bumi bahagia / Glückliche Erde

HABEN wir überhaupt?

Ohnwegs manchmal etwas „knackigen“ Kommentare und ein Buch waren der Anstoß zu diesem Artikel – ich hoffe auf rege Anteilnahme! – Euer Luckyhans.
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Philosophen, Soziologen, Spirituelle – sie alle wollen uns voranbringen, und bei vielen von ihnen ist die Losung einfach: „vom HABEN zum SEIN“.

Dabei machen wir uns nicht mal Gedanken über das Jetzige, das angebliche HABEN:

Was HABEN wir? Und warum ist das für uns so wichtig?

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Versuchen wir erst einmal, die Anziehungskraft, die das HABEN auf uns selbst hat, zu verstehen. Was wollen wir alles HABEN:

– Gegenstände, von denen wir meinen, sie brauchen zu müssen – zum Gebrauchen,

– genau einen Menschen, der uns liebt und den wir lieben,

– eine Familie, d.h. vor allem Kinder, die ein Teilchen von uns den irdischen Weg weitertragen, wenn unser Körper seine Funktion erfüllt hat,

– Dinge, die wir nicht (ge-)brauchen, aber an denen wir Freude haben,

– weitere Menschen, Freunde, deren Meinung uns wichtig ist und die uns helfen,

– eine menschliche Gemeinschaft, in der wir uns wohlfühlen – sei es ein Verein, eine Gemeinde, ein Volk oder die ganze Menschheit,

– oft auch ein Stückchen Natur (Garten), das wir pflegen und dem wir unsere Aufmerksamkeit widmen.

Dies alles ist nur beispielhaft erwähnt – wir könnten noch eine ganze Reihe Punkte mehr aufzählen, und zu jedem noch ziemlich viel Präzisierendes sagen – das sei jetzt jeder/m selbst überlassen, eine solche Liste nach den ganz persönlichen Kriterien zu führen und zu kommentieren.

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Es ist also nicht ganz wenig, was wir HABEN wollen. Vieles davon mit einer ziemlich egoistischen Komponente: es soll MEINS sein, d.h. NUR mir und niemand anderem gehören.

Manches davon bin ich bereit, anderen mal zur Nutzung zu übergeben, zu verleihen – anderes auf keinen Fall.

Es ist also zuerst einmal der Besitzanspruch, der uns diese Gegenstände und Beziehungen wertvoll macht.

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WARUM haben wir diesen Besitzanspruch, was macht den „Wert“ des Besitzes aus?

Es ist, als ob wir durch den Besitz selbst ein wenig größer, stattlicher, wichtiger geworden sind – Besitz erweitert sozusagen unsere eigene Persönlichkeit.

Nicht?

Schauen wir uns so manchen Mitmenschen an, wie er klein, dick, schwitzend, kopfhaarlos, fettig grinsend herumschwadroniert – schöne Frauen hängen verzückt an seinem Mund, seine Worte werden von allen widerspruchslos akzeptiert – warum?

Weil er (angeblich) viel Besitz hat.

Dieser verleiht ihm Ansehen und Macht – das ist die Logik unserer jetzigen Gesellschaft.

HABEN macht attraktiv = anziehend. Deshalb wollen wir also HABEN.

Und je mehr wir HABEN, desto „interessanter“ für unsere Mitmenschen werden wir.

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Tatsächlich?

Dann betrachten wir doch einmal diesen Besitz im Einzelnen – was HABEN wir wirklich?

Auf die juristischen Spitzfindigkeiten um Besitz und Eigentum ist bestimmt jeder schon mal gestoßen – in einfachen Worten besagen sie: Eigentum ist das, was einem formal gehört, und Besitz ist das, über welches reale Verfügungsgewalt besteht.

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Insofern gibt es in unserer jetzigen Gesellschaft eigentlich kein Eigentum, denn die „wichtigen“ („wertvollen“) Dinge, welche uns formal gehören können (Auto, Grundstück, Aktien etc.), sind fast alle mit irgendwelchen Steuern (Kfz-Steuer, Grundsteuer) und offenen oder versteckten Abgaben („Kosten“ für das Depot etc.) belegt.

Und wenn wir mal versuchen, diese Steuern und Abgaben nicht pünktlich zu bezahlen, werden wir sehr schnell erkennen, daß wir einfach enteignet werden.

Also: Eigentum haben wir nur an kleinen, relativ wertlosen Gegenständen, die moralisch und physisch altern, d.h. weiter immer wertloser werden.

Erkannt?

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„Hey, aber meine Schmucksammlung?“ ruft so manche Frau nun aus. Ja, Madam, dann versuchen Sie doch bitte mal ganz real, diese in „gültigen Tauschwert“ (zur Zeit ist das Papier“geld“) umzusetzen – Sie werden sich wundern.

Denn wir kaufen Schmuck zum „vollständigen“ Wert, d.h. einschließlich der darin enthaltenen Arbeit, die zur Herstellung des Schmucks aufgewendet wurde, und der Marke, die darauf eingraviert ist – verkaufen kann der Normalbürger meist nur zum Materialwert: der Stein wird nicht gerechnet, die Arbeit auch nicht, und das Edelmetall wird gewogen und zum (künstlich niedrig gehaltenen) „Marktpreis“ berechnet – nur wenige Juweliere bieten noch einigermaßen realistische Preise – fast nur bei exklusiven Markenstücken und einwandfreier Ware, und auch hier mit deutlichem Abschlag gegenüber dem Kaufpreis.

Angekommen in der Realität?

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Kommen wir zurück zum Besitz, der einzig „realen“ Sache.

Wirklich?

Nichts und niemand garantiert real unseren Besitz – er kann jederzeit wechseln, denn in dem Moment, da wir den Autoschlüssel an den Sohn oder einen guten Freund geben (oder ihn uns jemand klaut oder mit Gewalt abnimmt), hat dieser die reale Verfügungsgewalt – wir zahlen nur noch Steuer und Versicherung – Besitz ist sehr vergänglich.

Und einen echten Eigentumsnachweis haben wir meist nicht.

Kraftfahrzeugbrief? Gibt es nicht mehr.

Die neue Zulassungsbescheinigung II? Mal gelesen, was dort GESCHRIEBEN steht?

„Dies ist KEIN Eigentumsnachweis.“

Grundbucheintrag? Kann jederzeit auf Knopfdruck geändert werden – es kann von heute auf morgen allen Grundstücksbesitzern (!) eine Zwangshypothek eingetragen werden oder ähnliches.

Depotschein für die Aktien? Ein Wertpapier wie jedes andere – soviel wert, wie das Stück Papier. Denn die Aktien, die „realen“ Wertpapiere, bekommen wir aus denselben Gründen nicht mehr in die Hand – das wäre reales, „durchsetzbares“ (Teil-)Eigentum am jeweiligen Unternehmen, und auch das gibt es nicht mehr.

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Die großen Unternehmen sind heutzutage alle im Besitz der Miniatur-Fettschicht von einigen Hundert Familien weltweit, und der gesamte Mittelstand (bis auf ganz wenige Ausnahmen) ist nicht nur von laufenden Krediten (und damit von den Banken) direkt abhängig, sondern durch die weitreichende Verschuldung kann fast JEDER Unternehmer auch jederzeit durch willkürliche („die Märkte“, d.h. die wenigen Superreichen, „fordern das so“) Zinsanhebungen (ja, die Zentralbank hat auch private Eigentümer) von den Banken genauso enteignet werden, wie es der „brave Normalbürger“ heute schon ist.

Dies sollten auch die Kleinunternehmer und Mittelständler, unsere „Brüder in der Not“, endlich begreifen.

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Wem gehören dann unsere „wertvollen“ Dinge, wie Auto, Grundstück, Aktien, Unternehmen etc. wirklich?

Demjenigen, der mittels der realen Verfügungsgewalt uns jederzeit von diesem Eigentum „befreien“ kann: dem Staat bzw. der realen Organisation, der Firma oder der Bank, die eine solche Verfügungsgewalt ausübt.

Der Staat – was ist das? Ein Staat ist eine Organisationsform der Gesellschaft, bei der diese Organisation den Einzelnen, den Staatsangehörigen, im notwendigen Maße vor denjenigen Kräften schützt, denen dieser allein sonst schutzlos ausgeliefert ist – also Firmen und Organisationen, „juristische Personen“, einzelne und in Gruppen organisierte Verbrecher, innere und äußere Feinde etc.

Wem gehört der Staat?

Niemandem und allen – ein Staat hat den Interessen der Staatsangehörigen zu dienen und ein Maximum an Freiheiten zu gewährleisten, d.h. er darf diese nur beschneiden, sofern das für die genannte Schutzfunktion notwendig ist.

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Klingelt schon?

Denn wir sind bekanntlich nicht Staatsangehörige (nicht mal Staatszugehörige), sondern die Bürgen für die Schulden unseres Staates – Staatsbürger.

Und unser Staat handelt gerade nicht in unser aller Interesse.

Und so formal einiges auch klingen mag, ich möchte, daß dies allen hinreichend klar wird: Besitzen ist nicht nur uninteressanter als Erwerben – es sind alles nur Illusionen, nach denen wir streben. Wir HABEN nichts.

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Das ist das Merkmal von Sklaven: kein Eigentum, kein Besitz – verdammt dazu, die eigene (geistige und physische) Arbeitsfähigkeit zu verscherbeln.

Der einzige Unterschied zu den Sklaven des alten Roms ist: dort war der Herr noch für Gesundheit und Zustand (Ernährung, Bekleidung) seiner Sklaven verantwortlich – der heutige Staat als unser formaler Eigentümer hat es geschafft, auch diese „Sorgen“ noch auf uns selbst zu übertragen – wir sind noch rechtloser als die römischen Sklaven.

Moment mal: „der Staat als unser Eigentümer“?

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Nicht?

Keinen „PERSONAL“ausweis und/oder EU-Paß in der Tasche?

Keine „Steueridentitätsnummer“ in der Computer-Kartei der Firma „Finanzamt“?

Keine „Kredit“-Schulden?

Keine Zinszahlungen an andere? Versteckt in den Preisen aller Waren? 50% und mehr?

Aber es kommt noch besser.

Denn weder die BRD noch die EU sind Staaten.

Die BRD ist eine Verwaltungsorganisation der Alliierten für einen Teil des besetzten Gebietes des Deutschen Reiches.

Und die EU ist ein Verein.

Das sind unsere realen Besitzer. Beziehungsweise diejenigen, die hinter all dem stehen und denen diese Konstruktionen „über sieben Ecken“ gehören.

Denn „dort“ gibt es durchaus Eigentum und Besitz.

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Ja, was bleibt uns nun von unserem HABEN?

Es sind Illusionen, denen wir kraft unserer Prägungen und Konditionierungen anhängen.

Zeit, das einzusehen. Und daraus die Schlußfolgerungen zu ziehen.

Jede/r für sich.

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Einige von meinen lauten:

+ ich beurteile Menschen nicht mehr nach ihrem Besitz, materiellen „Reichtum“ oder „Eigentum“ – dies sind vergängliche, irreale Dinge – Menschen beurteilen ist sowieso nicht sonderlich sinnvoll, und materieller Besitz: „wie gewonnen, so zerronnen“…

+ das was ich HABE, be-nutze ich, damit mein SEIN schöner wird – und das SEIN derjenigen Menschen, die wir wichtig sind: meine Familie, meine Freunde und Verwandten, meine Vereinskameraden, meine Nachbarn, meine Gemeindemitglieder, meine Volksgenossen. alle Menschen, – und das SEIN der gesamten Natur: Tiere, Pflanzen, Mikroben, Boden, Wasser, Gesteine, Luft, das Weltall.

Das bedeutet aber nicht, daß ich wie ein Irrer danach strebe, immer MEHR zu HABEN – denn dann wird dieses Selbstzweck.

+ ICH selbst bin nur wertvoll, wenn es ALLEN gut geht – zurück zu den natürlichen, allen eigentlich immanenten Werten – Freiheit, Frieden, Gerechtigkeit für alle – Einschränkungen der persönlichen Freiheit nur, wenn dies die Interessen der Gemeinschaft erfordern.

Persönliches Glück ohne des GLück möglichst vieler anderer ist unnatürlich – auch wenn ich dafür unter Umständen meine Bedürfnisse mal einschränken muß.

+ die Natur gibt mir immer das Vorbild dafür, was ich mir und anderen, aber vor allem der Natur selbst zumuten kann. Denn wenn mensch mit seinen Eingriffen (auch zugunsten aller) die Natur so schädigt, daß es danach allen schlechter geht, dann wurde genau das Verkehrte erreicht. Das beinhaltet natürlich jederzeit die Klarheit über die Folgen meines Tuns, die ich ständig zu bedenken HABE.

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P.S.

Was ist Glück?

Glück ist sehr individuell und besteht weniger in Besitz, sondern eher in Beziehungen. Ein ausgeglichener Mensch, der sein Glück aus den vielen kleinen Freuden des Lebens zieht, der seine Ängste besiegt und der gesellig mit anderen lebt, ist glücklicher als viele der sog. Mächtigen.

Glück entsteht aber nicht von allein. Es erfordert Spontanität und Aktivität, soziale Verbundenheit (führt zu Geborgenheit), Konzentration auf der Hier und Jetzt, realistische Erwartungen, gute Gedanken, gelassenen Umgang mit „Unglück“, Freude durch Tätigsein. –

„Alles ist gut. Alles. Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, daß er glücklich ist. Nur deshalb. Das ist alles, alles. Wer das erkennt, der wird gleich glücklich sein, sofort, im selben Augenblick.“ – Fjodor Dostojewski

😉


2 Kommentare

  1. ohnweg sagt:

    @Lucky

    Dem gibt es nichts hinzuzufügen. Du hast verstanden. Aber ich persönlich bekomme nur Erfüllung wenn ich etwas Gutes in die Welt pflanzen kann. Und sei es nur ein schadenfrohes Grinsen. (Wenn der Schaden zu verschmerzen ist).

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  2. Schadenfreude ist kein unedles oder gar tadelnswert vorgeführtes Gefühl.

    Sie ist nicht die Freude an dem Schaden den ein Anderer vielleicht sogar wörtlich „erleidet“.
    Nein, in der übergroßen Mehrheit dieser Freuden ist es die zutiefst menschlich nachvollziehbare, verzeihliche Erleichterung, (vielleicht nur um Haaresbreite) diesem Schaden selbst glücklich zufällig entronnen zu sein.

    Deswegen doch eine r e i n e Freude.

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