bumi bahagia / Glückliche Erde

Natur-Garten (3) – Baum-Stamm

In unserer Reihe nach Viktor Schauberger „Die Natur kapieren und kopieren“ heute – das Offensichtliche, aber meist nicht beachtete oder falsch interpretierte. Hier haben wir die Möglichkeit, durch unser Eingreifen entweder der Natur zu entsprechen oder uns weiter selbstherrlich nach eigenem Gutdünken und nicht immer richtigen gärtnerischen Regeln zu verhalten.
Wem die nachfolgenden Betrachtungen nicht schlüssig erscheinen, der möge bitte seine nächsten Spaziergänge in Wald und Garten dazu nutzen, das im weiteren Dargelegte anhand seiner eigenen Beobachtungen zu überprüfen – für korrigierende Hinweise bin ich jederzeit empfänglich.

Bei der Betrachtung der Pflanzenwurzeln hatten wir erkannt, daß für jede Pflanzenart ein bestimmtes Wurzelwerk in Tiefe, Breite und Form charakteristisch ist, das nur selten mit dem oberirdischen Erscheinungsbild zusammenhängt – das trifft natürlich auch für die Bäume zu.

Bäume stellen eine eminent wichtige Pflanzengattung dar – einerseits kann ein gesundes Waldstück ebenso die Menschen ernähren wie ein gleich großes Feld – Eicheln, Kastanien, Bucheckern, Walnüsse, Haselnüsse, von Obstbäumen und den vielfältigen Beerenarten ganz zu schweigen – die genannten Waldfrüchte sind wertvolle Eiweißlieferanten, die uns die Natur gratis zur Verfügung stellt, denn jeder Baum produziert ein Vielfaches an Früchten von dem, was zum Erhalt des Waldes notwendig ist. Menschen und Tieren könnten sich absolut gesund und völlig natürlich unserem Verdauungstrakt entsprechend ernähren.

Andererseits spielt der Wald für den Wasserhaushalt der Erde eine absolut dominierende Rolle – er PRODUZIERT Wasser – dazu demnächst mehr.

Heute soll es uns um die Gesundheit unserer Bäume gehen – ob im Garten oder im Wald.

Es zeigt sich, daß sich bestimmte Baumarten unter bestimmten natürlichen Bedingungen besser entwickeln. Das hängt nicht nur mit den Bodenverhältnissen und dem Klima (arid oder humid, d.h. Verdunstung > Niederschlag oder umgekehrt) zusammen, sondern auch mit der Höhenlage und der geografischen Lage auf unserer Erde.

So finden wir in derselben Klimazone von Meereshöhe bis einige Hundert Meter Höhe vorwiegend Laubbaum-Arten, während weiter oben die Nadelbäume dominieren.

Welcher Einfluß ist es, der diese „Schichtung“ hervorbringt?

Es ist die Sonneneinstrahlung, die, je höher wir kommen, desto stärker wirksam ist – vor allem die UV-Anteile.

So können sich die „Immergrünen“ ganzjährig gegen die Sonneneinstrahlung schützen, während Laubbäume im Winter auf das Miteinander des Waldes angewiesen sind.

Wir können das auch an den verschiedenen Rindentypen der Baumarten bestätigt finden – die meisten Laub- und Nadelbäume haben eine glatte, dünne Rinde (Schattenholzarten), andere eine dicke, „strukturierte“ Borke (Lichtholzarten).

Betrachten wir zunächst das Wachstum der Bäume. Für das Dickenwachstum der Bäume ist das Kambium zuständig – das ist die Schicht unmittelbar unter der Rinde – hier verlaufen die Safttransport-Adern, und hier wächst der Baum jedes Jahr in die Dicke – im Sommer mehr, im Winter weniger1 – dadurch entstehen unterschiedliche Dickenzunahmen – die wir als Jahresringe an jedem einigermaßen frischen Baumstumpf oder Baumstamm erkennen können.

Je enger die Jahresringe beieinander liegen, desto fester das Holz – je breiter sie sind, desto weicher das Holz. An den unterschiedlichen Jahresringen kann sehr exakt das Klima der jeweiligen Jahre am jeweiligen Standort abgelesen werden – breite Ringe weisen auf ein warmes, sonniges Jahr hin.
Soweit wohl nichts Neues.

Nun finden wir aber auch Baumstümpfe, bei denen die Jahresringe teilweise auf der einen Seite des Baumes schmal und eng sind, und im übrigen Bereich breit – wie ist das zu erklären?

Die Betrachtung des Standortes zeigt, daß der Bereich mit den breiten Ringen in den jeweiligen Jahren direkt von der Sonne beschienen wurde – zum Beispiel, weil dort forstwirtschaftlich „ausgeholzt“ wurde, d.h. die schattenspendenden Nachbarbäume „der menschlichen Nutzung zugeführt“ worden waren.
Bis dann neue Schattenspender herangewachsen waren oder sich der Baum mit Hilfe von Ästen selbst beschatten konnte, mußte das Kambium unseres Baumes durch breitere Saftkanäle die Erwärmung durch die Sonne ausgleichen.

Da breitere Jahresringe jedoch weicheres und damit „schwächeres“ Holz bedeuten, ist daraus zu folgern, daß ein Baum nicht allein dastehen darf „wie Max in der Sonne“ – Bäume sind, wie auch Menschen, gesellige Wesen.

Jetzt kommt doch bestimmt gleich wieder ein ganz Schlauer und zeigt mir viele Bäume, die da ihren Lebtag lang völlig allein in der Gegend herumstehen.

Bittesehr: dann schauen wir uns solch einen einzeln stehenden Baum einmal genauer an – was sehen wir?

Richtig: Äste auf der gesamten Höhe, von unten bis oben – der Baum versucht, sich selbst zu beschatten, damit er nicht soviel Arbeit in den Safttransport investieren muß, denn sein natürliches Bestreben ist es, schönes festes wertvolles Holz (OHNE viele ASTLÖCHER!) zu „produzieren“.

Die „Abneigung“ gegen die Sonneneinstrahlung kann soweit gehen, daß Bäume, die langfristig am Waldrand oder an Wegen stehen, ihre Kronen sogar zur Haupt-Sonnen-Einstrahlungs-Richtung hin neigen – nur um ihren Stamm vor der „überschüssigen“ Strahlung zu schützen – das kann man manchmal auch an Gartenbäumen sehen.

Und das uns immer von Garten-„Fachleuten“ angeratene Abschneiden der Jungtriebe seitlich am Stamm eines (der Sonne ständig ausgesetzten) Obst-Baumes, mit denen er seinen Stamm vor der Sonne schützen will, ist keine geeignete Methode, einen gesunden Baum zu erhalten – solange nicht ein schnell wachsender Strauch die Beschatter-Rolle übernimmt, wird der Baum immer wieder versuchen, sich durch Seitenschößlinge etwas Kühlung zu verschaffen.

In unserem Garten sind sogar „plötzlich“ hochwachsende Kräuter dort „aufgetaucht“, wo ein junger Baumstamm durch falsches Anpflanzen der Sonne ausgesetzt war – die Natur hilft sich oft selbst – durch kooperative Zusammenarbeit verschiedener Pflanzen…

Sehen wir uns mal die Bäume in einem naturnahen Wald an. Nähern wir uns so einem Wald, so finden wir zum einen eine terassenartige Abstufung zum Waldrand hin: es geht los mit Gräsern und Kräutern – letztere werden immer höher, dann folgen Büsche und dann kommen die Bäume – zuerst die Lichtholzarten, die Sonne gut vertragen, und weiter im Waldinnern die Schattenholz-Arten. Schattenliebende Bäume am Waldessaum neigen stets ihre Kronen in Richtung Sonneneinstrahlung.

Alle Bäume stehen im Wald stets „im richtigen Abstand“ voneinander – die jungen Schößlinge bekommen so anfangs wenig Licht, daß sie in den ersten Jahr(zehnt)en einen schönen festen Kern aufbauen können – die großen Bäume beschatten sie sorgsam und halten die Sonnenstrahlung von ihnen fern.
Erst wenn sie ein entsprechend großes Wurzelwerk (siehe der vorige Beitrag) aufgebaut haben und dementsprechend ihre Krone strukturieren, können sie mehr Licht verarbeiten. Sie entwickeln einen schönen geraden Stamm fast ohne Äste, der eine den jeweiligen Niederschlagsverhältnissen und der Waldgröße und -struktur entsprechende Länge errreicht.

Bringen wir nun mit einer falsch angelegten forstwirtschaftlichen Nutzung („Ausholzen„) diese fein aufeinander abgestimmten Wachstumsprozesse durcheinander, so ist die Folge, daß (zumindest zeitweilig) an den verbliebenen Bäumen zusätzliche Äste wachsen, wo die Sonne plötzlich einstrahlen kann, und das Holz weicher und damit anfälliger für „Krankheiten“ und „Schädlinge“ wird.

Der Wald wird also auch durch die sog. „sanfte Bewirtschaftung“ geschädigt, und das Holz der verbliebenen Bäume nachfolgend weniger wertvoll.

Noch schlimmer ist das brutale Fällen ganzer Waldabschnitte – damit wird nicht nur der Boden zerstört, weil er nach jahrelanger Beschattung nun plötzlich der Sonne ausgesetzt ist – so schnell kann sich die dem Schattenboden angepaßte Mikroflora und -fauna nicht umstellen, sie stirbt ab – der Boden verliert seine Lebendigkeit.

Dann wird zwar meist „wiederaufgeforstet“, aber vorwiegend mit Nadelwald-Monokultur gleichen Alters in geraden Reihen – so wächst kein Wald, meine Herren Forstfachleute!

Es ist stets zumindest Mischwald anzupflanzen – keine Nadelwald-Monokultur – erst recht nicht in unteren Lagen. Die „aufgeforsteten“ Baumsetzlinge und Jungbäume, die bitte unterschiedlichen Alters sind, sollten erstmal durch Kräuter und schnellwachsende Sträucher vor der nun starken Sonneneinstrahlung geschützt werden, auch damit der Grundwasserspiegel nicht zu schnell und zu rapide absinkt. Sie dürfen nicht in Reihen angeordnet werden, sondern sollten schachbrettartig mit durchaus unterschiedlichen Abständen sinnvoll gesetzt werden.

Besser: keine brutalen Eingriffe in die Wälder – ganz im Gegenteil: wir brauchen eine Rückkehr der Wälder – ganz Mitteleuropa war einmal eine durchgängig waldige Gegend, und wie gesagt: die menschliche Ernährung läßt sich durch Bäume und Sträucher genauso vielseitig und wertvoll gestalten wie mit naturnaher Landwirtschaft – und wir bekommen wieder gesundes energiereiches Wasser in unsere Flüsse – dazu, wie gesagt, demnächst mehr.

Die Schlußfolgerungen für die Umgestaltung des eigenen Gartens im Sinne der Hinweise dieses Beitrages überlasse ich jeder/m Einzenen selbst.
Lernen wir, unseren Garten im Einklang mit den Wünschen der Pflanzen aufzubauen, und sie werden es uns durch gesundes Wachstum und reiche Ernten danken – meint euer Natur-Gärtner Luckyhans.

P.S. Wer sich zum Thema Bäume, Forstwirtschaft und Stoffwechsel der Bäume näher informieren will, dem seien die Kapitel 17 und 18 des Buches „Naturenergien verstehen und nutzen“ von Callum Coats ans Herz gelegt.

1  wir merken uns das bitte: auch im Winter wachsen die Bäume – sie „schlafen“ nicht vollständig!


2 Kommentare

  1. thomram sagt:

    Danke, Lucky,
    dein Beschrieb von Sonne / Rinde / Schutz ist mir neu. Sehr bedenkenswert.

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  2. luckyhans sagt:

    Die im Artikel beschriebenen Fakten kann jede/r bei einem Spaziergang durch Wald und Feld oder auch im eigenen Garten überprüfen und so sein Auge für die Natur ein wenig „schärfen“ – sie hat unsere Aufmerksamkeit bitter nötig!

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