bumi bahagia / Glückliche Erde

Was ist Korruption?

Eh, du Depp, das ist einfach nur Bestechung – hast wieder mal keine Ahnung, aber willst mitreden…“ – Ja, wenn’s mal so einfach wäre.
Ist es Bestechung, wenn ich jemandem dafür, daß er besonders schnell und gut etwas für mich getan hat, auch wenn es in seine direkten Arbeitsaufgaben fällt, ein kleines Dankeschön-Geschenk gebe? Ein „Trinkgeld“ oder eine Art „Prämie“? Die weder ihn reich, noch mich arm macht?
Oder es nicht eher „Korruption“, wenn für eine Übertretung der gesetzlichen Grenzen oder eine willkürliche Auslegung von Vorschriften insgeheim eine üppige Summe gezahlt wird? Die ähnlich hoch oder höher ist als die „normale“ Entlohnung desjenigen?
Darüber möge bitte jeder selbst nachsinnen…
Jetzt schaun wir uns mal einen eher selten beleuchteten Aspekt der Korruption an.
© für die Übersetzung aus dem Russischen by Luckyhans Hervorhebungen und Anmerkungen von mir. Luckyhans, 20./23. Dezember 2018
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Korruption als effektive Kolonisierung

18. Dezember 2018

Коррупция как эффективная колонизация

Korruption und Kolonisierung.
Da ich schon mehrfach diese Erscheinung beschrieben habe („Kurze Retrospektive der Bestechungsweisen“, „Über die Korruption oder Wie im Leben“), soll jetzt einer der Aspekte unsere Aufmerksamkeit fesseln.

Die Sache ist die, daß die Korruption traditionell einer der effektivsten Mechanismen der Kolonisierung ist, besonders im Rahmen des Neokolonialismus. Für ihre Durchsetzung werden durch die Vertreter der Metropolen (das Großkapital, d.h. die globalen Finanz-, Wirtschafts- und Polit-“Eliten“) in den Kolonien (in den Opfer-Ländern, die in Kolonien verwandelt werden sollen) ganz bestimmte Bedingungen geschaffen.
Dazu gehört ein ganzes Bündel von nicht immer sogleich offensichtlichen Faktoren, die jedes Mal in praktisch jeder neuen Kolonie „völlig zufällig“ auftauchen.
Die Hauptkomponenten sind:

1. Ein System von Gesetzen, das sich gnädig gegenüber besonders großformatigen Dieben und Betrügern zeigt. Es muß kompliziert und langwierig sein, deren Verbrechen zu beweisen, und die Strafen dürfen nicht allzu belastend sein – auf Bewährung oder nur Geldstrafen -, und es soll einfach und angenehm sein, wenn man genug Geld zusammengeklaut hat, sich ins Ausland abzusetzen.
(da kommen uns doch gewisse Assoziationen an hierzulande, oder? an die Verkäuferin, die ein kleines Trinkgeld angenommen hat und dafür gekündigt wurde, während der „Baulöwe“ Schneider seinerzeit immer neue Millionen von den Banken nachgeworfen bekam, auch als schon lange klar war, daß er nichts davon jemals wird zurückzahlen können… und viele andere: der Kapitalismus als perfektes, umfassendes System für die Reichen, Rücksichtslosen und Betrüger)

2. Es wird ein effektives Finanz- und Wirtschaftssystem aufgebaut, das es erlaubt, mit minimalen Verlusten die für das Großkapital erforderlichen Waren auszuführen, ohne groß örtliche Steuern (nur minimale) zu bezahlen, vor allem aber den gesamten von den nationalen Parasiten erhaltenen Gewinn (sogleich in der eigenen Währung des Großkapitals) ungehindert in die Heimat des Großkapitals zu transferieren (per SWIFT in die Offshores usw.).
D.h. die gesamten in der Kolonie erzeugten Rohstoffe erhält das Großkapital praktisch kostenlos, abzüglich die (meist symbolischen) Steuern und Abgaben und jenen Anteil vom Gewinn, der für das süße Luxus-Leben der örtlichen kolonialen Neureichen aufzu­wenden ist; der restliche Teil des Gewinns wird von ihnen in verschiedene fiktive Waren (Bankguthaben, Aktien usw.) „investiert“, d.h. er wird stillgelegt und kann schon nicht mehr seiner Bestimmung gemäß verwendet werden.

3. Es muß der Eindruck geschaffen werden, daß die von den örtlichen Parasiten angehäuften Kapitalien sich in Sicherheit befinden, „jederzeit verfügbar“, aber eine echte Herausgabe aus den Metropolen gibt es nicht. Faktisch ist es nicht so, aber den schlauen Kolonisatoren gelingt es immer, den Eindruck zu erwecken – bei den naiven kolonialen Eliten, um so mehr, als diese ursprünglich aus ausgewählten Idioten und dem Abschaum geformt wurden, die sich dann strebsam Tag für Tag durch das leichte Geld und die Macht weiter verderben.
Sogar wenn offensichtliche Konfiszierungen beginnen, dann werden diese still und leise durchgeführt, und sie werden so dargestellt, wie vereinzelte und verdiente Expropri­ierungen (Enteignungen) von offenbaren Gaunern und Schurken (obwohl es in den kolonialen „Eliten“ gar nichts anderes gibt, aber soviel Selbsteinsicht haben die selbst nie).

4. Dabei erschafft die entwickelte fiktive Demokratie, die für einen beliebigen bürgerli­chen Staat charakteristisch ist, den überzeugenden Eindruck, daß all diese Scheußlichkeiten mit voller Zustimmung und Gutheißen und sogar der aktiven Unterstützung der ausgeraubten Bevölkerung selbst geschehen.
Und die ganze Schuld für die Verbrechen der örtlichen Parasiten (die von den Neokolo­nisatoren geschaffen und herangezogen wurden) wird auf diese Art unaufdringlich auf die Kolonie, das Land selbst, abgewälzt, und das ganze dort lebende Volk, das nicht nur „selber schuld“ ist an der eigenen Ausraubung, wird dann auch noch von der „Welt­öffentlichkeit“ (d.h. von den Kolonisatoren) für alle Verbrechen, die unmittelbar von den Unterdrückern und Räubern vollbracht werden, heuchlerisch angeklagt.

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… und dazu ein bißchen Professor Mausfeldt (siehe auch ganz am Schluß)

Übrigens, bei den Manipulationen rund um die Korruption wird oft die Methode der Vermischung von Begriffen benutzt, d.h. mit ein und demselben Wort werden mehrere prinzipiell unterschiedliche Erscheinungen zusammengeführt – sowohl schwere Verbrechen, wie auch leichte Vergehen, und indirekt werden dergestalt schwerste Verbrechen quasi gerechtfertigt und bis zum Absurden die Bestrafungen für selbst kleinste Verfehlungen verstärkt.

Irgendwo habe ich gelesen, daß noch unlängst in der Ruß für die Korruption zwei verschiedene Begriffe existierten – sie finden sich noch in vielen älteren Werken der russischen Literatur, aber werden von kaum jemandem noch richtig verstanden – das sind „Schmierentlohnung“ und Bestechlichkeit. Traditionell wurde unter ersterem die ungesetzliche, aber sehr bescheidene Belohnung eines Beamten für die gesetzestreue Ausführung seiner dienstlichen Obliegenheiten (für Wohlwollen und Rechtzeitigkeit) verstanden, sozusagen ein „Trinkgeld“; dagegen war die Bestechlichkeit mit der Aneignung und/oder der Verletzung der Dienstpflichten gegen Geld-Zahlung (in der Regel in großen Beträgen) verbunden.

Ersteres wurde nicht gefördert und von Zeit zu Zeit auch bestraft, aber nicht allzu hart, aber letzteres wurde immer und überall gnadenlos geahndet (außer heutzutage).
In unseren Tagen wurde der Begriff der Korruption sinnlos ausgedehnt und es wurden nicht nur völlig harmlose Schmiergelder darin eingebogen, sondern auch das bösartige Veruntreuung von Staatsgeldern – und jede beliebige große Aneignung überhaupt.
Wobei für all dies gleichmäßig hart gestraft wird, was für die Schmiergelder übermäßig unmenschlich und grausam ist, aber für die echte Bestechung und Veruntreuung einen unglaublichen phantastischen Humanismus darstellt.

Im Ergebnis sind die am meisten „Korrumpierten“ in unserem Land die Ärzte und Lehrer geworden. Diese kleine „Korruption“ (und der tierisch strenge Umgang mit diesen kleinen Korruptionären) wird zur Rechtfertigung und praktisch zur Legitimierung, in den Augen der Bevölkerung, der schweren Verbrechen der Vertreter der herrschenden Klasse gegen das eigene Land und Volk benutzt.

Die Beamten arbeiten unter schwie­rigsten Bedingungen der allgemeinen Verhaßtheit. Natürlich wollen sie auch manchmal ein gutes Auto kaufen oder irgendwo ein Haus im Ausland. Klar daß wir diese Dinge durchgehen lassen werden, wie auch die soge­nannten „Kickbacks“, die es angeblich in Rußland geben soll“, erklärte Tatjana Golikowa, unterstreichend, daß die von ihr genannten Fakten nicht als Korruption bezeichnet werden dürfen.

Tatjana Golikowa: „Die Korruption in Rußland ist überhaupt ein Mythos“
(die Dame war damals als Vorsitzende des russischen Bundesrechnungshofes praktisch die Staatsbeauftragte für den Kampf gegen Korruption!)

Das Paradoxe an der Situation im Kampf gegen die Korruption im bürgerlichen Staat, der von Betrügern für Betrüger und auf der Grundlage von betrügerischen Begriffen geschaffen wurde, liegt darin, daß eine Verstärkung des Kampfes gegen die Korruption unweigerlich zu deren vollständigem Sieg führen wird.
Und je intensiver der Kampf geführt wird, desto schneller wird das lichte, durchgängig korrupte Morgen eintreten.

( Quelle )
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Nachbemerkung des Übersetzers

Nun ist es dem aufgeklärten Deutschen schon längst vertraut, daß er sich seit 1944 praktisch ununterbrochen in einer Kolonie der Globalisten, bisher gesteuert durch die VSA und die NATO (früher im Verein mit der Sowjetunion), befindet.

Nicht ganz so vertraut ist vielen, daß auch Rußland trotz aller „putzigen“ Bemühungen um Souveränität nach wie vor an den Folgen des verlorenen „Kalten Krieges“ zu knabbern hat: darunter eine Verfassung, welche internationale Gesetze grundsätzlich über die nationalen stellt, und eine „russische“ Zentralbank, die weder den russischen Staat mit Geld versorgen darf, noch für die Verbindlichkeiten desselben eintreten darf (diese Rechte hat weltweit einzig und allein die FED), und vieles andere mehr.

Wenn hier also von Kolonien und Kolonisierung die Rede ist, dann dürfen wir nicht un­begründet vermuten, daß da auch das eigene Land gemeint ist, d.h. ohne es direkt zu sagen, wird hier eine recht herbe Kritik an den russischen „Eliten“ angebracht.
Zu denen ja bekanntlich auch die sog. „russischen“ Oligarchen gehören.

In diesem Zusammenhang dürfte nicht uninteressant sein, daß einer der „Oligarchen“, ein gewisser Herr Deripaska, vor kurzem den größten Teil seiner Aktiva (den größten Aluminium-Produzenten „Rusal“ u.a.) über das VSA-Finanzministerium an seine Herren, den Rothschild-Clan, „zurückgeben“ durfte – gewiß nicht so ganz freiwillig, denn er selbst bleibt auf der Sanktionsliste, während „seine“ (ehemaligen) Firmen von dort gestrichen wurden.
Wir sehen hier also ganz praktisch, daß der „russische“ Pseudo-„Oligarch“ nichts weiter als ein
Statthalter für die tatsächlichen westlichen Eigentümer der von Tschubais & Co. privatisierten „russischen“ Unternehmen ist. (worauf wir schon des öfteren hinge­wiesen haben)
Und das trifft für praktisch alle „privatisierten“ (geraubten) „russischen“ Unternehmen zu…

kor2


11 Kommentare

  1. Korruption bedeutet für mich in erster Linie Handeln oder Nichthandeln wider besseren Wissens, sprich: der inneren Wahrheit nicht folgen.

    Kaufe ich z.B. einen Artikel hier, weil der gleiche dort teurer ist – ist das schon „Preiskorruption“?
    Lasse ich mich von einem Thema – oder gewissen Medien – zeitlich vereinnehmen, obwohl ich EIGENtlich ganz andere „Dinge“ zu tun hätte – ist das schon Korruption?
    Gehe ich einfach „wählen“, weil man das halt so macht – habe ich mich dann schon von „dem System“ korrumpieren lassen ?

    Korruption beinhaltet für mich das Bewußtsein einer Entscheidung, diese so zu treffen, daß ich Vorteile (oder zumindest keine Nachteile) für mich erwirke, obwohl ich das dazu erforderliche Verhalten selbst verachte, als ethisch verwerflich empfinde oder einfach weiß: wenn andere sich mir gegenüber so verhalten würden, wie ich es jetzt im Sinne der Korruption tun werde, dann fände ich das aber gar nicht gut … usw.

    Korruptionsmöglichkeiten sind die Hürden auf dem Weg zur Freiheit – Gravitationskräfte diesen Hürden können mich zum Kniefall bewegen … oder ich finde die Kraft aus den Höhen der menschl. Seele / Geist, sie unter mir liegen lassen zu können.

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  2. webmax sagt:

    Ein interessantes, auch für D zutreffendes Thema.
    Die Korruption ist sicher so alt wie die Prostitution: Nicht immer muss Bargeld fließen… Und sie ist für mich die Schwester der Provision.
    Diese dient legal und steuerlich absetzbar als Entgelt für die Vermittlung von Warenkäufen, jene unter dem Tisch als illegale Belohnung fur die Zustimmung/Genehmigung solcher Transaktionen. Wobei sich der Staat schwer tut mit der Absetzbarkeit dieser Summen, aber fast immer eine Umgehungsmöglichkeit gefunden wird.

    Das Motiv hierfur ist neben krankhafter Gier eigentlich die – aus der Urangst gewachsene – Existenzangst: Täglich kann der Mensch in seinem Umfeld den Verlust von Geld, Ansehen und Macht im Alter beobachten. Hiergegen Vorsorge zu treffen, macht der Neger mit Clanpolitik (er holt seine Leute in sein Umfeld, andere Clans werden erbittert verfolgt und ferngehalten), in komplexeren Gemeinschaften wie z.B. Demokratien gibt es sehr viel elegantere Möglichkeiten; die teilweise sogar anerkennend oder als zweckdienlich erachtet werden: Kann doch das beweisbare Wissen darum prima als Erpressung verwendet werden.
    Das alles ist der Nährboden der ganzen Lügerei und Verschwörungspraktika, wie wir sie hier stets beklagen. Wie Abhilfe schaffen? Mit Sozialismus hat es nicht funktioniert, im Kapitalismus werden an und für sich klare Regeln umgangen oder mißachtet. Kann ein König-oder Kaiserreich – mit wesentlich schlankeren Strukturen – heutzutage noch Abhilfe schaffen, wie manche denken?

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  3. @webmax: Kann ein König-oder Kaiserreich – mit wesentlich schlankeren Strukturen – heutzutage noch Abhilfe schaffen, wie manche denken?

    Da unsere Sprache ja einen begrenzten Wortschatz hat – es also nicht immer und nicht beliebig viele Wörter erfunden werden können – geht es darum, den einzelnen Wörtern aus dem Wortbestand eine Bedeutung beizumessen, die mit den gegenwärtigen und zukünftigen Entwicklungspotenzialen und Bewußtseinsfähigkeiten übereinkommt.

    So kann denn auch das Wort »Königreich« begrifflich neu gefüllt werden: gelangt jeder Mensch in seine Würde, ist er aufrichtig und ehrbar – hat er seinen Charakter veredelt, ist er „Herr“ seines Eigenen, sitzt sein Genius, er selbst auf dem inneren Thron ? – oder hat er diesen verkauft, feil geboten gegen Begehrlichkeiten und »Angstfreikauf«?
    Wenn nicht „feil geboten“ – dann ist er der König seiner Selbst bzw. sein Selbst König. Und das Selbst ist natürlich unbestechlich.
    Ja, und wenn dann viele solche Menschen zusammenwirken, wir also reich an solchen Menschen sind – und sie sich ja dann positiv gegenseitig bereichern – dann sind wir eben reich an Königen und das nennen wir dann: königreich !!!

    Wie Goethe schon auf die Frage, was denn die beste Regierung/Staat sei, antwortete: diejenige, die Dich lernt, Dich selbst zu regiern!

    Übrigens ist das Thema Korruption auch eines in der Elternerziehung: wenn Du das machst, dann bekommst Du auch nen Eis !
    Wir nennen es Belohnung. Aber im Grunde geht es nur darum, sich einem FREMDEN WILLEN unterzuordnen und DADURCH einen VORTEIL für sich selbst zu ergattern …

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  4. webmax sagt:

    @Jürgen Elsen
    Da stimme ich weitgehend überein, bis auf das Thema Belohnung und Kindererziehung. Das ist imho völlig ok, wenn bei den Blagen die Einsicht – noch – fehlt, um sie vor Risiken und Gefahren zu schützen.

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  5. luckyhans sagt:

    zu Jürgen Elsen 26/12/2018 um 19:14
    Muß man tatsächlich eigene Fehlentscheidungen gleich zur „Selbstkorruption“ hochstilisieren – geht es nicht auch einfacher?
    😉

    zu webmax 26/12/2018 um 20:41
    War ja klar, daß das Thema Angst, obwohl nebenan schon hinreichend behandelt, hier nochmal an den Haaren herbeigezogen werden mußte – soll sehr förderlich für einen sinnvollen Gedankenaustausch sein…
    😉

    zu Jürgen Elsen 27/12/2018 um 00:09
    Lieber Jürgen,
    ich bezweifele, daß Goethe den Unterschied zwischen „lehren“ und „lernen“ nicht gekannt hat…
    😉

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  6. webmax sagt:

    @LH ??? Wenn der Verstand kommt, weichen die Haare bekanntlich. Welche Motivation fur Korruption hättest du denn anzubieten?

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  7. luckyhans sagt:

    zu webmax 27/12/2018 um 06:32
    Mit dem Alter kommt die Weisheit… aber manchmal kommt das Alter auch allein… 😉

    Ich kann mir nicht vorstellen, daß korrupte Menschen eine Selbstanalyse betreiben, denn dann müßte sich ja das Gewissen bei ihnen rühren, was es offenbar nicht (mehr) tut. Die meisten haben mal klein angefangen und konnten dann nicht mehr aufhören – vor allem weil sie (scheinbar) „ungestraft“ blieben.
    Das Märchen, daß Leute nicht mehr schlafen können, weil sie ihr eigenes korruptes Verhalten nicht mehr aushalten, ist jedenfalls meilenweit vom richtigen Leben entfernt… 😉
    Eigenes korruptes Verhalten wird oft so motiviert: „wenn ich es nicht tu, dann tut es jemand anderes“ und ähnlich, oder es werden sogar lautere Motive vorgeschoben – d.h. es wird nach (freilich falschen) „Rechtfertigungen“ gesucht, die dann einfach zur „gültigen Regel“ erhoben werden.

    Wobei ich – im Unterschied zu Jürgen – die eigene Suche nach dem persönlichen Vorteil durchaus als legitim ansehe, solange dieser nicht auf Kosten anderer oder der Gemeinschaft errungen werden muß, sondern im Einklang mit selbiger… 😉

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  8. webmax sagt:

    @LH

    Ich habe nicht behauptet, dass sich diese Menschen ihrer Motivation bewusst sind.
    Ich kann deiner Sichtweise zustimmen, aber etwas tiefer solltest du schon graben. Urängste sind einem nämlich gar nicht so bewusst bzw. kommen in anderem Gewand dauer…Du würdest doch Existenzangst nicht leugnen allen?
    Und das ist nur eine, allerdings weit verbreitete Form der Konditionierung.

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  9. Thom Ram sagt:

    Webi

    Diskussionskultur.

    Du schreibst: ***Ich kann deiner Sichtweise zustimmen, aber etwas tiefer solltest du schon graben.***

    Das ist eine Du-Botschaft der arroganten Art.

    Du koenntest sagen: „Ich meine, da muessen wir tiefer graben“. Oder „Ich moechte da schon tiefer graben.“

    Bitte beherzige. Danke.

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  10. webmax sagt:

    Siehste, Thom, ist mir gar nicht aufgefallen. Ich meinte das in deed belehrend.
    Splitter und Balken, aus dem selben Holz.

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  11. luckyhans sagt:

    zu webmax 27/12/2018 um 13:53
    Lieber webmax,

    „Ich habe nicht behauptet, dass sich diese Menschen ihrer Motivation bewusst sind.“ –
    so hat sich aber unser Freund Jürgen, dem Du dialogisch zugestimmt hattest, ausgedrückt – ich wollte das nur klargestellt wissen.

    „Du würdest doch Existenzangst nicht leugnen allen?“ –
    … wahrscheinlich meinst Du „leugnen wollen“?

    Ich denke, ich habe mich klar genug artikuliert, daß ALLE Ängste grundsätzlich fremdinduziert sind, also selbst Konditionierungen darstellen – meist durch Erlebnisse, die entsprechend herbeigeführt und interpretiert werden; dann verstärkt und von den Medien sowie dem Krankheitssystem „nachgearbeitet“, bis zu ausgewachsenen Phobien. „Profit over people“ – Gewinn steht über den Menschen, wie Noam Chomsky (?) das kurz und treffend sagte.
    Eine Existenz“berechtigung“ habe die Ängste dadurch noch lange nicht…

    Insofern kann etwas, was von außen in den Menschen hineingesetzt wird, auch schlecht „geleugnet“ werden; denn es kann nur geleugnet werden, wofür der Mensch selbst verantwortlich ist.
    Beispiel: wenn Du mir ein blaues Auge haust, dann kann weder ich noch Du das blaue Auge leugnen, wohl aber Deinen Anteil an dessen Entstehung.
    Ist nicht einfach, ich weiß…

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