bumi bahagia / Glückliche Erde

Wie denkt der Ami?

Diese Frage stelle ich mir immer wieder: wie denkt er wirklich, der einfache Nordamerikaner? Und auch: was denkt er so über dies und das?
Zum Beispiel darüber, daß die VSA allein seit 1945 über 50 Aggressions-Kriege gegen andere Länder geführt (und fast alle verloren) haben?
Dazu erstmal eine kleine russische Erforschung, die wohl nicht ganz ernst gemeint ist. Und dann ein ernste Meinung dazu…

© für beide Übersetzungen aus dem Russischen by Luckyhans 1.2./6.2.2019
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Wie ist das Verhältnis der Amerikaner zu ihren Aggressionen gegen andere Länder?

30. Januar 2019

Als ich gerade erst nach Amerika gekommen war, hatte mich diese Frage schon immer stark verwundert. Ich habe also vielfach mit Ver­tretern prinzipiell unterschiedlicher sozialer Schichten darüber gesprochen.
Einige von ihnen mögen ihr Land ehrlich nicht besonders und manche sind auch Rußland-Anhänger (nach eigener Vorstellung).
Andere sind dagegen fanatische Patrioten Amerikas und des „American way of life“, der (nord-)amerikanischen Lebensweise. Da waren einfache Arbeiter dabei und Vertreter des höchsten politischen Establishments, es gab darunter Neu-Immigranten und solche, die stolz darauf sind, daß ihre Vorfahren seit vielen Generationen in den VSA leben.

Aber eines eint sie alle: sie glauben, daß wenn du (ungestraft) ein anderes Land überfallen kannst, dann mußt du das unbedingt auch tun.
In meinen 20 Jahren Leben in den VSA habe ich nicht einen einzigen Menschen getroffen, der an dieser Idee gezweifelt hätte.

Wenn die Rede auf Rußland kommt, da sagen sie – in Abhängigkeit von ihrem Verhältnis zu unserem Land – daß entweder Rußland die VSA angreifen „muß“ (das sind diejenigen, welche uns mehr mögen als die VSA), oder daß Rußland dies „tun wird“ (das sind jene, die Amerika mehr lieben als uns).

Wenn ich frage, warum dann die VSA, die ja (angeblich) härter sind als alle anderen, nicht alle anderen angreifen, dann erklärt man mir, daß sie immer nette, nicht aggressive Präsidenten wählen, die von Natur aus einfach nicht in der Lage sind, andere anzugreifen.
Und wenn deren schlechte Ratgeber sogar den Präsidenten zu aggressiven Handlungen drängen, dann wissen sie stets, wenn sie sich schlecht benehmen, daß sie dann nicht wiedergewählt werden.
Deshalb greifen die VSA niemals niemanden an.

Was nicht ganz der Realität entspricht. Wenn nach Millionen-Meetings gegen den Irak-Krieg und Hunderttausenden Verhafteten die VSA dennoch den Irak angegriffen haben, dann ist die Unterstützung für Busch von marginalen 10% innerhalb weniger Monate auf 70% gestiegen. Und er hat sich so seine zweite Amtszeit verdient.

Aber egal, vom Standpunkt der Amerikaner aus war das kein Angriff. Das war nur die Verteidigung der amerikanischen Werte. (eine Aussage, die mich immer wieder völlig sprachlos macht, denn in Wirklichkeit gibt es wohl nur einen „echt amerikanischen Wert“ – den Dollar, oder? alles andere sind doch nur Feigenblätter zur Maskierung der Bereicherung…)

Die Amis lieben sehr den Gorbatschow, denn er hat sich nicht so verhalten, wie sich die Russen immer verhalten, er wollte niemanden angreifen.
Aber die Russen haben das nicht gewürdigt.
Russen sind mürrisch und aggressiv.
Wenn ihr einen solchen Menschen irgendwo in einer dunklen Gasse trefft, dann wir er euch ganz bestimmt angreifen.
Und die anderen russischen Führer waren genauso. Und das russische Volk, das mürrische und aggressive, unterstützt sie darin.

Aber die Amerikaner sind nicht so. Sie sind fröhlich und wohlwollend.
Und wenn tatsächlich mal einer nicht so ist, dann haben sie in Amerika die Demokratie, und der wird niemals etwas schlechtes tun, denn er weiß, daß er sonst nicht wiedergewählt wird…

( Quelle )
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Am selben Tag erschien an anderer Stelle ein wohl eher ernstgemeinter russischer Beitrag (gewiß wieder mit mürrischem Gesicht geschrieben), der einige Zahlen und Vergleiche offerierte. Den ich euch auch nicht vorenthalten will.

Die VSA sind das größte totalitäre Kazett der Welt

Die VSA fühlen sich als Staat komfortabel in der Rolle des totalitären Kazetts. Sie sind nicht einfach „unfrei“ – es ist ihr modus vivendi, ihre Existenz­weise.


Vielleicht werden nicht umsonst in allen Filmen die VSA vorr
angig von Außerirdischen angegriffen?

Es gibt untrügliche Basiskriterien, welche für beliebige Überlegungen als Ausgangspunkt dienen. Zum Beispiel kann ein Zuhälter und Pädophile nicht als Richter in Sachen Moral auftreten. Einem aggressiven Psychopathen darf man in keinem Falle die Macht über seine Umgebung anvertrauen. Es ist dumm, Flieger auszubilden, die man nicht vorher auf Höhenangst überprüft hat, und Seeleute, die seekrank werden. Und so weiter.

Aber aus irgendeinem Grunde schließt die ganze Welt wie auf Kommando die Augen, wenn eine nicht weniger schreiende Verletzung des gesunden Menschenverstandes geschieht: wenn die VSA alle rundum über Humanis­mus, Demokratie, Einhaltung der Menschenrechte und sonstige „Errungen­schaften der Zivilisation“ belehren wollen, wo sie doch der am meisten unfreie Ort auf der Erde sind.

Ja, verehrte Leser, ihr habt euch nicht getäuscht – gerade der unfreieste!
Nicht das kommunistische China mit seinem Sezuan-Uigurischen „regionalen Kazett“ und dem Bestrafungssystem des sozialen Ratings.
Nicht das hochkriminelle Brasilien mit seinen endlosen Favelas und auch nicht Mexico, wo mit den riesigen Banden der Drogenkartelle nicht nur die Polizei, sondern die Armee kämpft.
Und ja, auch nicht Rußland, wo – so stöhnen gern die westlichen Massen-(verblödungs)medien – alle und jegliche Menschenrechte zu jeder Sekunde mißachtet werden.
Nein, genau die „leuchtende Stadt auf dem Hügel“, wo die größte Anzahl von Gefangenen pro Kopf der Bevölkerung und – das ist sehr wichtig! – die größte Anzahl von zu lebenslänglicher Haft Verurteilten zu Hause ist.

 

Mit anderen Worten: die VSA sind quantitativ wie qualitativ dem ganzen Planeten weit voraus!
Ach ja, damit das nicht vergessen wird: die Todesstrafe gibt es dort auch noch, und sie wird auch regelmäßig vollstreckt.

In trockenen Zahlen:
in den VSA befinden sich gerade jetzt in Gefängnissen und Straf-Kolonien 2 Millionen 121 Tausend 600 Menschen.
Um das zu bewerten: in der UdSSR wurden Mitte der 1970er Jahre etwa 800 Tausend Menschen pro Jahr von den Gerichten verurteilt. Wobei „verurteilt“ nicht festgesetzt bedeutet, es gab eine bedeutende Anzahl von Bewährungsstrafen, von Abschiebungen in Arbeitslager u.ä.

Nach der Anzahl der Bevölkerung war die damalige UdSSR nur wenig kleiner als die VSA, aber nach Gefangenen war sie nur ein Drittel so groß.
Und wer ist nun das „Reich des Bösen“, und wer die „Freie Welt“?

Oh ja, da möchte gewiß mancher auch wissen, wie es denn unter dem Blutigen Stalin gewesen ist, denn ordentliche und handschlagfeste Leute haben uns lange überzeugen wollen, doch einem Viktor Suworow (alias Resun) heilig zu glauben, der behauptete, daß gar 10% der gesamten Bevölkerung im Gulag gesessen hätten, und einem Solzhenizyn, der dort mutig Dutzende Millionen hinbeschrieben hat.

Und wieder eine Überraschung: die Gesamtzahl der Verurteilten war in etwa genauso hoch wie zu ruhigen Brezhnjew-Zeiten – im Jahre 1952 saßen etwa 969 Tausend Menschen ein. Und im Jahre 1937 waren es 887 000.

Aber sonderbarerweise haben die VSA keinen eigenen Alexander Issaje­witsch (SoLZHEnizyn), der leidenschaftlich über das „Knast-Land“ berichten würde, über den totalitären Staat und über eine Nation, die hinter Stachel­draht lebt. Obwohl doch dafür alle Gründe gegeben sind.

Heute sitzen in Rußland etwas mehr als eine halbe Million Menschen ein. Prozentual auf Hunderttausend Einwohner sind das sogar weniger als in der UdSSR.

Ja, was soll man nur von uns reden: im Dritten Reich betrug die Gesamtzahl der Kazettinsassen am Vorabend des (sogenannten) Zweiten Weltkrieges ca. 25.000 Menschen! Und das ist keinesfalls irgendein „Revisionismus“, sondern eine Angabe aus der Jüdischen Enzyklopädie! Wenn Himmler hätte in die Zukunft schauen und das Gefängnisimperium VSA sehen können – hätte er gelacht oder geweint?…

Und wie sieht es nicht mit der Menge, sondern mit der Qualität der Bestra­fung in den VSA aus?
162.000 Menschen sind in den VSA lebenslänglich eingesperrt, wobei viele davon gleich mehrfach (die Grimasse des amerikanischen Rechts, das den Gefangenen vor einer vorfristigen Freilassung „schützt“: sogar wenn du die eine Anklage abgesessen hast, kann zu den restlichen das nicht anerkannt werden und du kommst nicht frei). So können über 45.000 davon überhaupt nicht von einem Begnadigungsantrag träumen.

Was das niederschmetterndste (im schrecklichen Sinne) ist, daß darunter sogar 11jährige Kinder sind – zum Beispiel George Brown hat genau in diesem Alter seine schwangere Stiefmutter getötet und sitzt nun bis zum Ende seiner Tage im Gefängnis.
Will uns da noch jemand das Gesetz über die Familienmitglieder der Volksfeinde in Erinnerung rufen? Keine Frage, George Brown hat den Antwortschlag in diesem Streit auszuhalten. Aber er wurde nicht in ein Sonderinternat (für schwererziehbare Jugendliche) rausgeworfen, sondern lebenslänglich in den Erwachsenenknast.

Und wißt ihr, wieviele „Lebenslängliche“ es im schrecklichen unfreien Rußland gibt? Etwas über 2000!
Wägt doch mal diese Zahlen ab – 160.000 „Lebenslängliche“ in den VSA (auf 325 Mio. Einwohner) und 2.000 (auf 144 Mio. Einwohner) im „schrecklich totalitären“ Rußland! Und unter letzteren gibt es weder Jugendliche noch Frauen.
Einfach erstaunlich, wie unser undemokratisches, völlig barbarisches Land so tief totalitär fallen konnte! Und wir haben auch noch keine Todesstrafe!

Tatsächlich, wenn man die Dinge einfach mal unvoreingenommen betrachtet, bleibt völlig unverständlich: welchen Sinn hat es für die amerikanische Justiz, diese 160.000 „ewigen Gefangenen“ festzuhalten?
Wenn das eine Maßnahme sein soll, andere potentielle Verbrecher einzuschüchtern, so sieht es absolut so aus, als ob das nicht funktioniert.
Warum hat man ihnen nicht zurechnungsfähige Strafen von 10 – 15 Jahren auch für schwere Verbrechen gegeben? Wäre das nicht ausreichend auch für Rückfällige und OK-Täter?

Es ist so, daß in den VSA seit einiger Zeit die „Drei-Fehler-Regel“ gilt, nach der das dritte Gewaltverbrechen als Grundlage für eine lebenslängliche Verurteilung oder für eine Strafe von 25 Jahren genommen werden kann. Einmal besoffen geprügelt, ein zweites und ein drittes Mal – und schon findet sich der „Rückfalltäter“ als „Gefangener des Chateau d’Iv“ wieder.
Human, nicht wahr?
Einfach frappierend, wie die wilden Russen ohne solche drakonischen Maßnahmen es schaffen, viermal weniger Verbrecher zu haben, oder?!

Das Paradoxon (wenn man so sagen kann) besteht darin, daß es keinerlei ernsthafte, laute öffentliche Diskussion in der Welt und in den VSA selbst zu diesem Thema gibt.
Da sitzt fast ein Prozent der erwachsenen Bevölkerung im Knast – na und?
Für alle ist das in Ordnung!
Aber wenn Chodorkowski in Rußland eingeknastet wird, dann fallen im „freiesten Land der Welt“ fast die Augen heraus vor lauter Empörung.

All das erlaubt uns, eine Schlußfolgerung zu ziehen: die VSA als Staat, als System der Gesellschaftsorganisation, fühlen sich in der Rolle des totalitären Kazetts am komfortabelsten.
Sie sind nicht einfach nur „unfrei“ – es ist ihr modus vivendi, ihre Existenz­weise.
Sie sind nur fähig, in einer solchen Weise zu einem solchen Preis weiter zu existieren, und nicht anders.
Die Außenpolitik lautet bomben, bomben, bomben, die Innenpolitik einknasten, einknasten, einknasten.

Und deshalb sollte man alle Reden von der anderen Seite des Ozeans her, daß bei irgendjemandem etwas mit den Menschenrechten oder dem Menschlichkeits-Rating nicht hinhaut, mit einfachen und allen verständlichen Zahlen beantworten.
Gegen Fakten ist halt nicht anzukommen.

Grigorij Ignatow  ( Quelle )
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Nachbemerkung des Übersetzers

Nun, einige etwas naiv gestellte Fragen kann man sehr leicht beantworten.
Eben
WEIL der einzige „echt amerikanische“ Wert der Dollar ist, dient auch das Knast-Imperium demselben Zweck – Dollars zu „machen“.
Bekanntlich sind fast alle Gefängnisse den VSA privatisiert und somit als Unternehmen tätig, die aus der Arbeit der Insassen recht üppige Gewinne ziehen – des Rätsels Lösung liegt auf der Hand.
Und so mancher Richter wird vielleicht auch mal mit Bargeld-Prämien bedacht, wenn er wieder für Arbeiter-„Nachschub“ sorgt…


4 Kommentare

  1. webmax sagt:

    „Die VSA sind das größte totalitäre Kazett der Welt
    Die VSA fühlen sich als Staat komfortabel in der Rolle des totalitären Kazetts. Sie sind nicht einfach „unfrei“ – es ist ihr modus vivendi, ihre Existenz­weise.“

    Aktueller Meldung zufolge, sind die Chinesen aber dabei, ihnen den Rang streitig zu machen…. Sie nennen es aber „Schule“

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  2. petravonhaldem sagt:

    Sehr wesentlicher Aufklärungsbeitrag, wobei der letzte Abschnitt von LH den springenden Punkt aufzeigt.

    Es ist bisher viel zu wenig in den Köpfen oder auch Herzen angekommen ,
    dass Kinderheime, Gefängnisse, Krankenhäuser und Altenheime super zum Geschäftemachen geeignet sind
    im Verbund mit den ach so wunderbaren Versicherungen…………..

    Und auch hier schon wieder: man kann gar nicht so viel essen, wie man dauernd kotzen könnte!

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  3. Thom Ram sagt:

    Eindrücklich.
    Danke.

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  4. palina sagt:

    die Zahlen sprechen für sich.
    Danke für diesen Artikel.
    Und wie Petra.v.h. schreibt, Kinderheime, Krankenhäuser und Altenheime zum Geschäfte machen.

    Und jeder, der in dieses ach so freie Land einreist, wird als potentieller Verbrecher gesehen.
    Habe ich eimal erlebt. Nie wieder tu ich mir das an. War zum Glück nur auf einer Durchreise.

    Die tausende von den Soldaten, die hier bei mir in der Nähe leben (Ramstein), reichen mir als „Anschauungsobjekte“.

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