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Sewastopol 1828 – das Geschäft mit der Seuche

(Ludwig der Träumer) „Die Sonne schien, da sie keine Wahl hatte, auf nichts Neues. – Murphy“ (Samuel Beckett)

Im Juni 1830 hielten es die Bewohner der ärmsten Viertel der Stadt nicht mehr aus und rebellierten, und die Garnison stellte sich auf die Seite der Aufständischen. Die Menge zerriß den Gouverneur, seine Beamten und Ärzte in Stücke.

Ein Auszug aus dem Buch „Sewastopol Harvest“  (S.N. Sergeev-Tsensky (1875 – 1958):

… 1828 gab es in Sewastopol keine Pest, aber es gab eine Quarantäne. Zur Vorbeugung.

Im Jahr 1829 gab es immer noch keine Pest, aber die Quarantäne wurde verschärft.

Jeder, der die Stadt verlassen oder betreten wollte, mußte 14 bis 19 Tage lang in völliger Isolation ausharren. Die Menschen reisten nicht mehr. Es kam zu Versorgungsunterbrechungen. Um die Epidemie zu bekämpfen, wurde Geld aus der königlichen Schatzkammer bereitgestellt.

Infolgedessen kauften die Beamten von ihren Lieferanten gegen Schmiergelder Lebensmittel zu überhöhten Preisen, und die Stadtbewohner bekamen das Schlechteste ab.

Natürlich waren alle, die von der Epidemie profitierten, vor allem Beamte und Ärzte, an der Fortsetzung dieses Zwangsurlaubs interessiert. Alle Krankheitsfälle, egal welcher Art, wurden zur Seuche erklärt.
„Das Quarantäneamt versucht, alle gewöhnlichen Krankheiten als Pest darzustellen“, schrieb Konteradmiral Salti, der zu dieser Zeit in Sewastopol diente. Admiral Greig sagte aus: „Fünf Monate lang erfuhren die Menschen nicht, daß sie auf natürliche Weise erkrankt und gestorben waren, wer in den Mannschaften oder zu Hause erkrankte, wurde für pestkrank erklärt.“

Alle Kranken wurden in die Kaserne in Pawlowskij Mysok gebracht, wo sie unter solchen Bedingungen gehalten wurden, daß sie schnell starben.

In den ärmsten Gegenden der Stadt wurde eine Desinfektion mit Chlor durchgeführt. Das heißt, die Bürger wurden vergiftet. Gleichzeitig erhielten die „Desinfektoren“ 2,5 Rubel pro Tag – 75 Rubel pro Monat, bei täglicher Arbeit. Die Quarantänekommissare erhielten jeweils 5 Rubel, der Chefarzt und der Quarantäne-Inspektor 10 Rubel pro Tag. Das Anfangsgehalt eines einfachen Militärarztes betrug damals 171 Rubel im Jahr. [Zu dieser Zeit waren Goldmünzen im Umlauf – Bogdan Georgievich Lisitsa].

Um die Häufigkeit von Krankheiten zu erhöhen, richteten die Ärzte für die Bewohner Seebäder in kaltem Wasser ein.

Im Juni 1830 hielten es die Bewohner der ärmsten Viertel der Stadt nicht mehr aus und rebellierten, und die Garnison stellte sich auf die Seite der Aufständischen. Die Menge zerriß den Gouverneur, seine Beamten und Ärzte in Stücke.

Der Aufstand wurde schnell niedergeschlagen, die Epidemie“ in Sewastopol hörte zufälligerweise sofort auf.»

Quelle: www.veteranstoday.com/2021/11/19/where-do-epidemics-come-from/?mc_cid=ed7e0d68bb


6 Kommentare

  1. mkarazzipuzz sagt:

    Tja, die Geschichte kenne ich. Sehr ordentlich wieder gegeben. Ist wie heute, wir müssen sie nur zerreißen.

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  2. Bettina März sagt:

    Unglaublich das alles. Und weil ich neugierig bin, hab ich das noch als Ergänzung gefunden.
    .https://de.rbth.com/geschichte/83241-epidemien-pest-cholera-zaristisches-russland

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  3. Vollidiot sagt:

    Das waren Russen.
    Keine Deutschen.
    Die R. sind auch rustikal und mit Gewalttätigkeit gesegnet.
    Der Deutsche wartet, bis der/die Führer*in*leul ihm einen Schuldigen genannt hat – dann erst gerät er in Wallung.

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  4. Ost-West-Divan sagt:

    In den Jahren 1855/56 der Krimkrieg. Da zeigen sie sich noch ganz offen (Briten), wo sie heute ihre bezahlten Vasallen haben.
    Ich erinnere mich, Erzählungen von Tolstois Kriegserlebnissen über Sewastopol gelesen zu haben.

    „Am 22. April 1854, die orthodoxe Christenheit Russlands feiert gerade das Osterfest, erscheint vor Odessa ein britisch-französischer Flottenverband. General Osten-Sacken, amtierender Stadtkommandant, wird aufgefordert, sämtliche im Hafen liegende Schiffe an die Alliierten auszuliefern. Als eine Antwort ausbleibt, geht ein elfstündiger Hagel aus Bomben und Raketen auf die ungeschützte Stadt nieder. Zahlreiche Menschen sterben, Schiffe werden versenkt, die Hafenanlagen schwer beschädigt. Es trifft die Statue des Herzogs von Richelieu und das klassizistische Palais Woronzows, beides erfolgreiche frühere Gouverneure, deren Namen eng mit dem Aufschwung Odessas und Neurußlands verbunden waren.

    Ein weiterer Angriff erfolgt am 12. Mai. Diesmal läuft der britische Dampfer „Tiger“ im dichten Nebel auf Grund. Tollkühn entert eine Kosakenkompanie unter dem Kommando des Fähnrichs Schtschegolow das gestrandete Schiff und nimmt die Besatzung gefangen. Unter den Augen der Odessaer Damenwelt, die sich am Ufer versammelt hat, bringen die Kosaken Matrosen und Offiziere der „Tiger“ an Land und führen sie anschließend im Triumph durch die Stadt. Noch heute steht eine der damals erbeuteten Kanonen vor dem Gebäude der städtischen Duma am Primorskij-Prospekt.“

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  5. Hat dies auf Muss MANN wissen rebloggt und kommentierte:
    Ein so wichtige Info! Ich hatte davon bisher gar keine Kenntnis. Danke!

    In diesem Zusammenhang möchte folgendes sagen.

    Mit der Pest wurden schon vor mindestens 3.250 Jahren bereits Kriege geführt und gewonnen.
    Die Pest ist – meiner Vermutung nach – wohl – neben der Brunnenvergiftung durch Kadaver –
    die älteste Biowaffe in der Geschichte der Menschheit.

    Mit der (sogenannten Justinianischen) Pest wurde das spätantike Römische Reich von 541 bis 730 n. Chr. zerstört; übrig blieb das „Oströmische Reich“ (Byzantinische Reich), welches nach der Ausbreitung des (!guten!) Islams von 622 bis 750 n. Chr. noch bis zur Eroberung Konstantinopels durch den Turkstamm der Osmanen im Jahr 1553 existierte.

    Ähnlich wie das „Weströmische Reich“ in der Organisations-Form der Römisch-Katholischen „Kirche“ überdauerte, hat auch das „Byzantinische Reich“ in der Organisations-Form der Orthodoxen „Kirche“ ‚überlebt‘.

    Beide Handels-Häuser/Unternehmen für Menschen-Jagd, Menschen-Handel, Menschen-Haltung = SKLAVEREI — das eine nenne ich Feg & Feuer – das andere Feuer & Feg — kämpfen um die Vorherrschaft der Welt!

    Als sogenannter Christ, der in der Anti-Christlichen ‚Kultur‘ des „Werte-Westens“ (früher: Christliches Abendland genannt) geboren, erzogen und aufgewachsen ist, Kenne ich nach 47 Jahren „Bibel-Lesen“, dem eigenen „Studium“ der ‚Kirchen-Historie‘, der Philosophie Recht und den – auseinander gehenden, auseinander strebenden „Theologien“ beider ‚kirchlichen‘ Organisationen, die Zusammenhänge, Widersprüche und (Schein)-Unterschiede beider Handels-Häuser!

    Aus Sicht der Philosophie Recht! SIND das halt *Handels-Unternehmen* – mehr nicht!

    Aus Sicht der (christlichen) Theologie stehen sich die ‚Dogmen‘ beider „Kirchen“
    jedoch wie Tag und Nacht, wie Licht und Schatten gegenüber!,
    die weder logisch noch gedanklich „unter einen Hut gebracht werden können“!

    Die beiden „Theologien“ – die ‚katholische‘ wie die ‚orthodoxe‘ –
    postulieren = erheben Anspruch und beharren darauf, daß
    *Gott* eine ‚Dreifaltigkeit‘ Ist!

    ‚katholisch‘: Drei PERSONEN in einer => drei (Lebe)-WESEN in EINEM
    ‚orthodox‘: Drei HYPOSTASEN in einer => drei (vereinigte)-EIGENSCHAFTEN der Dinge/Sachen in EINER

    drei (Lebe)-WESEN in EINEM nennt sich Schizophrenie / Ideologie!

    drei (vereinigte)-EIGENSCHAFTEN der Dinge/Sachen in EINER
    nennt sich Materialismus, GEOMETRIE, Mathematik, Chemie, Physik!

    Ich BIN und BLEIBE jedoch ein EINZIGER Mensch
    = DER *Ich Bin der Ich Bin*!
    MICH Gibt es einfach Kein zweites Mal!!!

    ………………………………………………………………..
    Ich Bin Der *Ka’mara-Bjo-na*

    — jedenfalls in den Augen der ‚Afrikaner‘,
    die mir diesen — in ihrer Kultur — höchsten Namen Gegeben Haben!

    In Afrika kann ich – ohne „Dokumente“ – reisen!

    Ich sage einfach: *Ka’mara-Bjo-na*

    „Wellcome, Sir! … We are happy to see you!
    May we could help you? Is there anything we can do for you?
    We all Know how you saved more than 100.000 Children!
    God Is with you! Blessed be Allah! We bless you! God is!
    Would you mind to invite you to my Home, SIR!, please!

    Gefällt 1 Person

  6. latexdoctor sagt:

    Hat dies auf Märchen von Wurzelimperium S1 SunShinE rebloggt und kommentierte:
    Paralelen zur heutigen Zeit gibt es leider nur im Ansatz, denn ehe die verdummten bereit sind mitzukämpfen sind wi bereite an Altersschwäche verstorben

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