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Glück ist Liebe, nichts anderes. Wer lieben kann, ist glücklich. Hermann Hesse

von Angela , 28.12.2020

EIN GLÜCKLICHES NEUES JAHR – wie oft wird uns dieser Wunsch in den Tagen um den Jahreswechsel entgegengerufen.

Doch was ist Glück eigentlich? Kann man es überhaupt objektiv beschreiben? Seit jeher haben sich Glücksforscher daran versucht. So definierte Maurice Barrès geb. 1862, den Begriff wie folgt: „ Das Glück ist im Grunde nichts anderes als der mutige Wille, zu leben, indem man die Bedingungen des Lebens annimmt.“ Aristoteles schrieb sogar ein Buch über die Glückseligkeit ( Eudaimonia) und behauptete: “ Glückseligkeit ist das vollkommene und selbstgenügsame Gut und das Endziel des menschlichen Handelns„. Platon meinte, dass ein Mensch nur glücklich sein kann, wenn die drei Teile der menschlichen Seele: Vernunft, Wille und Begehren sich im Gleichgewicht befinden. Der Volksmund wiederum vertritt die Ansicht, dass „man selbst seines Glückes Schmied“ sei.

Allgemeine Faktoren beeinflussen unser Lebensglück. Ausgeglichene Finanzen,  befriedigende Arbeitsstellen,  persönliche Freiheit, das soziale Umfeld, familiäre Bedingungen , eine harmonische Ehe und eine stabile Gesundheit spielen für das Glücksempfinden eine große Rolle .

Jeder wünscht sich Glück, doch wie viele Menschen können ehrlich behaupten, wirklich glücklich zu sein? Allenfalls wird erklärt, dass man „zufrieden“ sei. Oder noch zurückgenommener: “ zufrieden sein MUSS ! “ Dabei sind Glück und Freude häufig nur eine Frage der Wahrnehmung.

Der römische Kaiser und Philosoph Marc Aurel sagte einmal : „ Auf die Dauer nimmt die Seele die Farbe der Gedanken an“ . Das trifft auch auf unser Glücksempfinden zu. Wer achtsam durch die Welt geht und das Schöne im Leben bewusst wahrnimmt, ist glücklicher.

Ganz wichtig ist auch, wie weit und in welcher Art wir Informationen aus  Berichten, Filmen, Blogs und Büchern in unser Leben einladen. Beschäftigen wir uns ständig mit Negativem, lassen wir uns davon berieseln ?  Sind wir empört, wütend, bemitleiden wir uns? All das sind Energien, denen wir erlauben, in uns zu kreisen und die eine Wirkung auf unser jetziges und die kommenden Leben ausüben.

Ende der Fünfzigerjahre entdeckte James Olds das Lustzentrum im Gehirn, eine Ansammlung von Neuronen im Mittelhirn. Sie werden aktiv, wenn etwas geschieht, was besser ist, als wir es erwarten. Dann stoßen sie den Glücksstoff „Dopamin“ aus und leiten ihn weiter zum unteren Vorderhirn, sowie direkt ins Frontalhirn. Dort produzieren die dort vorhandenen Neuronen opiumähnliche Stoffe, und das Ergebnis ist ein euphorisches Glücksgefühl. Durch das Dopamin im Frontalhirn funktioniert unser Gehirn besser, wir werden aufmerksamer und lernfähiger.

Deshalb ist es durchaus sinnvoll, gezielt nach Erlebnissen zu suchen, die das eigene Empfinden als schön und positiv einstuft. Gute Gefühle sind kein Zufall, unser Gehirn und damit auch unser Körper antworten auf den entsprechenden Reiz. Der chemische Glücksstoff Oxytocin und körpereigene Endorphine werden ausgeschüttet und aktivieren das Glücksempfinden.

Liebe oder Angst? Schöpfer oder Opfer? – welches Gefühl steckt hinter unseren Gedanken?  Die Qualität unserer Gedanken und Gefühle wird ständig durch unsere Aura abgestrahlt, sie ist entweder lichtvoll farbig oder grau und verschmutzt.

Wenn wir uns in einem Zustand innerer Freude, des Glücks und der Ausgeglichenheit befinden, können wir mit Leichtigkeit unser Bewusstsein in höhere Ebenen aussenden, in Ebenen der Weisheit, der Liebe, der Freude , uns damit verbinden und davon profitieren.

So sind frisch Verliebte- wen wundert es- besonders glücklich. Geld allerdings macht Menschen nur glücklich, solange seine Grundbedürfnisse noch nicht befriedigt sind, ansonsten flacht das Glück schnell ab und das Gegenteil entsteht.

Freunde zu haben macht glücklich, denn wer einsam lebt, muss mit allen Schwierigkeiten des Lebens allein zurecht kommen und ist selten glücklich.

So wundervoll dieses Glücksgefühl auch sein mag ist es sehr wichtig, dass es auch wieder abflaut. Der Hirnforscher Manfred Spitzer schrieb dazu: “ Unser Gehirn ist nicht dafür gebaut, dauernd glücklich zu sein, aber es ist süchtig danach, nach Glück zu streben„.

So kann man vielleicht abschließend sagen:

Glück ist kein Geschenk des Himmels, sondern das Ergebnis einer inneren Einstellung, denn das, was in uns vorherrscht, das ziehen wir auch von außen an.

In diesem Sinne wünsche ich ThomRam und allen BB`lern ein friedvolles, glückliches Neues Jahr !

Angela


15 Kommentare

  1. Ein ganz prima Artikel von dir, liebe Angela!

    Danke schön!

    Gefällt 6 Personen

  2. Leserin sagt:

    Sehr schön, Angela.
    Vielleicht eine Ergänzung: auch alleinlebend kann man glückliche Momente haben.
    Dazu bedarf es nicht immer der Gesellschaft anderer.
    Den guten Wünschen für das neue Jahr schließe ich mich an.
    Möge es ein besseres werden für jeden von uns.

    Gefällt 3 Personen

  3. Angela sagt:

    @ Leserin

    Zitat: „.. Vielleicht eine Ergänzung: auch alleinlebend kann man glückliche Momente haben….“

    Ja, da hast Du vollkommen recht, gerade diese Momente des Glücklichseins ganz für sich allein sind besonders tief.

    Bei meinem Satz dachte ich eher an Menschen, die sich EINSAM FÜHLEN, und welche keine Freunde haben, für die wird es schwieriger sein, Glücksgefühle zu empfinden. Aber natürlich nicht ausgeschlossen….

    Angela

    Gefällt 1 Person

  4. Guido sagt:

    Angela, danke für den Artikel! Vieles ist gesagt und trotzdem..

    Glück ist für mich unfassbar, ein schlüpfriger Begriff, der sich nicht fangen lässt.

    Obwohl ich auch meinerseits dieses Wort oft benütze und zu Geburtstagen, Neujahr usw. verschwenderisch gebrauche.

    Also mit der materiellen Seite hat zumindest Glück wenig zu tun. Manche haben fast nichts und sind trotzdem glücklich, manche haben alles aber sind ständig unzufrieden.

    Sobald die Grundbedürfnisse befriedigt sind, sollte eigentlich dem Glück nichts mehr im Wege stehen. Sollte man meinen. Aber weit gefehlt…

    Der Mensch ist ein Gemeinschaftswesen, ok. Trotzdem kenne ich Leute, die immer jemanden um sich haben und nicht glücklich sind. Und Eremiten, die rund um glücklich sind.

    Zumindest sollte jemand, der gesund ist, glücklich sein. Aber auch da sind manchmal Kranke glücklicher.

    Ich nehme mal an, dass dem Glück mindestens Zufriedenheit vorausgehen muss. Denn wer mit sich und seiner Umwelt nicht zufrieden ist, kann doch nicht glücklich sein, oder doch?

    Also kann Glück mit obigen Gedanken nicht erfasst werden. Vieles mag zwar zum Glück beitragen, ist aber keine Garantie für Glück.

    Aber all das Geschriebene kann nur zum Glücklichsein beitragen, wenn ich für Glück offen bin. Und wie werde ich für Glück offen? In dem ich jeden Moment annehme wie er ist. Und Glück nicht in der Zukunft suche und von irgendetwas, das eintreffen kann oder auch nicht, abhängig mache.

    Freude, Leid, Liebe, Angst, Wut, usw. kann ich jederzeit fühlen, wenn ich es denn möchte, aber Glück…

    Klar, Glück ist mehr(?) als ein Gefühl. Vielleicht ein erhebender Zustand, der aber selten von Dauer ist.

    Vielleicht sollte ich wie gesagt jeden Augenblick einfach so annehmen, egal wie er sich präsentiert, ohne Hintergedanken und gar nicht mehr nach Glück streben. Dann kommt das Glück einfach so zu mir. Wie lange das Glück dann zu bleiben gedenkt, weiss ich nicht. Da sollte ich das Glück mal fragen… Wie wohler sich das Glück bei mir beherbergt fühlt, umso länger wird es wohl bleiben. Denke, das darf ich zumindest annehmen.

    Wünsche allen für die verbleibenden Feiertage noch viel Glück! 🙂

    Gefällt 1 Person

  5. Thom Ram sagt:

    Guido 19:52

    „Wie werde ich für Glück offen? In dem ich jeden Moment annehme wie er ist.“

    Wort!

    Gefällt 1 Person

  6. Angela sagt:

    @ Guido
    Zitat: „… Aber all das Geschriebene kann nur zum Glücklichsein beitragen, wenn ich für Glück offen bin. Und wie werde ich für Glück offen? In dem ich jeden Moment annehme wie er ist. Und Glück nicht in der Zukunft suche und von irgendetwas, das eintreffen kann oder auch nicht, abhängig mache….“

    Volle Zustimmung!

    So ähnlich definierte „Maurice Barrès geb. 1862, den Begriff wie folgt: „ Das Glück ist im Grunde nichts anderes als der mutige Wille, zu leben, indem man die Bedingungen des Lebens annimmt.“, wie ich anfangs anführte.

    Wer achtsam und bewusst in der Gegenwart lebt, erfährt so viele Glücksmomente , die ein gehetzter Verstandesmensch ständig übersehen würde.

    Angela

    Gefällt 2 Personen

  7. Mujo sagt:

    „Nicht die Glücklichen sind Dankbar, sondern die Dankbaren sind die Glücklichen.“

    Das ist ein Zitat von Dieter Lange, wahrscheinlich ist es auch von einen anderen Autoren übernommen den ich nicht kenne. Jedenfalls trifft es den Punkt. Der Weg zum Glück ist die Dankbarkeit für das was man hat und erlebt.

    Gefällt 3 Personen

  8. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

    Gefällt mir

  9. @ die Einheimischen des Pardieses bumibahagia

    Meine geliebten Menschengeschwister,

    ich freue (*a) mich immer noch über dieser wunderbaren Artikel, den Angela (*b) hier veröffentlicht hat.

    Für mich hat dieser Aufsatz einen besonderen Tiefgang, weil er so wunderschön frei von überbordeter „Intellektualität“ = Verstandesmäßigkeit und gefälliger, sich selbst überhebender „Esoterik“ = Innerlichkeit ist.

    Dieser Artikel ist ein wirklich gelungenes (*c) Essay = geistreiche Abhandlung, eben ein kurzer Text über ein bestimmtes Thema = Aufsatz, nämlich zum „Thema“ = Angelegenheit strong>GLÜCK.

    Doch dieser „Aufsatz“ ist so viel mehr (*d) ! dicht, geballt, gedrängt, gestrafft, komprimiert, straff und verdichtet „erklärt“ er, was Glück ist, doch gleichzeitig kann, soll und will er nicht enthüllen was Glück bedeutet!!! Das ist einfach nur genial.

    Als angeblicher „Verstandesmensch“

    —- und wohl auch wegen meiner „religiösen Prägung“ und der marxistisch-leninistischen Philosophie, die ich für wahr halte und die besagt, daß „die Materie die erste und die letzte Quelle der Erkenntnis ist“,
    und »daß „die einzige ‚Eigenschaft‘ der Materie, an deren Anerkennung der philosophische Materialismus gebunden ist, die ‚Eigenschaft‘ ist, objektive Realität zu sein, die außerhalb unseres Bewußtsein existiert“« (*e) —-

    weiß ich, daß ich keinem Menschen erklären kann, „was“ Glück ist noch „was“ Glück bedeutet!

    Das EINZIGE, was ich ehrlich sagen kann, ist, daß die Dankbarkeit für mein Leben und für das Leben aller anderen Menschen für mich eine „unversiegbare Quelle meiner Freude“ und damit „meines Glücks“ IST !!!

    „Lobet!!! das Leben allezeit! Seid dankbar für ALLES allezeit!“ (*f)
    ——–

    Anmerkungen

    *a) in *freue* steckt *frei*
    *b) Angela = Botschafterin
    *c) in gelungenes steckt *Lunge*
    *d) in mehr steckt *Meer*
    *e) W. I. Lenin: Materialismus und Empiriokritizismus. In: MEWerke, Bd. 14, S. 260
    *f) frei zitiert aus dem Evangelium = der Lehre der Agape des für mich größten Philosophen und Lehrers Yauhushua (יהושע – „Josua“, „Joshua“ kurz Jesus genannt)

    Gefällt mir

  10. Angela sagt:

    Lieber Jauhuchanam!

    Zitat: „… Das EINZIGE, was ich ehrlich sagen kann, ist, daß die Dankbarkeit für mein Leben und für das Leben aller anderen Menschen für mich eine „unversiegbare Quelle meiner Freude“ und damit „meines Glücks“ IST !!!

    Da stimme ich Dir aus vollem Herzen zu, Du glaubst gar nicht, wie oft ich mich am Tag beim „Universum“ bedanke für die Wunder des – und meines Lebens und deshalb danke ich auch Dir herzlich für dieses große Lob meines Essays.

    Danke!

    LG A n g e l a

    Gefällt 3 Personen

  11. muktananda13 sagt:

    Auch Liebe kann Glück sein. Und wahre Liebe ist etwas mehr, als die allermeisten Menschen erfassen können. Liebe ist jener Zustand, der ewig währt und keine Wesen oder etwas ausschließt. Es ist der primäre und perfekte Zustand der Schöpfung und des Schöpfers.
    Glücklichsein ist darum etwas mehr als die uns bekannte und promovierte Liebe eines Ego.

    Liebe ist das Fundament sine-qua-non der Existenz.

    Gefällt 3 Personen

  12. palina sagt:

    mir fiel beim Lesen direkt die Vera Birkenbihl ein.
    Sie hat so wunderbare Vorträge gehalten.
    Ist ein bisserl off topic.

    Vera F.Birkenbihl – Immer schön Lächeln…Rezept gegen Wut, Ärger, Stress usw. :)))

    Gefällt 1 Person

  13. muktananda13 sagt:

    Der perfekte Zustand des Bewusstseins beinhaltet auch reine Liebe, in dem Sender und Empfänger sich widerspiegeln, in dem jedoch BEIDE UND ALLE INDIVIDUEN ALS ILLUSORISCH ERKANNT WERDEN, wie auch alle Phänomene innerhalb der geformten Existenzglocke. Das entzieht sich aber komplett jeglichem unerleuchteten Verstand.

    Gefällt mir

  14. Wobei Glück und Liebe leider nicht immer Synchron laufen
    und konstant bleiben aller „Erleuchtung“ zum trotz 🙂
    Wenn es kein Ziel
    am Ende der Reise gibt,
    dann führt keiner der Wege,
    die wir wählen,
    in die Irre.

    Was heißt das denn? Du kannst nichts falsch machen, nicht wahr?
    Du – Dir – geschieht, was du denkst, fühlst, entscheidest und tust. Das Ziel geschieht. Was bleibt also?
    „Don’t worry, be happy!“, würde Meher Baba wohl sagen.

    Gefällt 4 Personen

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