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Rußland auf dem Weg zum „Majdan“?

Wir hatten vor kurzem die Analyse des Weges der Ukraine in den vergangenen 4 bzw. 17 Jahren betrachtet – seit dem sog. Euro-Majdan 2014 war es dort rapide bergab ge­gangen. Nun soll das „bewährte“ Szenario offenbar in Rußland wiederholt werden.
© für die Übersetzung aus dem Russischen by Luckyhans, 24. November/2. Dezember 2018 Hervorhebungen und Anmerkungen von mir.
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Rußland wird zielgerichtet für einen „Majdan“ vorbereitet

23. November 2018

Da geschehen für den einfachen Menschen unverständliche Dinge heute in den Machtstrukturen: mal erklärt die Chefin des Jugend­amtes ebendieser Jugend, daß „der Staat ihnen nichts schuldet“ und daß „der Staat sie nicht gebeten hat zu gebären“, mal spricht ein Abgeordneter davon, daß man von 3500 Rubel im Monat (dem offiziellen Existenzminimum, entspricht etwa 50 Euro) wunderbar leben kann, oder ein Senator schwatzt etwas vom „Nutzen des Hungerns“. (es gibt noch mehr bekanntgemachte „sonderbare“ Aussagen im heutigen Rußland, auch von Duma-Abgeordneten und Gouverneuren, die das Volk in Wallung bringen, aber auch Gerichts-Urteile – nicht zuletzt zu jenen berüchtigten sex Millionen – und  Steuer- und Gesetzentwürfe)

Es entsteht der Eindruck, daß diese „Macht besitzenden“ sich wohl überfressen und sich vollständig von Volk gelöst haben, welches sie bestenfalls als „Elektorat“ ansehen, das eh „alles schlucken wird“, oder schlimmstenfalls als Versuchsratten, mit denen man die unterschiedlichsten Experimente zum Überleben unter Extrembedingungen anstel­len kann.

Aber wenn das so ist: was für ein Idiot muß man da sein, um sowas laut auszusprechen?
Solch ein „Völlig-Wurscht“-Verhältnis der Macht besitzenden gegenüber den Bedürfnissen und Wünschen des Volkes kann zu ernsthaften Unannehmlichkeiten für die Machthaber führen.

Aber viel eher ist hier das bewußte Aufschaukeln gegen den Staat und die bewußte An­kurbelung der gesellschaftlichen Unzufriedenheit zu beobachten. Das Land und sein Volk werden zielgerichtet auf eine Art „Majdan“-Aufstand vorbereitet, auf eine Revolu­tion oder einen banalen Umsturz.
(hier zeigt sich wieder, daß alle älteren Russen sehr viel Marxismus gelehrt bekommen haben, und die „Leninsche“ Revolutionstheorie verinnerlicht haben – „wenn die unteren nicht mehr wollen und die oberen nicht mehr können“; daß alle „Revolutionen“ der Menschheitsgeschichte von oben angezettelte, gesteuerte Prozesse waren, hat sich dort noch nicht herumgesprochen – daher der schon fast kindliche Glaube an „die Volks­massen als Träger der Geschichte“ – ganz nach Mordechai Levy… aber lesen wir weiter)

Beurteilt selbst: die Erhöhung des Renteneintrittsalters, ungeschickt als „Rentenreform“ maskiert, und die verschiedenen provokanten Aussagen der Beamten, Abgeordneten und Senatoren sind sehr dazu geeignet, die Spannung und die Volksunzufriedenheit ge­genüber den Machthabern zu schüren, was man bei gekonnten Lenkung sehr leicht zu einem Sturz der rechtmäßigen Macht im Lande ausnutzen kann. (der offen verkünde­te „Witz“ an dieser „Rentenreform“ ist, daß trotz der 2019 beginnenden schrittweisen Erhöhung des Renteneintrittsalters merkliche wirtschaftliche Effekte zur Entlastung der Rentenkasse erst in etwa 12 – 13 Jahren eintreten werden; und da keiner weiß, wie sich bis dahin die russ. Wirtschaft und die Weltkonjunktur entwickeln werden, ist eine solche Reform zum jetzigen Zeitpunkt ein klarer Sabotage-Akt von Seiten der Neoliberalen)

In dieser Hinsicht ist das Beispiel der Ukraine sehr bezeichnend. Das gekonnte Auf­schaukeln der Situation, die gekonnte Erregung der Unzufriedenheit des Volkes, die großzügig bezahlten Agitatoren, ein paar gut organisierte Provokationen – und das Land ging stracks bergab.
Und für die Organisatoren des (ukrainischen Euro-)Majdans, die VSA, ist das durchaus billig abgegangen, für nicht mehr als lumpige fünf Milliarden Dollar.

Heute ist übrigens bei unseren „globalen Nachbarn“ ein Feiertag – das fünfjährige Jubiläum des Majdan, der „Revolution des Selbstbewußtseins / der Würde“.

Meint ihr, in Rußland wäre ähnliches unmöglich? Da irrt ihr euch, das ist durchaus möglich. (zumal die Globalisten-„Investitionssumme“ an grünem Buntpapier dort um ein Vielfaches höher ist, wie schon berichtet)
Heute wird (fast) alles dafür getan, um im Volk eine Unzufriedenheit hervorzurufen, es auf die Straße zu bringen und eine Revolution durchzuführen, natürlich „zum Wohle des Volkes“. Nun, wie in der Ukraine.

Putin stürzen, Rußland zerstören, es in mehrere Dutzend kleiner „Protektorate“ auftei­len, alle Ressourcen Rußlands in die Finger bekommen – das ist der ewige Wunschtraum des Westens. (wieder knapp daneben – die Globalisten sind nicht „der Westen“ – hier wird propagandistisch einfach mal gleichgemacht…)

So sieht das tatsächliche „Programm der Zusammenarbeit des Westens mit Rußland“ aus, und das hat noch keiner zurückgenommen:

„Rußland ist heute genau jenes ‚Heartland‘, welches Mackinder damals konzeptionell definiert hat.*
Dieses Herzland zu erobern oder zu zerteilen ist die Grundlage der Welthegemonie der VSA. Rußland muß in drei unterschied­liche Staaten zerlegt werden: einen mit Zentrum in Petersburg, den anderen mit Zentrum in Mos­kau, und Sibi
rien muß in einen ei­genen Staat abgetrennt werden.“ – Zbigniew Brzeziński in einem Interview für den französischen „Nouvel Observateur“ vom 15.-21.1.1999

Das ist alles. Und:

„Die Ukraine ist für uns ein Vorposten des Westens. Die Neue Weltordnung unter Hegemonie der VSA wird gegen Rußland erschaffen, auf Kosten Rußlands und auf den Trümmern Rußlands.“
Zbigniew Brzeziński

Ob die Pläne des Westens zur Vernichtung Rußlands wahr werden oder ob sie nur Pläne bleiben, hängt vollständig von uns allen ab, von unserer staatsbürgerlichen Position und von unser aller Bewußtseins­stand.

( Quelle )
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*
selbstverständich ist Mackinders Herzland-Theorie nichts weiter als der Versuch der „Begründung“ imperialer Kriegslüsternheit und wird nach Belieben umgemodelt, wie es gerade gebraucht wird

Nachbemerkung des Übersetzers

Da gäbe es jetzt noch einiges anzumerken, denn diese stark vereinfachte Darstellung soll natürlich propagandistisch wirken, und das nicht auf den Westen, sondern auf die braven Russen.
Freilich sind viele genannte Fakten heute be­legbar, so die Entlohnung der Organisatoren und Agitatoren auf dem Kiewer Euro-Majdan 2013/14: während die einfachen „Teilnehmer“ an der Demo pro Tag, je nach Anreise-Entfer­nung zwischen 10 und 20 „Greenbacks“ in bar ausgezahlt bekamen, erhielten die oben ge­nannten „Aktivisten“ zwischen 200 und 300 „Backsy“ pro Tag – für die damaligen Verhält­nisse ziemlich viel Geld, d.h. sie ließen sich banal kaufen.

Aber die deutlichen Unterschiede zwischen Russen und Ukrainern sollten doch nicht ignoriert werden. Den Ukrainern konnte man systematisch ab 1991 und verstärkt ab 2004 (beim ersten Majdan, der umsturzmäßig gescheitert war) medial und agitatorisch ganz primitiv einen „eigenen“ National-Stolz implementieren, der zwar keinerlei histo­rische oder kulturelle Wurzeln hat, aber seit Jahrhunderten als Spaltpilz in die dortigen slawischen Volksbe­stände hineingetragen wurde – nicht zuletzt auch von den deutschen Besatzern in WK1 und 2. Und auch zu Sowjetzeiten wurde der Nationalismus in der Ukraine, besonders in der Westukraine, wie ich aus eigenem Erleben in den 70er Jahren bestätigen kann, sehr stark „gepflegt“.
Es ist so leicht, jemandem ein Gefühl der Überlegenheit gegenüber anderen Menschen einzureden, vor allem, wenn dieses eher umgekehrt der Fall ist…

Bei den Russen wird man sich da schon etwas intelligenteres einfallen lassen müssen, denn die Nawalnys, Sobtschaks und Co. haben sich bei den dortigen Volksmassen in den vergangenen Jahren schon ziemlich unmöglich gemacht (auch wenn „der Westen“ das nicht wahrhaben will und weiter auf diese „toten Pferde“ setzt).
Und auch die „Bolotnaja“-Bewegung von 2011 hat längst an Reichweite eingebüßt.

Die einzige wahre „Stütze“ der Globuli in Rußland ist die neoliberale „fünfte Kolon­ne“, die – von der Regierung über alle Stufen der Verwaltung und über alle Stufen der gewählten Machtorgane reichend – korrupt und vom Westen gedeckt auf allen Ebenen ihre Wühlarbeit leistet und tatsächlich ganz gezielt den Unmut des Volkes provoziert.
Denn, wie in Rußland üblich, wird ja alles dem „Zaren“, also Putin selbst, zugeschrieben, auch wenn die wahren Verursacher ganz woanders sitzen und sich darob ins Fäustchen lachen. Demnächst werde ich mich ausführlich mit jenen russischen “Eliten“ befassen.

Hier vorab nur soviel: die vielen kleinen und großen Verbrecher, die in den „wilden“ 90er Jahren mit Machtmißbrauch, Betrug, Erpressung, Gewalttaten, Schutzgelderpres­sung, Mord u.a. „ihre“ eigene „ursprüngliche Akkumulation des Kapitals“ durchgezogen haben, konnten danach „clevererweise“ sogleich ihre Kinder auf die „höheren“ Schulen des Landes schicken, damit sie ganz regulär Juristen, Ökonomen, Manager, Beamte wer­den und entsprechende Machtpositionen besetzen konnten – diese stellen heute einen Großteil jener 5. Kolonne, denn die familiäre „Basis-Erziehung“ prägt nun einmal den Menschen…
Und damit sind heute
sehr viele Positionen in Exekutive, Justiz und Legislative Ruß­lands mit „hoffnungsvollen jungen Leuten“ besetzt, die entsprechend skrupellos und extrem eigennützig sind – und denen sonst alles ziemlich weit achternaus vorbeigeht, vor allem die Gemeinschaft und das Volk insgesamt.
Russische Realität heute.


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