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Eltern, Kind und Kinderstube – 31. von 144 – Welche Grenze hat der Mensch?

Eckehardnyk

Unbegrenztes Lernen
1
Du kannst und darfst alles wissen, an alles glauben und auf alles hoffen; nur eines wirst du damit nicht: Weiterkommen im Sinne von dazu Lernen! Denn was ist Lernen? Es ist eben das Absehen von etwas, das man schon weiß. Wenn dein Kind schon wüßte, wie man schreibt, müßte es das nicht lernen. Wenn Soldaten und Feldherr schon den Sieg errungen hätten, dann bräuchten sie daran nicht zu glauben. Wenn du schon im Himmel wärest, dann müßtest du nicht darauf hoffen, einstens dorthin zu gelangen.
2
Benutze jetzt dein Denken, dann wirst du etwas anwenden, das in geschäftlichen und militärischen Kreisen aufs Pfleglichste gehandelt und sorgfältigst gehütet wird: Eine Strategie. Das heißt, man überlegt, wie kommt man „aufs Schlachtfeld“. Danach entscheidet die Taktik, welche Schritte konkret zu welchem Erfolg führen könnten. Strategie und Taktik sind zwar militärische Begriffe, kommen jedoch in deinem zivilen Leben viel häufiger vor, als du ahnst.
3
Du wirst durch dein Leben viel lernen können. Vorausgesetzt, du neutralisierst für den Akt des Lernens alle ideologischen und inhaltlichen Voraussetzungen. Das klingt zwar wie ein Widerspruch, aber: Erst durch vorgefaßtes Meinen und Wünschen entstehen Vorurteile, jene Voraussetzungen also, die Hindernisse in der Erkenntnis darstellen und deshalb zu löschen oder zu neutralisieren sind. Das Lernen eines Säuglings und Kleinkindes oder auch eines Tierkindes geschieht immer voraussetzungslos. Beim Tierkind jedoch kommen wir bald an eine Grenze seiner Lernfähigkeit (niemals Lesen und Schreiben). Beim Menschen sollte das nicht der Fall sein. Dennoch lernt der Mensch nicht alles, sondern begnügt sich im Lauf seines Lebens mit eingeschränkten Inhalten seines Wissens, die dann seine Überzeugungen und seine Glaubenssätze darstellen. Innerhalb dieser „Grenzen“ soll dann sein Bewußtsein bestehen. Für das Glücklichsein eines Menschen hängt aber viel davon ab, ob es Grenzen seiner Erfahrung oder seiner Erkenntnis geben kann. Hat der deutsche Philosoph Immanuel Kant (1724-1804) dem Menschen Grenzen der Erfahrung und des Denkens zugedacht?
4
Als Stratege und Taktiker können wir jedoch immer neue Situationen vorfinden, auf die althergebrachte Rezepte nicht anwendbar sind. Wohl mag es „Typ(isierung)en“ geben, die immer wieder vorkommen. Aber die Einzelsituation ist genauso einmalig wie der Mensch selbst. Deshalb können und dürfen wir beim Wirkensbereich mit Kindern keinen Ängsten, Vorurteilen und Meinungen anderer aufsitzen, sondern in unbegrenztem Lerneifer sich immer neue Fälle des Lebens unserer Kinder klarmachen und darauf eine Antwort finden. Beim Lernen kommt es eben darauf an, das Typische, das jeder andere auch erfahren kann, von dem Individuellen zu unterscheiden, anhand dessen wir die Art und Weise unseres Kindes identifizieren.
5
Eines der häufigsten Vorurteile bei Menschen ist die Meinung, daß es Fehler gebe. Ständig wird von irgendwelchen Leuten ein Urteil bei etwas abgegeben, was „falsch“ sei. Regierungen werden in diesem Sinne genauso hergenommen wie Kinder; denk nur an die „Fehler“ im Diktat! Es macht natürlich irgendwie auch Spaß, irgendwo FALSCH! dran zu kritzeln. Betrachte es aber bitte nur als Spaß; denn das Leben kennt keine Fehler. War es vielleicht ein Fehler, daß Napoleon die Schlacht von Waterloo 1815 verloren hat? Für seine Karriere als Kaiser der Franzosen war es das Ende. Aber für Europa und die übrige Welt gingen die Geschäfte (das Lernen am sozialen Organismus) weiter. Und was Napoleon der Menschheit hätte weiter geben können, mußte sie, „die Welt“, sich danach auf anderem Weg besorgen. Wenn ein Diktatheft deines Sprößlings „vor Fehlern wimmelt“, dann hat er [sie] eine auf ihn zukommende Chance, über Rechtschreibung mehr und Interessantes lernen zu müssen oder zu können, vorausgesetzt er wird nicht durch ständig „mangelhaft“ nörgelnde Beurteilungen in seinem Wesen frustriert und dadurch nachhaltig am Lernen gehindert.
©️🦄 1982/3 und 2020


6 Kommentare

  1. welche uns da bremsen?
    Oder hofieren wir gar die Kaben und Knäbinnen, welche uns kleinhalten mögen – tun gar noch deren Job?
    So bleibt meine blöde Fragestellung, derzeit oder gar noch verschärft, nicht unterbeschäftigt:

    „Watt kommt bei den
    Aktionen, Gesetzen, Androhungen, der Propaganda, den Ideologien und ja, auch bei den neuen Ersatz-Religionen,
    „hinten raus“?? Wer hat welche Intention und profitiert, selbst von unserer verordnet bekommen „Dummheit“???

    Es bleibt dreisterweise der Spruch: „An den Früchten möget ihr erkennen“.

    Danke für die Worte, den beleuchteten Aspekt hier im Beitrag.
    Alles Liebe,
    Raffa.

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  2. Drusius sagt:

    Das System der Sklavenhalter ist ein wenig täuschend: (https://www.youtube.com/watch?v=sItn2n3CC1c)

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  3. Thom Ram sagt:

    Aus meiner Sicht ein hervorragend wichtiges Kapitel deines Buches, Geistesbruder Ecki.

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  4. eckehardnyk sagt:

    Es ist mir eine große Ehre, wenn ich dieses „Therapeutikon“ hier zur Verköstigung anbringen darf. Prosit, d.h. möge es so sein, liebe Brüder der Wahrheit.

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  5. Thom Ram sagt:

    Ecki

    Ehre? Grosse Ehre? So sei es. Ehren wir ehrenhaftes Denken und Tun.
    Was ist ehrenhaft?
    Ehrenhaft ist, wenn Suri hier Erdnüsschen steckt. Ehrenhaft ist, wenn mir der Papa von Agus des Morgens guten Tag so wünscht, als hätten wir uns ein Jahr lang nicht gesehen. Ehrenhaft ist, wenn mir mein Mofagegenüber zuzwinkert, wenn er und ich uns ein bisschen verfranzt und den unelegant besten Schwenker zwecks Kollisionsvermeidung gemacht haben. Ehrenhaft ist, wenn einer unabsichtlich schwarz gefahren ist, dann zum Schalter geht und die Fahrt nachträglich bezahlt. Ehrenhaft hat mit Ehrlichkeit zu tun. Ehrlichkeit hat mit Offenheit zu tun. Offenheit ist Grundlage für glückliches Zusammenleben.
    Bah, nur mal so hingedacht.

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  6. Drusius sagt:

    Keine Programmierungen, kein Vorausdenken, keine Strategie – das wäre nur sinnvoll, wenn die Situation völlig neu wäre. Die KI ist aber nicht neu, nur die Umstände werden verändert nach dem, was vorausgedacht wurde, so vermute ich.

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