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Vorsicht, ausgedachte Geschichte – 1

Ob das als Warnung oder als Hinweis gedacht ist?
Für die ständigen Leser dieses Blogs wohl kaum, denn sie sind schon recht gut über unterschiedliche Ansichten zu bestimmten Erscheinungen und Ereignissen informiert.
Hier wird aber nochmal Grundlegendes zum Thema geäußert und konkrete Fragen gestellt – Parallelen zu Deutschland garantiert.
© für die Übersetzungen aus dem Russischen by Luckyhans, 27.8.004
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Geschichte ist nicht nur eine ungenaue, sondern auch noch eine sehr gefährliche Wissenschaft

Mit Hilfe der ausgedachten Geschichte haben die Parasiten es gewandt geschafft, Rußland die Rechnungen für angeblich irgendwann geschehene Ereignisse vorzulegen, welche ausschließliche Früchte der Phatasie ungebildeter und gewissenloser Historiker beider Seiten sind…

Teil 1. Hypothese und wissenschaftliche Theorie

Autor – Sergej Wassiljew – 10. August 2016

Anstelle eines Vorworts

Hypothese und wissenschaftliche Theorie. Allgemein ist eine Theorie ein logisch belegtes Modell in Form von Begriffen, Annahmen, Feststellungen und Schlußfolgerungen.
Dabei können wir es auch mit einem ungeprüften Modell zu tun haben, d.h. mit einer
Hypothese.
Eine Hypothese ist
schon nicht mehr widersprüchlich in sich, aber noch nicht durch Versuche bestätigt. Sie ist der Embryo der künftigen wissenschaftlichen Theorie und wird entweder bestätigt und dann zu einer solchen, oder widerlegt und verworfen.

Für die Bestätigung der Hypothese und deren Transformation in eine wissenschaftliche Theorie muß sie einigen Anforderungen entsprechen:

– in sich widerspruchsfrei und logisch belegt sein,

– die überwiegende Zahl von Fakten in dem Gebiet, für das sie erarbeitet wurde, erklären,

– eine Überprüfung durch wiederholbare Experimente oder vielfache Beobachtungen zulassen… „

(D.E. Waulin „Die wissenschaftliche Methode und die Prinzipien wissenschaftlicher Erkenntnis. Ihre Unterscheidung von pseudowissenschaftlicher Mythenschaffung“)

zukunft

In den ersten Zeilen meines Briefes möchte ich den professinellen Historikern ein Kompliment machen – sie sind mit diesen Regeln der Bestätigung von Hypothesen bestens vertraut und wenden sie erfolgreich in der Praxis an.
Das sieht dann folgendermaßen aus: wenn irgendein neugieriger Amateur-Nichthistoriker, der vor lauter Ungereimtheiten und Widersprüchen in den offiziellen historischen Traktaten fast durchdreht, beginnt mit dem Finger auf sie zu zeigen, dann pressen die Historiker ihre Lippen zusammen und schlagen dem Amateur-Nichthistoriker vor, doch zu erzählen „und wie wäre es denn richtig?“

Jener wird, von der Aufmerksamkeit der „wissenden Leute“ gebauchpinselt, seine eigenen (in der Mehrzahl der Fälle natürlich dilettantischen und angreifbaren) Vermutungen heraussprudeln, welche dann von den Profi-Historikern blendend in kleine Stücke zerschlagen werden – mit Hilfe genau dieses wissenschaftlichen Herangehens an die Überprüfung von Hypothesen.
Danach wird der Nichthistoriker mit Pomp in die geschichtlichen Marginalien niedergeschrieben, und die Profi-Historiker, nachdem sie sich über den nächsten Geschädigten ausgewiehert haben, erklären lauthals:

Wenn seine Amateur-Hypothese so unprofessionell-unbrauchbar war, dann bedeutet das, daß unsere professionell-historische Hypothese automatisch zum einzigen glaubwürdigen historischen Fakt wird, weil es keinen besseren gibt…

Sehr geehrte Nichthistoriker!
Laßt euch nicht auf diesen billigen Köder ein. Ihr werdet veräppelt wie Kaninchen. Professionelle Historiker (wie auch professionelle Hütchenspieler), wenn sie fremde Hypothesen einer durchaus wissenschaftlichen Untersuchung unterziehen, werden niemals nach genau derselben Methodik ihre eigenen Ausdenkereien präparieren.

Deshalb ist die einzige und richtigste Art des Umganges mit ihnen: Fragen zu stellen, akkurat festhaltend, wo und wann auf euer „Warum?“ geantwortet wurde „Ebendarum!“, denn genau diese Antwort ist die populärste und universellste Antwort der modernen historischen Wissenschaft auf die ehrliche Neugier der Nutzer.

Stellt den Historikern Fragen, Freunde-Genossen!
Beschränkt euch nicht auf jene, welche sie selbst stellen und selbst darauf antworten.
Unbedingt stellt eure eigenen, nach eurem Fachgebiet, und ich garantiere euch – kein Comedy-Club wird euch nicht besser belustigen, als diese Antworten der Historienprofis…

Besonders lächerlich sieht der dritte Punkt der Bestätigung der historischen Hypothesen aus – von der Überprüfung der Schlußfolgerungen durch wiederholbare Experimente oder vielzählige Beobachtungen, um so mehr als daß heutzutage Computersimulierungen einen Großteil der Feldversuche ersetzen können.
Obwohl genau eine solche Beweisart (Feldversuche) am meisten gerecht wäre für die Kabinett-Theoretiker-Historiker mit Kabinett-Doktortiteln.

So mußten zum Beispiel in der vergangenen Woche gemeinsam mit Bauleuten hölzerne Konstruktionen erstellt und einige Male entlang eines nicht sehr hohen (7 Meter in der Spitze) Hangars geschoben werden.
Danach hätte ich ehrlich gewünscht, alle Historiker zum Altertum und zum Mittelalter zu versammeln und ihnen die Möglichkeit zu geben, einen Belagerungsturm zu bauen – genau so einen, wie sie ihn in den Schulbüchern aufmalen – und diesen dann an eine beliebige – ganz nach ihrer Wahl – Festung zu zerren, von wo alle Liebhaber historischer Phantasmen, die lustig sind, sich an dem „wiederholbaren Experiment und den vielzähligen Beobachtungen“ erfreuen könnten, nebenbei die Experimentatoren mit Steinen bewerfend und sie ausreichend von oben mit kaltem Wasser begießend, denn das haben sie verdient…

История – наука не только неточная, но ещё и очень опасная

Und auch könnte man vorschlagen, eine Steinwurfmaschine zu bauen, welche (nach den Beteuerungen der Historiker) die antiken und mittelalterlichen Ingenieure zu Hunderten gebastelt haben und, nach der Bastelei, damit wenigstens irgendwohin zu treffen und wenigsten irgendwas zu zerstören, wenigstens irgendeine Zusammenstellung von Balken oder Ziegelsteinen… Für besonders Neugierige schlage ich Experimente der Nichthistoriker zum selben Thema vor.

Nein, natürlich kann man auch ein anderes Grandiosum zusammenbauen:

Bewertet die Reichweite dieses Monstrums und vergleicht sie mit der Reichweite eines Kampfbogens, welcher sich (zumindest einer) bei den Belagerten anfinden wird…

Und nun versucht einmal die Kampfmöglichkeiten diese Monstrums im Ganzen abzuschätzen, unter den Bedingungen sozusagen eines realen Kampfes, wenn bei aktiven Gegenmaßnahmen des Gegners gefordert ist
a) zu versuchen das zusammenzubauen,
b) zu versuchen das heranzuschaffen und
c) zu versuchen damit zu treffen.

Und genau aus einer solchen Möhre haben, nach den Beteuerungen der Historiker, die bösen Mogolen-Tataren die Truppe des kühnen Eupatius Kolowrat auf freiem Feld zugeschmissen (lest die „Powest über die Verwüstung Rjasans durch Batu-Khan“ oder von W.G.Jan „Batu-Khan“ oder einfach Wikipedia).
Genausolche Dinger haben genau jene Mongolen zu Dutzenden mitten im Winter gebastelt, bei der Belagerung der altrussischen Städte, haben sie mit eigenen Händen an die Stadtmauern herangeschafft und haben in den mongolischen Horden daraus die Eichhörnchen ins Auge getroffen…

Aber – ganz ehrlich – ich hab nichts daegegen! Aber ich schlage vor, nur jene Historiker zum Schreiben und Reden über Steinwurfmaschinen zuzulassen, welche persönlich folgendes erledigt haben:

– Mitgemacht haben bei der Montage eines solchen Gerätes inmitten eines Waldes bei minus 20°C Frost mit den damals zugänglichen Werkzeugen.

– Fröhlich und mit einem Lied auf den Lippen ein solches Gerät an die Wände irgendeiner realen Festung gerollt haben (bergauf natürlich, Festungen wurden nicht in Schluchten gebaut…).

– Dorthin auch Geschosse zum Werfen herangeschafft haben.

– Mit diesen Geschossen wenigstens irgendeinen Turm zerstört haben (wenigstens einen uralten ehemaligen zivilen Wasserturm, der sowieso abgebaut werden sollte).

Das ist nichts persönliches. Ausschließlich der Hang zur Wissenschaftlichkeit, welche, wie sich zeigt, durch experimentelle Wiederholbarkeit erreicht wird.
Na gut, es ist auch noch die Neugierde: reicht die Zugkraft aller Historiker zusammen genommen für diese nicht sehr schlaue Aufgabe?

Aber was reden wir über Grobmotorisches?! Laßt uns lieber vom Schöpferischen und Höheren reden.
Zum Beispiel über Berge! Der Übergang Hannibals über die Alpen ist dafür sehr passend… Mann, das waren noch Männer! Nicht sowas wie die heutigen Stämme, das waren Riesenhelden, nicht wie ihr… Und nicht nur „wie ihr“ – sogar ein Suworow sieht schwächlich aus gegen diese, denn … nein, das muß man zitieren:

Schließlich kamen die Karthager an einen Felsen, wo der der Pfad noch enger wurde, und er war so steil, daß sogar ein unbelasteter Krieger nur nach langer Anstrengung herunterkommen konnte, wenn er sich mit den Händen an Büschen und Wurzeln festhielt (Livius XXI, 36, 1).
Diese Fels, natürlich steil, ging infolge eines Abbruches als überhängede Wand in eine Tiefe von etwa 1000 Fuß (Polibius, III, 54;7).

Die an diese Stelle gelangten karthagischen Reiter blieben stehen, da sie vor sich keinen weiteren Pfad sahen, und als Hannibal fragte, warum man halte, sagten sie ihm, daß vor ihnen ein unbezwingbarer Fels sei (Livius XXI, 36, 2-3).
Ein Umweg war nicht möglich, auch war der Weg rutschig infolge Eis und Schmutz (Livius XXI, 36, 4-8).

Da befahl Hannibal den Soldaten eine Spalte in den Fels zu schlagen. Er ließ ein riesiges Lagerfeuer entfachen. Als das Feuer brannte, begossen die Karthager den erhitzten Fels mit Essig, wodurch er sich in eine lockere Masse verwandelte (Livius XXI, 37, 2).
Auf diese Weise sprengte Hannibal das Berggestein mit Hilfe von Essig (Plinius der Ältere, „Natürliche Geschichte“ XXIII, 1, 57, und auch Juvenal X, 151-153).

Danach, mit eisernen Werkzeugen den vom Wirken des Feuers geborstenen Felsen brechend, machten die Karthager diesen zugänglich, mit gleitenden Übergängen die Steilheit ausgleichend, so daß nicht nur angespannte Tiere, sondern auch Elefanten absteigen konnten. Insgesamt wurden an diesem Felsen 4 Tage verbracht, wobei die Tiere beinahe vor Hunger eingegangen wären (Livius XXI, 37, 3-4).“

Das möchte ich mal sehen! Nein, nicht Hannibal. Ich möchte eine Menge Historiker sehen, die einen Tausend-Fuß-Felsen mit Hilfe von Feuer und Essig sprengen…
Nein, wieder nicht, ich bin nicht dagegen. Aber für den Anfang wäre es doch richtig, die Historiker, welche solche „historischen Tatsachen“ verbreiten, mal in die Alpen zu schicken und ihnen zwecks Versuch irgendeinen Felsen und Elefanten zuzuweisen… Nein, um den Elefanten wäre es schade… Laßt sie einfach an ihren wissenschaftlichen (Ver-)Führern trainieren.

Diejenigen, welche das mutige Experiment Hannibals wiederholen, sollen gleich mal ans Rednerpult treten und erzählen, wie das so war, denn dann haben sie dazu ein Recht…
Denn die Praxis ist das Kriterium der Wahrheit, und das wissenschaftliche Experiment ist der Anzeiger der Wissenschaftlichkeit, solange es nicht zu einer Anklageschrift übergeht: „Wegen grausamer Behandlung wissenschaftlicher Vorgesetzter…“

Wenn ein solcher Umgang mit Historikern mittels experimenteller Überprüfung dessen, was sie in ihren Dissertationen und Lehrbüchern aufgeschrieben haben, dem Leser als zu brutal erscheint, kann man sich auch auf ein solches Folterinstrument beschränken wie es ein Taschenrechner ist, auf dem man anbietet, das Aufgeschriebene auf Widersprüchlichkeit zu überprüfen.
Zum Beispiel
auszurechnen, wieviele Mannstunden dafür erforderlich sind, Eisenerz abzubauen, Eisen zu schmelzen und aus diesem Waffen zu schmieden für … Wieviele Krieger waren das in der Armee jenes Batu-Khan? Nach bescheidenen Berechnungen 150.000? (Plano Karpini spricht von 600.000)…

Als getrennte Spalte sind die Kubikmeter Ziegelsteine, Brennholz, Wasser für die Hochöfen und Schmieden, die Tonnen an Erz, die Tonnenkilometer für den Transport all dieser Industriewaren, welche ja auch in Mannstunden des mongolischen Militär-Industrie-Komplexes umzurechnen sind, und jede davon kostet Ernährungskalorien, welche ja auch von irgendwem produziert, herangeschafft und zubereitet werden müssen…

Und dann dieses Massiv an ungewohnten (für Nomaden) Kosten durch die Gesamtbevölkerung jener Zeit teilen. Ich versichere euch – an dieser Stelle enden sehr viele der schon geschriebenen und verteidigten Dissertationen, welche die mitreißende „action“ der mongolischen Superhelden beschreiben, allerdings unberücksichtigt lassend die Sozialökonomie, die Geografie, die Logistik – ja, was soll man es verheimlichen, die sogar die Erdanziehungskraft ignorieren…

Also, laßt uns lernen, den Historikern Fragen zu stellen! Sie sollen (und nicht der Fragende) die Antworten finden, welche uns befriedigen, und die wir erneut auf dem Taschenrechner überprüfen werden.
An der interessantesten Stelle bitten wir dann darum, einen Ortstermin für ein historisches Experiment durchzuführen, dessen negatives Ergebnis genauso zu behandeln wäre wie in einem beliebigen Betrugsfall mit dem Ziel der Aneignung fremden Eigentums, wozu schon seit langem es an der Zeit wäre, die wahrhaftige Information über unsere Vergangenheit hinzuzurechnen.

Quelle: Источник


4 Kommentare

  1. Petra von Haldem sagt:

    Sehr gut.
    Wird Zeit!
    Danke Luckyhans fürs Aufstöbern und verdeutschen. 🙂

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  2. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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  3. thom ram sagt:

    ooof, waddenn waddenn,

    ooch die 10 Tonnen Bröckli der Cheops wurden also nicht locker aber immerhin tatsächlich über 500km per Rollen transpoertiert, hin zum Besimmungsort, auf rollenden Baumstämmen.

    Was dieser Döselautor wiider vür Brobleme geigt äh seigt äh zeigt, Leute, glaubt, glaubetes doch einfach, denn einfacher ist es, zu glauben denn auch nur ein bisschen zu denken. Denken tun doch Andere! Schau Tiwii, und da hasdde dein Denken! Lies FAZ und SD und Speigel und Lokus und TA und NZZ, und du bist mit Bedacht bedenkt und bedacht.

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  4. […] viele Male von den unterschiedlichen Siegern und Interessengruppen umgeschrieben – und das trifft für alle offiziellen historischen Quellen zu: Uhr-Kunden, Schriftstücke, Museen, die „ewigen“ Bücher, Bibliotheken […]

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