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Pestalozzi: Aktiv werden

Angeregt durch die Ergänzung von Martin zu unserem unlängst hier geposteten Artikel über nach wie vor aktuelle Vorträge fast 40jährigen Alters – vom Ende der 70er Jahre – von Hans A. Pestalozzi soll hier der Schlußabsatz aus einem Artikel zitiert werden, der in „Schritte ins Offene“ Nr. 3/1978 erschienen ist.
Es handelt sich dabei um eine Ansprache anläßlich des Reformationssonntags in der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Locarno und Umgebung vom 5. November 1978.
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Das entscheidende ist, daß wir handeln.
Welch große Hoffnung liegt in der Alternativbewegung!
Welche Chance bietet uns die Selbsthilfe!
Selbst wieder aktiv werden, sein Geschick in irgendeiner Form wieder selbst in die Hände nehmen – das ist der entscheidende Schritt.

Ob es um die Schaffung einer Tagesschule oder eines Kinderladens, ob es um die Realisierung einer Wohnstraße oder die Wiederbelebung eines Quartiers, ob es um den Kampf gegen eine Autobahn oder für eine vernünftige Verkehrskonzeption, ob es um die Selbsthilfe von Randgruppen, seien es Invaliden, Alte, Patienten oder Jugendliche, ob es gar um den weltweiten Kampf gegen AKWs beziehungsweise für menschliche Alternativen geht: jede dieser Bürgerinitiativen, jede dieser Selbsthilfeaktionen, jede dieser Gemeinschaftsaktionen ist eine wichtige politische Aktion.

Politisch deshalb, weil es um neue Versuche geht, unser Zusammenleben menschlicher, natürlicher, gerechter zu gestalten, weil es darum geht, selbst über uns entscheiden zu können, weil es ein Schritt ist auf dem Weg, die heutigen Machtverhältnisse abzubauen und sie durch demokratische Strukturen zu ersetzen.

Es gibt keine andere Kraft gegen den Totalitätsanspruch der Wirtschaft als den mündigen Bürger.

Es geht schlicht und einfach darum, unser Bekenntnis zur Demokratie zu verwirklichen, und zwar in allen Lebensbereichen – auch in der Wirtschaft.“

.

Natürlich versteht der Autor gemäß dem damaligen Erkenntnisstand die Demokratie noch als Volksherrschaft und meint, damit eine echte Umsetzung des Willens der Mehrheit der Menschen zu erreichen.

Und bei allem Einverständnis mit den „höheren“ Dingen: diese materiell-grobstoffliche Welt ist unsere primäre „Spielwiese“, auf der wir lernen und Erfahrungen sammeln. Hier gilt es, zuerst zu bestehen – und das geht nicht vom Sessel aus.

Was und wie jeder Einzelne Wirkung erzielen will, das ist jedem selbst überlassen – innere Ordnung und Reinheit sind Voraussetzung, damit auch im außen endlich Ordnung und Klarheit entstehen können.
Und Bewegung, Handeln ist der Weg.

Luckyhans, 1.11.2015


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