bumi bahagia / Glückliche Erde

Irrte Sir Isaac?

Eine Denkschrift von Theo, dem Logiker

Ist es eine Folge des immer brutaler hervortretenden Kauf-Verkauf-Charakters unserer heutigen „Lehrling“-schaft?

(man mag es kaum noch „Gesell“-schaft nennen, so kindisch stellt sich die Menschheit an)

Daß neben den vernünftigen Kriterien, nach denen man das, was man liest, hört und sieht, auf Wahrheitsgehalt und Glaubwürdigkeit überprüft – Nachprüfbarkeit der genannten Fakten, Nachvollziehbarkeit der gezogenen Schlußfolgerungen und Sauberkeit der dahinter deutlich werdenden Charaktereigenschaften sowie „ein gutes Gefühl im Bauch“ – daß man daneben auch immer schon danach trachtet herauszufinden, was einem der oder die jeweilige Autor oder Autorin denn da EIGENTLICH „VERKAUFEN“ will?

Geht es euch auch so?
Ist das noch „normal“? Man weiß es nicht. 😉

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Nach diesem „Vorwort“, auf das wir am Ende zurückkommen werden, nun zur Sache.

In dieser Betrachtung geht es um die schulwissenschaftliche Erklärung, warum wir nicht durch die „Fliehkraft“ von der rotierenden Erde „weggeschleudert“ werden und die damit verbundenen Widersprüche – hoffentlich gelingt es, dabei vollständig auf dem Boden der in der Schule gelehrten Physik zu bleiben.

Bitte die nächsten Absätze unter genau diesem Gesichtspunkt zu betrachten.

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Unsere Erde ist ein Planet mit ca. 12.700 km Durchmesser und einer auf der Grundlage des Newtonschen Gesetzes berechneten (!) Masse von knapp 6 Trilliarden Megatonnen.

Nach den genannten Gesetz der Anziehung üben massereiche Körper aufeinander eine Kraft aus, die sich errechnet aus dem Produkt ihrer Massen, geteilt durch das Quadrat (!) ihres Abstandes, mal der (ebenfalls berechneten!) Gravitationskonstante.

Rechnung:

Ein 80kg schwerer Mann wird mit der folgenden Kraft von der Erde angezogen:

F = GmErde⋅mMann/(rErde)2=6,673⋅10−11m3kg⋅s2⋅5,976⋅1024kg⋅80kg/(6378⋅103m)2= 784,25 N

Demzufolge wirkt auf einen Menschen mit der Masse von 80 kg eine Gewichtskraft von ca. 784 Newton.

Soweit so gut.

Das wäre so, wenn wir Mensch und Erde separat betrachten.
Dürfen wir aber nicht.
Denn wir dürfen ja den Mond nicht vergessen.

Einen Körper, der (angeblich) auf der Erde zu Ebbe und Flut führt, d.h. einen sehr merklichen Einfluß auf die Wasser der Ozeane ausübt, dürfen wir auch in der Schulwissenschaft nicht vernachlässigen.

Also müssen wir anstelle der Erde einen rechnerischen „Körper“ voraussetzen, welcher Erde und Mond in ihrer gegenseitigen Beeinflussung berücksichtigt.

Damit entsteht ein „Gespann“, dessen Schwerpunkt (nach Newton) nun nicht mehr in der Mitte der Erdkugel liegt, sondern deutlich (um ca. 4350 km, d.h. 0,7 Erdradien) davon abweicht.
Das führt (nach derselben schulwissenschaftlichen Seite ) auch zu einer „Abweichung“ der berechneten Erdmasse vom „Tabellenwert“ (woher auch immer dieser stammt).

Klar?

Und, jetzt kommt das beste: dieser gemeinsame Schwerpunkt verlagert sich permanent – je nachdem, wo sich der Mond bei seinen Erdumrundungen, die ja mit der Drehbewegung der Erde nicht ganz synchron verlaufen, gerade befindet.

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Und hier taucht nun das erste „richtige“ Problem auf.

Wenn das so ist: warum haben dann alle Körper auf der Erde überall dasselbe Gewicht?

Dürfte doch nicht sein, denn wenn der gemeinsame Schwerpunkt des Systems Erde-Mond nicht im Erdmittelpunkt liegt und ständig „wandert“, sollte doch das gemessene Gewicht eines beliebigen Körpers auf der Erdoberfläche ständig variieren – je nachdem, wo er sich bezüglich dieses „gemeinsamen“ Massezentrums, das ja mit der Mondbewegung ständig „herumwandert“, befindet. Es müßte sich also deutlich meßbar ständig verändern.

Logisch? Und? Tut es das?

Wem sind dazu umfangreiche Messungen, welche das Newtonsche Gesetz dann tatsächlich beweisen würden, bekannt?

Wenn nicht: warum werden solche Messungen nicht angestellt?

Ober gab es sie, und sie haben zu „falschen“ Ergebnissen („Abweichungen vom Tabellenwert“) geführt? Und haben das „Gesetz“ der Anziehung nicht bestätigt?

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Ein zweites Problem erscheint bei der näheren Betrachtung der o.g. Einflüssen des Mondes auf die Ozeane der Erde – genannt Ebbe und Flut.

Der „Flutberg“ entsteht nämlich nicht nur auf der dem Mond zugewandten Seite der Erde, sondern auch auf der dem Mond abgewandten Seite.

Wie denn das?

Die „Erklärung“ mit dem Kreisen der Erde um den gemeinsamen Schwerpunkt von Erde und Mond ist jedenfalls nicht logisch nachvollziehbar – man braucht sich das nur mal bildlich vorzustellen: welche Kraft sollte das Wasser bewegen, derart stabil den zweiten Wellenberg zu bilden?

Und noch eine praktische „Anomalie“:
an der fast genau in Nord-Süd-Richtung verlaufenden französischen Atlantikküste trifft der jeweilige Flutberg – das kann jeder Küstenbesucher gemeinsam mit einem entfernten Bekannten an anderer Stelle der Küste jederzeit per Mobiltelefon selbst nachprüfen – deutlich nacheinander an den verschiedenen Küstenstädten ein und nicht gleichzeitig, wie es nach der Mond-Anziehungs-Theorie sein müßte.

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Ein vorerst letztes Argument, das uns an der Richtigkeit des Aufbaus der gesamten „Schwerkraft-Theorie“ zweifeln läßt.

Nach einer Berechnung auf derselben Abi-Physik-Seite ist die sog. Gravitationskraft die schwächste aller Kräfte – gegenüber der elektro-statischen (coulombschen) Abstoßungskraft, mit der sich zwei Elektronen abstoßen, ist die Massen-Anziehungskraft zwischen denselben Elektronen um das 10 hoch 42-fache geringer.
Das ist eine Eins mit 43 Nullen!

Und diese schwächste aller Kräfte soll – nach der wirren newtonschen Formel, die schon beim Schwerefeld unseres Mondes bereits versagt, denn dieses ist viel kleiner als nach der Formel „berechnet“ – diese schwächste Kraft soll es sein, welche dafür sorgt, daß das Sonnensystem in seiner ungeheuren Dynamik und über die gigantischen Entfernungen hinweg (bitte nicht vergessen: der Abstand der Massen steht quadratisch im Nenner!!!!) „im Gleichgewicht“ gehalten wird?

Wer glaubt denn sowas? Und wenn es zehnmal in der Schule „gelehrt“ wird?

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Kurz:

Wollen wir uns auf diese wenigen mit Newtons Lehre nicht stringent erklärbaren, aber beobachtbaren Fragen beschränken und einfach feststellen, daß die uns beigebrachten Erklärungsmuster und „Gesetze“ offensichtlich nicht für eine Beschreibung der „objektiv existierenden Realität“ geeignet sind.

Entweder wir brauchen andere „Gesetze“ – oder wir müssen die „Realität“ anders betrachten.

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Entsprechend der eingangs dargelegten Erklärung nehme ich in Anspruch, euch nichts Neues, keine neue Theorie oder Weltsicht, VERKAUFEN zu wollen, sondern einfach nur zum Nachdenken über die bisherige, „übliche“ oder „schulwissenschaftliche“ Sicht auf die Dinge anzuregen – mehr nicht.

Neue Theorien aufzustellen sei denen überlassen, die sich damit „professionell“ (?) auseinandersetzen und seit vielen Jahren von unseren Steuergeldern dafür nicht schlecht bezahlt werden.

„Ist ein Füsiker an Bord?“ 😉

Es möchten bitte auch keine altklugen „Bewertungen“ damit verbunden werden, denn niemand kann etwas für seine jeweils zeit- und erkenntnisstand-gebundenen Einsichten – wie schon der angeblich „größte Deutsche“ seinerzeit so treffend formulierte:
„Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern? Niemand wird mich hindern, heute zu neuen Einsichten zu gelangen.“


8 Kommentare

  1. Uatu sagt:

    Zunächst mal allgemein festgehalten: Für Gravitationsfelder gilt das Superpositionsprinzip, was vereinfacht bedeutet, dass sich mehrere Gravitationsfelder ungestört überlagern. Daraus folgt, dass man die aus mehreren Gravitationsfeldern resultierenden Kräfte einzeln berechnen, und anschliessend vektoriell addieren kann.

    Durch den Einfluss des Mondes ändert sich das Gewicht eines Körpers an der Erdoberfläche tatsächlich laufend, allerdings nur in winzigem Ausmass (z.B. bei einem 80 kg schweren Körper im Mikrogramm-Bereich). Die maximale Anziehungskraft tritt auf, wenn der Abstand minimal ist, der Mond also gewissermassen direkt „über“ dem Körper steht. Für diesen Abstand sei der mittlere Abstand des Monds von der Erde abzüglich des mittleren Erdradius verwendet: d = 384400000 m – 6371000 m = 378029000 m

    Für die Anziehungskraft ergibt sich:

    F = 6,674E-11 N(m/kg)^2 * (80 kg * 7,348E22 kg) / (378029000 m)^2 = ca. 0,0027 N (das entspricht einem Gewicht von ca. 0,28 mg)

    Die effektive Gewichtsänderung ist sogar noch erheblich geringer, weil für sie nur die Differenz zwischen der Beschleunigung der Erde insgesamt (bezogen auf den Erdmittelpunkt) in Richtung Mond und der Beschleunigung des Körpers an der Erdoberfläche in Richtung Mond relevant ist.

    a = (G * M) / d^2 – (G * M) / r^2 = (6,674E-11 N(m/kg)^2 * 7,348E22 kg) / (378029000 m)^2 – (6,674E-11 N(m/kg)^2 * 7,348E22 kg) / (384400000 m)^2 = ca. 1,13E-6 m/s^2

    Das ist die gravitative Beschleunigung, die effektiv vom Mond auf einen Körper relativ zur Erdoberfläche ausgeübt wird, wenn der Mond genau „über“ diesem Körper steht. Gegenüber der Erdbeschleunigung von ca. 9,81 m/s^2 ist dieser Wert ausser bei extrem grossen Massen (wie den Ozeanen) völlig vernachlässigbar. Bei einem 80 kg schweren Körper ergibt sich eine effektive Gewichtsänderung von: 80 kg * 1,13E-6 m/s^2 / 9,81 m/s^2 = ca. 9,22E-6 kg = 9,22 µg

    Der Umstand, dass die Gezeitenflut auch auf der mondabgewandten Seite der Erde auftritt, ist ein schönes Beispiel dafür, dass die menschliche Intuition nicht zum Verständnis von nicht-alltäglichen physikalischen Vorgängen ausgelegt ist. Das ist die Ursache für viele unsinnige Theorien und Missverständnisse. Intuition mag in Alltagssituationen (zwischenmenschlichen Beziehungen, etc.) ihren Nutzen haben. Wer jedoch (ohne entsprechende langjährige Erfahrung) versucht, nicht-alltägliche physikalische Vorgänge per „Bauchgefühl“ zu verstehen, wird sehr oft in die Irre geleitet werden.

    Tatsächlich ist für die effektive Gezeitenbeschleunigung, wie ich oben bereits erwähnt hatte, die Differenz zwischen der Beschleunigung der Erde insgesamt (bezogen auf den Erdmittelpunkt) in Richtung Mond und der Beschleunigung des Körpers an der Erdoberfläche in Richtung Mond relevant. Bei einem Körper auf der mondabgewandten Seite der Erde ist die Beschleunigung in Richtung Mond wegen des grösseren Abstands geringer als die der Erde insgesamt. Man kann sich das ungefähr so vorstellen (wobei ich warnen möchte, dass diese Vorstellung nur sehr begrenzt sinnvoll ist), dass die Erde vom Ozean weggezogen wird.

    Zur Verdeutlichung noch ein Gedankenexperiment: Man stelle sich eine lange, an der Mondoberfläche befestigte Schnur vor, an der drei Kugeln aufgereiht sind. Die mittlere Kugel ist die Erde, die beiden anderen Kugeln sind die Ozeane auf der mondzu- und mondabgewandten Seite der Erde. Alle drei Kugeln werden von der Gravitation des Mondes in dessen Richtung beschleunigt. Die Beschleunigung ist aber aufgrund des unterschiedlichen Abstands für jede Kugel unterschiedlich. Die dem Mond nächste Kugel wird am stärksten beschleunigt, und wird sich in einer bestimmten Zeitspanne weiter auf den Mond zubewegen als die mittlere Kugel. Der Abstand zwischen diesen Kugeln wird sich also vergrössern. Genauso wird die mittlere Kugel stärker beschleunigt als die am weitesten vom Mond entfernte Kugel, auch der Abstand zwischen diesen beiden Kugeln wird sich also vergrössern. Betrachtet man dies nun aus der Sicht der mittleren Kugel (der „Erde“), entfernen sich beide seitliche Kugeln (die „Ozeane“). Deshalb gibt es sowohl auf der mondzu- als auch der mondabgewandten Seite der Erde eine Gezeitenflut.

    Man kann übrigens das Gravitationsgesetz mit dem Cavendish-Experiment (ursprünglich 1798 von Henry Cavendish durchgeführt, Google verrät mehr) mit nicht allzu grossem Aufwand direkt praktisch überprüfen. Z.B. Gymnasien sollten die entsprechende Ausstattung haben.

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  2. Uatu sagt:

    Korrektur: Mir ist gerade aufgefallen, dass mir die Gewichtswerte jeweils um eine Einheit verrutscht sind. Richtig ist:

    Anziehungskraft: 0,0027 N (das entspricht einem Gewicht von ca. 0,28 g)

    Effektive Gewichtsänderung: 9,22E-6 kg = 9,22 mg

    Ausserdem noch eine Erläuterung zu dem beschriebenen Gedankenexperiment, weil das u.U. missverständlich sein könnte: Die Schnur ist mit einem Ende an der Mondoberfläche befestigt, und verläuft senkrecht dazu.

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  3. luckyhans sagt:

    @ Uatu:

    Vielen Dank für Deine Mühe, uns mit einer Rechnung, die auf den eben kritisierten „Gesetzen“ beruht, uns von der Richtigkeit dieser „Gesetze“ überzeugen zu wollen. Ob das so funktionieren kann?

    Denn es gibt Experimente, die jeder nachvollziehen kann, daß „Massenanziehung“ KEIN einseitiges Phänomen ist, sondern daß Massen sich anziehen oder abstoßen können.
    Ein frei aufgehängter Stab wird von einem anderen Stab entweder angezogen oder abgestoßen – je nachdem, in welcher Entfernung dieser Stab gehalten wird. Eines dieser Experimente ist hier zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=KdVtxGGvFUU
    Die Stäbe sind weder elektrisch aufgeladen noch magnetisiert, und es wird mit denselben Enden beider Stäbe mal Anziehung und mal Abstoßung erzielt.
    Erklärung? Ich bin nicht der Füsiker.

    Zu Deinen Darlegungen:
    „Für Gravitationsfelder gilt das Superpositionsprinzip, was vereinfacht bedeutet, dass sich mehrere Gravitationsfelder ungestört überlagern.“ –
    Wer hat das jemals gültig experimentell festgestellt?
    Nein, nicht „theoretisch berechnet“, sondern in einem Experiment bewiesen?
    Es ist ein Postulat – genau wie die Massenanziehung.
    Auch die quadratische Abhängigkeit von der Entfernung ist ein Postulat – ein sinnvolles, weil es teilweise mit Beobachtungsergebnissen übereinstimmt – aber eben nur teilweise.

    Mit derselben „Richtigkeit“ (besser: „Berechtigung“) kann man eine Kraft postulieren, welche alles in Richtung einer größeren Masse drückt – einen Äther, zum Beispiel, wie ihn auch ein gewisser A.E. in einer späteren Arbeit wieder einegführt hat.
    Für die Funktion der Planetensysteme und Galaxien müssen dann natürlich andere „Kräfte“ verantwortlich gemacht werden – wie zum Beispiel hier dargelegt: http://viaveto.de/plasma.html.

    Und zu dem vorgestellten Gedankenexperiment mit den 3 Kugeln.
    „Alle drei Kugeln werden von der Gravitation des Mondes in dessen Richtung beschleunigt. Die Beschleunigung ist aber aufgrund des unterschiedlichen Abstands für jede Kugel unterschiedlich.“ –
    Daraus müßte doch logisch folgen, daß die beiden Flutberge auf der mondzugewandten und auf der mondabgewandten Seite unterschiedlich „hoch“ sein müssen. Sind sie aber nicht.
    Und jetzt bitte nicht wieder die Unterschiede mit dem angezweifelten „Gesetz“ kleinrechnen… 😉

    Noch ein Gedanke.
    Falls die Planetensysteme tatsächlich von der sog. „Massenanziehung“ in Schwung gehalten werden sollten – was aufgrund der immensen Entfernungen, die quadratisch in die Rechnungen eingehen, und der ungeheuren gegenseitigen Dynamik (ein mit tausenden Kilometern pro Sekunde durch den Raum sausendes, rotierendes ca. 30-Körper-System, da ja zumindest die großen Monde mit berücksichtigt werden müssen!) durch die Bewegung des gesamten Sonnensystems, welche in dieser Dynamik niemals ohne Energiezufuhr ablaufen kann, völlig unsinnig ist anzunehmen – dann müßten sich die äußeren Planeten entsprechend dem dritten Keplerschen „Gesetz“ (der Begriff „Satz“ wäre treffender) dementsprechend zueinander verhalten.
    Das tun sie auch einigermaßen (http://www.astrokramkiste.de/planeten-tabelle), wobei auch hier wieder nicht korrekt zwischen experimentell verifizierten und postulativ berechneten Werten unterschieden wird.

    Wer sich überhaupt nicht an diese „Gesetze“ hält, das sind die Sonnensysteme in den Galaxien – die Galaxien drehen, soweit dies bisher beobachtet werden konnte, alle synchron, d.h. als Ganzes, somit bewegen sich die äußeren Sonnensysteme deutlich schneller als die inneren – die kennen halt die Keplerschen Sätze nicht… 😉

    Nun, ich bin kein Allwissender, und ich kann nicht beurteilen, was da richtig ist und was nicht. Wenn aber etwas nicht „paßt“, dann kann ich das anmerken. 😉

    Man könnte sich jetzt darauf zurückziehen, daß man nur das gelten läßt – wie das eigentlich die heutige dogmatische Wissenschaft auch zu ihrem Prinzip erhoben hatte – was sich mit den Beobachtungen und Ergebnissen der Experimente deckt.
    Wobei:
    Experimente können immer nur das beweisen, was sie beweisen sollen. Aufbau und Meßeinrichtungen sind stets ganz klar auf ein bestimmtes, vorher postuliertes Ergebnis ausgerichtet. „Überflüssige“ Meßeinrichtungen, die auch andere Phänomene mit erfassen könnten, werden nicht vorgesehen… (siehe dazu auch meine bb-Artikel „Wissen heißt messen“ und die „Teilchen-Mythos“-Reihe)

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  4. Uatu sagt:

    Es gibt kein glaubwürdiges Experiment, bei dem sich eine gravitative Abstossung beobachten lässt. Das Experiment in dem russischen Video hat mit Sicherheit nichts mit Gravitation zu tun, da die beteiligten Massen viel zu klein für entsprechende Effekte sind. Es dürfte sich entweder um einen Fake (z.B. mit im Holz versteckten Magneten) oder um elektrostatische Effekte handeln. Ich bezweifle auch sehr, dass das Experiment von glaubwürdigen Experimentatoren nachvollzogen werden konnte, weil es sonst wesentlich bekannter wäre.

    Tausende von Bahnberechnungen (im Sinne von Vorausberechnungen, die mit der anschliessenden Beobachtung exakt übereinstimmen) für Himmelskörper bestätigen sowohl das newtonsche Gravitationsgesetz als auch das Superpositionsprinzip für Gravitation.

    Einen der ersten grossen Erfolge in dieser Hinsicht erzielte der zu dieser Zeit 24-jährige C.F. Gauss 1801 mit der Bahnberechnung des Zwergplaneten Ceres (im Asteroidengürtel). Ceres war im Januar 1801 entdeckt worden, wurde jedoch nach kurzer Zeit wieder aus den Augen verloren. Gauss gelang es mit Hilfe von hochkomplexen Berechnungen (die im Endeffekt auf dem newtonschen Gravitationsgesetz basieren) aus den wenigen vorhandenen Beobachtungsdaten den Bahnverlauf zu bestimmen, woraufhin Ceres im Dezember 1801 nahe der von Gauss berechneten Position wieder aufgefunden werden konnte. Diese Leistung brachte Gauss erhebliches Ansehen in der internationalen Wissenschaftsgemeinde ein. 1809 veröffentlichte er dazu: „Theoria motus corporum coelestium in sectionibus conicis solem ambientium“ (Theorie der Bewegung der Himmelskörper, die in Kegelschnitten die Sonne umlaufen). Die beschriebenen Berechnungsverfahren werden z.T. heute noch verwendet.

    Ein weiterer Triumph gelang 1846 mit der Entdeckung des Planeten Neptun. Aufgrund von Abweichungen der Uranus-Bahn vom theoretisch berechneten Verlauf vermutete man seit den 1820er Jahren die Existenz eines weiteren Planeten. In den 1840er Jahren berechneten der Brite J.C. Adams und (noch wesentlich genauer) der Franzose U. Le Verrier unabhängig voneinander dessen theoretischen Bahnverlauf. Im September 1846 wurde Neptun dann fast exakt an der von Le Verrier berechneten Position entdeckt.

    Das waren nur einige historische Beispiele. Heute kann man sämtliche Bahnverläufe im Sonnensystem exakt vorausberechnen bzw. per Computer simulieren. Solche Berechnungen wären nicht möglich, wenn das newtonsche Gravitationsgesetz und das Superpositionsgesetz für Gravitation nicht zutreffen würde. Dabei ist zu beachten, dass die Keplerschen Gesetze nur eine (für viele Zwecke ausreichende) Vereinfachung der tatsächlichen Abläufe darstellen, die sich aus dem newtonschen Gravitationsgesetz ergeben. Sie beschreiben nur ein Zweikörpersystem (z.B. den Umlauf eines Planeten um die Sonne) exakt. Bei Mehrkörpersystemen sind je nach Genauigkeitsanforderung die notwendigen Berechnungen wesentlich komplexer.

    Allerdings ist auch das newtonsche Gravitationsgesetz selbst nur eine Näherung, die jedoch für die meisten Bahnberechnungen ausreicht. Bei starken Gravitationsfeldern (im Sonnensystem betrifft das im wesentlichen die inneren vier Planeten aufgrund ihrer Nähe zur Sonne) und hohen Genauigkeitsanforderungen (z.B. bei den Periheldrehungen, für die dieses Verfahren im wesentlichen verwendet wird, geht es um Bogensekunden pro Jahrhundert) ist eine noch komplexere Berechnung auf Basis der Relativitätstheorie erforderlich.

    Eine weiterere sehr wesentliche Bestätigung sowohl für das newtonsche Gravitationsgesetz als auch für das Superpositionsprinzip für Gravitation stellt das bereits angesprochene Cavendish-Experiment dar. Dieses Experiment wurde in den letzten ca. 200 Jahren zigtausendfach in den verschiedensten Varianten durchgeführt (übrigens auch von mir als Schüler). Damit kann man u.a. die Abhängigkeit der Gravitationskraft vom Quadrat des Abstands direkt experimentell überprüfen.

    Die Gezeitenbeschleunigung ist tatsächlich auf der mondabgewandten Seite der Erde etwas geringer als auf der mondzugewandten Seite. Gegenüber dem von mir o.g. Wert für die mondzugewandte Seite von ca. 1,13E-6 m/s^2 beträgt sie auf der mondabgewandten Seite ca. 1,08E-6 m/s^2. Wesentliche Auswirkungen hat dieser Unterschied nicht. Der Unterschied ist deshalb so gering, weil der Abstand zwischen Erde und Mond sehr viel grösser als der Radius der Erde ist.

    Falls die Planetensysteme tatsächlich von der sog. ?Massenanziehung? in Schwung gehalten werden sollten ? was aufgrund der immensen Entfernungen, die quadratisch in die Rechnungen eingehen, und der ungeheuren gegenseitigen Dynamik (ein mit tausenden Kilometern pro Sekunde durch den Raum sausendes, rotierendes ca. 30-Körper-System, da ja zumindest die großen Monde mit berücksichtigt werden müssen!) durch die Bewegung des gesamten Sonnensystems, welche in dieser Dynamik niemals ohne Energiezufuhr ablaufen kann, völlig unsinnig ist anzunehmen ? dann müßten sich die äußeren Planeten entsprechend dem dritten Keplerschen ?Gesetz? (der Begriff ?Satz? wäre treffender) dementsprechend zueinander verhalten.

    Planetensysteme werden nicht von der Massenanziehung „in Schwung“ gehalten. Der „Schwung“ ist im System vorhanden, und — das ist der entscheidende Punkt! — wird nicht in nennenswertem Ausmass „verbraucht“. Es ist ein leider sehr verbreiteter Denkfehler, dass eine bestehende Bewegung zu ihrer Aufrechterhaltung Energie benötigt. Versetzt man z.B. einen Autoreifen in Schwerelosigkeit und Vakuum einmal in Rotation, wird er sich — ganz ohne weitere Energiezufuhr! — bis in alle Ewigkeit weiterdrehen (von chemischer Zersetzung des Reifens u.ä. mal abgesehen). Eine Energiezufuhr ist nur dann nötig, wenn die Bewegung verlustbehaftet ist, z.B. durch Lager- oder Luftreibung. In Schwerelosigkeit und Vakuum entfallen jedoch die auf der Erde üblichen Verlustursachen. Eine Bewegung muss übrigens nicht gleichförmig sein, um ohne Energieverlust abzulaufen. Z.B. bei einer Ellipsenbahn, wie sie die Planeten um die Sonne beschreiben, ändert sich zwar laufend die Geschwindigkeit, und damit die kinetische Energie des Himmelskörpers, die Summe aus kinetischer und potenzieller Energie bleibt jedoch — ähnlich wie bei einem Pendel — stets konstant.

    Die Bewegung der Himmelskörper im Sonnensystem ist sehr weitgehend verlustfrei, und benötigt daher zu ihrer Aufrechterhaltung keine Energiezufuhr. Es gibt zwar vereinzelt geringe Verluste (u.a. durch Gezeiten), die jedoch zumindest bei den grösseren Himmelskörpern (Sonne und Planeten) nur über sehr lange Zeiträume (Millionen von Jahren) nennenswerte Auswirkungen haben.

    Bzgl. der „der immensen Entfernungen, die quadratisch in die Rechnungen eingehen“ kann ich nur wiederholen, was ich oben zu intuitiven Schlussfolgerungen bei nicht-alltäglichen physikalischen Vorgängen geschrieben habe. Das „Gefühl“, dass das Ganze bei derartig grossen Entfernungen nicht funktionieren kann, trügt. Entsprechende Berechnungen auf Basis des newtonschen Gravitationsgesetzes (wobei die Kepplerschen Gesetze — wie oben beschrieben — nur eine Vereinfachung darstellen und deshalb u.U. nicht ausreichen) ergeben die Bahnverläufe, die auch beobachtet werden.

    Viele derer, die den Naturwissenschaften Dogmatik vorwerfen, sind sich nicht annähernd des Ausmasses an Experimenten, Analysen, Diskussionen, etc. bewusst, die im Laufe der Jahrhunderte durchgeführt wurden (obwohl dieses Wissen zum allergrössten Teil frei verfügbar ist). Viele Fragen wurden schon vor langer Zeit — und z.T. von einigen der intelligentesten Menschen, die die Erde je hervorgebracht hat — auf nahezu jede erdenkliche Weise überprüft. Daraus resultiert ein tiefes Vertrauen in diejenigen Gesetzmässigkeiten, die sich über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte hinweg bewährt haben. Unabhängig davon wird in den Randbereichen dieser Gesetzmässigkeiten aktiv geforscht. Z.B. wurden vor nicht allzu langer Zeit Experimente durchgeführt, ob das newtonsche Gravitationsgesetz auch bei sehr kleinen Abständen (im Mikrometer-Bereich) gilt (was bestätigt wurde). Es gibt auch interessante Experimente zur Materialabhängigkeit der Gravitation, wie z.B. dieses hier:

    Kurze Erläuterung, da die Beschreibung des Videos etwas mager ist: Der Versuchsaufbau im Video befindet sich in den ersten ca. 5 s im freien Fall im Vakuum (im Fallturm des ZARM in Bremen — die Fallstrecke beträgt 110 m). Nach dem klassischen Gravitationsgesetz sollten alle Proben unabhängig vom Material gleich schnell fallen. Das tun sie in diesem Experiment aber nicht. Man sollte daraus jedoch keinesfalls vorschnelle Schlussfolgerungen ziehen. Es gab andere Fälle — z.B. die Pioneer-Anomalie — wo das Gravitationsgesetz scheinbar verletzt wurde, und wo sich später eine saubere und klar nachvollziehbare andere Erklärung gefunden hat. Es könnte z.B. sein, dass bei dem Fallexperiment irgendwelche nicht-offensichtliche elektromagnetische Kräfte auftreten. Bisher ist die Ursache des im Video gezeigten Effekts meines Wissens nach nicht geklärt.

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  8. berge r. sagt:

    Ich finde das ganze Gesülze abartig. Warum heißt unsere Erde PLA-NET?Genau weil die ERDE PLAN ist.
    Alles andere sind Illusionen. Sollten sie mal die Möglichkeit haben auf einen KAP zu stehen bei herrlichem
    Wetter und der Ozean ist wellenlos, dann sehen sie wie glatt es ist auf diesem unseren Pla-neten.

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