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Sandmännchen fährt glückliche 250cc / Suzuki Inazuma

Dies ist nur für Leuts, welche Sinn für Motörchen zwischen zwei Rädern haben.

Klar?

Ich hatte mir, bevor der Tsunami meiner ein bisschen (gefühlsmässig) schutzbefohlenen Familie über mich hereinbrach und mich dazu bewegte, letzte Glasperlen vor die Säue zu werfen humanitär einzusetzen, einen Luxus geleistet.

Lange schon hatte ich nach der Suzuki Inazuma (Blitz) 250 gesperbert, dachte aber, es zieme sich meiner dieses Luxusses nicht. Immerhin ziemlich genau 3Kilo Teuro. Ich überredete mein wohlkonditioniertes Ego und erstand mir sie. Die 250er Inazuma. Rot, nicht schwarz wie der Tod, natürlich.

Meine Damen und Herren motorisierte zwei Räder befahren habend oder befahrend…

Ich fuhr in steinreichen Zeiten 900Kubik Yamaha, 1100Kubik Kawa, wo man im Pfümpften alles machen kann so ab fuffzig. Gas auf und weggg.

Ja, und nun die Inazuma mit ZWEI (gibt es hier ja gar nüschdd) Kölbelchen, mit sagenhaften 24 Horses und  22 Niuutenmeetern, beide Spitzen recht weit oben, mit Drehzahl bis 11Kilo und einer Kompressi von 11,5:1. Und sex gigis (hihi. Gigi heisst hier „Zahn“. Die Gänge sind hier Zähne).

Da gibt es zu berichten.

Die einfachen Sachen.

182 Kilo. Irre schwer für son klein Motörchen. Aber särrr beruhigend im Fahrverhalten. Ich fühle mich fast wie auf einem Big Bäik. Kurve untadelig, Schlagloch untadelig. Braav bemacht, Inazuma!

Bremse hinten prima, vorne bei mittlerer Fahrweise sehr gut, bei Ausnutzung der gesamten Pauer es bitzeli mau.

Sitzen. SITZEN! Kein Kommentar. Ausser: Perfeckckt.

Kupplung: prima. Schalten, hehehe, sehr gut, und mit einem verlässlich vernehmlich vernehmbaren „Klack“, es erinnert an weit grössere Dinger.

Ah grössere Dinger. Wenn ich den Anlasser betätige, klingt es genau so, wie wenn Kawa 11 oder Yamaha 9, wiiwiwi – wummwumm, und es läuft. Grad morgen in der Früh äusserst wohltuend beruhigend erweckend, das.

Tja. und nun die Geschichte mit den zwei Zylinderchen und den 11000.

Man kann ab 2000, ist aber nicht so erfreulich.

Ab 3000 beginnt das eigentliche Leben.

Nochmals möchte ich Sie persönlich ansprechen, meine Damen und Herren. Was die Sugi Ings da kreiert haben, ist dem Paradies abgeschaut.

Falsch.

Abgehöört muss es heissen.

Zuerst aber zur Kraftentfaltelung. 3000 bis 4000 geht. Bei 4000: erste Steigerung. Bei 6000 taucht ein leiser Zweifel auf: Geht die Steigerung weiter oder nicht? Aaaahhhh, bei 7000 kommt die Antwort: Ja und ja. Bei 7000 zündet der Nachbrenner, und der hält durch bis zu den elf.

Das ist das Eine. Sehr sehr beruhigend, wenn man der Beschleunigung, aus Gründen des Wunsches zu überleben, bedarf.

Und nun das, was mich die rote schwere Tüte zu meiner Braut werden lässet: Der Ton.

Schon wieder falsch. Die Töne.

Falsch. Die KLÄNGE.

Mannmann. Fraufrau. Wenn du Maschinen MAGST, dann ist dein Gehör immer ganz vorne mit dabei. Richtig?

Eben.

Von 2000 bis 11000 bietet diese Maschine eine Abfolge von Klängen, die zu beschreiben schwierig ist. Von unten nach oben.

Es rabbelt und hat dunkle Tiefe Komponenten. Aha, die zwei Töpfe.  Ein hohes Singen gesellt sich dazu. Indes die Kraft sich entfaltet, wird das Rabbeln zum heiseren Knurren, indes obenhinein weiteres Gesänge einsetzt. Das Rabbeln entschwindet, die Tiefe ist weg, der Tenor ist stark, die Altistinnen jubilieren, es kirrt und girrt, die Sopräne setzen ein, das Ding geht hinauf und hinauf, ein Crescendo inklusive, und wenn du über 9000 drehst, dann findest du dich im schon fast infernalischen Obertonparadies wieder.

Hu, dette hab ich aber jut hinjekriechdd, wa?

Kommt dazu die mechanische Vibration. NIE lästig, und in jeder Tuurenzaal anders. Dein Aerschchen registriert nur: hehhehe, da ist was am Werkeln, auf die feinste Art.

Säuft ein bisschen fiil. 3 – 3,5 Liter / 100km hier. Ich verzeihe.

Lastwechsel muss sehr fein gemacht werden, da sie ab 3500 bei Gaswegnahme Schubabschaltung macht. Unschön der Ruck durch Getriebe und Kette, wenn von Schieb auf Zug gewechselt wird. Mit Fingerspitzengefühl ist es zu meistern.

Das war’s ma.

Wenn ich morgen nicht zu faul bin, mach ich eine Foto und häng sie hier rin (an meine sprachärmeren Brüder: jaja, ihr sagt „ein Foto“. Ist aber falsch. Das Wort kommt von „DIE Photographie“. Gruss von eurem Oberlehrer). Klar, dass eine weisse Schleife am Spiegel prangt. Die ist in einem Monat auf über 2500km zu sehen gewest. Nusa Penida. Java. Lokal.

Euer Motor Sandmännchen.

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Na ja, ich erbarme mich. Diese Foto ist nicht ideal, weil weitwinkelig perspektivisch verzerrt, aber hier mal vorerst:

DSCN0268

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Januar 2016

Mittlerweile 20’000km auf’m Tacho, innert 18 Monaten.

DSCN1466

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.DSCN1612

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.DSCN1614

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10 Kommentare

  1. chaukeedaar sagt:

    Ha, haa, weisse Schleife, wunderbar! 🙂
    Ich bin auf Sugi-Motor Rennen gefahren – das Erklingen solcher Stimmen kann liebevolle Gefühle hervorrufen, he, he…

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  2. Petra von Haldem sagt:

    Was für eine wunderschöne Gutenachtgeschichte.

    Zum Glück ist ja hier niemand neidisch, da diese Randerscheinungen eines geleuterten Seelenlebens restlos sprachlos geworden sind…..
    Meine Empfehlung:
    Text an Suzuki Japan für Reklamezwecke ordentlich verkloppen, d.h. das Schätzchen mindestens freikaufen, wenn nicht mehr.

    Natürlich wäre die freizügige Grammatik“kür“ wieder in „Pflicht“ umzuarbeiten 🙂

    Danke für den sehr sehr schönen Beitrag und für die Foto!

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  3. Lieber Thom ram,

    Du hast das Maschinchen so appetitlich beschrieben, dass ich neidisch werde. Deine Chance zu steigern:

    Mache eine Foto (graphie) per 3-D Apparat, (kann ich Dir notfalls aus Thailand schicken,) und dann ein kleines Video. Vorteil, da ist Ton dabei. Sorry, „Klang“.

    Konntest Du meine Datei von/ über Willem Breuker Kollektiv/ Rhapsody in blue per info@bumibahagia.com öffnen und genießen?

    Klaus-Peter

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  4. thomram sagt:

    @Klaus Peter

    Ich habe hineingeschaut, und ich habe mich ein bisschen amüsiert, ich bin aber nicht richtig eingestiegen, war zur Zeit mit eigenem Kram bis Gurgel besetzt. Wo war das nur. Hast du die Adresse zur Hand? Würde heut um Mitternacht nochma rinngehen.

    Blöde Frage. Was ist das fürn Adresse? info@bumibahagia.co

    Ich hab vor zwei Jahren in der CH die 11er Kawa (16 Jahre alt) per fotoapparatfilmchen aufgenommen. Die sagenhaften Geräusche dieser Monstermaschine aber waren in der Wiedergabe kläglich.

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  5. Das Problem, ich habe auf meinem Handy Musikperlen, kann das zwar selbst prima hören, weiß aber nicht wie ich das hier reinladen kann. Deswegen hatte ich versucht, Dir das per Handy (Teilen) zu senden/ schicken. info@bumibahagia.com habe ich probiert und mein Maildienst hat bis heute nicht berichtet: „Unzustellbar“. Auf jede Internetmailadresse habe ich kein Sendungsproblem.

    Klaus-Peter

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  6. Dude sagt:

    *hechzlabbersechel!*

    Danke für den Bericht!

    Kennte ich Dich nicht, dächte ich, Du hättest die Maschine von Susi für diesen tollen Werbebericht geschenkt bekommen… 😉

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  7. thomram sagt:

    @Klaus Peter

    hehe, ich bin Besitzer eines 30 Franken Nokia Dingens. Für SMS, Tel und Wecker….

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  8. thomram sagt:

    @Dudeli

    Danke für dein Hechelhechel, lächel.

    Ich überlege mir, den Bericht der Susi zu schicken. MIT copyright. Fehlt mir der Uebersetzer.

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  9. Dude sagt:

    Die können sich bestimmt nen Übersetzer leisten… 😉

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  10. […] Soseli, das war’s. Von der Inazuma hab ich schon mal geschwärmt, vor einem Jahr, hier. […]

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