Eckehardnyk, Montag 12. Januar NZ 14
1
Vertrauen sei gut, Kontrolle jedoch besser, soll Lenin gesagt haben. Das mag für seine Partei gegolten haben, die, außer zuletzt, immer Recht hatte. Auch gegen eigene Leute hatte sie im Handumdrehen ein Verfahren parat, sie zu liquidieren, wenn sie zu selbständig wurden, indem man sie zum Konterrevolutionär oder Saboteur der sozialistischen Ordnungsgewalt degradierte.
Misstrauen und Kontrolle werden in solchen Kreisen Menschen auf jeden Fall immer in Alarmbereitschaft halten, um sich vor Intrigen zu schützen.
2
Kontrolle deckt noch andere Bereiche ab, zum Beispiel die Selbstkontrolle, was mit bewusster Lebensführung zusammenhängt. (An Zuckerkranken habe ich schon früh bewundert, wie kontrolliert und selbstverständlich sie Maßnahmen zu Ihrer Gesunderhaltung in ihren Tageslauf eingefügt haben.)
Ich drehe den Leninschen Satz immer gern um:
„Kontrolle ist gut, doch Vertrauen billiger!“
3
Es ist in jedem Bereich, auch im finanziellen, wo Verantwortung eine Rolle spielt, einem als zuverlässig bekannten Kameraden „recht und billig“ zu vertrauen. Nur geht rechtes Vertrauen viel weiter als die einem verlässlichen Personenkreis gewährte Zubilligung von anvertrauten Aufgaben oder Sachen.
Immerhin leben wir auf einem Planeten. Der ist zwar subjektiv riesig (von uns aus gesehen), objektiv im Weltraum aber eine Winzigkeit (von außen betrachtet). Es gehört eine elementare Kraft von Vertrauen dazu, ein kosmisches Urvertrauen, um vor all diesen umgebenden Raumesweiten als irdisch-menschlicher Winzling zu bestehen.
4
Zum Glück bietet die Erde im Verhältnis zu unserem Körper zum Einen ihre beruhigende Größe und darüber hinaus so viel mehr, dass wir wohl von Natur aus Vertrauen in sie hegen können, dass sie uns
duldet, mag, trägt und ernährt.
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Beim Schwimmen können wir dieses Gefühl, getragen zu werden, bewusst machen. Im Goldenen Zeitalter (Szene 16) der Kindheit legst du für deine Nachkommen den Grund für das Zutrauen in die Umgebung, in sich selbst und für das Vertrauen, in der aktuellen Umgebung aufs Feinste aufgehoben zu sein.
6
Mit den Zeitaltern wechseln die Qualitäten des Vertrauens, die ein Kind beim Heranwachsen erwirbt. Man kann diese Qualitäten wie die Farben des übergangslosen Sonnenlichtspektrums sehen.
Während im „Paradies“ (Szene 15) nach der Geburt das Urvertrauen in Rot aufleuchtet, wechselt es bis zur Geschlechtsreife über Orange und Gelb in Grün; in der Pubertät ist das Vertrauen aus dieser Sicht wie im Regenbogen sehr schmal und blau, um beim Erwachsenen als breites Violett zu enden.
7
Darüber möge jeder für sich meditieren und ganz neue Entdeckungen machen, die zur Wahrnehmung der geistigen Gestalt von Vertrauen gehören. – Ganz anders sieht es aus, wo im öffentlichen Leben von „Vertrauen bildenden Maßnahmen“ gesprochen wird. Man hört und wundert sich vielleicht, diese auch als „Frieden stiftend“ benannt zu bekommen. Deutsche Vorfahren haben im März 1848 gehofft zu demokratischen Institutionen mehr Vertrauen haben zu dürfen, als zu den überkommenen, autoritär gewordenen Fürstenherrschaften.
8
Inzwischen kann jeder angesichts von Gemeinde-, Schul- und anderer „Reformen“ wissen, wie weit die „demokratische Mitbestimmung“ wirklich reicht. Wer kontrolliert das Weltgeschehen wirklich, seit es von Geldmächten usurpiert wird? Und sind diese Mächte kontrollierbar? – Weil dies „nach oben offen“ ist, bleiben wir, innerlich gewarnt, in der überschaubaren Umgebung unserer Kinder; und die ist schon kompliziert genug.
"Man spürt die Absicht
und man ist verstimmt"
lautet eine Redensart, die zeigt, wo man misstrauisch werden kann. Dazu gehören die vielen Ablenkungen, die es Kindern leicht machen sollen, irgendwo mitzuspielen oder mitzumachen, was Erwachsenen als wichtig erscheint.
9
Wir sprachen in Szene 11 bereits von einem sträflichen Ablenkungsmanöver anlässlich einer Injektion durch einen schmerzhaften Nadelstich („Guck mal, da fährt eine Feuerwehr!“ und Schwupp ist die Nadel im Bein). Ein Kuss ist eine andere „praktische“ Maßnahme, um etwa festzustellen, ob ein heimlich Verdächtigter was Verbotenes getrunken habe oder in Berührung mit einem fremden Parfüm geraten sei.
10
In Szene 49, „Das Was bedenke, mehr das Wie!“ zeigten wir das Gegenteil dazu (Eine Mutter wird überrascht, indem ihr Kind, während sie einen neuen Termin verabredet, sich zum Verlassen einer Praxis problemlos angezogen hat). – Statt der Ablenkung beim Stich mit einer Kanüle lässt sich eine andere, Kooperation unterstützende Maßnahme denken. Man gebe den Betroffenen einen Luftballon in die Hand und sage ihnen etwas wie
„Blas ihn auf und du spürst kaum noch den Pieks!“
11
Das funktioniert tatsächlich, ohne dass den Kindern etwas aufgetischt werden muss um den bevorstehenden Stich zu vertuschen. Das Mitmachen lässt den angekündigten Schmerz als dazugehörig und damit als in Ordnung erscheinen. Sogar wenn kein Ballon zur Verfügung steht, und das Kind ihn nur symbolisch durch die Faust aufblasen soll, wird der Einstich „bemeistert“.
12
Es kommt hier auf die Kooperation mit dem Kind an, in der Vertrauen wie selbstverständlich erworben und Schmerzempfinden in seiner natürlichen Bahn erfahren werden kann. In dem Maß, wie ein Kind sich als wahrgenommen erfährt, empfindet es zusammen mit der Sicherheit auch Selbstvertrauen.
(c) eah Abenteuer Erziehung 2012 und 12. Januar 2026
Ich halte es für an der Zeit, bei dieser Abhandkung von insgesamt 144 Szenen die jetzige Weltlage der Erde und ihrer Menschen mit einem neuen Gedanken zu erhellen. Es gibt nicht Wenige, die den menschlichen Geist als Gehirnanhang mit halluzinatorischen Eigenschaften einordnen, die dann mit ins Grab wandern oder im Krematorium verbrennen. – Doch welchen Wert hätte dann gerade die hier zum Beispiel betrachtete Selbstkontrolle? – Sie müsste mit den Toten sterben, was sie aber nicht tut, denn sie wird in jedem Menschen wieder belebt, ohne dass ein Vererbungsvorgang statt findet. Sie wird schon vom Kleinkind gelernt, indem es schöne oder schmerzhafte Erfahrungen sammelt, und die einen für sich zu vermehren, die anderen zu vermeiden trachtet. Genaue Beobachtung zeigt, wie schon Säuglinge mit Kehlkopf, Stimmbändern, Mundöfnung und Gliedmaßen Erfahrungen sammeln, indem sie diese bewegen, dabei empfundene Eindrücke kennen lernen und für sich „Konsequenzen“ erziehen. Übertragen auf die „Gesammelte Menschheit“ bedeutet dies ein fortwährendes Lernen, das zwischen Kontrolliertem und Vertrautem hin und her schwappt und in einer Art von wechselnden Spitzenkadern (bisher von Völkern) zu Hochkulturen geführt hat und weiter führen wird (künftig durch kreative Produktionsverbände, geschützt durch staatsähnliche Organisationen). Und wir können immer wieder neue, aus dem Nichts geschaffene Leistungen beobachten, die ohne Vorlage zustande kommen, vorzugsweise in der Kunst, aber auch in anderen, technischen, agrikulturellen und wissenschaftlichen Bereichen). Und der Weltengeist schuf diese Entwicklung speziell für die Erde, vertraute ihr seine eigene an und kontrolliert ihre Ergebnisse durch immaginäre Rechenzentren, die jeden Fortschritt sofort erfassen, hochrechnen und somit Stufen oder Plattformen für die nächsten Evolutionsschritte schaffen mit dem Urziel „Der freie (universale oder kosmische) Schöpfermensch“, bevor es dann hinter dem Horizont noch weiter geht…·…
Die beste Beitragsreihe hier und auch so weit ich schauen kann!
Das Interesse bei allen veröffentlichten Teilen nahe 0, wie immer, wenn man sich der Wahrheit entscheidend nähert.
Aber:
Viele Texte (wie auch hier) erklären Vertrauen, entwickeln Modelle, differenzieren und illustrieren – und verlieren dabei die Konsequenz. Je mehr Worte nötig sind, desto weiter ist man oft von der Wahrheit entfernt.
Die Wahrheit ist einfach und verlangt keine Theorie: Völlige Freiheit für alle Kinder – auf dem einzig natürlichen Fundament der Kernfamilie.
Alles andere sind Umwege, Denkprozesse zur Beruhigung des Erwachsenenverstandes. Freiheit muss nicht begründet werden. Sie muss gelebt werden.
Liebe Grüße aus Dresden
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