herstellen kann, ist direkte Wahrnehmung ohne Zeitverlust möglich.

    Übrigens… Das Futur II ist für Visualisierungen und Imagination sehr geeignet. Tatsächlich ist es sinnvoll, einen beabsichtigten Zustand zu sehen, der schon geschehen ist. Dabei ist nur das WAS relevant. Das WIE sollte man dem Selbst überlassen. Das Aufgeben der Kontrolle, das WIE, wird eine weitere Herausforderung für die Menschheit sein..

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  16. Ya sagt:

    Mir ist aufgefallen, dass immer mehr Menschen „war … gewesen“ sagen. Was soll das wohl bedeuten…

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  17. thom ram sagt:

    Ya

    Genialer Hinweis von dir. Das Visualisieren ist haargenau Futur ll.
    Ha, danke!

    War gewesen…
    Auch Journalisten werfen die drei Vergangenheitsformen oft willkürlich durcheinander.
    Nachdem ich das Brot gegessen hatte, ging ich nach Hause.
    Die sind imstande zu sagen: Nachdem ich das Brot gegessen hatte, bin ich nach Hause gegangen. Und son Zeugs.

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  18. Ya sagt:

    Und hier noch eine geniale Übung nach Grigori Grabovoi , was Zeitlinien betrifft…

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  19. thom ram sagt:

    Ya

    Danke für deinen hochinteressanten Impuls, für den Hinweis auf die Arbeit mit der Zeitlinie nach Grabovoi.

    Er ist für mich dessentwegen besonders anregend, weil meine Zielsetzung bislang eine andere gewesen ist.
    Neu ist für mich die Vorstellung, belastende Vergangenheit abzugeben und sich eine beglückende Vergangenheit zu schaffen.

    Ich schaue mir das mit einer gehörigen Portion Misstrauen an. Es riecht nach „Löschen“. Ich kann jedoch nichts löschen. Was ich kann, Belastendes auf neue Art zu betrachten so, dass die Tat, der Vorgang, derselbe ist (war), dass er in mir jedoch keine bremsenden Emotionen hervorruft.

    Vielleicht werde ich dieses Thema als Artikel bringen. Meine Erfahrungen der Arbeit auf der Zeitlinie waren zum Teil heftig.
    Hm. Erst eine schöne Pause machen. Wenns mir einhängen sollte, wirds „mir“ zu schreiben beginnen.

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  20. vd sagt:

    Gegenwart meint, man ist gegen das Warten, bedeutet, man tut etwas jetzt. Dabei wird die Vergangenheit außer acht gelassen, und man denkt auch nicht darüber nach, welche Konsequenzen das Handeln auf die Zukunft bezogen nach sich ziehen könnte.
    Die Vergangenheit läßt uns nicht los, die Zukunft greift nach uns, und das ständig. Es ist daher immer der Moment, auf den es ankommt, der Augenblick, das Nu. Im Nu lebt man, wenn man die Vergangenheit Vergangenheit sein läßt und die Zukunft Zukunft. Dann erlebt man einen Augenblick der Stille, was uns mit Wohlbefinden erfüllt. Das gibt uns Kraft, die Kraft den Augenblick voll auszuschöpfen. Dann ist man ein Schöpfer, und dann passiert auch etwas. Das gibt einem dann nämlich das Gefühl, als schwebte man über den Dingen, als hätte man seinen Körper verlassen, wäre nur noch Geist. Und für den Geist ist kein Ding unmöglich. Das scheint mir immer der Augenblick zu sein, da Menschen eine Idee haben, woraus dann die besten Erfindungen wurden. Im Sinne von: Ich habe Feuer gemacht! Das Feuer bildet die Mitte, das Wasser das Drumherum. Das Feuer ist das Wort, drum herum ist der Ort, und inmitten von allem befindet sich der Mensch der Gegenwart.

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  21. „Ich werde die Zukunft, das Leben, das Miteinander achtsamer, wertschöpfender und liebevoller gemacht haben“ das hört sich viel kraftvoller an als „ich werde tun….“, denn es impliziert das, was die Veden Rishi, Devata und Chandras nennen.
    Das Bild (die Vison) die der Rishi (Seher) im Auge hat, derjenige der schaut und die Interaktion von Allem.
    Das macht für mich das Futur 2 aus.

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  22. Ya sagt:

    Zeitlinie nach Grabovoi thom

    Ja, man kann nichts löschen, aber neutralisieren, so dass vergangene Traumata nicht mehr behindern. Ich halte die Aussage „alle Ereignisse und Beteiligten gehen ihren eigenen Weg“ für sehr wichtig, denn allein schon das zu Akzeptieren und Zuzulassen wird neu Weg öffnen.

    Ich mag Grabovoi, weil er einen wissenschaftlichen Standpunkt einnimmt, ohne das ölige Geschwätz der Priester oder anderer Gurus. Außerdem sind einige seiner Aussagen denen von Bashar ähnlich, der immer wieder sagt: „It’s pure physics“, auch um die Leute vom „verehren“ abzubringen.

    Im Prinzip ist jeder Augenblick ein neue Zeitlinie, oder könnte es sein. Parallelwelten sind solche Zeitlinien. Da Menschen aber zu langsam sind, um wirklich neue Visionen im Moment zu haben, scheint es, als ob alles sehr langsam geschieht. In Wirklichkeit denkt man aber in jedem Augenblick … dieselben Gedanken.

    Falls Du einen Artikel schreibst, es gibt noch mehr kurze Videos von ihm, ebenso „Kammertöne“, Zahlenreihen zur Wiederherstellung introzellulärer Prozesse, usw.

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  23. thom ram sagt:

    Ya

    Ich hätte betonen sollen:
    Die Anleitung, von der wir sprechen

    sie enthält grossmehrheitlich Affirmationen = Gedankenbefehle, welche träf, richtig formuliert, stimmig, und damit im gewollten und mir segensreich scheinendem Sinne wirksam sind. Sehr gut! Ich treffe ansonsten häufiger Anleitungen, welche mit Wischiwaschi durchsetzt sind, welche nicht helfen, sondern die Verwirrung vergrössern. Nochmal: Nicht hier in dieser Vorlage! Ich empfehle sie im grossen Zug – bloss eben mit der leise vorgebrachten Warnung: Wie ist das mit dem „etwas loslösen“, „etwas für mich ungeschehen machen“.

    Das ist ein heiss Ding! Da spasse ich nicht. Die unseligen Folgen von Verdrängung sind uns bekannt. Wenn ich Geschehenes ausblende, so tue, als ob es für mich nicht existent wäre – und so verstehe ich die Anleitung – dann wirkt es auf mich durch die Hintertür. Verdrängung eben.

    Ich habe in meiner Pause weiter hineingespürt, und deutlicher noch sind meine Fragezeichen zu diesem Vorgehen.

    Um nichts in der Welt will ich die Arbeit aller beteiligten Initianten schmälern oder anprangern! Doch ist es selbstverständlich, dass ich weitergebe, was mir fragwürdig erscheint.

    Bei meiner Arbeit mit Vergangenheit war es so: Ich gehe in die damalige Situation hinein. Das kann verfl verd unlustig sein, ich schwöre. Ich gehe ganzheitlich nochmal durch. Gleichzeitig aber bin ich hier und jetzt, bin ich ganz und wohlauf, lebe ich frisch und froh.
    Das Resultat (oft braucht es mehrere Durchgänge): Das vergangene Geschehen bleibt vollwertig bestehen – und ich weine nicht mehr darüber, ich belaste mich damit nicht mehr, ich weiss, dass es so, wie es war, zum damaligen Zeitpunkt PERFEKT war.

    Das ist eigentlich schon der ganze Artikel, haha. Wär ich cleverer, würde ich es auf 300 Seiten Bestseller ausquetschen, LoL.

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  24. @ Ya

    Im unterfränkischen Dialekt (den ich sehr gut kenne, da ich über 25 Jahre in und rund um Würzburg gelebt habe, viel auf Dörfern) sagt man durchaus (auch, nicht immer, manche aber oft): „Gestern, do wor ich in Wärzburch gewesa…“ – und zwar, wenn gar keine Vorzeitigkeit zu einer anderen Vergangenheit vorliegt, also grammatisch falsch.
    Diese merkwürdige Sitte mag in der Mundart ganz putzig wirken (Silben werden sinnfrei verbraten), ist in der Hochsprache aber reichlich unerträglich; ich habe den Eindruck, sie verbreitet sich dort in den letzten Jahren zunehmend.
    Man macht sich wichtig, redet länger als nötig…
    Die meisten scheinen das aber gar nicht zu merken, es ist in aller Regel ein unbewusst eingesetztes Stilmittel.

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  25. Ya sagt:

    „Die meisten scheinen das aber gar nicht zu merken, es ist in aller Regel ein unbewusst eingesetztes Stilmittel. “ Magnus Göller

    Mir scheint, und jetzt sage ich etwas vollkommen politisch Unkorrektes, dass es aus dem Unterschichtsfernsehen kommt, oder dadurch verbreitet wird. Vielleicht ist es aber auch eine Folge von Multikulti, denn viele Eingereiste können einfach kein richtiges deutsch. Vor ein paar Jahren war eine näselnde Sprache in Mode, die auch sehr unangenehm war. Ich glaube, die kam direkt von der Kabale.

    Ich stimme Deiner Aussage über das Stilmittel zu. Wahrscheinlich gilt das alles als vornehm…

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  26. Ya sagt:

    „Wie ist das mit dem „etwas loslösen“, „etwas für mich ungeschehen machen“.“ thom

    Man kann – in alle Ewigkeit – nichts ungeschehen machen, so denke ich wenigstens. Aber man kann die Gefühle und Assoziatonen zu bestimmten Ereignissen und Personen neutralisieren, d.h. aufheben oder anders betrachten, wie Du ja auch schreibst. Also, ich sehe keine Gefahr…

    Die Veränderung der Vergangenheit ist eine alte spirituelle Technik. Man sollte sogar jeden Abend den Tag einer Revision unterziehen und alles Unerfreuliche umwandeln oder zumindest neutralisieren, dann hat man später nicht so viel angesammelt…

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  27. thom ram sagt:

    Ya

    Nach meiner Lesart widersprichst du dir.
    Man könne nichts ungeschehen machen. (Ich stimme dir zu)
    Man könne die Vergangenheit verändern. (Ist für mich Widerspruch. Ich denke, wer das behauptet, meint etwas Richtiges, drückt es aber schlampig aus)

    Ich kann meine Sicht auf die Vergangenheit verändern. Du sagst es selber: Es ist möglich, Gefühle (du meinst Emotionen) und Assoziationen zu der Vergangenheit zu neutralisieren, sie aufzuheben. Und das ist es, was ich für mich tue, und was ich empfehle.

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  28. Ya sagt:

    Doch, ich meine verändern, in dem man sich in eine andere Wahrscheinlichkeit begibt, also in eine Parallelwelt, in der manche Ereignisse anders sind und mehr dem jetzigen Gemütszustand entsprechen. Das, was geschehen ist, bleibt, aber ich muss nicht bleiben. Das ist auch nicht genau ausgedrückt, aber im Moment kann ich es nicht besser.

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  29. Hmmm Ya, ich sehe das ein wenig anders…..
    Wir bewegen uns in Parallelwelten oder Parallelzeitschienen und haben die Möglichkeit in jeder Zeit die Dinge zu gestalten, somit auch wieder die Möglichkeit die Dinge in der Vergangenheit zu regulieren und neu auf den Weg zu bringen, so dass sie im Jetzt oder der Zukunft neu erfahren und gelebt werden können.

    Im Film „zurück in die Zukunft“ war das gut erkennbar.

    In Regressionssitzungen geschieht genau das, wir gehen zurück und gestalten neu.
    Auch in Traumarbeit kann man dieses verändern, kann man wenn man geübt darin ist, negative Träume in positivere umwandeln, die dann wiederum anders auf unsere Physiologie und das Nervensystem einwirken.

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  30. Beeindruckend, wie das Futur II, als Zukunftsperfekt, die vollendete Zukunft hier in den Mittelpunkt einiger Erwägungen gerückt ist, die seltenste, wenn man so will zarteste aller grammatischen (und mentalen) Zeiten.

    „Diese Zukunft wird bald (bis da und da) geschehen sein!“

    Und in der Tat, nimmt man die Kraft der Imagination – die Macht der Vorstellung – irgendwie ernst, fügt zu den Bildern, Gerüchen usw. auch die gedachten Worte und Sätze, so ergibt sich anhand dieser logisch komplexesten aller grammatischen Zeiten gewissermaßen die Formulierungsanleitung („die“? – Vielleicht ist das noch nicht alles…).

    Anscheinend, also, ist das Einfachste eben doch nicht immer das Zielführendste.

    Hoch spannend.

    Derweil kann ich mich den von thom ram ausgesprochenen Warnungen bezüglich der Behandlung eigener Vergangenheiten nur anschließen.

    Und auch im Umgang mit der vollendeten Zukunft sollten Maß und Umsicht walten.

    Ich habe genug esoterische Spinner erlebt, die sich damit (meist nicht bewusst, dass sie mit dieser Zeitlinie arbeiteten) als einzige Wirklichkeit ihren eigenen Größenwahn, ihre Hybris verstärkten.

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  31. Um ein wenig zum Ausgangspunkt, der Frage nach den Zeiten in der Natur, zurückzukommen: Ich tendiere inzwischen dazu, dass es nur eine gibt, oder zwei, oder unendlich viele.

    Eine, wenn man nur den Nu, das Jetzt gelten lässt, zwei, wenn man dazu jede beliebige vorgestellte (nachgestellte) Zeit gelten lässt, als insgesamt zweites Phänomen, das in uns durchaus natürlich wirkt, oder eben unendlich viele, will man jeder möglichen Nachbetrachtung wie jeder denkbaren Vorausvorstellung ein phänomenal eigenes Gewicht geben.

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  32. Ya sagt:

    @mariettalucia

    Ich gehe davon aus, dass Alles Jetzt ist und die Zeit nur eine Art Abschreiten von Ereignissen ist und die Dauer dieses „Abschreitens“ der Wahrnehmung des Schreitenden entspricht, sozusagen. Im Bewusstsein gibt es keine Zeit und da alles simultan geschieht, ist es auch möglich, Ereignisse in der Vergangenheit zu ändern. Ich denke, dass man dazu neue Zeitlinien aufmacht, oder Parallelwelten, welche die gewünschten Veränderungen beinhalten, und ich gehe davon aus, dass man das Geschehene nicht rückgängig machen muss, nicht rückgängig machen kann. Es ist auch gar nicht erforderlich.

    @ Magnus Göller

    Für mich ist das „Nu“ keine Zeit. Es ist die Ewigkeit, gewissermaßen.

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  33. @ Ya

    Aus „Vom Gesicht und Räthsel“ (Also sprach Zarathustra):

    »Siehe diesen Thorweg! Zwerg! sprach ich weiter: der hat zwei Gesichter. Zwei Wege kommen hier zusammen: die gieng noch Niemand zu Ende.
    Diese lange Gasse zurück: die währt eine Ewigkeit. Und jene lange Gasse hinaus – das ist eine andre Ewigkeit.
    Sie widersprechen sich, diese Wege; sie stossen sich gerade vor den Kopf: – und hier, an diesem Thorwege, ist es, wo sie zusammen kommen. Der Name des Thorwegs steht oben geschrieben: »Augenblick«.
    Aber wer Einen von ihnen weiter gienge – und immer weiter und immer ferner: glaubst du, Zwerg, dass diese Wege sich ewig widersprechen?« –
    »Alles Gerade lügt, murmelte verächtlich der Zwerg. Alle Wahrheit ist krumm, die Zeit selber ist ein Kreis.«
    »Du Geist der Schwere! sprach ich zürnend, mache dir es nicht zu leicht! Oder ich lasse dich hocken, wo du hockst, Lahmfuss, – und ich trug dich hoch!
    Siehe, sprach ich weiter, diesen Augenblick! Von diesem Thorwege Augenblick läuft eine lange ewige Gasse rückwärts hinter uns liegt eine Ewigkeit.
    Muss nicht, was laufen kann von allen Dingen, schon einmal diese Gasse gelaufen sein? Muss nicht, was geschehn kann von allen Dingen, schon einmal geschehn, gethan, vorübergelaufen sein?
    Und wenn Alles schon dagewesen ist: was hältst du Zwerg von diesem Augenblick? Muss auch dieser Thorweg nicht schon – dagewesen sein?
    Und sind nicht solchermaassen fest alle Dinge verknotet, dass dieser Augenblick alle kommenden Dinge nach sich zieht? Also – – sich selber noch?
    Denn, was laufen kann von allen Dingen: auch in dieser langen Gasse hinaus – muss es einmal noch laufen! –
    Und diese langsame Spinne, die im Mondscheine kriecht, und dieser Mondschein selber, und ich und du im Thorwege, zusammen flüsternd, von ewigen Dingen flüsternd – müssen wir nicht Alle schon dagewesen sein?
    – und wiederkommen und in jener anderen Gasse laufen, hinaus, vor uns, in dieser langen schaurigen Gasse – müssen wir nicht ewig wiederkommen? –«

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  34. Ya sagt:

    Ich sehe, dass auch Nietzsche mit dem Augenblick rang. Ja, alles ist schon da. Aber möglicherweise gibt es keine „lange, schaurige Gasse“, wenn man eben im Augenblick verweilen kann…

    Ich wünschte, ich könnte endlich alles verstehen!

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  35. Vollidiot sagt:

    Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit…………….
    Unsere Zeit ist die Zeit der Viertel- oder Halbgötter.
    Aber, wir sind immerhin Herren unserer Zeit.
    Auch wenn diese Zeit eher ficktief ist.
    Aber auch christlich, wenn wir Zeit geben oder selbstbezogen Zeit nehmen.
    Denn Zeit nehmen ist blanke Illusion – was hat ein Zeitnehmer wirklich von der genommenen Zeit?
    Und der Zeitgeber hat dafür ein gutes Gefühl, weil Geben seliger denn Nehmen ist.
    Dann gibt es noch die Zeitklammerer, die meinen das Festhalten eines Steines verhindert das Ertrinken.
    Die klügeren unserer Gefährten sind die Zeitlasser.
    Diese sind auf dem Weg ihrer Zeit die ihr innewohnende Zeitlosigkeit, genannt „Gottes Zeit“, den gebührenden Platz zuzuweisen – auf dem Weg den Halb- oder Viertelgottstatus zu verändern.

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  36. thom ram sagt:

    Ya (Lücki)

    ***Das, was geschehen ist, bleibt, aber ich muss nicht bleiben.***

    Leuchtet mir ein. Ich gehe in der Vergangenheit auf eine andere Zeitschiene. Warum nicht. Lücki wird das zwar nicht gerne wollen, hihi.

    ***Ich muss nicht bleiben***
    Wen meinst du mit „ich“?

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  37. Ya sagt:

    ***Ich muss nicht bleiben***
    Wen meinst du mit „ich“? thom

    Ich selbst, physisch, mental, geistig
    Ich übe….

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  38. thom ram sagt:

    Ya

    Ich habe eine Frage gestellt, welche mir unmöglich beantwortbar scheint. Bei „ich“ strauchele ich immer. Es ist ein Kapitel, darüber ich ein Buch schreiben könnte – ohne etwas Gültiges zu sagen.

    Also rede ich von „Ego“, was gleichbedeutend ist mit irdisch lebenserhaltenden Programmen, welche ebenso nützlich wie auch nicht zweckdienlich sein können, und dem „Beobachter“. Der grosse Beobachter. Oh mein Gottchen, und was wer ist DER nun?

    LoL. Ich will wissen zwar, doch ist es mir als fast steinaltem Mann mittlerweile fast scheissschnurzegal zu „wissen“, dass ich nichts wissen kann, nichts weiss.

    Was ist denn das: „Wissen“?

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  39. da schlag ich doch gerade mein Kalenderblatt um von meinem Waldkalender, und was steht da…..

    „der Herbst ist der Frühling des Winters“

    Ich finde das passt gut in unseren Kommunikationsstrang der Zeiten

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  40. Ya sagt:

    Was ist denn das: „Wissen“? thomram

    Es ist doch schon Wissen, wenn man weiß, dass man nichts weiß. Da muss man erst einmal hinkommen. Abgesehen davon glaube ich nicht, dass Du nicht weißt, was Wissen ist.

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  41. @ thom ram & Ya

    „Wissen“ ist ein sogenanntes Präteritopräsens (aus dem Latienischen „videre“), bedeutet nichts anderes als „gesehen haben“.

    Ich weiß keineswegs, dass ich nichts gesehen habe.

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  42. @ mariettalucia

    Schöner Spruch!

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  43. „Ich bin, der ich bin!“

    Das soll Jesus Christus gesagt haben, und viele halten das für göttlich-genial, ich für banal.

    Wer sollte ich denn sonst sein?

    Von den Dus weiß ich in der Tat nicht so genau, wer sie sind, aber wenn ich sie gesehen habe, wenigstens was.

    Spannender schon wird es mit dem „Es“. Besonders als Scheinsubjekt wie in „Es scheint die Sonne.“ Scheint nun irgendein unbekanntes Es, oder scheint doch die Sonne?

    Lustiger noch: Wo wir auf Deutsch sagen „es gibt“ (wer gibt da?), da sagt der Angelsachse „there is“ oder „there are“, also „dort ist“ oder „dort sind“ (auch dann, wenn er nicht konkret auf ein Etwas oder mehrere Etwasse zeigt, also unbestimmt ist, wo es oder diese denn seien, außer da).

    Nitezsche lästert irgendwo darüber (ich habe vergessen wo), dass viele Philosophen in ihrem Glauben an die Grammatik gefangen seien…

    Es ist hier jetzt bald sechs Uhr…

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  44. Nietzsche natürlich, da waren die Buchstaben nicht da, wo man weiß, ich zumindest weiß, dass sie hingehören…

    (Kein Trick: Ich habe mich gerade tatsächlich vertippt, es war ein echter Fehler, peinlich, es war nur der Text nicht richtig durchgelesen, es war mir nicht entfallen…)

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  45. Deutsch ist eine Sprache die sehr sehr differenziert und genau ist, andere Sprachen sind da weitaus oberflächlicher in ihrer Aussage…..deshalb weiss man manchmal auch nicht genau was der Engländer versteht wenn wir etwas ganz korrekt grammatikalisch ausdrücken, der es aber umgangssprachlich nie so ausdrücken würde…..

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  46. vd sagt:

    @ Magnus um 00:51

    Die Worte „Ich bin, der ich bin!“ wurden nicht von Jesus Christus gesprochen, sondern siehe hier:

    2.Mose 3:14 Gott sprach zu Mose: «Ich bin, der ich bin!» Und er sprach: Also sollst du zu den Kindern Israel sagen: «Ich bin», der hat mich zu euch gesandt.

    Der J.C. sagte aber folgendes:

    Johannes 8:58 Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ehe Abraham ward, bin ich!
    59Da hoben sie Steine auf, um sie auf ihn zu werfen. …

    Der „Bin ich“ ist also eine Art Spiegelbild vom „Ich bin“.

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  47. @ vd

    Tut mir leid, mir wurde der Spruch von einem kolportiert, der sehr bibelfest ist, keineswegs dumm, ein prima Mensch mit feinem wie derbem Humor, Jesus zugeschrieben, da war ich dann wohl zu vertrauensselig.

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  48. vd sagt:

    Als Mose zu den Kindern Israel zurückkam, da fragten diese ihn tatsächlich. „Du Mose, wer hat dich zu uns gesandt?“. Da sagte Mose: „Der ich bin, der hat mich zu euch gesandt“. Das Volk spricht: „Das ist gut, wir hatten schon Angst, du bist es nicht“. Mose sagte dann: „Keine Sorge, ich bin, der ich bin“.

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  49. @ mariettalucia

    Das Englische ist in der Tat in mancher Hinsicht ziemlich defizient.

    Das darf man aber nicht sagen, weshalb ich es auch nicht sage.

    ———————

    Ein wenig weichen wir ab (genauer betrachtet vielleicht gar nicht, „wissen“, „ich“ und „es“ einbeziehend, selbst Gottesvorstellungen), jedoch ist das bei diesem Thema kein Wunder, und bin ich ja auch zu einem erheblichen Teile selbst „schuld“ daran.

    Wir kommen bei einer so schwierigen Sache wie der Frage nach der Zeit bzw. den Zeiten kaum daran vorbei, unser Denken auch über die Fallstricke unserer Sprache zu prüfen, was ich im Artikel ja zu zeigen versuchte.

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  50. vd sagt:

    @ Magnus

    „Es ist hier jetzt bald sechs Uhr…“

    Um neun Uhr werden wir es wissen.

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  51. @ vd

    Um neun Uhr werden wir es schon gewusst haben…

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  52. Morgen früh um 7.00h werde ich einen entspannten Nachtdienst gehabt haben…. 🙂

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  53. Ludwig der Träumer sagt:

    Gemäß dem deutschen Grammatik (Personalpronomen) sprechen Kleinkinder in der 3. Person, solange sie noch nicht egobesetzt durch KiTa und Schule versaut sind. So auch Ludwig, wie seine Erziehungsberechtigten ihm irgendwann mal mitteilten. Damit konnten die nix anfangen.

    Daß da mehr dahinter stecken könnte als eine Sprachstörung, haben die nie erkannt. Der sog. „Dritte-Person-Reflex“, der früher bei größeren Kindern nur als seltsam betrachtet wurde, ist heute bereits bei Kleinkindern psychisch behandlungsbedürftig. Das gibt zu denken.

    Das Ego, das vom ICH spricht ist nur ein abgetrenntes Teil der Seele. Darin liegt m. E. ein Grund für die EGOistische Verhaltensweise des Menschen.

    Wäre sich der Mensch dessen bewußt, so würde er sich als das geben, was er in Wirklichkeit ist. Sich als abgespaltener Teil seines Selbst erkennen und daran arbeiten, sich wieder als Ganzes zu finden. Er hätte keine Zeit mehr im Außen Krieg zu führen – auch gegen sich selbst.

    Er könnte nie mehr einen Satz mit ICH beginnen. Das wahre ICH, das ganze SELBST ist in einer anderen, uns auf der Erde vermutlich nicht zugänglichen Ebene selbstverständlich. Dort können wir vom ICH sprechen – dem Souverän, das sich durch nichts in seiner Schöpferkraft beeinflussen läßt.

    Dann und erst dann gibt es Frieden auf der Erde.

    Wäre es nicht wunderbar, wenn der Mensch (die Seele) auf Erden endlich erkennt, daß er nur als kleinster Teil seines SELBST das erkennt?

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  54. vd sagt:

    @ Magnus

    Kurz nach neun Uhr werden es dann alle wissen, was vor neun Uhr sogar wir noch nicht wußten.

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  55. @LdT

    Ja das ist ein schönes Beispiel.
    Manchmal rede ich auch von mir als Maritelchen, Mariettalucialein oder Ähnlichem.
    Ein guter Freund von mir redet manchmal vom „Urmeli“ also benennt den Teil seines Selbst damit.
    Zum Beispiel sagt er „Urmeli ist müde“
    Damit begibt man sich in eine kindliche Form der Sicht, die eine Unschuldige ist.

    Soweit ich in Erinnerung habe, als Bibelabtrünnige 😉 , hat J.C. gesagt :
    „wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen“

    Ich vermute mal, dass er diese kindliche Unschuldigkeit meinte, die es uns ermöglicht den Himmel auf Erden zu bekommen, ein Paradies welches ohne kriegerische Elemente ist.

    Danke Ludwig für den Nachdenkimpuls.

    dat Mariettalein 🙂

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  56. vd sagt:

    @ Ludwig der Träumer

    „Schöpferkraft“

    Die Welt sei von einem Schöpfer erschaffen worden, heißt es. Da war also zuerst nach dieser Sichtweise nur der Schöpfer und außer ihm war nichts. Nichts ist aber nur dann wirklich nichts, wenn es außer ihm nichts anders gibt. Wie paßt da ein Schöpfer ins Bild?
    War zuerst wirklich dieser Schöpfer da, dann gab es das Nichts nie. Der Schöpfer aber muß in dem Fall aus dem Leeren geschöpft haben. Geht das?
    Ein Künstler schöpft auch etwas, wenn er zu Werke geht. Aber ohne Material wird das nichts mit dem Schöpfen. Gewiß kann der Künstler sich etwas ausdenken, ihm schwebt dann sein Werk vor seinem inneren Auge herum. Aber nur er kann es dann sehen, niemand sonst. Das macht den Künstler zu einem Wissenden, damit macht er alle anderen zu Unwissenden. Zu den anderen kann er sagen: Ich bin der Schöpfer eines großartigen Werkes.
    Manche von den anderen werden ihm Glauben schenken, meinen irgendwie auch etwas von dem erkennen zu können, was vom Künstler angeblich in Gedanken erschaffen wurde. Andere werden aber sagen: Der spinnt doch! Denn sie sehen nichts, also wissen sie auch nichts. Denen ruft dann der Künstler zu: Das habt ihr aber gut erkannt, genau das habe ich per Gedankenkraft erschaffen. Also wußten dann jene, was der Künstler erschaffen hat, indem sie es nicht sahen, darüber aber genau Bescheid wußten. Aber alle jene, die meinten etwas von dem zu erkennen, was angeblich vom Künstler erschaffen worden war und fest daran glaubten, die belogen sich letztendlich selbst.

    Einen Schöpfer an den Anfang zu setzen bedeutet, daß es einen Anfang gegeben hätte, nichts weiter. Wenn es diesen Anfang aber nie gegeben hat, was dann? „Bevor Abraham ward, bin ich“, sagt Jesus. Damit setzt sich Jesus quasi an den Anfang, so als sei er der Schöpfer. Ist der Anfang aber erst morgen, dann bin ich bevor Jesu ward. Was bedeutet, Jesus sah in sich den Anfang, vor ihm war nichts. Und da ein Anfang auch ein Ende bedarf, sah er in sich auch das. Und da er sich als beides, Anfang und Ende verstand, hob er damit die Zeit auf, was auf gedanklicher Ebene nur ein Schöpfer vermag, und machte sich selbst zu nichts. So schaffte er es, sich als Schöpfer mit dem Nichts zu verschmelzen, das er selbst erschaffen hatte. Der Schöpfer und das Nichts sind eins.
    „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.“ (Joh. 1:1)
    Im Anfang war das Nichts, und das Nichts war bei Gott, und das Nichts war Gott (wobei das Wort Gott auch durch das Wort Schöpfer ausgetauscht werden kann).
    Der Fehler liegt bei Wort Anfang, denn das Nichts hat weder einen Anfang, noch ein Ende.
    Viele sind’s, die Glauben, wenige sind’s, die wissen.

    Um Punkt elf Uhr wird sich der Mensch selbst erschossen haben, welcher dann der einzigste gewesen ist, der nichts von dem wußte, was kurz nach neun Uhr alle wissen werden. (Es ist jetzt ca. 8.06 Uhr – für Kleinlichkeitskrämer 20:06 Uhr).

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  57. @ Ludwig & mariettalucia

    Mir kommt zu Eurem wiederum Nietzsche in den Sinn: vom Kamel zum Löwen zum Kinde. (Von den drei Verwandlungen)

    Zum Reden in der dritten Person von sich selber, auch in der zweiten, habe ich aber durchaus Einwände.

    Ich sehe eher zu wenig Ich heute, bei allzuvielen.

    Ich werde das später noch erläutern.

    Jetzt isst er. Man. Ich? Du?

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  58. Ya sagt:

    „Der Fehler liegt bei Wort Anfang, denn das Nichts hat weder einen Anfang, noch ein Ende.“ vd

    Ja, es gibt keinen Anfang und kein Ende. Aber das Nichts gibt es nicht…

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  59. Ya sagt:

    „Wäre es nicht wunderbar, wenn der Mensch (die Seele) auf Erden endlich erkennt, daß er nur als kleinster Teil seines SELBST das erkennt?“Ludwig der Träumer

    Unbedingt. Wenn es überhaupt etwas zu tun gibt auf dieser Erde, dann ist es zu dem zu werden, was man ist. Dabei halte ich es für kontraproduktiv, sich immer als „kleinster Teil“ (Staubkorn im Angesicht Gottes) zu betrachten. Tatsächlich ist man schon das Selbst. Man muss es sich nur noch bewusst machen.

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  60. „Wie man wird, was man ist“ (Ecce Homo, Friedrich N.)

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  61. Ya sagt:

    „Ihr hattet euch noch nicht gesucht: da fandet ihr mich. So thun alle
    Gläubigen; darum ist es so wenig mit allem Glauben.

    Nun heisse ich euch, mich verlieren und euch finden; und erst, wenn ihr mich Alle verleugnet habt, will ich euch wiederkehren… “

    Friedrich Nietzsche

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  62. thom ram sagt:

    vd

    *Kurz nach neun Uhr werden es dann alle wissen, was vor neun Uhr sogar wir noch nicht wußten.*

    Ich würde so formen:
    Kurz nach neun Uhr werden dann alle wissen, was vor neun Uhr sogar wir noch nicht gewusst haben werden.“

    Ich lihiebe die Zeiten in Deutsch.

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  63. thom ram sagt:

    In Indonesien sprechen alle Menschen von sich in der dritten Person.
    Also nicht: Ich sehe ein Flugzeug.
    Sondern: Komang (Drittgeborener) sieht ein Flugzeug. Ibu (Frau, welche schon Kind hat) sieht ein Flugzeug.
    Komang denkt, dass Ibu schon zwei Kinder hat. Nicht: Ich denke, dass du schon zwei Kinder hast.

    Sodann sprechen sich die Menschen nicht mit ihren Namen an, sondern stets mit ihrer familiären Stellung.
    Also nicht: „Suryani, bitte komm mal her.“ Sondern: „Ibu, bitte komm mal her.“

    Es hat, wie oben schon gesagt worden ist, wohl sehr viel mit der Eigenwahrnehmung zu tun.

    Dazu:
    Meine Persönlichkeit prägt mein Schriftbild.
    Beeinflusse ich mein Schriftbild, präge ich damit meine Persönlichkeit (ein bisschen auf jeden Fall, meine ich).

    Analog die Art, von Menschen und von sich selber zu sprechen. Man macht es hier eben so, man spricht in der dritten Person von sich. Kinder übernehmen das und übernehmen durch die Sprache automatisch eine andere Sicht auf sich als sie es täten, würden hätten sie die „ich – Form“ zum Vorbild.

    Früher schaute ich ein bisschen auf diese Gepflogenheit herunter. Heute nicht mehr. Vielleicht ist sie dienlich, sich selber genauer zu betrachten.

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  64. thom ram sagt:

    Ya

    Ich fragte dich, was „wissen“ sei, weil mich die Antwort darauf von Menschen, die mich in positivem Sinne beeindrucken, immer interessiert.

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  65. @ thomram

    Ich und er und sie und die ist besser.

    Das sollte von selbst erhellen.

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  66. @ thom ram

    Ich untertrieb. Fahrlässig.

    Ich und er und sie und die sind nicht nur besser.

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  67. Ich und er und sie sind frei von gesetzten Zeiten.

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  68. thom ram sagt:

    Magnus

    „Ich“ verwenden sie (Indonesier) sehr selten.
    „Du“ ebenso selten.
    „sie“ und „er“ werden verwendet, fifty fifty mit sozialer Stellung.
    Also 50% „Dia sudah datang.“ Er ist bereits gekommen
    50% „Komang sudah datang.“ Komang ist bereits gekommen.

    Es gibt Stoff zum Nachdenken.

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  69. Ya sagt:

    Mir scheint, dass Gesellschaften, in der Menschen von sich in der dritten Person reden oder sich mit dem familiären Status anreden, eher kollektiv orientiert sind. Das ist nicht die von mir angestrebte Einheit, die nur über die Entfaltung de Individuums möglich ist und die setzt eine ziemlich radikale Selbsterkenntnis voraus. Natürlich ist auch die Überbetonung des Egos (und des Intellekts) in westlichen Gesellschaften zu überwinden. Egal, wie man es dreht und wendet, Selbsterkenntnis ist notwendig und mir scheint es als „Ich“ etwas leichter. Ansonsten ist es so, wie Goethe schrieb, und das gilt für Ost und West:

    „Die Menge schwankt im ungewissen Geist,. Dann strömt sie nach, wohin der Strom sie reißt.“

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  70. Ya sagt:

    „Wissen“ thom

    Sich mit sich Selbst zu verbünden, setzt ziemlich umfassendes Wissen frei. Nicht dass das Selbst allwissend wäre, aber im Vergleich zu dem, was dem Menschen bisher zugänglich ist, ist es sehr wissend. Und aus dieser Quelle kann man schöpfen, wenn man den Zugang öffnet und die Mechanismen des Bewusstseins bewusst anwendet. Das, was heute als Magie, als Wunder gilt, ist die Logik des Selbst. Das ist da Wissen, das ich meine, natürlich mit offenem Ende…

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  71. Vollidiot sagt:

    Wenn der Mensch sein Ich ausbilden soll, Ich Bin – als das zu erwerbende Göttliche,
    dann muß er auch das Wort Ich kennen.
    Das deutet, ganz wertfrei unrassistisch und ohne Überheblichkeit darauf hin, daß es unterschiedliche Entwicklungsstände in der Menschheit gibt.
    Man darf das aber auch als rassistisch bezeichnen und Moses Äußerung vom Ich bin der Ich bin als banal.
    Eigentlich ist an der heutigen Kultur und am heutigen Menschen vieles banal.
    Auf alle Fälle ist so vieles einfacher, banal eben.
    Gemmer Bananen essen und lauset uns die Haarteile.

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  72. thom ram sagt:

    Ya und Volli

    Yepp.
    Mir fällt grad so zu:

    Sich selber grundsätzlich in der dritten Person zu bezeichnen und damit auch zu betrachten, beinhaltet wenig Motivation, diesen „ihn“ und diese „sie“ genauer unter die Lupe zu nehmen und wirklich kennenzulernen.

    Sich selber als „ich“ zu bezeichnen und zu erleben, beinhaltet die Extreme:

    Ich bin, wie ich bin, und fertig ist die Wurst. Nix Selbstbetrachtung.
    Oder eben das: Ich bin das Rätselhafteste. Noch und noch schaue ich mich an und will mich erkennen.

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  73. Wenn wir nun schon bei den Personalpronomina sind: In der kollektivistischen DDR entwickelte sich die deutsche Sprache, wenn einer eigentlich von sich sprach, immer mehr ins „man“. So hatte man nicht – verdächtigerweise – „ich“ gesagt.

    Dann auch das „Du“, verwendet, wo jemand eigentlich ebenfalls nur von sich spricht, aber lieber nicht „ich“ sagt.

    Das ist für mich ankonditionierte Feigheit in der Rede. Ein Mensch, der nicht wagt, „ich“ zu sagen, ist meines Erachtens mental kastriert. Es ist mir da grundsätzlich egal, ob das an einem entichenden Sozialismus liegt oder an sonst einer Religion.

    Auch dass jeder schon von vornherein nicht als „er“ oder „sie“ benannt wird, sondern als „der Genosse“ oder „die Genossin“, entsprechend, wie thom ram anführt, im Indonesischen gemäß seines familiären Ranges (ja, das ist nicht dasselbe, aber ähnlich), in der dritten Person, entkleidet den Menschen seines erstmal neutralen, nicht im vorhinein festgelegten, nicht von der Zeit schon beurteilten Wertes.

    Als Deutscher ist das für mich unerträglich. Für einen Germanen ist das wenigstens dekadent, wenn nicht abartig.

    Was für ein Gewicht, was für eine Stimme hat einer denn, wenn sein Rang (seine kollektivistische Bezeichnung) zuvörderst kommt, in jeder Anrede, in jedem Bezug auf die Person?

    Da nimmt es mich nicht wunder, dass das ständig sinnlos-frech eingestreute „you know“ im Englischen bei unseren Jugendlichen inzwischen durch das Sprechfüllsel „keine Ahnung“ gespiegelt wird.

    Es geht mir schon lange mächtig auf den Sack, wenn ein Gesprächsteilnehmer, zumal im Dialog, dauerndzu „du“ sagt, wo er nur von sich spricht. Wenn das zu lange geht, sage ich auch einmal, dass ich nicht der Du bin.

    Und insofern widerspreche ich auch Ludwig, nicht darin, dass man einem Kinde eine Störung attestieren müsse, wenn es von sich in der dritten Person spricht, aber sehr wohl dahingehend, dass das für eine entwickelte Persönlichkeit nur noch eine Peinlichkeit, auch für den Gegenüber.

    Ich sage „der Magnus“ von mir auch manchmal: doch wann?

    Mir sind, gestern Abend, dazu zwei wesentliche Gelegenheiten eingefallen.

    Einmal die, dass ich in die Außenbetrachtung gehe, im Sinne einer Abwehrhaltung: „Das lässt der Magnus nicht mit sich machen.“

    Sodann ab und zu, wenn ich einen Witz machen will, eine lustige Geschichte erzählen, wo diese Redeform eine gewisse Würze bringt.

    Ein Mensch ohne Ich ist Masse, eine Ameise.

    Ganz im Sinne der sogenannten NWO.

    Das meine ich vollauf ernst.

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  74. luckyhans sagt:

    zu Großer Göller um 20:02
    Was weißt du von der DDR und ihrer Sprache?
    Von wann bis wann hast du dort gelebt?

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  75. Das „Ich“ verpflichtet, im durchaus setzenden, hiemit positiven Sinne: Man macht sich verantwortlich. Sich selbst. Nicht nur als Teil eines irgendwie gearteten Haufens oder Breis, dessen Teil man nur im Sinne seiner mitgebrachten Masse ist.

    Man erreicht so, da sind wir wieder beim Ausgangsthema, eine Art bequeme Zeitlosigkeit.

    Man hat den Schutz des Haufens, des Breis.

    Hier ist „man“ angesagt, denn das gilt generell.

    „Mir senn ned die andere!“ (Wir sind nicht die anderen!) – Das ist mir, von meinen Eltern her, als wichtigster Punkt meiner Erziehung haften geblieben, denn die sagten das, wann immer ich irgendeine Faulheit (oder Halbkrankheit) mit dem Verweis auf die anderen zu rechtfertigen suchte.

    Wer war ich denn, schwerst verletzt, als Kind, denn ich? Hä?

    In der Masse sinkt die Intelligenz des Einzelnen regelhaft um Ligen. Das sieht man nicht nur im Fußballstadion. „One“ (wo alle gemeint sind), „you“ (wo alle gemeint sind), „they“ (wo ebenfalls alle gemeint sind).

    Man könnte das jetzt für Sophisterei halten, als Sprachpfitzelei abtun. Tun viele. Ich nicht.

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  76. @ luckyhans

    Ich habe nie in der DDR gelebt. Mir ist aber signifikant aufgefallen, schon vor der „Wende“, wie die Leute redeten, erst recht danach, als ich öfter mit „Ossis“ zu tun hatte.

    Das wird besser geworden sein.

    Zum Wessidreck: Ich habe meine akademische Karriere unter anderem deshalb abgebrochen, weil ich in keiner wissenschaftlichen Arbeit „ich“ schreiben durfte. Nur die – doch sonst so vorbildlichen – Angelsachsen durften das, jederzeit: was ich so gar nicht einsah.

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  77. Wir sind also, über die Frage nach dem Zeitverständnis, zur Frage nach dem Selbstverständnis gekommen.

    Das passt.

    Darüber will wenigstens ich wieder zum Ausgang zurückfinden. Was für ein direkter Umweg!

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  78. So, bevor ich eine Sprechpause mache: Ich traue grundsätzlich keinem, bei dem mir sein ständiges „Du“ und „Man“ auffällt, wo der nur oder wesentlich von sich spricht.

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  79. Vollidiot sagt:

    Luther hat in Worms gesagt: Hier steh ich und kann nicht anders.
    Sportler heute sagen: Man hat gesehen……………….
    Und dann gibt es noch in der deutschen Sprache das individuumbetonende „Sie“, dazu das breiige, kumplige „Du“.
    Welches einen Wert hat!!
    Folgen wir also dem Martin in diesem Gebaren.

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  80. Sprechpausenpause.

    Ich wünschte mir (ich wünsche es, falsch gesagt), der Physiker, mit dem ich gestern Abend über diesen Strang sprach, griffe hier mit seinen Vorstellungen ein. Zudem der Elektroingenieur, mit dem ich auf meiner Seite schon lange einen öffentlichen Briefwechsel führe, den ich hierauf hinwies, der mindestens Teile gelesen hat, bei mir auch darauf einging.

    Sie werden es wohl beide nicht tun. Nicht, soweit ich es einschätzen kann, weil sie mich nicht wertschätzten, meine Gedanken. Wahrscheinlich, weil sie sich, wenn nicht gelangweilt, deplaziert fühlten hier.

    Ich bringe das an, weil ich es als meine Aufgabe ansehe, solch harte Denker mit „weicheren“ zusammenzuführen.

    DIESE Leute werden, viel wahrscheinlicher als ich, technisch zeigen können, was über das bislang Bekannte hinaus geht.

    Ich versuche ihnen in den Arsch zu treten, so gut ich kann.

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  81. thom ram sagt:

    Magnus

    Als 20 jähriger schrieb ich im Lokalblättchen meinen Senf zu Musikanlässen, ich machte auch Filmbesprechungen.

    Ausserhalb unseres Themas: Ich fühlte mich unbeholfen wie nur etwas, staunte aber, wie Uebung mir zu einer gewissen Selbstverständlichkeit verhalf, ein Thema sprachlich anzugehen. Heisst: Es war Schulung von strukturiertem Denken.

    Wieder innerhalb des Themas: Ich wand und wendete und wundete mich eben gerade darum: Es war obsolet, darzutun, dass man einzig und alleine seine persönliche Meinung wiedergab. Heisst, das „ich“ anzuwenden, das ging gar nicht.
    Ich wusste, dass ich meine Meinung sagte, und war doch, nach ungeschriebenem Gesetz, verpflichtet, von „man“ zu schreiben. „Ich fand das Trompetensolo im dritten Satz zauberhaft, war entrückt.“ Nö. Nix da. „Man war beeindruckt vom Trompetensolo im dritten Satz. Männiglich ging in Entrückung.“ Welche Unverschämtheit, son Schmarrn zu schreiben. Und anders war es nicht zu machen, wäre vom Herausgebenden korrigiert worden.

    Ueberreste von dieser streng anerzogenen Lügerei treffe ich bei mir gelegentlich immer noch. Auch heute kommt es vor, dass ich einen Text von mir korrigieren muss, da ich statt des einfachen, ehrlichen „ichs“ einen sinntrübenden, floskeligen, zudem mich versteckenden „man – Wall“ gebaut habe.

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  82. @ Volli

    Ja, da stehe ich mit Luthers Wort.

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  83. @ thom ram

    Genau das von Dir Beschriebene geschieht. Verhängnisvoll. Hirnwäsche. Schwindel. Unfug.

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  84. Es fehlt noch die Unmöglichkeitsform (Irrealis).

    Wäre ich gestern nicht so nachlässig gewesen, meinen Text nicht selber richtig nachzulesen, hätte ich nicht Nietzsche falsch geschrieben, daher keine Gelegenheit gehabt, einen flachen Witz zu machen, was mich dann vielleicht weniger weitergeführt hätte…

    Diese Zeitbetrachtung haben wir noch nicht mit hereingenommen.

    Wie alle Bedingungssätze.

    Liebte sie mich, so vö…te sie wohl mit mir.

    Wenn ich das schaffe, dann wohl noch auch das andere.

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  85. thom ram sagt:

    Magnus 21:16

    …rührt mich, da dein Herzbestreben durchschimmert. Ich meine deinen Willen, bestimmte Aspektierungen zusammenzuführen. Huch, hab ich aber jut jesagt, haha.

    „Ich wünschte mir“

    Direkt, kognitiv geprägt, ist „ich wünsche mir“ korrekt.

    „Ich wünschte mir“ ist für mich eine Scheissformulierung dann, wenn ich dabei nicht klar bedenke, was die unausgesprochene Bedingung für meinen Wunsch ist.

    Wenn ich aber weiss, was ich, es nicht aussprechend, hinter dem Konjunktiv verberge, dann ist es ein toll schön feines Geschenkpapier, sone Art Adventskalender. Was steckt hinter dem verschlossenen Türchen.

    Ich wünschte mir, dass FC Basel gewinnt. (Weil der Cousin meines Nachbarn den Rasen des Spielfeldes mäht) (Weil meine Geliebte gerne mit dem Goali des Gegners FC Luzern vögelt) (Weil der Bruder meines Neffens, dessen Tante Cousine eines massgebenden Zahlenzählers in der BIZ mit Hock in Basel ist, eben dort, also bitteschön in der BIZ, als Türsteher arbeitet)

    Fazit:
    „Ich wünschte mir“ führt zu Türvorstehern. Was nicht verwechselt werden sollte mit Vorsteherdrüsen und anderen Düsen.

    Jaja, ich hör‘ ja schon auf.

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  86. @ thom ram

    Jetzt – gerade eben – hast Du mich herzhaft zum Lachen gebracht.

    Und damit setzt es auch ein „fettes“ Lob: Du hast Format.

    Die – eigene – Wahrheit darf man gelegentlich – höchst vielleicht – auch mal sagen.

    Selbst dann, manchmal, wenn das dem anderen sozusagen gewissermaßen also peinlich wie einem selber.

    Man soll ja nicht so unmittelbar ehrlich loben…

    (Verzeih: Ich höre gerade Bach. Damit bin ich außerzeitlich. Kommt vor.)

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  87. thom ram sagt:

    MG 21:52

    Aha. Entlarvung. Doch Nurnealtesau.
    Müsste man als Abkrützung ausführen, äh einführen. NNAS. Klingt griffig wie NASA oder NSDAP. NNAS scheinen aber weltweit verbreitet. Oder „Nur alles alte Säue“? NAAS? Auch gut.

    Ich hassliebe ab Kür Zungen. Hasse sie, weil ich sie nie zu deuten weiss, liebe sie, weil sie dadurch für mich frei inderbredier Bar.
    Sind.

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  88. @ thom ram

    Mein bester Freund bezeichnet mich regelmäßig als ein Schwäbisches Wildschwein.

    Das hat Deine Seite ertrüffelt.

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  89. Es wird so viel von „Transdimensionalität“ geredet.

    Also, schlicht, ich habe es gerne knapper, von neuen Maßen.

    Ein gut Stück weit erfahre ich das hier.

    Begeistert.

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  90. Renate Schönig sagt:

    Magnus: „„Mir senn ned die andere!“ (Wir sind nicht die anderen!) – Das ist mir, von meinen Eltern her, als wichtigster Punkt meiner Erziehung haften geblieben..“

    ————————————-

    Bei MIR blieb der -mich seit meiner Jugend verfolgende- Satz: „Was werde die Leut´ sage…“ >
    jahrzehntelang wie ne „zähe Masse an mir kleben“ und (ver)formte mich bis hin zum „VERBIEGEN“ …

    Hat e Schdückle Arbeit koscht´, DEN widder LOSzukriege … 😉

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  91. thom ram sagt:

    MG

    Issdochschön, können wir uns zum lachen bringen.

    Benennt er, schnüffelnd, Trüffel,
    fallen ein mir leider Büffel,
    welche donnernd tosend rennen
    ohne doch ihr Ziel zu kennen.

    G’rad heut‘ abend will mir scheinen,
    wenig Sinn in mir will keimen,
    in meines eignen Geistes Tun,
    und deshalb sollt ich wohl nun ruh’n.

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  92. thom ram sagt:

    MG

    ***Es wird so viel von „Transdimensionalität“ geredet.
    Also, schlicht, ich habe es gerne knapper, von neuen Maßen.
    Ein gut Stück weit erfahre ich das hier.***

    Man dut wad man khan.
    Ups.
    Ick duh wad ick kaan.

    Und viele gute Geister auch, hier.

    und nicht nur hier.

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  93. And Renade on der Thomas

    Mir schittelet
    Ond rittelet

    Ond Freid
    Isch et bloß
    D’rweil der Kerle groß
    ‚S Mädle a weng gloiner
    Bi bloß em oiner

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  94. hab mich grad erst wieder eingeklinkt….huihhhhhh, so viel an Diskussione, und so spannend….

    Möchte zu Magnussens Einwand weiter oben kurz was sagen:

    „Ich traue grundsätzlich keinem, bei dem mir sein ständiges „Du“ und „Man“ auffällt, wo der nur oder wesentlich von sich spricht.“ so deine Worte.
    Ich möchte es ergänzen mit „ich traue wenig denen, die permanent einen Satz beginnen mit „ICH“.
    Da bekomme ich Hörnchen !
    Hatte mal eine Leitung, die egal bei welcher Runde wir sassen, sich überall einklinkte und ihr ICH zur Darstellung brachte……unangenehm war das, äusserst unangenehm, da sie zusätzlich noch in Egoversion auftrat.

    Vielleicht ist eine gesunde Mischung aus Beidem das Gesündeste für Alle ?

    Ach ja, da fällt mir eine Episode ein aus meiner krankenschwesterlichen Zeit vor 30ig Jahren.
    Ich arbeitete in einer Hautklinik, wo der Professor ein alter verknöcherter stockkonservativer Despot war.
    Die morgendlichen Visiten waren der Graus, er führte wahre Heerscharen an Pflegekräften mit sich, die ihm zureichten.
    Er selbst war nicht in der Lage sich die Hände zu desinfizieren, nein, es wurde extra Wattebällchen für ihn gebastelt, die mit Desinfektionsmittel getränkt wurden und mit denen er seine Hände desinfizierte.

    Dieser Chefarzt redete mit den Patienten grundsätzlich in der dritten Person, was für mich unerträglich war.
    Das hörte sich dann so an: “ was hat er denn“ oder „hatte er heute Schmerzen?“

    Eines Tages sassen wir im Vorstellungsraum der Neupatienten, alle Ärzte aus der Klinik waren dabei versammelt, Chef sass in der Mitte vor dem Patienten und der Patient musste sich splitterfasernackt ausziehen, damit er „begutachtet“ werden konnte, was allein schon ein Unding war…..es war menschenverachtend.

    Eines tages hatten wir einen Privatpatienten der sich weigerte sich auszuziehen, sagte dasse er gewillt wäre, aber nur wenn alle anderen den Raum verlassen würde, schliesslich habe er Chefarztleistng gewählt.
    Als dann der Cheffe, der mittlerweile davon schon angesäuert war, begann ihn zu fragen „was hat er denn?“ und der besagte Patient sich umschaute und fragte „Herr Professor, mit WEM reden Sie gerade?“ war das Chaos da…..wir wurden ALLE umgehend aus dem Raum geschickt und wir hörten Cheffe und Patient lautstark miteinander reden…nur kurz….dann kam der Patient raus und sagte „das mache ich nicht mit, hier bleibe ich keine Minute länger“ und entschwand.

    Was soll ICH sagen, ich habe das mehrfach angesprochen, bin sehr oft auch in andere Fettnäpfchen getreten, doch die anderen Kollegen hatten alle Angst vor diesem Mann, trauten sich nicht die Dinge anzusprechen.
    Ich habe mich von Anfang an geweigert seine Desinfektionswattebällchen zu tragen und anzureichen, so ein Schwachsinn! Auch bei den Patientenvorstellungen weigerte ich mich teilzunehmen, mussten dann andere Kollegen mit….aber er mochte mich eh nicht so gerne, spürte wohl meine Ablehnung ihm gegenüber.

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  95. @ mariettalucia

    Ja, ich stimme Dir zu, gut beobachtet und erklärt.

    Zu viel Ich ist zu viel Ich.

    Auch klärend, wie Du das Herabsetzende mit der dritten Person, angewandt durch den Chefarzt, aufzeigst.

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  96. thom ram sagt:

    Marietta

    Hahaha, herrlich, ich lebe es lebhaftestens mit, wie du angewidert warst…und wie du es ihm gegeben hast. LoL

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  97. Vollidiot sagt:

    MaLu

    Hat Sie schon mal was von „gewaltfreier Kommmunikatzion“ gehört?
    Fortgeschrittenen Visitationärzte sagen beim Visitieren: Na wie gehts uns denn.
    Also besser: Na MaLu haben wir schon mal was von „gewaltfreier Kommmunikatzion“ gehört?

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  98. Renate Schönig sagt:

    VI:“Fortgeschrittenen Visitationärzte sagen beim Visitieren: Na wie gehts uns denn.“

    stümmt 😉

    Wurde ICH seinerzeit nach meiner Blinddarm-OP ooch gefragt…

    Meine Antwort war: Wie´s IHNEN geht, weiss ich nedd…MIR gehts den „Umständen“ entsprechend ….

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  99. Ludwig der Träumer sagt:

    Angenommen, dem Dok geht es gut und mir dreckig, nehme ich einfach den Durchschnitt.

    Dann geht es uns mittelmäßig. 😀

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  100. Das „Wir“ ist oft besonders frech-absurd.

    Dabei lasse ich den pluralis majestatis sogar noch durchgehen.

    Das hier ist ein aktuelles Beispiel:

    https://www.welt.de/debatte/kommentare/article159723921/Wir-hatten-zu-lange-ein-falsches-Amerikabild.html

    Was weiß denn der, was für ein Amerikabild ich habe?

    Das mit dem Arzt, wo er mit „wir“ und „uns“ den Patienten meint, ist natürlich extradaneben.

    Anstatt zu antworten „Ich weiß nicht wie es uns geht, denn dafür müsste ich erst wissen, wie es Ihnen geht, Herr Doktor“ muss der Patient (bloß nicht, außer sehr kalkuliert, den Visitenarzt schräg anmachen, so wird der das nämlich verstehen, lernte ich leider schon als Kind) sich diese deppenverarschende Demütigung reinziehen, und der Dok meint dabei auch noch, er sei besonders einfühlsam.

    Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich nach einer Höllenfahrt aus dem OP wankte (die lokale Betäubung hatte nicht funktioniert, ich hatte aus Erfahrung Vollnarkose gefordert, die mir aber wegen meiner Leber, die doch schon so viel habe mitmachen müssen, nicht gewährt wurde, sodann jeden Skalpellschnitt im Gesicht live), fix und foxi, Rotz und Wasser heulend, und eine erzdumme Ordensschwester kam daher und meinte: „Buale, wa isch denn los, wa hämmer denn, hot’s a bissle wehdoa?“

    Meine Eltern, die mich etwas besser kannten, vernahmen das wütende Knurren und Krächzen von unter meinem Verband, konnten die Alte irgendwie wegführen, indem die völlig verständnislos, ja schockiert weiterbabbelte, überhaupt nicht begriff, wie sie mich in eine Rage bis an die Grenze zur Handgreiflichkeit gebracht.

    Gut gemeint, schlecht gemacht.

    Immerhin, so etwas kann man sich gut merken.

    —————————

    Raus aus dem Krankenhaus und zurück zu den Zeiten.

    Die grammatischen braucht der Mensch, das zeigen viele nichtindogermanische Sprachen, notwendig gar nicht.

    Man arbeitet einfach mit Zeitangaben.

    So im Rasta-Englisch und Ausländerdeutsch (also auch in indogermanischen Sprachen): „Yesterday he no come.“ „Tomorrow he no come.“ Ebenso: „Gestern er nix kommen.“ Usw. usf.

    Der Google und andere wären sicherlich sehr froh, setzte sich das durch (böser Konjunktiv, mit dem Präteritum zu verwechseln, zudem ohne „wenn“, zwerche Wortfolge), auch die strikte Reihenfolge von Subjekt-Prädikat-Objekt, denn so könnten die Maschinen menschenlos übersetzen und auch Texte generieren, an denen sich keiner mehr bisse.

    Dazu die ganzen unnötigen Verbformen weg (das richtige Personalpronomen besorgt’s), und kein Schwachmat wird sich mehr diskriminiert fühlen haben müssen. Brave New World.

    Wird dann noch der Wortschatz auf maximal 3000 Lexeme eingedampft worden sein, die grammatischen wie natürlichen Geschlechter im Genderismus abgeschafft, bricht das Paradies der allgemeinen und totalen Gleichheit aus.

    Und ich kann mich endlich nach einer sinnvolleren Tätigkeit umgucken, z. B. Straßenfegen, wo der Roboter das noch nicht hinkriegt.

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  101. thom ram sagt:

    „wo der Roboter das noch nicht hinkriegt.“
    LoL LoL LoL

    Gefällt mir

  102. Sollte die Erde tatsächlich erstens eine Scheibe sein, zweitens innen schwerst hohl, so werden wir natürlich auch unsere Zeitvorstellungen noch einmal mächtig überdenken müssen: schließlich messen wir Jahr und Tag gemäß unserer Verblendung im flachen Hohlraum ja, wie als ob wir eine räumlich runde Außenkugel bewohnten, nicht eine plane Innenkugel.

    Gefällt mir

  103. Thomas Stahl sagt:

    @Magnus: Aber wenigstens der Libertäre kommt gerennt, wennst ihn schreist. 😉

    An den Rest: Hallo, bin neu hier 😉 und bringe euch zurück in die Zeit.

    Zwei Gedankensplitter zur Zeit sind mir beim Lesen der äußerst interessanten Kommentare gekommen:

    Futur 2: Ein gefährliches Ding. Denn es blendet den Teil zwischen F1 und F2 aus: Die Arbeit, die Mühe.
    „Ich werde ein Haus gebaut haben“ verführt dazu, den Aufwand, der nötig ist um das Haus zu bauen, zu verdrängen. F1 ist da schon ehrlicher: Wenngleich auch hier der Aufwand nicht erwähnt wird, so schwingt er doch als düsterer Beigeschmack mit.

    Die Futur 2 verführt, bringt vielleicht sogar eine gefährliche Realitätsferne in den Geist, wenn sie leichtfertig und allzu oft eingesetzt wird.

    Allgemein zum Thema Vergangenheit/Gegenwart/Zukunft vermisse ich in der Diskussion noch folgende Betrachtung:
    Es gibt Zeit nicht. Zeit ist ein (geniales gedankliches) Konstrukt des Menschen, um seinem logischen Denken und der Sprache gerecht zu werden. Zeit wurde erforderlich, als der Mensch imstande wurde, komplexe Zusammenhänge zu begreifen. Vorher gab es nur Bewegung. Und auch heute ist in der Physik die Bewegung Grundlage der Zeitdefinition. Zeit ist damit für uns einerseits extrem wichtig, andererseits aufgrund ihrer Definition und seit Einstein eigentlich komplett für´n Popo.
    Somit kommt auf Magnus´ Frage an die Schüler auch noch eine weitere Antwort in Betracht: 0

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  104. thom ram sagt:

    Thomas Stahl.

    Mein Gott. Ich Thomas, das Voegeli, du Thomas, der Stahl. Wer kriegt da das Grausen? Wenn ich gegen dich pralle, binichkabbott. Hingegen könnte es sein, dass du gerne fliegen möchtest und nicht kannst?

    Spass.

    Willkommen, stählerner Thomas.

    Was du als Gefährlichkeit des Fut ll bezeichnest, bezeichne ich als froh heiter.
    „Ich werde ein Haus gebaut haben.“

    Du weisest auf die Risiken hin. Geld reicht nicht. Bau- Balken fällt mir bei Besichtigung des Projektes aufn Kopp, ich bin tot, kann mein dereinst gebaut sein werdendes Haus nur vom schönen Paradais aus beobachten, mittels gutem Kern – oder Zeiss Feldstecher (für Nichtdeutschsprechende: Fernglas).

    Ich mache Advocatus Dei und sage: Per Futurum ll denke / visualisiere ich das Haus. Damit steht es, früher oder später, doch mit Gewissheit.

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  105. muktananda13 sagt:

    Es gibt Zeit, Zeiten und die Illusion der Zeit.

    Zeit ist der Wind des Bewusstseins in seinem Traum.
    Solange das Bewusstsein schläft, glaubt es ein Kokon zu sein. DA gibt es Zeit , da Raum, weil da Individuum.

    Zeit und Raum samt „dich“ gibt es nur in deinem Kopf. Gehst du daraus, löst sich Zeit und Raum auf.

    Meditiert, und ihr werdet die Zeit erleben, wie sie sich auflöst.

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