bumi bahagia / Glückliche Erde

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Ein Mann hackte Holz

***

Ein Mann hackte Holz am Rande eines Waldes
und verdiente sich damit seinen Lebensunterhalt.

Als ein Einsiedler des Weges kam,
fragte er diesen nach einem Wort fürs Leben.
Der Einsiedler sagte:,,Geh tiefer in den Wald“.

Er ging tiefer in den Wald und fand eine Silbergrube.
Er baute sie ab und wurde sehr reich.
Aber eines Tages erinnerte er sich an die Worte des Einsiedlers:
,,Geh tiefer in den Wald“!,

und so machte er sich auf und ging tiefer in den Wald.
Er fand wunderbare Edelsteine (Symbol für Erleuchtung).
Er freute sich daran,aber dann dacht er an das Wort des Einsiedlers:
,,Geh tiefer in den Wald“!.

Er machte sich noch einmal auf und ging tiefer in den Wald.
Und eines Morgens stand er wieder am Waldrand,
wo er angefangen hatte,
Brennholz zu schlagen.

***

Wer einen Erfahrungsweg bis zum Ende geht,
kommt wieder in den Alltag.
Dort hat sich alle Erfahrung zu bewähren.

Ziel ist nicht eine abgehobene Ekstase,
sondern die volle Entfaltung unseres Menschseins.

Schauplatz ist der Alltag,der Marktplatz,oder,
wie es Josef Beuys formuliert hat,der Hauptbahnhof,
auf dem das Mysterium stattfindet.

***

Das Leben ist nicht mehr als ein Spiel,
in dem ich mein wahres Wesen begreifen soll.
Alles,was existiert,entspricht Spielfiguren; meine Arbeit,
Besitz,Geld,Macht,Erfolg,Talente,Partner und Partnerin,Familie,Kinder.
Das gilt auch für meine religiösen Vorstellungen und persönlichen Überzeugungen,
Hass und Liebe,Krieg und Frieden,Bauen und Niederreißen,
Zerreißen und Zusammennähen,Geborenwerden und Sterben.
All das gehört zu diesem Lebensspiel.
Es ist nicht mein Besitz,
und es darf mich nicht besetzen.

.

Autor: Willigis Jäger

Eingesandt von Gravitant.

.

thom ram, 29.08.05

.

.


16 Kommentare

  1. Angela sagt:

    Das ist eine sehr schöne Geschichte des Zen-Meisters Willigis Jäger.
    Ich wage mal eine Ergänzung zu Deiner Interpretation, Thom-Ram:

    Das Ganze erinnert mich irgendwie an Hermann Hesses „Siddharta“.

    Auch hier wird ein Lebensweg geschildert, über die Verlockungen der Welt ( Reichtum), über die SUCHE nach Erleuchtung und spirituellen Werten, ( Edelsteine) bis TIEF in das (eigene) Innere, wo dann Erleuchtung eintritt, symbolisiert durch die Wiederkehr des Mannes zum „Waldrand, an dem er angefangen hatte, Holz zu schlagen“. Alles Äußerliche wirkt unverändert, doch er wuchs in die Tiefe hinein und ließ das Oberflächliche hinter sich.
    Dann gilt wieder:

    …“ Vor der Erleuchtung: Holz hacken und Wasser tragen.
    Nach der Erleuchtung. Holz hacken und Wasser tragen….“ ( Zen-Spruch)

    LG von A n g e l a

    Gefällt 1 Person

  2. thom ram sagt:

    Angela 18:25

    Ja. Wäre interessant, die Nase wieder mal in den Siddharta (War der Name so geschrieben?) hineinzustecken. Ich verschlang 2/3 unseres guten Bruders Hesse mit 22, und der Siddharta war mir Favorit. Was wohl würde ich heute lesen? Wohl kaum Dasselbe.
    Habe aber 99/100 meiner Bücher verschenkt, Hesse ist auswärts…

    Nebenbei, äh, öhm, wo hast du eine Interpretation von mir gelesen, liebe Angela?

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  3. Jochen sagt:

    „Ziel ist nicht eine abgehobene Ekstase, sondern die volle Entfaltung unseres Menschseins.“

    Auch beim Holzhacken ist es leicht möglich in Ekstase zu geraten. Solange bis man holzlos glücklich ist.

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  4. Angela sagt:

    Lieber ThomRam!

    Ja, du hast recht, bei dem Namen „Siddhartha“ habe ich ein -h- vergessen….

    Ich denke, DIESER Hermann Hesse würde Dir auch heute noch gefallen.

    In „Siddhartha“ geht es um einen Brahmanensohn, der den Weg zur Erkenntnis finden will. Siddhartha macht verschiedene Entwicklungen durch, bis er die Erleuchtung erlangt. Zuerst geht er mit seinem Freund Govinda zu den zu den Samanas, dann ziehen sie weiter und treffen den Buddha Gotama. Govinda schliesst sich dem Buddha an, doch Siddhartha will nicht nach einer Lehre leben und geht in die Stadt. Dort trifft er auf Kamala und lebt gemeinsam mit den „Kindermenschen“. Doch dann merkt er, dass er schlechte Eigenschaften von ihnen übernimmt, deshalb entschließt er sich, von dort wegzugehen. An einem Fluss, trifft er Vasudeva, einen Fährmann. Dieser lehrt Siddhartha, dem Fluss zuzuhören. Siddhartha konnte vom Fluss mehr lernen, als von allen anderen Lehrern: „Mehr aber, als Vasudeva ihn lehren konnte, lehrte ihn der Fluss.“ Vom Fluss lernte er nicht Wissen, nicht Denken, keine Worte wie von den Lehrern davor. Vor allem lernte er von ihm das Zuhören, das Lauschen mit stillem Herzen, mit wartender, geöffneter Seele, ohne Leidenschaft, ohne Wunsch, ohne Urteil, ohne Meinung.Mit Hilfe dieses Flusses gelangt er schlussendlich zur Vollendung…“

    http://hesse-siddhartha.weebly.com/interpretation.html

    Liebe Grüße von A n g e l a

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  5. thom ram sagt:

    Jochen 18:58

    Du scheinst die Aussage der Rede des Willigis Jäger nicht verstanden zu haben. Oder du hast sie verstanden und gehörst zu denen, welche Weisheit bewusst den Knüppel überziehen.

    Ich gebe dir noch und noch die Chance, indem ich dich hier schreiben lasse; Ich sehe immer noch nicht klar, ob du partiell doof denkst (was jeder tut, ich auch), oder ob du bewusst und gezielt entscheidend wichtig positiv Kreatives versauen willst.

    Sollte das Zweite der Fall sein, dann beglückwünsche ich dich, denn du machst den Job ziemlich gut: Mehrheitlich, mindestens hälftig, Sinnreiches einwerfen, zur andern Teil Sinn versauen, dass es stinkt

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  6. thom ram sagt:

    Angela 21:46

    🙂

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  7. Jochen
    29/08/2017 UM 18:58
    ———————————

    Diese beiden Holzfäller „erzeugen in mir ein ähnliches Abscheu-Gefühl“, und erinnern mich spontan an diese sogen. „Großwildjägern“, die sich stolz vor dem getöteten Tier breit grinsend brüsten: „Was sind wir doch für tolle Kerle“ .

    https://sanktionscenter.wordpress.com/2017/02/28/degenerierte-grosswildjaeger/

    Die Natur/ihre Bewohner zerstören – und noch stolz darauf sein.

    Nun, diese beiden Holzfäller -die (so MEIN(!) Eindruck) vor dem gefällten Baum wie vor einer Art „Trophäe“ stehen- waren auch nur „HANDLANGER“ des Systems: Auftrag ausgeführt, OHNE darüber nachzudenken, WAS sie da fällen(töten).

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  8. Angela sagt:

    Lieber ThomRam ,

    ach ja, den Absatz: “ Wer einen Erfahrungsweg bis zuende geht …..“ habe ich DIR zugeschrieben, dachte, es wäre Deine Interpretation des Vorangegangenen, eben sah ich, dass er ja auch noch von Willigis Jäger stammt….

    LG von A n g e l a

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  9. Gravitant sagt:

    Hier seine Worte zum 31.8:
    Das Leben ist nicht mehr als ein Spiel,
    in dem ich mein wahres Wesen begreifen soll.
    Alles,was existiert,entspricht Spielfiguren; meine Arbeit,
    Besitz,Geld,Macht,Erfolg,Talente,Partner und Partnerin,Familie,Kinder.
    Das gilt auch für meine religiösen Vorstellungen und persönlichen Überzeugungen,
    Hass und Liebe,Krieg und Frieden,Bauen und Niederreißen,
    Zerreißen und Zusammennähen,Geborenwerden und Sterben.
    All das gehört zu diesem Lebensspiel.
    Es ist nicht mein Besitz,
    und es darf mich nicht besetzen.

    Gefällt 1 Person

  10. WANN begreift Mensch endlich, dass er bei SICH hinschauen (TIEF in sein Innerstes eintauchen) „soll/kann/darf/muss“, um einen „Schritt weiterzukommen“ auf der BewusstSeinsEbene ?

    —————————————

    WILLGIS JÄGER:
    Unser Alltagsverständnis sagt uns nicht, wer wir wirklich sind. Wir sind ein Wellenschlag in einem zeitlosen Ozean. Unser Intellekt lässt uns vieles begreifen, ist aber eine Eingrenzung. Er sagt uns nicht mehr über uns, als uns ein Blick durch ein Schilfrohr über den Himmel sagt, meint Zen.

    Der Glaube, dass es möglich sei, alles Wissenswerte durch bloßes Nachdenken zu erreichen, ist eine Illusion, und der naive Realismus, dass die Dinge das sind, was sie scheinen, ist die andere, sagt Albert Einstein. Wer die rational nicht mehr fassbare Tiefe des Seins nicht mit einbezieht, wird keine befriedigende Antwort über das Wesen des Menschen erhalten. Der Weg des Zen und der Mystik hingegen führt uns in die Einheit, Verbundenheit und Liebe.

    http://www.evolve-magazin.de/blog/es-bleibt-der-ozean-ein-gespraech-mit-willigis-jaeger/

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  11. delledschäck sagt:

    Des Holzwurms Herzelein fängt an tsu stolpern bei solchen Aufnahmen mit sogenannten Menschen_ Kaputtmachern_ kurz Parasitentum scheint Meinschsein zu sajn, drum räubert er auch im Wald nach glitzerndem ohne Respekt ————-
    Den Hermann H zu lesen täte so manchem gut, wenn er den das Hirn benutzet, denn er schrob nicht ganz mit ohne. Allesamt hab ich sie, die Bücher verschlungen–Sidhartha (egal wie geschreib, ufn Inhalt kommts o) war mir das Liebste_Klein und Wagner kann ich empfehlen den Parasiten im Selbversuch…………………
    Majn Hertß es schmerzt gar sehr

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  12. thom ram sagt:

    Delli 14:32

    Rang zwo belegte bei mir „Unterm Rad“, oder Unter dem Rad, oder ähnlich, hart aber stets im Rang gefährdet von Zissnarr und Mundgold.

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  13. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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  14. Gravitant sagt:

    Willigis J.Worte zum 01.09;
    Jeder Mensch hat eine Erinnerung an seinen Urgrund,
    eine Ahnung,dass da etwas auf ihn wartet,
    was seine Heimat ist.
    -Der Ruf des Kuckucks lockt uns nach Hause-,
    sagt ein Zenwort.
    Der Mensch sucht solange außen,in Dingen,
    in einer Partnerschaft,in einem personalen Gott,
    bis er merkt,
    dass das alles nur die Lockmittel des ewig Zeitlosen sind,
    die ihn zur Heimkehr rufen.

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  15. makieken sagt:

    Ich sehe auf dem Bild irgendwie nur einen Holzfäller. Das ist der linke, dem man die körperliche Arbeit schon an der Kleidung ansieht. Das schmale weiße Hemd auf der rechten Seite hält die Axt meiner Meinung nach nur fürs Foto, eher wie den sonst vlt. verwendeten Spazierstock. Und so dünkt es mich, dass es sich bei dem rechten Herren eher um den Profiteur dieser Aktion handelt.

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