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Buch? Handel? Zukunft?

Gerald Grüneklee aus Bremen, genannt „der Ziegelbrenner“ – Buchhändler und lange Jahre Anbieter von anarchistischer Literatur, nach Geschäftsaufgabe inzwischen mit dem Verkauf seiner Restbestände beschäftigt, wagt in unregelmäßigen Abständen EINWÜRFE – dieser hier trägt den Untertitel „Anmerkungen zur Buchkultur , Teil I“ – für mich als Bücherwurm interessant genug und wert, verbreitet zu werden.
Luckyhans, 8. Oktober 2015
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Buch? Handel? Zukunft? – Anmerkungen zur Buchkultur , Teil I

Wann, wenn nicht in Herbst und Winter, ist Lese-Zeit? In den letzten Monaten brachen auch meine Verkäufe ein. Der Abverkauf gestaltet sich sehr schleppend. Doch es wäre schön zu sehen, dass es noch Menschen gibt, die Interesse an diem vorhandenen, reichhaltigen Bücher-Fundus haben. So wünsche ich mir zum Jahresende noch viiiele Buchbestellungen, auf dass trotz kalter Jahreszeit die Bücherberge dahinschmelzen.

Neulich in der Uni-Buchhandlung:
ein Viertel der Ladenfläche ist jetzt umgebaut zu einem Shop mit Uni-Devotionalien – T-Shirts, Umhängetaschen, Schals, Tassen. Bald wie ein Fußball-Fanshop.
Es gibt weiterhin: eine ganze Reihe Drehständer mit Postkarten, die lustig sein wollen; mikrowellenbeständige Stofftiere; Koch- und Gartenbücher; die Spiegel-Bestsellerliste; einen Grabbeltisch mit günstigen Sonderausgaben in China gedruckter Literaturklassiker – Kafka, Dostojewski etc., in diesem trostlosen Ambiente hat das schon eine vermutlich unfreiwillige Ironie. Verloren in der hinteren Ecke stehen dann ein paar halbleere Regale mit wissenschaftlicher Literatur, überwiegend bestückt mit den Pflichtlektüren, die die Profs im Semester gelesen haben wollen. Eine Handvoll Bücher Gender Studies. Ein bisschen Bourdieu, Foucault, Habermas. Auch Naturwissenschaften – die Uni gibt viel darauf, Exzellenzuni sein zu wollen.
Die klassischen Reihen mit den Büchern von Verlagen wie Suhrkamp, Merve, Junius sucht man vergebens.
Deutlich zeigt sich die Krise – bloß welche? Es handelt sich offenbar um eine multiple, grundlegende Krisenerscheinung: Die der Uni, des politischen Bewusstseins, der „Intelligenz“, des Buchhandels.

Kein Zweifel: wenn der Buchhandel dem „Markt“ überlassen bleibt, wird er in absehbarer Zeit in der bisher bekannten, beinahe flächendeckenden Breite nicht mehr vorhanden sein. Ein verminderter Mehrwertsteuersatz und die Buchpreisbindung reichen nicht aus. In bisher selten zu hörender Deutlichkeit sprach Verleger Jochen Jung dies im Buchhandels-Fachmagazin „Börsenblatt“ aus: der Buchhandel ist, ähnlich beispielsweise dem Theater, Teil des „Kulturversorgungssystems und als solches subventionsbedürftig“.
Für die Uni-Buchhandlungen kommt hinzu: gerade jüngere Menschen recherchieren viel übers Internet, haben eine Affinität zu E-Books (allein der Name klingt schon irgendwie hässlich). Und das zunehmend verdichtete Studium, Nebenjobs, steigende Mieten etc. lassen wenig Zeit und Geld für Buchlektüren übrig. Da ich selbst gerade ein Studium begonnen habe, spüre ich diese Entwicklungen am eigenen Leib. Klar, ein paar Lesungen und ein bisschen mehr „Kundenorientierung“ helfen allein wenig angesichts dieser grundsätzlichen Krise. Doch wer seine Buchhandlung, ähnlich einem Kaffeegeschäft, nun zur beliebigen Alles-Handlung ausbaut – von der Unterwäsche bis zu Reisen – hat im Grunde selbst schon aufgegeben.
Immerhin – diese Buchhandlung existiert. Noch. Letztens kam ich wieder bei einem dieser aus dem Boden sprießenden Pfandleihhäuser vorbei, die ihren Profit aus der Not anderer Menschen beziehen und dies noch als Wohltat ausgeben. Vor einiger Zeit war an diesem Standort noch eine wunderbare Büchergilde-Buchhandlung, die von einer engagierten Buchhändlerin geführt wurde. Vom Buchhandel zum Leihhaus – geht´s symbolischer?

Freilich, wer wird die guten Bücher, die zu lesen sind, künftig noch schreiben?
Die unter EU-Kommissionspräsident Juncker geplante Änderung des Urheberrechts ist ein Rückschritt in feudale Zeiten: nur wer privilegiert ist (wer Mäzenaten gefunden hat oder aus reichem Elternhaus ist, geerbt oder reich geheiratet hat) wird es sich dann noch leisten können, zu schreiben. Denn für kreatives Schreiben braucht es Muße, also auch eine gewisse materielle Sicherheit – von Ausnahmen abgesehen, die es natürlich immer geben wird.
Die Vielfalt kreativen Schaffens und Publizierens ist bedroht, wenn Menschen nicht mehr von geistiger Arbeit leben können sollen. Diese Gefahr droht gleich von zwei Seiten: denn die datensammelwütigen Konzerne machen gegen Bares viele Informationen über Kauf- und Lesegewohnheiten zugänglich – gerade wenn es schwieriger werden wird, vom Schreiben zu leben, ist zu befürchten, dass künftig in erster Linie solche Bücher geschrieben werden, bei denen mittels bestimmter Kriterien auch eine entsprechende Verkäuflichkeit anzunehmen ist. Geistige Monokultur wird die Folge sein.

Dabei sollte es hellhörig machen, wenn gerade jene multinationalen Konzerne wie Amazon, Apple, Facebook und Google so hartnäckig auf eine „Liberalisierung“ pochen, die auch den Freihandel befürworten (TTIP lässt grüßen) – und die längst andere Geschäftsmodelle haben: denn die Botschaft der vermeintlichen Gratiskultur (in der es zudem auf der anderen Seite einen uferlosen Produkt- und Markenschutz gibt) ist: wenn es nichts kostet, werden wir selbst zum Produkt (bzw. de Informationen, die wir liefern und die dann verkäuflich sind).
Es ist bezeichnend, dass jene, die eifersüchtig ihre Algorithmen bewachen, zu Ausverkäufern kultureller Produktivität werden oder sie doch zumindest versuchen, das intellektuelle und kulturelle Angebot verknappen.
Zu befürchten ist dann eine Monopolisierung des Wissens, mindestens aber eine stärkere Lenkung und Kontrolle, bis hin zur Zensur (so sperrte Apple bereits einige Bücher in seinen Apps, die z.B. „zu freizügig“ waren) in den Händen weniger globaler Akteure – und eben dies ist ja auch das Ziel, zum Wohle des maximalen Profits.

Schalten wir also den vorauseilenden Gehorsam in unseren Köpfen ab, verweigern wir uns. Warum sollten wir den Konzernen immer mehr und detailiertere Informationen über das geben, was wir tun und was wir mögen? Die Konzerne brauchen uns – wir aber nicht die Konzerne.

„Dass Du Dich wehren musst, wenn Du nicht untergehen willst, das musst Du doch verstehen.“ (Bertolt Brecht).

Es gibt sie noch, die guten Buchläden.
Nicht zuletzt im Osten des Landes. Maren Böhm empfiehlt das „Buchlokal“ in Berlin-Pankow (Ossietzkystraße 10): „Die Präsentation der Bücher ist sehr liebevoll. Wunderbar kompetente und freundliche Buchhändlerinnen arbeiten dort“.
Ein Kunde, der nicht genannt werden möchte, ist angetan vom „Buchladen und Antiquariat Fürstenwerder“ (Nordwestuckermark, Berliner Straße 4), die „feine Bücher, alt und neu, guten Kaffee frisch gemahlen, Wein und Vinyl, Sitzen, Klönen und Rausgucken“ bietet.
Mir fällt dazu die Buchhandlung „Wörtersee“ in Leipzig (Peterssteinweg 7), quasi ein Beiboot der ebenfalls in Leipzig ansässigen Connewitzer Verlagsbuchhandlung, ein. Einer kleinen Wunderkammer gleich gibt´s hier ausgesuchte Kinderbücher, moderne wie antiquarische Bücher, außergewöhnliche Druckwerke der nahegelegenen Hochschule für Graphik und Buchkunst, alles sehr schön arrangiert.

Und was ist Eure Lieblingsbuchhandlung?

Es gibt im deutschsprachigen Raum nur wenig Orte oder Gebäude, die an die vielfältige Geschichte libertärer, linksradikaler Bewegungen erinnern. Das Geschichte immer die Geschichte der Herrschenden ist wird gerade an der Denkmalskultur sichtbar. Umso schöner, dass der von AnarchistInnen gegründeten Bakuninhütte in Thüringen nun der Denkmalstatus verliehen wurde.
Ich gratuliere! Weitere Infos: http://www.bakuninhuette.de/

Es grüßt Der Ziegelbrenner

Jetzt stöbern auf http://www.ziegelbrenner.com!
Zur Rubriken-Übersicht geht es hier: http://www.ziegelbrenner.com/produkt-kategorie/buecher/.

PS: „messerscharfe Analysen, wie immer“ – meine Einwürfe werden viel gelobt. Danke für dieses Feedback. Über Lob & Kritik freue ich mich immer – und natürlich freue ich mich auch, wenn alle, die meine Texte und Kommentare mögen, diese auch eifrig in den sozialen Medien, Mailinglisten etc. posten und weiterleiten. Auch dafür nochmal besten Dank!

Der Ziegelbrenner (Inh.: Gerald Grüneklee)
Alter Dorfweg 15, 28259 Bremen
info@ziegelbrenner.com


14 Kommentare

  1. thomram sagt:

    Da ich ein fast ganz alter Mann bin, kenne ich beides. Die wunderbare, geschichtengeschwängerte Lesestube wie auch das grell schillernde Internet, in welchem ich mich täglich tummele.

    Dem sehr guten Beitrag vom Ziegelbrenner haftet (so lese ich es) ein Hauch Wehmut an. Stellt sich mir die Frage: Wie dienlich ist es, etwas Wertvolles halten, behalten, bewahren zu wollen? Ich frage, um mich selber zum Nachdenken anzuregen.

    Wollen wir Buchhandlungen und Lesestuben, welche frequentiert werden, müssen wir sie so gestalten, wie es heutigen Lesern entgegenkommt. Internetkaffee, das ist keine Buchhaltung, doch kommt es so vielen entgegen.
    Lässt sich das vielleicht kombinieren? Die gute Buchhaltung mit dem schnellen Internet und dem besten Kaffee? Oder hinke ich mit der Idee etwa schon hinterher?
    😉

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  2. Angela sagt:

    Lieber ThomRam !

    Zitat: „…Lässt sich das vielleicht kombinieren? Die gute Buchhaltung mit dem schnellen Internet und dem besten Kaffee? Oder hinke ich mit der Idee etwa schon hinterher? „….

    Oh ja, das tust Du, haha !
    Meiner Ansicht nach ist das, oder Ähnliches die einzige Chance kleinerer Buchhandlungen. Das Persönliche , die Beratungen und vielleicht auch ab und zu kleine Leckereien. Und in kleineren Städten gibt es das durchaus schon.

    Ich habe selbst 20 Jahre lang eine eigene Buchhandlung in unserer Kreisstadt gehabt und das schon damals gepflegt. Außerdem habe ich ständig klassische ruhige Musik gespielt, ( Mozart, Albinoni, Vivaldi ) wovon ehemalige Kunden immer noch schwärmen.
    Mit dem Internet war ich natürlich auch verbunden, die bestellten Bücher wurden am nächsten Tag geliefert. Das ist allgemein im Buchhandel so.

    Trotzdem ist es durch -Amazon und Co., natürlich zunehmend schwieriger geworden. Vielleicht trifft das auf Großstädte noch mehr zu.

    Ich habe meine Buchhandlung 2008 einer jüngeren Kollegin verkauft, die sie aber leider nur noch ein Jahr lang halten konnte.

    LG von Angela

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  3. luckyhans sagt:

    Eines meiner Altersprojekte ist eine offene (nicht öffentliche) Lese-Bibliothek für Interessierte.
    Wenn Mann später mal, als vielleicht übriggebliebene „schlechtere Hälfte“ noch mag, wollte ich ein Lese-Zimmer in meinem Hause einrichten – nur mit unserer Büchersammlung und einem alten Sofa, das für interessierte junge Leute geöffnet ist – „passende Kundschaft“ über die örtliche Lehrerschaft „akquirieren“ – leise Musik (Sammlung ebenfalls vorhanden, auch Vinyl), Gespräche im Garten, nur gutes Wasser als Getränk… abends Lesungen, Kabarett, Liederabende, „Jam-Sessions“ – alles selbst oder zusammen mit anderen „Amateuren“…
    Keine Ausleihe, aber unbegrenzte Lesezeiten (nach Voranmeldung) – später auch Verkauf der Bibliothek an Bücher-Liebhaber, damit die Erben damit keinen Aufwand haben (so sie selbst nicht mitmachen).
    Soweit der „Traum“… 😉

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  4. Angela sagt:

    @ Luckyhans !

    Großartige Idee, da lacht mein „Buchhändlerherz“ ! 😀

    LG von Angela

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  5. Ludwig der Träumer sagt:

    Ich sehe noch eine andere Gefahr für die künftige Entwicklung der Lesekultur. Einerseits liebte ich das Stöbern in den verstaubten Buchhandlungen und Antiquariaten, die die Buchhändler mit Herzblut betreiben, anderseits bin ich auch dem E-Book nicht abgeneigt. Dadurch hat jeder die Möglichkeit, sein Werk ohne Risiko zu veröffentlichen. Die Zensur der Vermarkter entfällt, die nur Bestseller mit den drei B wollen (Busen, Bumsen und Blut). Kleine mutige Verlage können die Perlen der Literatur aus finanziellen Gründen nicht mehr stemmen. E-Book oder Book on Demand ist die große Chance. Wirklich?

    Muß dazu nochmal Erwins Badezimmer rauskramen zum Verständnis meines Gedanken. Für neue Leser hier:

    https://bumibahagia.com/2015/01/24/erwins-badezimmer-die-vor-zeit-1/

    Nicht politisch konforme Literatur konnte man früher oft vor der Bücherverbrennung durch verstecken noch retten oder auf Mikrofilme konservieren und notfalls in der A-Falte durch die Kontrolle der Sprachbereinigungsbehörde schmuggeln. Mit der Verbreitung über das I-Net ist man hoffnungslos öffentlich und kann jederzeit abgeschaltet werden. Es wird Zeit über neue Wege der Kommunikation nachzudenken, die nicht anfällig sind durch einfaches elektronisches Abschalten zerstört zu werden. So leicht sollen die Arschlöcher es künftig nicht mehr haben, uns geistig zu eliminieren. Das gute alte Buch wird’s bald nicht mehr geben. Diejenigen, die ihren Bücherladen aufgeben ahnen es vermutlich. Ich denke, es ist nicht nur eine finanzielle Frage. Die Bücher verrotten schneller als das Jahrhundert zu Ende geht. Pergament oder säurefreies Hanfpapier sind schon lange out.

    Aber egal. Einmal gedachtes oder Geschriebenes geht nicht verloren. Es wartet auf seine Entfaltung – gnadenlos. Besonders, wenn es Schöpfers Gedanke inne hat.

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  6. luckyhans sagt:

    @ LdT:
    Schon mal bemerkt, daß „dank dem technischen Fortschritt“ ständig die Daten auf den speichernden Datenträger auf die jeweils neuesten Formate „portiert“ werden müssen?
    Die heutigen „modernen“ Festplatten wird in 20 Jahren keiner mehr an seinen Computer anschließen können – „USB? Was’n das?“
    Und „cloud“ spricht man nicht umsonst „klaut“… 😉

    Der Tag ist nicht mehr fern, da wird eine ganze Industrie nur damit beschäftigt sein, die (zum größten Teil völlig unnötigen) Datenmassen jeweils auf die neuesten Speichermedien umzusetzen – zum Durchschauen und Löschen der nicht mehr benötigten, doublierten und redundanten Daten wird keiner die Zeit haben, sondern man wird den ganzen Schmonsens immer weiter kopieren und weiter kopieren – genau dasselbe, wie’s gegenwärtig in der Industrie stattfindet: man gräbt sich selbst die Daten-Grube, in die man hineinfallen wird.

    Denn Daten nützen nur etwas, wenn man jederzeit weiß, wo welche von ihnen zu finden sind und entsprechenden Zugriff hat.
    Sonst sind sie nutzlos.

    Ein gutes Buch (auch auf gebleichtem Papier – und wer sagt denn, daß wir nicht bald wieder Hanfpapiere haben werden?), mit Inhalts- und Schlagwort-Verzeichnis kann viele Generationen von „modernden“ Datenträgern „überleben“ – mit Zugriffszeiten nicht länger als bei den heutigen Riesen-Datenbänken – und einem gigantischen Vorteil: zum „Betrieb“ ist nur ein wenig Tageslicht erforderlich… 😉

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  7. Angela sagt:

    @ Luckyhans

    Zitat: „…Ein gutes Buch (auch auf gebleichtem Papier – und wer sagt denn, daß wir nicht bald wieder Hanfpapiere haben werden?), mit Inhalts- und Schlagwort-Verzeichnis kann viele Generationen von “modernden” Datenträgern “überleben”…“

    Das denke ich auch. Ich bin jetzt schon dazu übergegangen, für mich wichtige Artikel aus dem Internet auszudrucken und in Leitz-Ordnern zu sammeln.
    Ist vielleicht eines Tages sehr sinnvoll!

    LG von Angela

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  8. Vollidiot sagt:

    Luck

    Gute Idee.
    Im Wohnzimmer eine Lesestube einrichten.
    Dann kommt eines Tages ein Schlapphut und schaut sich ein wenig um, ließt mal ein wenig Eggert, Icke, Müller, Khan, Czernin, nicht mehr aufgelegte Steinerbände usw., Kopiensammlungen.
    Er geht dann wieder.
    Und dann gehts meinem Wohnzimmer wie der Anna-Amalia-Bibliothek.
    Zuerst brenzelts, dann gibts ein Furia und dann chömmets Löschwasser.

    Also ähnlich der Kreativität Rothschilds im Umgang mit Göte.

    Wozu der Mensch im dumpfen Wahne fähig ist – auch in diesem Lande der Wichte und Henker – Mann ist das geil, gemmer Bücher brennen, aufm Hauptmarkt.
    Was früher Hexn warn, nu sinns Biecher.
    Nur – Materie kannst so behandeln – die Ideen nie.
    Die lassen sich sowas doch nicht gefallen.
    Auch wenn die Schweinelatte sich die größte Mühe gibt Ideen zu verhindern oder zu verfälschen, was in die Welt will läßt sich nicht aufhalten.
    Nu hammer über 6 Mrd. Ideenempfangsmöglichkeitträger, selbst wenn die Geidstons in Dschordscha verwirklicht sein werden, es sind immer noch ne halbe Milliarde, nichts wird die Ideen aufhalten.

    Worauf ich rauswill: Ideenempfangsmöglichkeitträger haben eine exponentiell wuchernde Wirkmöglichkeit.
    Das ist das Problem und die Heilung.

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  9. Vollidiot sagt:

    LDT

    Machen wirs wie die alten griechischen Rhapsoden, einfach erzählen.
    Dem wissenschaftlich verbrämten Menschen ist das ein Graus, weil er, wenn er fragt wo das stünde, einer Enttäuschung anheimfiele.
    Die alten Grichen trauten dem Papier nicht – so ändern sich die Zeiten – der Mensch als Wahrheitsträger und -überbringer. Da war Wahrheit noch an persönliche Verantwortung geknüpft.
    Schau dir Steinervortragstexte an, sie wurden damals auch redigiert, und nun kommt so nach und nach, auch seine eigenhändig geschriebenen Texte, eine überarbeitete oder eine kommentierte oder kritische Version heraus.
    Klar, denn heutzutage ist man ja klüger – in den Verlagsstuben?! – oder etwas drüber, z.B. bei der Congregatio Jesu.
    Die arbeiten nach ihrem alten, ureigensten Prinzip: je fester der Homo manipulo etwas glaubt, desto wahrer wird es.
    Sie brauchen nur willige Vollstrecker als „Zwischenwirte“ für ihre Welterlösungsfantasien und diese Wirte sitzen überall, gut geölt und geschmiert. Das gemeine Schaf in den Herden mag leicht Verdauliches, Hirnträgheitförderndes, welches ein angenehmes Lebensgefühl pflegt.

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  10. luckyhans sagt:

    @ Volli:
    Ray Bradbury – „Fahrenheit 451“?

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  11. Ludwig der Träumer sagt:

    Danke Lucky und Angela für Euren Einwurf. Über diese Sichtweise hatten sich bei mir gefühlte fünf Tonnen Papier angesammelt, die mit meinem Ausstieg aus dem Hamsterrad und der Vorstadtvilla irgendwie versorgt werden mußten. In meinem Wohnwagen konnte ich nur noch zwei Meter Bücher unterbringen. Also was tun? Es war Herzblut, das weg mußte. Bei der Auswahl was mitgeht, wurde mir schnell klar, daß viel Literatur, die ich gebunkert hatte, inzwischen wertlos für mich ist, da ich mich irgendwie weitereitwickelte. Es war gar nicht so einfach, diese für mich überholten Bücher loszuwerden ohne sie zum Altpapiercontainer zu bringen. Mir wurde damit auch klar, daß ich ohne Ballast abwerfen keinen Schritt weiterkomme.

    Ich schätze heute die Möglichkeiten über das I-Netz, genau die Literatur zu finden, die mir in der Denke weiterhilft. Gab es früher in den Bibliotheken Schlagwortkataloge, durch die man sich mühsam stundenlang durchkämpfen mußte um vielleicht die gesuchte Information oder Inspiration zu finden, so ist es heute möglich, innert weniger Minuten selbiges zu finden. Wirklich? Nicht ganz.

    Neudenker, Spinner, die die Welt zum guten verändern könnten, waren selten zu finden. Wundert mich übrigens, daß die Anarchisten und R. Steiner überlebten und heute über das I-Net zu neuen Ehren kommen. Lange Zeit war da Ruhe.

    Das Problem der Speicherung hat Volli richtig erkannt mit der regelmäßigen Bücherverbrennung. Also was gewinnen wir, wenn wir Bücher heute noch in Papierform bunkern? Muß zugeben, hab lieber noch ein Buch auf dem Bauch beim Einschlafen liegen als Kreuzschmerzen beim Lesen vor dem Schlepptop. Hilft alles nix. Die gute alte Zeit zurückholen ist nicht mehr.

    Der Abgriff, das Ausspionieren war schon immer da. Der Geheimdienst beginnt in der Familie Trotz den irrwitzigen Gefahren, denen wir durch das I-Net, Wolkenspeicher ausgesetzt sind, nutzen wir die neuen Möglichkeiten der Kommunikation. Es finden sich Möglichkeiten, die Infos, die für uns wichtig sind zu retten. Sie werden feinstofflicher. Anfänglich in Stein gemeißelt (die Erosion hat sie vernichtet), dann in Bücher gedruckt(genauso vergänglich), anschließend auf Magnetplatten gespeichert (innert 5 Jahren tot), heute in den Wolken gespeichert – und wo morgen?

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  12. luckyhans sagt:

    @ LdT:
    Toll – genau, welche Daten sind wirklich not-wend-ig?
    Das Netz wird in Kürze nur noch „wertvolle“ Daten gegen Bezahlung liefern – siehe hier: https://bumibahagia.com/2014/09/16/wegscheide/ – kostenlos wird man sich künftig nur noch selbst verblöden können – zumindest solange es – dank unserer täglichen Mitwirkung – dieses kranke System noch geben wird.

    Anarchisten und Theosophen hat man rechtzeitig und tiefgründig stigmatisiert – bis heute sind für die meisten die Begriffe „Chaos“ und „Anarchie“ synonym – ebenso wie „Waldorf“ und „seinen Namen tanzen“ – alles natürlich OHNE sich mit den damit verbundenen Inhalten zu befassen… sind also beides nur „Randerscheinungen“ geblieben, daher „ungefährlich“ – frag mal einen Normalbürgen nach Rüdi oder Bakunin…

    „Die gute alte Zeit zurückholen“? Nein, das ist’s nicht, das will niemand.
    Das Gute aus der „alten Zeit“ bewahren – das ja…

    Und wir „ollen“ sind für die geheimnisvollen Dienste eh uninteressant – groß Einfluß haben wir nicht, den Block kann man jederzeit zuklappen, falls er zu „aufmümpfig“ wird… und unsere Kinder sind schon derart „eingebunden“ in das Hamsterrad, daß wir uns den Mund fusselig reden können, ohne was zu erreichen.
    Vorbild? – „Du must ja nicht…“ heißt es dann… schließlich haben wir ja auch 40 Jahre „voll mitgemacht“… sogar an ganz „pösen Stellen“… Also sind wir doch „unschädlich“. Da gibt’s wichtigere Leute, „um die man sich kümmern muß“: die noch richtig Mehrwert erbringen…

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  13. Ludwig der Träumer sagt:

    chris123 (IK-News) zeichnet sicher ein klares Bild von dem was auf uns zukommt und auch bereits teilweise Realität ist. Aufhalten wird keiner von uns diese Entwicklung. Warten auf einen Messias, der uns von dieser Krake befreit ist noch größere Illusion als eine Veränderung mit Generalstreik oder Revolte herbeiführen zu wollen. Es scheint mir Programm durch das die Menschheit muß. Da werden auch die paar Aufgewachten nichts ändern, die diese düstere Entwicklung ahnen.

    Sie beschränken sich auf prophetisch Negatives. Ist ja toll, wenn man solche Fähigkeiten hat, die sich im Gegensatz des Geschwurbels eines Nostradamus auf reale Entwicklungen der Neuzeit berufen kann. Ich möchte jetzt behaupten, diese Zeitgenossen sitzen in der Falle der Elite, der sie entkommen wollten. Ich schätze die Klarsicht – hier stellvertretend durch chris123. Aber genau an dieser Stelle habe ich auch größte Bedenken ob uns das ständige Mantra der Scheiße in der Welt wirklich weiterhilft. Das Volk wird sich auch künftig bedenkenlos und modebewußt sogar geistige -Intelligenzabbuchungsimplantate einsetzen lassen, wenn Microsoft, Apple, Amazon oder Zalando es anbieten. Man will ja nicht von Gestern sein.

    Was ich an bb besonders schätze ist der Grundgedanke, aus der Scheiße fruchtreichen Kompost zu machen. Die Beschreibung der Scheiße ist wichtig, was aus ihr entstehen kann – noch wichtiger. Das schaffen die Negativbeschreiber leider loch nicht. Sind sie zu sehr an der Gefahr der Schlange gefesselt die sie erstarren läßt, wenn sie ihnen zu nahe kommt, obwohl sie schnellfüßiger flüchten könnten?

    Was angesagt ist, den Mist erkennen und was draus machen. Das für sich positive rausziehen und einen Plan haben – den umsetzen, was nützlich ist um Schöpfers Plan, der eigentlich unserer eigener ist umzusetzen.
    Man möge mich jetzt für vollkommen bekloppt halten, aber mir fällt in diesen Zusammenhang etwas ein:

    Solches ist bei sich zu tragen,
    Wahrheit allzeit zu besagen,
    Das ist gar ein gutes Ding,
    Einzudringen in den Ring,
    Der sich allezeit ernst drehet,
    Da die lichte Wahrheit wehet.
    Wie die Pfeife, so der Ton,
    Wie Arbeit, so der Lohn,
    Wie der Berg, also des Krümme,
    Wie das Herz, also des Stimme!
    Wer mag dies in sich begreifen?
    Wem wird dieser Ölzweig reifen?
    Wahrheit ist ein Licht dem Lichte,
    Licht dem Lichte zum Gerichte.
    Kannst du nun um Sonnen freien,
    Wie im Licht die Erd‘ entweihen?
    Finstrer Zweifler, fliehe, fliehe,
    So ich Sonnen niederziehe!
    Sieh, die Hirsche rennen Wette;
    Magst du heben diese Kette?
    Magst der Wahrheit Spur nicht finden,
    Wer wird dich der Nacht entbinden?

    (von Jakob Lorber, Die Fliege – Einblicke in die Wunder der Schöpfung http://www.chemtrails-info.de/jl/flie/index.htm )

    Hab sonst nix mit dem Pfaffendenken von Lorber zu tun, aber das muß sein.

    So jetzt geht’s wieder in den Bierkeller. Dort sind zur Zeit die klügsten Geister anzutreffen.

    Carpe Diem sagte Jens Blecker (IK-News) und verpißte sich in den Urwald Kanadas. Ich bleib hier und mache das Beste daraus, was mir möglich ist. Meine Flucht in den Wohnwagen ist sicher auch nicht die Lösung. Wat nu?

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  14. […] Mehrmals schon hat hier der Ziegelbrenner, ein ehemaliger spezieller Buchhändler, über das Thema Buch und Handel reflektiert. Heute nun geht es um etwas Besonderes: anarchistische Buchkultur – „frei ohne Gewalt“. Viel Spaß wünscht Luckyhans, 4. Juni 2016 —————————————————– […]

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