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Säen wir Ideen

(Ludwig der Träumer) „Säen wir Ideen, und alle Waffen, welche diese barbarische Zivilisation geschaffen hat, werden überflüssig sein; säen wir Ideen, und die unvermeidbare Zerstörung unserer natürlichen Umwelt wird verhindert werden können. Man müsste sich fragen, ob es nicht schon zu spät ist. Ich bin Optimist, ich sage, dass es nicht zu spät ist, und teile die Hoffnung, dass eine bessere Welt möglich ist. / Havanna, den 13. Juni 2004“

Wer hat es gesagt? Ein Hoffnungsträger – Staatschef oder Politiker unserer westlichen Wertegemeinschaft etwa? Oder ein gestern verstorbener Kardinal, um den ‚ganz‘ Deutschland trauert? Oder der letztes Jahr seine letzte Reise angetretene IKEA-Chef, der europaweit die Plastik- und Spanplatten-Wohnkultur für sich steuersparend revolutionierte? Alles falsch. Es war der am 25. November 2016 in Havanna verstorbene Fidel Alejandro Castro Ruz, dem keinerlei Beileidsbezeugung der westlichen Politikschranzen zuteil wurde. Funkstille in den Partei-, Banken-, Kirchen- und Konzernbüros. Wie kann man auch nur so einen Schlußsatz einer Rede nur gutheißen. Alles dummes Geschwätz natürlich. Besonders wenn man seine ganze Rede sich anhören muß, die er an die 11. Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung im Juni 2004 in São Paulo hielt. Da muß es doch klingeln bei allen funktionellen Parteien von Links über Grün bis Rechts. So ein No Go kann doch nicht geduldet werden. Nestbeschmutzer der westlichen Wertegemeinschaft.

Auszug aus seiner Rede:

„…Heutzutage wird die schreckliche Geißel des ungleichen Wirtschaftsaustauschs kaum in Reden und bei Konferenzen erwähnt.

Der internationale Handel war nicht Instrument zur Entwicklung der armen Länder, welche die riesige Mehrheit der Menschheit bilden. Für 86 von ihnen stellen die Grunderzeugnisse mehr als die Hälfte des Ausfuhrerlöses dar. Die Kaufkraft jener Produkte, ausgenommen das Erdöl, ist heute ein Drittel derjenigen, die sie bei der Gründung der UNCTAD hatten.

Obwohl die Zahlen langweilen und sich wiederholen, bleibt oft kein anderes Mittel, als ihre beredte und unersetzbare Sprache zu verwenden.

  • In den armen Ländern leben 85 Prozent der Weltbevölkerung, aber ihre Teilnahme am Welthandel beträgt nur 25 Prozent.
  • Die Auslandsschuld jener Länder betrug 1964, im Gründungsjahr dieser Institution der Vereinten Nationen, ungefähr 50 Milliarden Dollar. Heute erreicht sie 2,6 Billionen.
  • Von 1982 bis zum Jahr 2003, d.h. in 21 Jahren, hat die arme Welt 5,4 Billionen Dollar Schuldendienst gezahlt, das bedeutet, dass sein jetziger Wert schon mehr als zweimal an die reichen Länder gezahlt wurde.

Den armen Ländern wurde Entwicklungshilfe versprochen und dass sich der Abgrund zwischen Reichen und Armen progressiv verringern würde; man ging sogar so weit zu versprechen, dass der Wert 0,7 Prozent des sogenannten Bruttoinlandsproduktes das so wäre, dann würde diese Zahl heute mindestens 175 Milliarden Dollar pro Jahr betragen.

Im vergangenen Jahr 2003 erhielt die Dritte Welt als offizielle Hilfe 54 Milliarden Dollar. In jenem selben Jahr zahlten die Armen den Reichen 436 Milliarden an Schuldendienst. Das reichste Land von ihnen, die USA, ist dasjenige, welches die vorgegebene Zielstellung am wenigsten erfüllte, indem es nur 0,1 Prozent seines BIP für diese Hilfe bestimmte. Hier sind die riesigen Summen, die ihnen durch den ungleichen Handelsaustausch entrissen wurden, nicht inbegriffen.

Zusätzlich geben die reichen Länder jedes Jahr mehr als 300 Milliarden Dollar für Subventionen aus, die den Zugang der armen Länder zu ihren Märkten verhindern.

Andererseits ist es fast unmöglich den Schaden zu messen, der diesen Ländern durch die Art der Handelsbeziehungen zugefügt wird, die den armen Ländern, die nicht in der Lage sind, mit der ausgefeilten Technologie, dem fast ausschließlichen Monopol des intellektuellen Eigentums und den riesigen Finanzmitteln der reichen Länder zu konkurrieren, über die gewundenen Pfade der WTO und die Freihandelsverträge aufgezwungen werden.

Zu diesen Formen der Plünderung kommen noch andere hinzu, wie zum Beispiel die beleidigende Ausbeutung der billigen Arbeitskräfte in der Maquiladora-Industrie, die mit Lichtgeschwindigkeit entstehen und verschwinden, die Spekulation mit den Währungen in Höhe von Billionen pro Tag, der Waffenhandel, die Aneignung des Nationaleigentums, die kulturelle Invasion und andere Dutzende von Plünderungs- und Raubhandlungen, die unmöglich alle aufgezählt werden können. Der brutale Transfer von Finanzmitteln aus den armen in die reichen Länder, der in den klassischen Büchern zur politischen Ökonomie nicht aufgezeigt ist — die Kapitalflucht, die charakteristisch und obligatorisch für die herrschende Wirtschaftsordnung ist — ist noch zu untersuchen.

Das Geld aus der ganzen Welt fließt in die USA ab, um sich vor den Währungsschwankungen und dem Spekulationsfieber zu schützen, welche die Wirtschaftsordnung selbst hervorruft. Ohne dieses Geschenk, welches der Rest der Welt, besonders die armen Länder, den USA machen, könnte seine jetzige Regierung die riesigen Haushalts- und Handelsbilanzdefizite nicht aufrecht erhalten, die beide zusammen im Jahr 2004 mindestens eine Billion Dollar betragen.

Würde sich irgend jemand trauen, die negativen sozialen und menschlichen Folgen der neoliberalen Globalisierung zu negieren, die der Welt aufgezwungen wurde?“ …

Die ganze Rede kann hier gelesen werden: https://amerika21.de/analyse/165282/castro-botschaft-unctad

Die Zahlen der verelenden Menschen sind aus 2004. Sie dürften sich heute vervielfacht haben. Wenn ich mir ansehe, was die Kubaner trotz jahrzehntelanger Sanktionen und perfiden Angriffen westlicher ‚Obertanen‘ an Bildung, Kultur, Gesundheitswesen und Armutsbekämpfung geleistet haben, so bin ich um so fassungsloser über die Ächtung von Seiten der ‚westlichen Welt‘.

So eine Rede hätte dem gestern verstorbenen Kardinal gut gestanden, dessen geistige Leiche noch von allen Partei- und sonstigen Schranzen hofiert wird.

Was für ein wunderbarer Kerl war der Kardinal, höre ich im Radio. Menschennah ging er sogar auf den Wochenmarkt und sprach herzlich mit den Gläubigen. Setzte sich sogar für die Muselreligion ein. Ach, so was muß doch besonders gewürdigt werden. Vielleicht mit einem veganen, halalen oder koscheren Leichenschmaus. Ne, geht nicht – noch nicht, da muß das Blut Christi gesoffen werden. Sonst wird das nix mit der Erlösung. Von was? Vom Menschen? Aber bald kann es in Gänze nicht mehr gesoffen werden.  Die Taufbecken werden zur Latrine an das öffentliche Abwassersystem angeschlossen. Nur so kann das Blut der Schächtug und der Sharia, die in die sog. christliche Kirche einzugerhält noch abfießen. Jetzt Schnauze Ludwig. sonst…

Na ja, auch ein Kardinal ist nur ein Mensch und hat so seine Vorlieben. Gugge hier:

31 Millionen Euro teure Residenz – Quelle: https://www.express.de/news/luxus-wanne—-erster-einblick–so-lebte-der-limburger-protz-bischof-tebartz-van-elst-2282230 Da mutet doch Bescheidenheit bei den Gläubigen an – soviel Ehrfurcht muß sein.

Dagegen ist doch ein Kardinal Karl Lehmann ein bescheidener Brückenbauer – sogar ein transatlantischer, der zwischen dem Wochenmarkt und der Ostküste jeden lieb hatte. Is doch wat.

Andere Kardinäle sind noch bescheidener und sorgen sich um die Arbeitsplätze in Deutschland. Die sichersten sind u. A. bei Rheinmetall. Da ist schon mal ein Besuch der Friedensmesse wichtig. Da kann man den Blick durch das Fernrohr schärfen um zu sehen, wo das Ziel ist.


6 Kommentare

  1. palina sagt:

    oh Ludwig, du sprichst mir aus dem Herzen. Unterschreibe hier alles was du sagst.
    Die Rede von Castro hat es in sich. Aber so was hören die nicht gerne.

    Einer, der sich auch bei der UN äußerte
    Hugo Chavez – UNO-Rede 2006 – „Es riecht nach Schwefel“ – DEUTSCH

    Nun, was wir von den Katholiken zu halten haben, dazu äußerte sich schon R. Steiner, die Lügen aufdecken.

    Noch ein Scherzle am Rande. Sonneborn von der Partei „die Partei“
    (Chefredakteur der Satire Zeitung „Titanic“) kaufte sich mal ein Pfaffenhemd und fuhr schwarz mit der Bahn. Darauf vom dem Kontrolleur angesprochen meinte er:“Die Fahrkartenautomaten sind sehr kompliziert, mein Sohn.“ Der nickte und ging weiter.

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  2. Vollidiot sagt:

    Zu Chavez sprach dann der König der Spanier: Hugo, halt doch dein Maul.
    Die Nagel-Knabber (für Ahnungslose: Dr. rer.nat. A. Merkel) redet seit Jahren von der Bekämpfung der Fluchtursachen, ebenso tut dieses die Fabianistenmeute (SozLiGreens) in Berlin und Brüssel (Höhn, Häfner usw.).
    Nur, sie reden wie immer davon, geübte Lügner und Heuchler, und lassen alles laufen.
    Somit haben sie sich als Elendverweser in den Entwicklungsländern pur geautet.
    Und zum Ausgleich sorgen sie hier für wachsendes Elend.
    Wenn schon Elend, dann überall – statt Elend zu verringern, überall.
    Diese Apologeten des Widerlichen dürfen walten – weil?
    Sie auftragsgemäß handeln (ohne oder mit geknebeltem Gewissen), und?
    Der Wähler goutiert dies.
    Der Mensch in seinem dumpfen Drange…………………….

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  3. Danke palina für den wertvollen Fund. Warum werden gerade in der Jetztzeit viele Klardenker wie auch der Hugo Chavez wieder aktiviert, die jahrzehntelang von der westlichen Wertegemeinschaft, einschließlich der Pfaffenmafia totgeschwiegen oder mit der Naazie * und Kommunistenächtung nicht nur mundtot gemacht werden. Die haben alle, diese Blind- und Blendgranatenhirne.
    Ein weiteres Puzzle zur Aufklärung dürfte der Artikel heute in den http://www.nachdenkseiten.de/?p=42869 sein, die noch mehr die ekelhafteste Fratze des Kapitalismus – die letzte installierte Religion sein, bevor die Menschen diese zum Deifi jagen oder untergehen.
    86 Milliarden § Umsatz macht die USA mit dem monetär berechtigten privaten Gefängniskult, die seinesgleichen nirgends in der Welt vorhanden ist. 2 Mio. Häftlinge sind notwendig um die Shareholder zu befrieden. Die ganze Show der Justizgewalt bringt 265 Milliarden US-Dollar / Jahr. Davon kann die Pharmaindustrie nur träumen. Ein System das nur funktioniert, wenn der Staatsanwalt, der Richter und der Schöffe ein paar Silberlinge davon abkriegen.
    Wenn ein Staat so mit der eigenen Bevölkerung umgeht, wundert es mich nicht, wenn er sich im Außen noch barbarischer verhält. Wohlbemerkt, es ist nicht nur die USA, die fast verzweifelt ihre Pfründe zu Kosten der geknechteten Menschen aufrecht erhalten wollen. Es ist inzwischen ein weltweites Geflecht von diesen Parasiten. So wie die Pest in der willkommenen Hochzeit der Pfaffen in die Welt kam und verschwand, wird die Pest der kapitalistisch Infizierten auch bald verschwinden. Versprochen. Die nächste Pandemie wird bald ausgerufen. Die der Gier nach Geld. Der Impfstoff dagegen ist bereits da. Er heißt Aufklärung und selbst das eigene Leben in die Hand zu nehmen. Die einzige Krankheit des Riesen – der Geldgeber ist die Angst, daß er als solcher nicht ernst genommen wird.
    Nochn Gutnachtliedle – muß es immer wieder anhören:

    Und noch eins:

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  4. luckyhans sagt:

    Lieber Ludwig,
    ist es nicht erstaunlich, wie kaum jemand auf Fidel Castro und seine Lebensleistung eingeht?
    (übrigens ganz im Geiste der Kommentare hier: https://bumibahagia.com/2016/11/28/fidel-verstorben/)

    Auf einem Auge blind, weil er ja ein pöser Kommi war, und noch ein praktisch tätiger dazu… es sitzt tief, in vielen, das Gespenst des Anti-Kommunismus.

    Sorry für den „negativen“ Kom, aber solange niemand den Finger in die Wunde legt, wird sie auch nicht richtig weh tun…

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  5. paulchen sagt:

    Der geplante Tod des deutschen Volkes

    Artikel von Ludwig der Träumer gelöscht.

    (Walter Rathenau: „Kritik der dreifachen Revolution“, 1919)

    Quelle: https://zeitundzeugenarchiv.wordpress.com/2018/02/17/der-geplante-tod-des-deutschen-volkes/

    paulchen,
    einfach einen kompletten fremden Artikel per c+p in den Kommentarbereich reinhauen, ohne eigene Gedanken dazu und ohne Bezug zum Thema, dient sicher nicht unserer Diskussionskultur. Mag er für sich gestellt noch so interessant sein.
    Ich habe ihn daher bis auf den Link gelöscht, auch noch aus einem anderen Grund: Ich müßte bei jedem kopierten Artikel, der auf meinem Beitrag oder in den Kommentaren dazu deren Copyright studieren, ob eine komplette Übernahme zulässig ist. Ich habe nämlich keine Lust, mich mit Abmahnanwälten zu kloppen, die immer gewinnen, wenn sie eine Copyright-Verletzung entdecken.
    LdT

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  6. Pieter sagt:

    Paulchen
    Danke, dass Du es ausgegraben und eingestellt hast, immer wieder sollten wir dies überdenken

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