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Lernende und Lehrende -– 1.8.4 (59) – Bündnis mit Kindern

8. Dezember Dienstag NZ13 – Eckehardnyk

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Lernen geschieht häufig im Schlaf. Dennoch kannst du dein Kind dazu ermuntern, in der Schule hell wach aufzupassen. Aber du hast sicherlich auch schon erlebt, dass du morgens eine Lösung für ein Problem hattest, das dir gestern unmöglich vorgekommen war:
Den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf 1)

ist die dazu passende Einstellung – günstig für Lehrende; denn sie müssten nur darauf achten, dass ihre Zöglinge genug schlafen, und der Lehrstoff würde „sitzen“. Warum sprechen wir darüber? Es geht hier um eine Lehre, die nur selten in einem Kolleg oder von einer Kanzel glaubwürdig behandelt werden kann: Vertrauen!

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Was das ist, besprechen wir gleich. Es geht darum, wie es zu uns komme und möglichst lange bleibe. – In dem Moment, da wir unserem Kind nämlich sagen müssen, dass es Vertrauen haben soll, könnte es misstrauisch werden, ob unser Vertrauen eben mal verschwinden gegangen wäre.

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„Ändert eure Gesinnung“ 2) habe der Täufer Johannes den Leuten so lange gesagt, bis ihm der Kopf abgeschnitten wurde. Er hat sie lehren wollen, auf ihr ewiges Innere zu vertrauen. Der, welchem er den Weg vorbereit hatte, ist über die Lehre hinaus dieses ewige Innere, dieses Ich selbst gewesen.
Zu jedem Kind gehört solch ein Ich. Der Drang nach ihm als einer Wiege der Sicherheit und Schöpfermacht, ist in jedem von uns angelegt. Das Kind darin aufwachen zu lassen, das sei Arbeit und Liebe eines Erziehers und eines jeden Lehrenden! Lernen und Lehren sind ja eng verknüpft, das Eine funktioniert nur mit dem Andren. Sie sind die Pole einer rotierenden Kugel. In beiden finden wir Bereitschaft, sich umeinander zu drehen, das heißt, in einen Stoff hineinzuschlüpfen. Am Ende der Lektion ist die Kugel von A nach B gerollt.

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Es soll auch Kugeln geben, die während des Rotierens auseinanderbrechen; denken wir an zwei ineinander gesteckte sphärische Schalen, die über ein Hindernis holpern und dabei aufspringen. Damit endet dann der (bildlich als Kugel in zwei Sphären dargestellte) Lernprozess.
Sehr viele Schulkinder sind heute in einer solchen Lage, dass sie vom Lernen abfallen. Sie seien
aufmerksamkeitsgestört, durch Schuldängste gehemmt, hyperkinetisch oder viel Undurchsichtiges mehr.

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Der Ausstieg mag wohl durch einen Stoffwechselvorgang im Gehirn begleitet und deshalb auch medikamentös behandelbar sein. Eine Heilung tritt jedoch erst ein, wenn Lehren und Lernen wieder in vernünftige Einheit mit der Welt führen und einen zur Epoche passenden Zusammenklang der Gefühle erzeugen, also eine „runde Sache“ werden, und Lehrpläne mit kaum zu bewältigenden „Stoffen“ Geschichte sind.

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Die Opposition gegen das Lernen lässt sich ja häufig so vernehmen:
„Wozu soll ich das denn überhaupt alles wissen? Es interessiert doch kein Aas, ob ich das weiß oder kann!“
„Oh doch“, sagt ein Vater:
„Wenn du eine Bewerbung schreibst und die voller Fehler steckt, hast du schlechte Karten. Deine Konkurrenten, die richtig schreiben gelernt haben, stechen dich aus.“
„Ist mir doch scheißegal“, kämpft sich der Sprössling zurück,
„soll der doch die Stelle kriegen, mich kotzt das an, stundenlang in’ner bekackten Firma und dann so was von’nem Boss vor der Nase, der nur Scheiß will. Nö, ich will weg, mir hängt das sonst wo raus!“
Der Vater ist ratlos. Er hätte jetzt gerne einen Coach oder Psychologen. Aber der junge Wilde würde vor dem doch nur davonrennen. – Warum eigentlich?

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„Der Worte sind genug gewechselt, lasst uns Taten sehen und handeln!“ – So etwa könnte die Antwort lauten. Mit Worten lernen Kinder so lange, wie sie sich dabei „drehen“ dürfen. Das Stillsitzen bedeutet Stillstand, Stagnation. Die Sphären unserer wertvollsten „Kugel“, des Kopfes und das Gehirns, werden gespalten. Wir brauchen jedoch beide Hälften, und diese haben, wie die Hirnforschung präzise gezeigt hat, ganz verschiedene Aufgaben (Zuständigkeiten). Abstrakte Fähigkeiten werden links, intuitive rechts verwaltet, genauer gesagt verortet oder aufgefangen. Die Rebellion richtet sich in der Regel gegen zu viel Gerede „für links“. Deswegen lassen weise Lehrer Lernstunden mit einem Spaziergang „für rechts“ beginnen,3) den sie „mit links“ ein wenig vorbereiten.


1) Psalm 127 2) Markusevangelium 1,4 von metanoia „Sinneswandel“ ist im Griechischen Urtext die Rede 3) siehe „Rhythmischer Teil“ in den Waldorfschulen vor dem Unterricht

(c) eah Abenteuer Erziehung 2012, 13. Juli 2020 Eltern; Kind und Kinderstube, hier, und 8. Dezember 2025 hier. Der Beitrag von 2020 versammelte Diskussion und wichtige Beispiele im Kommentar, zwei (von mir im Schriftbild gestrafft) davon, mit Dank zur Aufbewahrung empfohlen:

Avatar von palinapalina 14/07/2020 um 04:37 … Danke für deinen Artikel.
Sind immer sehr gut ausgeleuchtet. „Warum sind Kinder aufmerksamkeitsgestört?“ Weil sie Reiz-überflutet sind. … Die gesamten Sinne sind überfordert. Sie werden in jungen Jahren einer Kausalität ausgesetzt, deren Reife noch gar nicht vorhanden ist. Das ist für das erste Jahrsiebt noch gar nicht angesagt. Beziehungsweise entwicklungsmäßig nicht vorhanden. – Habe viele Jahrzehnte mit Kindern gearbeitet. Nicht ausgebildet – einfach gesunden Menschen-Verstand benutzt. Hatte schon mal geschreiben, dass ich einen privaten Kindergarten gegründet hatte. – Brachten mir Eltern einen Jungen, 6 Jahre alt, der schon in vielen Kindergärten rausgeflogen war. – Hatte ihn ein Jahr lang in meiner Gruppe mit 9 Kindern. – Er war einer der Ältesten. Durfte bei mir sägen und hämmern. Nüsse knacken für das Frühstück. – Streichholz anzünden, für die Kerze im Morgenkreis. Hat sich total wohlgefühlt. Und die Eltern haben es mir gedankt.

Die sind nicht Aufmerksamkeits gestört, die Eltern haben keine Wahrnehmung für ihre Kinder. Füge dazu noch ein Video von Winterhoff ein. Er ist einfach klasse. „Helikoptereltern & Curlingkinder“: Die Sehnsucht nach dem perfekten Kind (Michael Winterhoff) https://www.youtube.com/watch?v=qxUUNV8lTYI&t=197s – Ach übrigens dürfen die Kinder laut den Gender-Vorschriften heute nicht mehr Vater, Mutter und Kind spielen, Das heisst heute Eltern und Kind. Könnte ja die Lesben und andere beleidigen, die Kinder haben. Müssen die Erzieher darauf achten und auch die Kinder anleiten. Wird auch in der Ausbildung vermittelt.
Es wird auch in der Ausbildung vermittelt, keine Nähe zu den Kindern aufzubauen.
Also nicht auf den Arm nehmen. Weiss ich von jemand der damit zu tun hat. Die ganze Gesellschaft wird umgebaut. Vollkommen emotionslos.

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Avatar von MujoMujo 14/07/2020 um 06:46 @palina „Warum sind Kinder aufmerksamkeitsgestört?“ „Weil sie Reiz-überflutet sind. … Dann wäre noch das Sinnlose Pauken von Lernstoff das Kinder im Leben kaum benötigen und wie Gerald Hüther sagt 80-90 % davon später auch vergessen wird weil so unnütz. Es geht nur um anpassung an die Wirtschaflichen Bedürfnisse, nicht was das Kind wirklich benötigt und Wichtig ist. Und heute spüren es die immer mehr mit ihren feinen Antennen. Die gelten dann als Störenfried im System. Und da wird dann schnell mal eine neue Krankheit erfunden die man dann medikamentös Behandeln kann. Gutes Geschäftsmodel für die Ärzte und Pharma. Noch bevor die ihr erstes Bier mit 16 Konsumieren dürfen hat der Staat die schon mit Drogen abgefüllt. Und das Kind spurt wieder, die Schulischen Leistungen werden besser und die Eltern freut es weil sie sich dann wieder weniger um sie kümmern müssen und selbstverliebt ihren eigenen Ego bedürfnisse erfüllen können mit Tüten Chips Bier und Gehirnwäsche aus den Fernseher. Und die selbstüberlassenen Kinder werden dadurch ein zweites mal unruhig weil das aller wichtigste fehlt. Die Zuwendung der Eltern und das miteinander machen und Unternehmen. – Lernen ist ein gesamt Konzept. Wenn Begeisterung und alle Sinne gefördert werden dann ist es wie ein Orchester das eine schöne Melodie erzeugt und sich noch lange daran mit Freuden erinnert.


1 Kommentar

  1. Avatar von bettinamaerz23 bettinamaerz23 sagt:

    Gibt auch gute Beiträge von Ricardo Leppe auf der jutube.

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