bumi bahagia / Glückliche Erde

Startseite » AUFKLÄRUNG » ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE, 74. von 144 – Vater weiß alles

ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE, 74. von 144 – Vater weiß alles

Entkoppelung der Sphären von Männlich und Weiblich

Eckehardnyk, 21. Oktober NZ8

1

Aus Kindertagen kennst du gewiß noch die Drohung: „Der liebe Gott sieht alles“. Warum der lieb sein sollte, bleibt dunkel. Aber worauf es hier ankommt, wirft ein Licht auf das grenzenlose Vertrauen, das Kinder zunächst mal ihren Eltern entgegenbringen. Und erst wenn Eltern an diesen Bonus nicht mehr glauben, fangen sie mit solchen Repressalien an, womit sie ein Kind vor Dummheiten schützen wollen, ihm aber damit auch Angst einflößen. Und das Gegenteil wird passieren: die Kinder werden die behauptete Allsicht dieses Gottes auf die Probe stellen und heraus finden: Fehlanzeige. Solche Eltern haben nicht nur den Schaden, sondern auch den Spott ihrer Kinder erwirkt und verlieren außerdem ein wesentliches Stück von ihrem Ansehen an den „blinden Gott“, dessen Gegenleistung nur das Einflößen von plumper oder diffuser Angst sein konnte. Solche Götter solltest du und deine Kinder in der Tat fürchten und meiden.

2

Frauen und Mütter mögen sich nicht benachteiligt fühlen von dem, was jetzt über die Väter zu sagen ist. – Erinnere dich vielleicht selbst, daß deinem eigenen Vater so ein Nimbus anhaftete: Er weiß alles, kann alles und macht auch alles. Das Wort alles steht ähnlich wie die Wörter immer, ewig und echt für Gefühle, die das eigene Überzeugtsein hervorheben sollen. Zieh es ab, so bleibt eine Behauptung übrig, im Fall hier: Vater weiß, kann und macht. Diese Charakteristik hebt ihn gegen die Mutter hervor, die so einfach gar nicht zu beschreiben geht, weil sie eben ist. Und nichts ist schwerer zu beschreiben wie das Sein des Naheliegendsten, weil man es übersieht, indem man es für „normal“ hält.

3

Wissen, Können und Macht hängen eng mit dem zusammen, was wir schon (72. und 73. von 144) über das Vertragswesen herausgearbeitet haben. Wer in die Gestaltung von Angelegenheiten eindringt, muß Kenntnisse mitbringen, und mit diesen kann er Dinge bewegen. Und alle Gestaltung wird dann erfolgreich gelingen, wenn sie verträglich, das heißt in unserem bereits bekannten Sinne vertraglich geerdet ist, aber auch, wenn sie von den Beteiligten vertragen werden kann.

4

Die Fähigkeit, mit derart kniffligen Details richtig umzugehen, wollen wir „väterlich“ nennen. Als „mütterlich“ wollen wir bezeichnen, was den Umkreis um diese Angelegenheiten beschließt, beispielsweise das Auffangen von Scheitern beim Nichtfunktionieren, Friedenstiften, Umarmen und Trösten.

5

Daran haben wir schon gedacht beim „Ozean aus Liebe“ (in 32. von 144). Lass mich hier noch etwas zum Väterlichen anmerken: Es besteht in jedem Menschen, natürlich auch in einer Frau, die allein ihr Kind großzieht. Sie hat dann die Aufgabe, ihr Mütterliches und Väterliches voneinander zu unterscheiden (zu entkoppeln), ebenso wie ein alleinerziehender Vater.

6

Vater kann nur dann „alles wissen“, wenn er es „ausprobiert“ hat. Das ist das männliche Extrem. Es muß: Gipfel bezwingen, Strapazen auf sich nehmen, um Siege kämpfen und erobern. Um das zu können, braucht es das andere Prinzip, das Weibliche. Mit ihm kommt Leben ins Nest, wird eine Umhüllung zur Bleibe, eine Umfriedung zur Heimat, die das Kind der beiden Prinzipien braucht zu seiner Identifikation: Davon stamme ich, da komme ich her. Ein weibliches Wesen könnte das wohl alles auch, was ein männliches tut; aber es muß das nicht, weil es das alles nicht in seine Natur integriert bekam. Seit Bestehen von Zweigeschlechtigkeit für den Menschen gibt es in deren Genen (analog zur Tierwelt) die Arbeitsteilung für die Versorgung von Nachwuchs. Fragt sich eben, ob dieser „Vertrag“ mit dem männlichen Geschlecht „gekündigt“ werden kann.

7

Da der Mensch eben auch dadurch Mensch ist, daß er über die in ihm liegende genetisch verankerte Natur hinausgreift, kann er sich auch gegen die Befehle der Gene richten. Er sollte nur wissen, wieweit seine naturhafte „Automatik“ doch Macht über ihn hat. Die Entscheidung zum coming out, zum eigenen Weg, könnte eine neue Art von Natur in einer Menschengesellschaft vorstellbar machen. Aber „den Vater“ wird man eben so wenig auflösen können wie „die Mutter“. Beide sind Gesetz!

🦄 (eah)

5. Januar 1999 und 21. Oktober 2020


Englische Fassung – Encounter Education 10/40

1

Why do we insist on the search of intelligent beings in the outer space? Isn‘t the reason that we know that they are and they cause a yearning after them, but they are not perceptible by sense organs or any other technical means. But on the other hand we perceive them in an other sense, in an extrasensory perception like in dreams, in fantasias, and in encounters of the third way.

2

Aren‘t we living on a fragile balance of reality and truth? How that? Isn‘t reality alike truth? It depends. Sometimes both are congruent as in mathematics, and in logic, and in geometry too. But even in applied mathematics the both principles fall apart. Look for example, a cube is geometrical truly defined as a hollow space with all sides equal and square. With an object of these cubical properties we can play at dice, and, spoken in a figurative way, we know when the die is cast. Both applications are derivates of a preceding truth. Reality appears as a derivation of truth or with other words reality takes place in place of truth, maybe it is a refund of the truth, because truth itself can only exist as an apparition, as a phantoma, as a natural law, or as the reason of all beings, in which we take part of with our self-consciousness.

3

Without consciousness of ourselves we hardly could distinguish anything as being true or being real. Being real is an objective form of something material or social and can be proved by measurement. Being true is a subjective experience which could be confirmed by other self-conscious beings. In other words dreams and items of fantasy, the so called inner world, requires confirmation of someone else in order to attain to the status of truth. We call the anticipation of this status in science a hypothesis, in life and religion an act of faith.

4

That brings us back to an important fact along with education. One tender conviction of a child is “father is knowing all“. A reason to this can be that knowledge, know-how, and performance are sanely essential to contracts. Formations of matters imply knowledge and know-how in order to make things happen. The more compatible with existing arrangements these formations are, the more they will be successfull in our sense of “contractual earthing“. The fitting in existing structures of life qualifies every new contract amicably getting along with all participants. We shall call the capability of managing those tricky treaty details “fatherly“. On the other hand we called it “motherly“, if the handling of the surrounding would maintain a “refugee camp“ for any failings, disasters, and – last but not least – dishes, comfort and hugs.

© eah

May 7, 2005 & October 21,2020


2 Kommentare

  1. eckehardnyk sagt:

    Der englische Teil enthält die Unterscheidung zwischen Realität und Wahrheit.
    Absatz 2:
    „Leben wir nicht in einem heiklen Balanceakt von Realität und Wahrheit? Wie das? Ist Realität nicht das Gleiche wie Wahrheit? Es kommt drauf an. Manchmal sind beide kongruent wie in Mathematik, Logik und ebenso in Geometrie. Aber in der angewandten Mathematik fallen die beiden Prinzipien auseinander. Zum Beispiel ist ein Würfel wahrheitsgemäß definiert als Hohlraum mit gleichgroßen Seiten in Quadratform. Mit einem Objekt dieser kubischen Form können wir Würfel spielen und, übertragen gesprochen wissen wir, wann die „Würfel gefallen“ sind. Beide Anwendungen sind Ableitungen (Derivate) einer vorausgegangenen Wahrheit. Realität erscheint als ein Derivat von Wahrheit oder mit anderen Worten Realität nimmt Platz anstelle der Wahrheit. Vielleicht eine Rückvergütung der Wahrheit. Denn Wahrheit selbst existiert nur als Geist, als Phantom, als Naturgesetz oder als Grund für alles Seiende, in welchem wir als Wesen mit Selbstbewusstsein Teil nehmen.“
    Absatz 3
    „Ohne Bewusstsein unserer selbst könnten wir kaum etwas Wahres von etwas Realem unterscheiden. Real ist eine objektive Form von Materie oder Sozialem und kann durch Messbarkeit bewiesen werden. Wahr ist eine subjektive Erfahrung, die von anderen Wesen mit Selbstbewusstsein bestätigt werden kann. Mit anderen Worten: Träume, Fantasien, so genannte innere Welt erfordert die Bestätigung von jemandem anders um den Status von Wahrheit zu erlangen. Die Vorahnung, die Antizipation dieses Status‘ nennen wir in der Wissenschaft Hypothese, im Leben und in der Religion einen Akt des Glaubens.“
    Absatz 4
    „Das bringt uns zurück zu einer wichtigen Erziehungstatsache. Die zarte Überzeugung eines Kindes – „Vater weiß alles“. Grund dafür kann sein, dass Wissen, Know-how und Können normalerweise wesentlich sind für Verträge. Strukturen von Angelegenheiten setzen Wissen und Know-how voraus, damit Sachen zustande kommen. Je mehr diese Strukturen mit im Gang befindlichen Arrangements übereinstimmen, desto erfolgreicher werden diese im Sinne unserer „vertraglichen Erdung“ gelingen. Die Übereinstimmung mit vorhandenen Lebensformen zeichnet jeden neuen Vertrag auf friedliche Weise mit seinen Teilnehmern aus. Wir werden die Fähigkeit die verzwickten Einzelheiten eines Vertrages (oder einer Vereinbarung) zum Gelingen zu bringen „väterlich“ nennen. Andrerseits würden wir dasjenige „mütterlich“ nennen, was die Umgebung in einer Art „Fluchtburg“ unterhält, geeignet zur Erholung von allem Scheitern, Katastrophen und letztlich zum Sammeln bei Tisch, Trost und Küsschen.“

    Liken

  2. n00ne sagt:

    „„Leben wir nicht in einem heiklen Balanceakt von Realität und Wahrheit?“

    Meiner Ansicht leben wir im BalanceAkt zwischen dem was gerade jetzt ist (Realität) und das, was gerade jetzt wirkt (WirkLicht-keit), Bewusstsein, Bewusstheit und Gewahrsein und wahr scheint mir nJCHts, und alles andere ist Realität, Wirklichtkeit, Fata Morgana und Illusion, die 4 UR-Mütter, Elohim, Schöpferkräfte, Göttinnen, welche aus der LEERE, der Singularität, dem AYINen Geist (Gott) etwas entstehen ließen, und nu´ hamm meer den Kladderadatsch…….wobei ER sah, laut christlicher Bibel, dass es sehr gut war, ist und/oder sein wird….

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: