bumi bahagia / Glückliche Erde

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Das Wichtige erkennen

Oft wird einfach so gesagt: die Propaganda-Medien lenken uns zielgerichtet von den wichtigen Fragen unseres Lebens ab. Und damit sind nicht nur die Fragen gemeint, die grundsätzlicher Natur sind, wie: wer bin ich? oder: wo komme ich her?

Es geht auch um ganz profane, alltägliche Themen, von denen wir ablenkend mit kleinen, zielgerichtet zubereiteten Info-Häppchen aus „schlechten Nachrichten“, Katastrophenmeldungen, Halbwahrheiten, Bewertungen, „Experten“-Meinungen und Lügen zugemüllt werden, auf daß wir uns nicht Gedanken machen – ja worüber?

Dazu aus dem Fundus des Hans Pestalozzi ein paar „aktualisierte“ Hinweise.
Luckyhans, 10. Juli 004

———————————–

Symptom – Verdrängung – Problem – Lösungsansatz

Hans A. Pestalozzi hat sich bereits in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit den tatsächlichen Problemen der Menschheit befaßt und Lösungen gesucht. Dabei hat er zwischen Symptomen (S), deren Verdrängung (V) durch den „modernen“ Menschen, dem eigentlichen Problem (P) und dem Lösungsansatz (L) unterschieden.
Nachfolgend nach dieser (seiner) Systematik einige seiner Darstellungen und deren Diskussion – als Anregungen zum Weitermachen.

1.
S: „Umweltverschmutzung“ V: technische Anlagen zur „Entsorgung“
P: naturwidriges Verhalten des Menschen L: Kreislauf statt Expansion

Die grundlegenden Fragen, die sich hinter dieser Thematik verbergen, wollen wir auch nicht ausklammern.
Da ist zum einen der anthropozentrische Standpunkt des Menschen, der sich gern losgelöst von und über der Natur stehend wahrnehmen möchte: ein gewaltiger Irrtum – er ist genauso „nur“ deren Bestandteil wie alle anderen Wesen auch.

Wer also von „Mensch und Umwelt“ spricht, der hat das Wichtigste noch nicht erkannt, nämlich daß der Mensch nur insofern eine „besondere Rolle“ in der Natur ausübt, daß er als vernunftbegabtes Wesen eine besondere Verantwortung für den Planeten und die Natur hat – keine „Beherrschung“ der Natur ist damit gemeint, wie sie seit langem von allen Religionen und Ideologien gepredigt wird.

Oder wenn man schon beim Beherrschen bleiben will, dann wäre da als erstes mal das „Sich beherrschen“ wichtig, nämlich in seinen Ansprüchen nicht immer mehr zu wollen als für ein ausgefülltes Leben (auch mit etwas „Luxus“ im Sinne unseres träumenden Freundes Ludwig) tatsächlich erforderlich ist.
Sodann könnte man an ein „Beherrschen“ im Sinne von „die Mechanismen der Natur erkennen“ denken, ähnlich wie: „ich beherrsche eine „Fremd“-Sprache“.

Aber der aus dem zinsgetriebenen Wachstumswahn resultierende Irrtum von der „Krone der Schöpfung“ als dem absoluten Herrscher über die Natur, der mit ihr alles tun und lassen kann, wie es momentan praktiziert wird, der darf als gezielte Manipulation erkannt und ruhig komplett fallengelassen werden.

Eine weitere grundlegende Fehleinschätzung verbirgt sich in dieser Thematik.
Das ist der fehlende Wunsch des Menschen, von der Natur das Wichtigste zu lernen.
Denn in der Natur gibt es keine „Abfälle“ und „Wertstoffe“ und keine „Entsorgung“.

In der Natur ist alles, was vergeht, wieder Roh- oder Grundstoff für etwas anderes. Die Stoffe und Energien werden immer nur umgewandelt und umgebaut, aber niemals „weggeworfen“ oder „deponiert“.

Wann werden wir diese einfache Wahrheit in unser Denken soweit aufgenommen haben, daß wir nicht ständig neue „künstliche“ (und damit in den Kreisläufen der Natur nicht vorgesehene und nicht verarbeitbare) widernatürliche Stoffe kreieren, ohne gleichzeitig für deren vollständige (!) Rückführung in natürliche Kreisläufe zu sorgen?
Jaja, genau Sie sind gemeint, meine Damen und Herren Chemiker, Pharmazeutiker und Kosmetiker!
Und natürlich auch die „Verbraucher“ all dieser „Kunst“…

2.
S: „Ölkrise“ V: „politische Erpressung“, Atomkraftwerke
P: Abhängigkeit, Basierung auf billigen Rohstoffen, ineffiziente Wirtschaft, marktwirtschaftliches Verhalten der Rohstoffländer
L: Umstrukturierung der Wirtschaft

Auch hier verstecken sich wieder grundlegende Fragen, deren Lösung systematisch verdrängt und verhindert wird.
Man muß kein Anhänger der „Freien Energie“ oder des Äthers sein, obwohl dahinter durchaus plausible Ideen stehen, um zu erkennen, daß in der heutigen Wirtschaft unwahrscheinlich uneffektive und ineffiziente Technologien eingesetzt werden.

Nehmen wir als Beispiel unsere Energieversorgung:
von den in den sog. „ENERGIETRÄGERN“ (Kohle, Erdöl, Erdgas usw.) vorhandenen Primär-Energie-Inhalten kommen bei der „Verstromung“ nur einzelne Prozent an der Steckdose an (der Rest sind „Verluste“, die in Wärme umgesetzt werden), und sie werden durch ineffiziente Haushalttechnik weiter in Wärme umgewandelt, anstatt nützliche Arbeit zu verrichten.

Glauben sie nicht?
Gut, machen Sie bitte selbst mal für ein Beispiel die rein energetische Betrachtung – oder bitten Sie ihren „schulpflichtigen“ Sohn oder Enkel, das für Sie zu tun.
Ziehen sie von den Energieinhalten der Kohle (Joule pro Tonne Rohkohle) zunächst alle energetischen Aufwendungen (Energieverbrauch, umgerechnet auf eine Tonne Kohle) für deren Auffinden, Freilegen, Fördern und beim Kraftwerk anliefern ab.
Aha!
Dann multiplizieren (!) Sie miteinander die Wirkungsgrade des Brennofens/Kraftwerks, der Turbinen und der mehrstufigen Umspannwerke, rechnen die Verluste in den Überlandleitungen, Zuleitungen, Hausleitungen ein – dann können sie in etwa abschätzen, wie wenig von der sog. „Primärenergie“ als Strom noch aus Ihrer Steckdose kommt.
Dieselbe Rechnung kann für Erdöl (Transport per Tanker um die halbe Welt!), Erdgas (aufwendig zu verlegende und zu wartende Leitungen über Tausende Kilometer, Pumpstationen, Naturschäden usw.) oder jeden beliebigen Energieträger gemacht werden…

Und dann sehen Sie den Stromverbrauch der Haushaltgeräte an:
Staubsauger, Waschmaschine, Kühlschrank, Stereo-Anlage, Rasenmäher usw., was davon („alternativlos“?) in sinnvolle und nützliche Arbeit umgesetzt wird.
Klingelt’s jetzt?

Und weshalb meinen Sie, daß es in anderen Industriezweigen anders bestellt ist mit der energetischen oder stofflichen Effizienz der Verarbeitung?
Überlegen wir mal.

Das Modell der Abrechnung nach Verbrauch („steigendes Bruttoinlandsprodukt“) und Wachstum (der rein quantitativen Parameter) fordert und fördert doch geradezu die „Schlamperei“ mit der Effizienz… ein Schelm wer dahinter schon wieder irgendwelche „Verschwörungen“ vermutet.
Aber kann das noch „Zufall“ sein?
Ich meine dieses Wirtschaftsmodell, das nach solch sonderbaren Kriterien die „Anreize setzt“…?

Und über eines darf man sich im Klaren sein: egal ob „Kapitalismus“ oder „Sozialismus“ – es war überall haargenau dasselbe, was diese Dinge betrifft – daher greift auch die „wirtschafts-politische“ Interpretation („Marktwirtschaft“) als Lösungsansatz zu kurz.
Es liegt nicht an der Art oder Bezeichnung des Gesellschafts- oder Wirtschaftssystems, sondern an der Art, wie die Menschheit mit Technik und Technologie umgeht – und das seit langer Zeit…

Der österreichische Förster Viktor Schauberger hat das einmal sehr präzise ausgedrückt, er sagte: „Ihr bewegt falsch!“
Denn sämtliche, oft so „vergötterte“ Technologie der heutigen Zeit beruht auf Explosions- und Verbrennungsprozessen – und das sind nun mal die uneffektivsten und ineffizientesten Prozesse, die es in der Natur gibt.
Wer mehr dazu wissen will, der lese bitte die entsprechenden Bücher von Viktor Schauberger, Hans Nieper und anderen.

3.
S: Vereinsamung des Menschen V: „sinnvolle“ Freizeitbeschäftigung
P: Auflösung der sozialen Gemeinschaften
L: Experimente mit „neuen“ Gemeinschaften, mit neuen Konzeptionen des Städte- und Wohnungsbaus

Auch hier verbergen sich wieder grundlegende Fragen.
Was wollen wir von einer Gesellschaft anderes erwarten als „Versingelung“ der Familien, wenn der Mensch nur noch als Verbraucher, als Steuerzahler und als „Humanressource“ (mithin als Verbrauchsmaterial) angesehen wird?

Weil nicht mehr die Bedürfnisse des Menschen, deren Drang nach Befriedigung einst überhaupt erst zur Entstehung der Wirtschaft und Industrie geführt hatten, das treibende Element der Bewegung und des Fortschritts sind?

Sondern weil diese Gesellschaft längst zu einem Moloch entartet ist, in dem der Mensch nur noch „Person“ (Maske), Verbraucher (funktional), Arbeitskraft usw. ist?

Die Auflösung der Familie und der Sippe sind doch auch nur Symptome…

.
So kann jeder selbst sich mit den nachfolgenden (und anderen) Fragestellungen beschäftigen und darüber nachsinnen, was denn die dahinter verborgenen tatsächlichen Fehlentwicklungen sind und wie man diese dann lösen könnte.
Denn die Fragen und Gedanken verändern sich mit der Zeit wohl doch ein wenig… 😉

4.
S: Entleerung der Innenstädte
V: neue City-Zentren, neue Agglomerationen um die Shopping-Centers
P: Preismechanismen bei Grund und Boden
L: neue soziale Kriterien für die Nutzung von Grund und Boden in den Agglomerationen

5.
S: Ladendiebstahl
V: Überwachung, Bestrafung
P: Schizophrenie des „Nimm!“ – Verbrauche!“
L: Abkehr von gewissen Verkaufspraktiken

6.
S: Personalrotation, sinkende Arbeitsleistungen
V: Lohnerhöhungen, Verbesserung des Betriebsklimas und der sozialen Bedingungen
P: Sinnleere der Arbeit, Ohnmachtsgefühle
L: Partizipation im echten Sinne, Arbeitsgestaltung, Transparenz

Selbstverständlich ist es jedem selbst überlassen, zu anderen Themen sich die gleichen Gedanken zu machen: was ist Symptom, was ist Verdrängung, was ist das dahinterliegende wirkliche Problem und welche Lösungsansätze versprechen tatsächlich Veränderung.

Wenn ich verallgemeinernd etwas vermuten darf, so ist es die Schlußfolgerung, daß alles am Ende darauf hinausläuft, daß jeder Mensch sich selbst und sein eigenes Denken und Handeln hinterfragen und verändern muß, wenn er möchte, daß sich auch in der Gesellschaft um ihn herum etwas wirklich verbessert.

Und diese Veränderungen müssen anfangs keine großen, grundlegenden sein, die uns aus den „normalen“ Abläufen der Gesellschaft herausdrücken, sondern es sind kleine Veränderungen in den alltäglichen Handlungen, die wir jeden Tag vollziehen und die wir Schritt für Schritt durchführen können.

Vielleicht indem wir zuerst mal unsere gesellschaftlichen „Rollen“ – als Verbraucher, als Steuerzahler, als Arbeitskraft, als Verkehrsteilnehmer, als potentieller „Wähler“ usw. – einfach bewußt gestalten und ausfüllen.
Vorschläge dazu bietet diese Netzseite in Hülle und Fülle – einfach oben im Suchfenster eingeben: was kann ich tun?


9 Kommentare

  1. Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

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  2. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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  3. […] Quelle: Das Wichtige erkennen « bumi bahagia […]

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  4. Hawey sagt:

    Hat dies auf meinfreundhawey.com rebloggt.

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  5. thomram sagt:

    Fällt mir zu. Und es bitzeli schtolz bin i, weil es mir schon als 21 jähriger Junglehrer zugefallen ist, als Impuls für eine 14 jährige Schülerin, welche, sagen wir mal, zu Depression neigte.

    Ich empfahl ihr, frühmorgens, wenn sie erwacht sei und sich entschliesse, aufzustehen, nicht einfach aufzustehen, sondern: Mach das mal so. Schlage deine Bettdecke bewusst und mit Bedacht zurück. Fühle deine Beine, wenn du sie aus dem Bett zum Boden sich senken lässest. Stehe auf nicht einfach so, sondern stehe auf und fühle dabei, wie sich und wo sich dein Körper dazu leicht spannt. Und so weiter weiter weiter.

    Ich postuliere: Es ist nicht das letzte Lebensglück, in Aldi an der Kasse zu sitzen. Doch lässet sich dort sitzen und ganz leicht in Trübsal absinken und die Menschen nicht ansehen und die verd Ware über den verd Scanner zu ziehen und das verd Rausgeld rausgrabscheln.

    Und es ist die Möglichkeit gegeben, Kunden kurz in die Augen zu schauen, ihnen einen herrlichen Tag zu wünschen (und sich selber auch) und glücklich zu sein, Boden unter den Füssen und Luft zum Atmen zu haben und dazu noch hier unangefochten sitzen zu können, es ist die Möglichkeit gegeben, bei Flaute einen Kunden über seine Befindlichkeit zu befragen oder ihm den letzten Tageswitz zu erzählen.

    Wann habe ich es zum letzten mal erlebt, dass die Warteschlange an der Kasse bei Aldi ein Lied angestimmt hat?
    Menschen, viele Menschen, neigen dazu, äussere Umstände als Anlass zu nehmen, um wohlig in innerer Scheisse zu baden.

    Stichwörter:
    Eigenverantwortlichkeit. Kreativität. Wille zum Leben. Bejahung des Lebens. Bejahung seiner selbst.

    Gefällt 1 Person

  6. jokey sagt:

    Die Warteschlange in einer Singschlange verwandeln, das gefällt mir…Grosse kleine Kunst
    Rhumba Kugeln oder Chicken Shack hab ich oft dabei zum Stress wegschütteln.
    Etwas Zeit kann man auch immer mitbringen, das ist ja so eine Hetze dort meistens.
    Ahoi

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  7. luckyhans sagt:

    …grad hatten wir hier die Frage „Mensch“ und „Umwelt“, kommt wieder so ein passender Artikel daher:
    http://schnittpunkt2012.blogspot.de/2016/07/umweltschutz-gab-es-damals-nicht.html

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  8. Sinnloses — immer und immer wiederholt — ist auch nur Unterhaltung:: MUSS natürlich – weil sich hier keiner traut “über den eigenen Schatten zu springen“‘ weil wir ja ALLES zu wissen GLAUBEN und andächtig jeden Scheiß auf dem Internet Teller für WIRKLICH Halten … Quatsch. Humbiúg. Balagan. Narda Unsinn

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  9. Nur „“Erklärung““ — ABER Nie Veränderung — denn dazu wäre ja erforderlich ZUzuGeben: “#Sorry:: ICH haben mir Geiirrtt !!!

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