bumi bahagia / Glückliche Erde

Heine – Beine

Um eine neue Farbe in den Blog zu bringen, beginnen wir heute mit einer Reihe von Zitaten, und zwar nicht, wie sonst üblich, als aus dem Zusammenhang gerissene kurze Sentenzen, sondern in Form von Gedichten, Kurzgeschichten und Auszügen.
Die Ehre des Pioniers sei unserem Freund Heinrich aus dem Haine gewährt, der wie so oft ungeschminkt und mit Augenzwinkern sich äußert.
Allen viel Spaß damit wünscht Luckyhans, 15. Mai 2016

———————————————————————

Beine hat uns zwei gegeben
Gotte der Herr, um fortzustreben,
Wollte nicht daß an der Scholle
Unsre Menschheit kleben solle.
Um ein Stillstandsknecht zu sein,
Gnügte uns ein einzges Bein.

Augen gab uns Gott ein Paar,
Daß wir schauen rein und klar;
Um zu glauben was wir lesen,
Wär ein Auge gnug gewesen.
Gott gab uns die Augen beide,
daß wir schauen und begaffen
Wie er hübsch die Welt erschaffen
Zu des Menschen Augenweide.
Doch beim Gaffen in den Gassen
Sollten wir die Augen brauchen
Und uns dort nicht treten lassen
Auf die armen Hühneraugen,
Die uns ganz besonders plagen,
Wenn wir enge Stiefel tragen.

Gotte versah uns mit zwei Händen,
Daß wir doppelt Gutes spenden,
Nicht um doppelt zuzugreifen
Und die Beute aufzuhäufen
In den großen Eisentruhn,
Wie gewisse Leute tun –
Ihren Namen auszusprechen
Dürfen wir uns nicht erfrechen, –
Hängen würden wir sie gern
Doch sie sind so große Herrn.
Philanthropen, Ehrenmänner,
Manche sind auch unsre Gönner,
Und man macht aus deutschen Eichen
Keine Galgen für die Reichen.

Gott gab uns nur eine Nase,
Weil wir zwei in einem Glase
Nicht hineinzubringen wüßten,
Und den Wein verschlappern müßten.

Gott gab uns nur einen Mund,
Weil zwei Mäuler ungesund.
Mit dem einen Maule schon
Schwätzt zuviel der Erdensohn.
Wenn er doppeltmäulig wär
Fräß und lög er auch noch mehr.
Hat er jetzt das Maul voll Brei
Muß er schweigen unterdessen,
Hätt er aber Mäuler zwei
Löge er sogar beim Fressen.

Mit zwei Ohren hat versehn
Uns der Herr. Vorzüglich schön
Ist dabei die Symmetrie.
Sind nicht ganz so lang wie die,
So er unsern grauen, braven
Kameraden anerschaffen.
Ohren gab uns Gott die beiden
Um von Mozart, Gluck und Haydn
Meisterstücke anzuhören –
Gäbe es nur Tonkunst-Kolik
Und Hämorrhoidal-Musik
Von dem großen Meyerbeer
Schon ein Ohr hinlänglich wär.

Als zur blonden Teutolinde
Ich in solcher Weise sprach,
Seufzte sie und sagte: Ach!
Grübeln über Gottes Gründe,
Kritisieren unsern Schöpfer,
Ach! das ist als ob der Topf
Klüger sein wollt als der Töpfer!
Doch der Mensch fragt stets: warum?
Wenn er sieht daß etwas dumm.

Freund ich hab dir zugehört,
Und du hast mir gut erklärt
Wie zum weisesten Behuf
Gott dem Menschen zwiefach schuf
Augen, Ohren, Arm und Bein
Während er ihm gab nur ein
Exemplar von Nas und Mund –
Doch nun sage mir den Grund:
Gott der Schöpfer der Natur,
Warum schuf er einfach nur
Das skabröse Requisit
Das der Mann gebraucht damit
Er fortpflanze seine Rasse
Und zugleich sein Wasser lasse?

Teurer Freund, ein Duplikat
Wäre wahrlich hier vonnöten,
Um Funktionen zu vertreten
Die so wichtig für den Staat
Wie fürs Individuum,
Kurz fürs ganze Publikum –
Zwei Funktionen die so greulich
Und so schimpflich und abscheulich
Mit einander kontrastieren,
Und die Menschheit sehr blamieren.
Eine Jungfrau von Gemüt
Muß sich schämen wenn sie sieht
Wie ihr höchstes Ideal
Wird entweiht so trivial!
Wie der Hochaltar der Minne
Wird zur ganz gemeinen Rinne!
Psyche schaudert, denn der kleine
Gott Amur der Finsternis
Er verwandelt sich beim Scheine
Ihrer Lamp – in Mankepiß.

Also Teutolinde sprach
Und ich sagte ihr: Gemach!
Unklug wie die Weiber sind,
Du verstehst nicht liebes Kind
Gottes Nützlichkeitssystem.
Sein Ökonomie-Problem
Ist daß wechselnd die Maschinen
Jeglichem Bedürfnis dienen,
Den profanen wie den heilgen,
Den pikanten wie langweilgen, –
Alles wird simplifiziert,
Klug ist alles kombiniert:
Was dem Menschen dient zum Seichen
Damit schafft er Seinesgleichen
Auf demselben Dudelsack
Spielt dasselbe Lumpenpack.
Feine Pfote, derbe Patsche
Fiddelt auf derselben Bratsche.
Durch dieselben Dämpfe, Räder
Springt und singt und gähnt ein jeder
Und derselbe Omnibus
Fährt uns nach dem Tartarus.

Heinrich Heine


11 Kommentare

  1. Exkremist sagt:

    Heinrich (richtiger Name Harry) Heine war deutschhassender Jude, der sich als Deutscher ausgab, hinter den Kulissen und im Ausland aber über das deutsche Volk Hasspredigten hielt und GEGEN das echtdeutsche Volk intrigierte.
    Er wird von allen Juden und Zionisten weltweit, und besonders von den Juden und Zionisten in Deutschland seit 1945, bewundert und nachgeahmt, weil es ihm gelang mit seiner Heuchelei und seinen Lügen, sich als Deutscher auszugeben, dabei aber deutschtodfeindlich zu handeln, dabei das deutsche Volk über seine wahre deutschtodfeindliche Haltung zu täuschen und das deutsche Volk heimtückisch zu hintergehen.

    Z.B. haben die Bolschewiken-Juden als sie die russische Zarenfamilie ermordeten folgenden Auszug aus Heines jüdischem Judengedicht mit Blut an die Wand geschrieben:
    Belsazar ward aber in selbiger Nacht
    Von seinen Knechten umgebracht.

    Auszug aus Disputation vom JUDEN Heinrich Heine:

    »Trotzen kann ich deinen Geistern,
    Deinen dunkeln Höllenpossen,
    Denn in mir ist Jesus Christus,
    Habe seinen Leib genossen.

    »Christus ist mein Leibgericht,
    Schmeckt viel besser als Leviathan
    Mit der weißen Knoblauchsauce,
    Die vielleicht gekocht der Satan.

    »Ach! anstatt zu disputieren,
    Lieber möcht ich schmoren, braten
    Auf dem wärmsten Scheiterhaufen
    Dich und deine Kameraden.«

    ——————-

    Aus seinem Gedicht „Die Weber“:

    Im düstern Auge keine Träne,
    Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne:
    „Deutschland, wir weben dein Leichentuch,
    Wir weben hinein den dreifachen Fluch –
    Wir weben, wir weben!
    /////
    Mazeltov!

    Gefällt mir

  2. Anna sagt:

    Bundeslied für den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein
    Georg Herwegh 1863

    Bet und arbeit! ruft die Welt,
    Bete kurz! denn Zeit ist Geld.
    An die Türe pocht die Not –
    Bete kurz! denn Zeit ist Brot.

    Und du ackerst, und du säst,
    Und du nietest, und du nähst,
    Und du, hämmerst, und du spinnst –
    Sag, o Volk, was du gewinnst!

    Wirkst am Webstuhl Tag und Nacht,
    Schürfst im Erz- und Kohlenschacht,
    Füllst des Überflusses Horn,
    Füllst es hoch mit Wein und Korn.

    Doch wo ist dein Mahl bereit?
    Doch wo ist dein Feierkleid?
    Doch wo ist dein warmer Herd?
    Doch wo ist dein scharfes Schwert?

    Alles ist dein Werk! o sprich,
    Alles, aber nichts für dich!
    Und von allem nur allein,
    Die du schmiedst, die Kette, dein?

    Kette, die den Leib umstrickt,
    Die dem Geist die Flügel knickt,
    Die am Fuß des Kindes schon
    Klirrt – o Volk. das ist dein Lohn.

    Was ihr hebt ans Sonnenlicht,
    Schätze sind es für den Wicht,
    Was ihr webt, es ist der Fluch
    Für euch selbst – ins bunte Tuch.

    Was ihr baut, kein schützend Dach
    Hat’s für euch und kein Gemach;
    Was ihr kleidet und beschuht,
    Tritt auf euch voll Übermut.

    Menschenbienen, die Natur,
    Gab sie euch den Honig nur?
    Seht die Drohnen um euch her!
    Habt ihr keinen Stachel mehr?

    Mann der Arbeit, aufgewacht!
    Und erkenne deine Macht!
    Alle Räder stehen still,
    Wenn dein starker Arm es will.

    Deiner Dränger Schar erblaßt,
    Wenn du, müde deiner Last,
    In die Ecke lehnst den Pflug,
    Wenn du rufst: Es ist genug!

    Brecht das Doppeljoch entzwei!
    Brecht die Not der Sklaverei!
    Brecht die Sklaverei der Not!
    Brot ist Freiheit, Freiheit Brot!

    Gefällt mir

  3. gabrielbali sagt:

    Teils witzig, zugegeben, und bewundernswert treffend pointiert, aber, alles in allem, voller Schwermut, das
    dargebrachte Heine-Werk. Ob man mit so vielen Grautoenen tatsaechlich Farbe in diesen Blog bringen kann?

    Wie sollen solcherlei Gedanken unsere Welt farbig und letztlich gluecklich (bumi bahagia) machen?

    Heine: „Hängen würden wir sie gern – doch sie sind so große Herrn. Philanthropen, Ehrenmänner – manche
    sind auch unsre Gönner – Und man macht aus deutschen Eichen keine Galgen für die Reichen.“

    Das, wenigstens, aus Heine’s Feder, schafft Freude: “Gotte versah uns mit zwei Händen, daß wir doppelt
    Gutes spenden…”. Dann geht es jedoch sofort wieder trostlos weiter.

    Annas Beitrag ist gleich noch schwaerzer (- von wegen Farbe reinbringen). Ja, das Gesagte mag in grauer, dunkler Vorzeit Gueltigkeit gehabt haben, aber wollen wir anno dazumal verweilen oder wollen wir uns endlich aus all den immer nur selbst auferlegten Zwaengen befreien?

    Darf ich leise daran erinnern, dass wir uns de facto alles selbst auferlegen? Und damit auch die Sklaverei,
    von der alle 2 Sekunden da wie dort die Rede ist? Warum sollten wir erneut in die Vergangenheit eintauchen
    und unseren Fokus erneut auf die alten Leiden richten?

    Da ist keiner mehr, den wir haengen muessten oder beschuldigen oder gar verurteilen, zumindest nirgendwo
    ausser in unseren Koepfen, die endlich einmal durchgelueftet gehoerten, aber kraeftig!

    Wer seinen Fokus auf Positives richten mag, lernen und weitergehen will, ist mit Richard Bach (USA – Buecher u.a. “Die Moewe Jonathan” und “Illusionen”) besser bedient, wie ich meine. Hier ein kurzer Auszug aus “Illusionen”:

    “Es gibt kein Problem, das nicht auch ein Geschenk fuer dich in Haenden truege. Du suchst Probleme, da
    du ihre Geschenke brauchst”.

    Haetten der gute Heinrich und ebenso Annas ruehrige Arbeiterlied-Texter aus dem vorvorigen Jahrhundert den hier zitierten Vierzeiler von Richard Bach schon gekannt und vor allem auch beherzigt, waeren uns beide langen Texte erspart geblieben, denn sie waeren nicht geschrieben worden. Wir haetten uns folglich gleich mit dem wichtigen Thema “Verantwortung fuer mich und mein Schicksal uebernehmen und tragen” befassen koennen.

    So aber gehen wir als Menschheit bereits seit langer, langer Zeit gewaltige Umwege. “Gewaltig” im wahrsten Sinne des Wortes. Ja, und diese Umwege werden sich erst dann eruebrigen, wenn wir als Menschen endlich bereit sein werden, unseren persoenlichen Fokus auf die Uebernahme der Verantwortung fuer unsere eigene Zukunft (wie auch fuer unsere Gegenwart und Vergangenheit!) zu richten.

    Aendern wir unseren Fokus nicht bald in Richtung „Selbst Verantwortung tragen“, wird es „bumi bahagia“ nicht geben, sondern weiterhin gegenseitige Bezichtigungen und Beschuldigungen, Verurteilungen, Krisen, Konflikte und Kriege und weiterhin Leid auf allen erdenklichen Ebenen…

    Gefällt mir

  4. thomram sagt:

    Wilkommen, Extre äh Exkremist

    Gefällt mir

  5. Anna sagt:

    „Annas Beitrag ist gleich noch schwärzer …“ gabrielbali

    Keineswegs. Das Gedicht ruft doch geradezu zur Selbstverantwortung auf. Wenn „der Mann der Arbeit“ seine Macht erkennen würde, gäbe es nicht das Gefälle im Wohlstand. 4 Wochen Generalstreik würden das verdeutlichen.

    Die Lage der Arbeiter hat sich keineswegs so entwickelt, wie man das im 3. Jahrtausend erwarten könnte. Es gibt gerade in Deutschland Dumping Löhne, Leiharbeiter und eine sehr bescheidene Rente für ein langes Leben voller Arbeit. Deshalb gilt der Aufruf auch heute, sich aus den Zwängen zu befreien, eben „aufzuwachen“.

    Gefällt mir

  6. gabrielbali sagt:

    @ Anna

    „Das Gedicht ruft doch geradezu zur Selbstverantwortung auf“.

    .

    Meinst Du? – Das, Anna, was Du da im Zusammenhang mit dem Gedicht „Selbstverantwortung“ nennst, ist in meinen Augen bloss ein Aufruf zum Widerstand.

    Wer tatsaechlich die Verantwortung fuer sein eigenes Schicksal bewusst zu tragen bereit ist, benoetigt keinerlei Widerstand, um Veraenderungen zu erreichen.

    Wer tatsaechlich die Verantwortung fuer sein eigenes Schicksal bewusst in die Hand genommen hat, erreicht die gewuenschte Veraenderung ausschliesslich durch Kooperation.

    Widerstand ist stets kontraproduktiv, auch wenn dies nur wenige Leute bemerken wollen…

    Gefällt mir

  7. Anna sagt:

    Ich sehe keinen Widerstand. Zuerst muss man mal erkennen, was ist, um die geeigneten Maßnahmen treffen zu können, z.B. Kooperation der Mittel, um „das Joch zu brechen“ und das gilt nicht nur für Arbeiter. Es geht um die Möglichkeiten der Wahl und die ist nur möglich, wenn man „aufwacht“.

    Und ja, ich stimme Dir zu, Widerstand ist zwecklos.

    Für alle Freunde der Kooperation habe ich noch einen Ausschnitt aus einem Channeling, den ich sehr interessant finde:

    Kooperation ist eine Aktion, die du in dir selbst generierst. Es ist eine Aktion, die du ausführst, um dich gewissermaßen selbst zu ehren. Es ist eine Aktion, in der du keinen Widerstand gegen dich selbst erzeugst. Ein Kompromiss ist Widerstand und es gibt immer Erwartungen, die mit Kompromissen einhergehen.

    Wenn du mit anderen Individuen interagierst und diese als störend empfindest, geht es nicht darum, das andere Individuum zu belehren und von ihm ein anderes Verhalten zu fordern, sondern authentisch mit dir selbst zu sein und dir zu erlauben, dich mit all deinen Vorlieben auszudrücken, ohne das andere Individuum herabzusetzen. Dies wird eine friedvollere Umgebung ermöglichen.

    Gefällt mir

  8. luckyhans sagt:

    @ Exkrem-t:
    Immer wieder lehrreich zu beobachten, wie sich Menschen – anstelle zum Gesagten etwas beizutragen – sich in den Autor verbeißen und an diesem herummäkeln, noch dazu mit unbewiesenen Behauptungen. War das alles?

    Gefällt mir

  9. Exkremist sagt:

    @Hans im Glück

    Da du nicht geschrieben hast, was genau du an meinem Kommentar hinterfragst, habe ich hier etwas schönes für dich…

    http://de.JJmetaJJpedia.orgJJ/wiki/Heinrich_Heine

    Man entferne einfach die großen Kleingütigen und voila…

    Gefällt mir

  10. Exkremist sagt:

    Kleinhütigen, nicht gütigen 🙂

    Gefällt mir

  11. Vollidiot sagt:

    Nomen est Omen.
    Reiz – Reaktion.
    Immer wieder gerne eingesetzt.
    Leute auf Spur bringen.
    Auch in Demokraturen – da werden demokratische Reflexe gefördert und verlangt.
    Gesinnung ist innig mit Reiz/Reaktion und damit mit Reflexen verbunden.
    Allfällig und umfassend ist der Anspruch an uns sich Reiz-Reaktions-Schameta auszuliefern.
    Ob das jemals wird aufhören.
    Und so wundert es nicht, wenn bei Namen, wie z.B., Heine, Jesus, Hitler die Raste einfährt.
    Pfingsten und der heilige Geist – blase diesen Dreck aus der Röhre.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: