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Welche Dinge braucht der Mensch?

(Ein Beitrag von Ludwig der Träumer, 05.01.2017) Im jeden Jahresrückblick fehlt keine Reportage über lokale Überschwemmungen  mit verheerenden oft existentiellen Katastrophen für die Bewohner. Im harmlosesten Fall wird nur der Keller überflutet und der dort entsorgte Vorfälligkeitssperrmüll oder die Waschmaschine ist futsch. Besonders schlimm wird es, wenn gemütlich daher plätschernde Bäche plötzlich zu alles niederreißenden Monsterwasserfälle werden, die Schlammlawinen in die Wohnzimmer tragen und alles zerstören, was man sich mühsam oft jahrelang angeschafft hat. Augenblicklich ist der Traum vom trauten Heim zerstört. Unbewohnbar – zerstört die Bude wie nach einem Brand, stehen die ehem. Bewohner vor dem Nix.

Der zweite Schock über die zerstörte neue Küche, das neue Ledersofa und der türgroße Multimedia-Bildschirm kommt erst später, wenn die Bank die nächsten siebzig Monatsraten für nulle % Zinsen einfordert und die Versicherung den Ausgleich des Schadens verweigert, weil man in einem gefährdeten Gebiet wohnt. Das steht im Kleingedruckten- im Großgedruckten nur die zu zahlende Prämie.

Nun – das kommt ja erst später. Jetzt muß erst mal eine Notunterkunft für sich, die Liebsten und die Katze gefunden werden. Wohl dem, der seine Nase bisher nicht zu hoch getragen hatte und ein liebevolles Verhältnis zu den Nachbarn gepflegt. Ich möchte dieses Szenario nicht weiter beäugen. Mich interessiert was anders.

Welche Dinge braucht der Mensch? Dieses exemplarische Foto zeigt, was er bisher meinte zu brauchen und wofür er sich krummbuckelte oder sogar prostituierte; das Ergebnis seiner Wünsche für ein gemütliches glückliches Leben. Der ganze Hausrat aus dem Erdgeschoß. Viele zehntausend Euros für den Müll. Wars das?

Was lernt der Mensch aus einer solchen Katastrophenmeldung, die er in sicherer Entfernung auf dem gemütlichen Sofa über das Fernsehen reinzieht? Nichts. Sie ist sofort wieder vergessen. Wäre nicht so eine Katastrophenmeldung geeignet, jedes Stück Hausrat oder Krempel zu betrachten mit der Vorstellung, daß es urplötzlich durch eine Überschwemmung oder Brand zerstört wird. War es der Mühe wert, das überhaupt anzuschaffen. Was hat wirklich bewegt, das eine oder andere zu kaufen? Die ehrliche Antwort darauf würden viele nicht aushalten. Die geschulte materialistische Sinnlosigkeit übertünchen mit noch mehr Sinnlosem. Ist wie Brandlöschen mit Benzin. Also wird weiter gezündelt bis – eben bis zur Zerstörung. Der Mensch muß neben dem Jammerlappen noch ein anderes Organ im Hirn haben – die Luftblase um das nicht zu erkennen. Soweit mir bekannt, ist die Luftblasenforschung in der Pharmaindustrie verpönt und in die Werbeindustrie verlagert. Seis drum.

Den meisten ist auch nicht bewußt, daß sie viele Dinge erst dann wirklich brauchen, nachdem sie beworben wurden. Ausklinken aus diesem Teufelskreis scheint fast unmöglich. Vermutlich braucht es eine Katastrophe um aus dem Konsumrausch nüchtern aufzuwachen, wie mir ein älteres Paar erzählte.

Ich hatte auf meinen Reisen ein solches kennengelernt, die in einer kleinen Hütte wohnten und mir von ihrer großen Katastrophe mit glänzenden glücklichen Augen erzählten. Ein großes Feuer vor Sydney hatte auch ihr Haus zerstört, wofür sie ein Leben lang arbeiteten und sich krummbuckelten. Was mitnehmen, das man unterm Arm tragen kann, war angesagt. Sie nahmen nur ein paar Briefe ihrer Kinder mit, die auswanderten um deren Adresse zu retten. Sie erzählten mir auch, daß sie inzwischen glücklich sind, daß der ganze Ballast von übertriebenem Wohlstand verbrannt ist.

In unserer sog. zivilisierten Welt ist das Maß für Wohlstand die Menge der angehäuften materiellen Güter.  Ganz ekelhaft wird es, wenn die materiellen Güter nicht mehr zur Befriedigung der menschlichen Grundbedürfnisse ausreichen und ‚Untertanen‘ oder ‚Schutzbefohlene‘ darunter leiden müssen, bekannt unter den ekelhaftesten menschlichen Perversionen.

Wo liegt die Wohlfühlgrenze? Die müßte eigentlich einfach zu ziehen sein. Als Beispiel sei Omas Häusle im Grünen genannt. Das bietet alles, was eine Familie glücklich machen könnte. Kein übertriebener materieller Ballast, der die Herzenswärme aufsaugt. Fast nur praktische Dinge sind dort zu finden, die das Leben zufrieden gestalten können. Mit Omas Häusle kommen jedoch heute die wenigsten klar. Bestenfalls taugt es zum plattmachen, um ein 200 qm großes Eigenheim mit drei Garagen darauf zu setzen. Der Nachbar und der Kollege haben ja bereits so eines. Die Wohlfühlgrenze ist also inzwischen nicht mehr durch die eigenen Bedürfnisse gesetzt, sondern durch die Nachbarn, ‚Freunde‘ oder Kollegen. Durchaus als Neidfaktor zu bezeichnen. War sie bisher bei Omi nach oben begrenzt, weil sie zuviel Ballast nicht wollte, so ist sie nach unten verschoben. Wer sich heute keinen Kaffeeautomaten für 2.000 €  oder  drei Urlaube / Jahr leisten kann, gehört bereits zu den Looser.

Die typische Durchschnittsfamilie ist durch die Beeinflussung der Medien, Werbung, Promi-Soaps und die geistige Impfung auf den Materialismus so kirre gemacht, daß sie ihr wahres Potential vollständig verloren hat.

Hatte man in früheren Zeiten auf die Sklaven eingedroschen, damit sie den Mammon für die Elite bei schleiften, war das noch irgendwie verständlich. Man gab ihnen etwas zum Fressen, der reine Überlebenskampf eben. Sie hatten keine andere Chance zum Überleben. Heute haben wir die nie in der Vergangenheit Geahnte. Einfach nein sagen zum Vorgesetzten, der nur eine Stufe im Hamsterrad für wiederum seinen Vorgesetzten putzt, damit der da nicht ausrutscht und sich das Genick bricht. Welch ein Irrsinn, alles freiwillig.

Der duftende handgemahlene und von Hand aufgebrühte Kaffee von Omi ist vergessen. Die Geschichten, die mir Omi während dieses Zeremoniells von Wohlfühlbach erzählte auch.

Vom Bett aus über Apps den Kaffeeautomaten einschalten, damit man den Umweg zur Küche und Kaffee kochen abkürzen kann ist in. Diese Zeit kann man während dem Scheißen ja besser nutzen um Freunden im Fratzenbuch das neueste Selfie des neu von Amazon erworbenen heruntergelassenen Tangas vor der Kloschüssel zu präsentieren.

Möchte mich nicht weiter über diesen heutigen Wahnsinn des kleinen Arschlochs auslassen. Es hat es in der Hand, die sog. Elite, die ausschließlich aus ihm kreiert wird, in seine eigenen Schranken zu weisen. Die Elite hat mehr Schiß vor dem kleinen A als umgekehrt. Die haben zu verlieren, wenn das kleine A nicht mehr mitmacht.

„Die einzige Angst des Riesen ist, daß keiner mehr vor ihm Angst hat“ (Hans Bemann)

Kommen wir zum Luxus. Ich hatte mir schon öfter Gedanken gemacht, was Luxus ist. Heute denke ich einen Schritt weiter als nur ‚nicht mehr nötig haben um Freiheit zu erreichen‘.

Luxus ist die Beweglichkeit und geistige Freiheit, sich von den angelernten Zwängen zu lösen, gleichzeitig die Errungenschaften der der modernen Technik anzunehmen, die das Leben angenehmer machen als in jeder Zeit davor. Der wahre Luxus ist teilen können. Die Erde hat genug Ressourcen für alle Menschen. 

Luxus ist nicht, sich mit teurem Klunker oder teuren Tüchern zu schmücken. Auch nicht die Anhäufung von sonstigen Wohlstandssymbolen, die man angstbesessen vor dem Pöbel verteidigen muß. Diese Art von Luxus ist der goldene Käfig, das Endstadium des selbstgebauten Kerkers.

Vor allem bedeutet Luxus, sich von allen Ideologien geistig freizumachen, besonders vor der unheimlichen Allianz von Pfaffen – die weltlichen Gelehrten eingeschlossen, Geldadel und deren einflüsternden Lautsprecher –  die armseligsten unterm Himmel – die Politiker, die selbst Wein saufen und Wasser predigen. Gucke dir nur die armseligen grünen Idioten an, deren Mission alle anderen Parteien eingenommen haben.

Der wahre Luxus wird versteckt in der Anarchieecke verortet. Es wird dort immer fälschlicherweise von der Herrschaftslosigkeit gesprochen um selbst den Wein zu saufen. Da bleibt immer noch die Frage, was macht der Sklave daraus. Darüber lassen uns so schlaue Schriften wie https://www.anarchismus.at/ im Dunkeln. Lest sich zwar gut, hat aber denselben Denkfehler, wie die Herren der Welt, die glauben die Führer zu sein.

Die alleinbeanspruchende Herrschaft über sich selbst ist Illusion. Sie führt genauso in die Irre, wie die der Elite. Die Gefahr der Selbstherrlichkeit ist zu groß als daß sie der Gemeinschaft dienen könnte. Gut geglaubt ist noch nicht gut gemacht. Es muß also noch ein Zwischending – einen Ausgleich zwischen diesen Extremen geben. Diesen suche ich noch.

Bildquelle mit Dank an sueddeutsche.de


16 Kommentare

  1. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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  2. Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

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  3. Angela sagt:

    Lieber Ludwig!

    Sehr schöner Artikel, der mir aus der Seele spricht.

    Schon oft habe ich über die Fülle all der „Dinge“ nachgedacht, die wir so im Laufe unseres Lebens angesammelt haben. Dabei handelt es sich gar nicht mal um Luxus im herkömmlichen Sinne, wir haben einen Kleinwagen , alten Computer, kleineren Fernseher- und doch gibt es einfach sehr viele Gegenstände in der Wohnung und im Keller, die eigentlich gar nicht gebraucht werden. Wozu benötigt man z.B. diese Fülle an Gläsern und Geschirr ? „Es könnte ja mal….. “ Aber wann tritt so etwas ein?

    Während meiner beruflichen Tätigkeit besaß ich einmal zusätzlich zum Haus etwas entfernt eine bezaubernde Dach-Kleinwohnung von ca. 20-25 qm, sogar mit Küche und Bad- einfach alles mini. Was fühlte ich mich wohl dort und denke noch oft daran, mit wie wenig man auskommen kann,- und es genügte vollkommen zum Leben. Als wir sie ausräumten, benötigten wir nur zwei größere Kartons dafür.

    Du fragst: „Wo liegt die Wohlfühlgrenze?“ Sie liegt nur in einem selbst, in der Fähigkeit, mit sich selbst eins zu sein, gegenwärtig und voll innerer Freude.

    LG von A n g e l a

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  4. Martin Schrage sagt:

    Das ist doch mal wieder ein sehr schöner Beitrag, da wird gezeigt was
    wirklich zählt und worauf es ankommt. Alles nur Schein so auch der
    Geldschein nur Schein ist.
    Danke

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  5. Marietta sagt:

    Lieber Ludwig, das passt zum Thema was mich seit einiger Zeit begleitet, ca.seit 2010.
    Zur Zeit weile ich bei meiner Schwester und helfe ihr in ihrer alten Wohnung auszumisten, da das Haus verkauft wurde und jetzt geschaut wird was wichtig ist zum mitnehmen. Wo wir anfangs noch die Erinnerungsprioritäten hatten, hat es sich seit unserer Wohnungsräucherung gestern geändert. Was ich allerdings dabei bemerken kann ist, dass bei Kleidung ich Kleidungsstücke nicht einfach wegwerfen kann, besonders wenn sie Wärme geben. Liegt wahrscheinlich auch daran, dass die Kleiderkammern leer sind für Bedürftige. Wir haben oft Menschen die auf der Straße leben und zu uns kommen mit Infekten, offenen Wunden oder stark verschmutzte Sachen. Manchmal waschen wir sie aber oft ist selbst das nicht möglich. Da ist es gut einen Fundus zu haben. Da geht meine Kleidung hin die ich nicht mehr benötige oder zu oxfam

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  6. chaukeedaar sagt:

    Alles, was ich zum Leben materiell brauche, hat in einem Rucksack platz 😀

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  7. Usul sagt:

    „Die Geister die ich rief“

    Gerade schöne Nachricht von der Queen gelesen!

    FAST IM EIGENEN GARTEN BEI NÄCHTLICHEM SPAZIERGANG VON EIGENEM WACHMANN ERSCHOSSEN

    Na da hat die Gute ja nochmal Glück gehabt!

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  8. Bettina sagt:

    @Usul, die Kween ist doch so arg an Grippe erkrankt. Sie konnte lt. ntv an Weihnachten und Silvester nicht an den Feierlichkeiten teilnehmen.
    Nun spaziert sie nächtens durch den Garten?

    @Ludwig,

    wunderschön geschrieben, danke dafür!
    Als ich 2009 für zehn Wochen in einer Klinik war und nur einen Koffer mit dem Nötigsten dabei hatte, seitdem ist mir klar, dass es nicht viel braucht um bei sich selbst anzukommen.
    Danach stand der Koffer noch volle 8 Monate unausgepackt in einer Ecke.

    Es ist für mich heute ein schönes Gefühl nicht mehr viel zu brauchen, weil umso weniger du hast, um so weniger kannst du verlieren!

    Gestern kam so ein Gedöns im F’erngucker, von wegen Minimalistik. Da haben die eine Frau auf den Boden gelegt und ihr ganz viele ihrer Bücher auf den Bauch gestapelt. Die wollten damit demonstrieren, wieviel Ballast sie da in ihrer Wohnung hätte.
    Ich empfand das als total verkehrt, verdreht, dieses Beispiel mit den Büchern. 😦

    Nun schmeißt die ihre ganzen Bücher weg und macht trotzdem noch ihren Drecksjob weiter.
    Für diesen sie dann ein teures Auto braucht und extra moderne Klamotten und den monatlichen Barbier und und und….. Na ja, zum lesen hat sie ja auch wenig Zeit, weil doch die Raten für die teuere Einbauküche, (wo sie aus Zeitmangel eh fast nie kocht), auch noch zu bezahlen sind.

    Zum Erhohlen muss sie dann auch vorher viel arbeiten, weil man ja mitm Flieger nach Äääägypten oder besser noch nach Dubei muss, oder Wellnessurlaub braucht, oder solche Therapie/Selbstfindungskurse für die Entspannung unerlässlich sind.

    Das berühmte Hamsterrad aus dem man nicht aussteigen kann und darf!
    Dieses wird ja absolut künstlich am Leben erhalten und ist meiner Meinung nach auch der Hauptgrund für die „Geplante Obsoleszenz“!
    Meine erste Waschmaschine kostete 1.100 DM und wurde trotz vier Personenwäsche 12 Jahre alt.
    Mein Spätzlesdrücker ist vom Sperrmüll und der hat mindestens 70 Jahre auf dem Buckel und der macht die beschte Spatze der Welt!
    Warum gibt es wohl keinen Sperrmüll mehr? Man könnte da vielleicht was finden und müsste es sich nicht teuer Billigproduziert kaufen!

    Der absolute Luxus bedeutet für mich „Nein“ zu sagen und „Zeit“!
    Das sah auch Astrid Lindgren so:

    „Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen“!

    Lg Bettina

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  9. Renate Schönig sagt:

    Ludwig, als ich Deinen Beitrag gelesen hab….konnte ich förmlich den Kaffee RIECHEN, den meine Oma früher gemahlen und dann frisch aufgebrüht hat … Da zog ein DUFT durchs ganze Haus … mmmhhh ….. und dazu gabs oft nen selbstgebackenen Hefezopf oder nen frischen Apfel oder Streusselkuchen, der so wunderbar gelang in diesem tollen Backofen, in dem Herd, der noch so ein „Schiff“ (zum Wasserwärmen) oben drauf hatte …ich kann ihn förmlich VOR mir sehen, diesen tollen Wärmespender…und wie Oma ihn morgens aufheizte…meist geschah das durch diese verschieden grossen Ringe oben > das Aufschichten des Brennmaterials 🙂

    Ich weiss, dass ich bei MIR demnächst auch „ausmisten“ werde … mich FREI machen von Dingen, die ich garantiert NICHT mehr brauche …. nun, ich werde sie nicht wegwerfen, sondern sie Einrichtungen spenden, die sie gebrauchen können. Meine Freundin arbeitet in einer solchen….

    Den Luxus des NEIN-Sagens (von dem du schreibst Bettina), gönne ich mir schon seit ein paar Jahren…war´n hartes Stück Arbeit 😉

    Was hab ich mich früher „verbogen“, um es JEDEM recht zu machen … ich „fühlte zwar“ bei manchen Situationen: Oh, ich MAG das doch garnicht so oder so machen…oder ICH will dies oder jenes im Grunde überhaupt nicht…und brachte es NICHT fertig: NEIN zu sagen….(HEUTE weiss ich auch WARUM)….vor lauter „ANGST“, ich könne den Unmut DER Personen auf mich ziehen, denen ich dieses NEIN doch -in besagtem Moment- nur zu gerne gegeben HÄTTE.

    Ich WOLLTE ja schließlich „everybody´s Darling“ SEIN … wollt´s mir mit niemandem „verscheissern“…bis ich dann ENDLICH gelernt hab, mich SELBST zu lieben und wertzuschätzen.

    Ooooh, war DAS ein befreiendes Gefühl, als ich es das 1. Mal fertiggebracht HABE zu sagen:
    „NEIN, ich möchte das nicht.“ 🙂

    Ich mag deine Beiträge sehr lieber Ludwig…DU schreibst SO, dass ich es „so richtig VOR MIR SEHE“. 🙂
    (Das ist manch andere/n hier auch noch „gegeben“, dieses Schreibtalent 🙂 )

    LG Renate

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  10. Ludwig der Träumer sagt:

    Passend zum Thema der genialste Vortrag von Erich Fromm (1966)

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  11. thom ram sagt:

    Ich habe dreimal mit fast null Gütern angefangen. Als 42 jähriger, als 52 jähriger und als 62 jähriger. Fällt mir erst jetzt auf, wie lustig die Zahlen zusammen stehen.

    Was Chaukee sagt, ist kühn. Was er zum Leben brauche, habe in einem Ruckisacki platz. Na ja, ich war eben in schweizerischen Gefielden. Wenn ich mich jetzt dort mit nur Ruckisacki denke, dann wünsche ich mir doch mindestens einen gehörigen Wald mit Brennholz, und, räusper, wenn es schneien sollte oder wieder mal regnen, dann wäre ich schon glücklich über ein Dach im benannten Säckli.

    Meine Erfahrung bestätigt es. Ich vermisste nichts, im Gegentum. Ich fand es lustig, nur über zwei Garnituren Klamotts und Zahnbürste und Seife zu verfügen – gebe aber zu, dass ich Dach und Heizung und Bad mit fliessend Wasser hatte…

    Illustrierend noch:

    Wenn ich bei meinen Nachkommen auf gute Stücke, welche ehemals mein Heim geziert hatten, stosse, dann ist es immer das Gleiche:
    Oh, schön!
    Oh, das brauche ich!

    Das „das brauche ich“ kommt jedesmal! Und dann frage ich mich, ob ich es die letzten 20 Jahre vermisst habe, und die Antwort ist ausnahmslos „nein“. Und dann stupse ich die liebe besorgte Egostimme freundlich an, und wir lachen uns innerlich kapott.

    Gefällt 2 Personen

  12. chaukeedaar sagt:

    @thom: Axt und Säge haben Platz im Rucksack, keine Sorge, mein Lieber, was den Winter anbetrifft. Vieles ist bereits im Kopf, einige Skills auch, einzig meine Bücher „Pflanzliche Notnahrung“ und „Tierische Notnahrung“ von Johannes Vogel habe ich noch nicht richtig intus, weshalb sie auch in den Rucksack mit müssen 😀
    Ich bin aber nicht so hardcore, dass ich jetzt einen echten Fluchtrucksack bereitstehen hätte, mein Thema ist nicht „überleben“ um jeden Preis, sondern lernen und wachsen und das tun, wozu mich meine Intuition leitet…
    Herzlichst, der Chaukee

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  13. blackhawkone sagt:

    Hat dies auf ERWACHE! rebloggt.

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  14. ALTRUIST sagt:

    Lew Nikolajewitsch Tolstoj

    Erzaehlung

    WIEVIEL ERDE BRAUCHT DER MENSCH

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  15. Danke Altruist für diesen passenden Einwurf. Dieses Buch gibt es hier frei zu lesen:

    http://gutenberg.spiegel.de/buch/volkserzahlungen-4048/2

    Wollte dieses Buch in bb auch schon mal vorstellen. Dachte, es ist aktueller denn je. Etwas hat mich jedoch daran gehindert. Es werden hauptsächlich Mißstände und Verirrungen der Menschen beschrieben – egal ob in Romanen oder in philosophischen Schriften. Ausnahmen sind vermutlich nie erreichbare Ziele in utopischen Romanen.
    Die Menschheit lebt seit Jahrtausenden im Spannungsverhältnis zwischen „Oben und Unten“. Die „Oben“ haben die dieselben Probleme wie die da „Unten“. Lösungen Nulle. Alle Philosophen und sonstige schlauen Köppe beschreiben immer nur denselben Mist. Die Ansätze zurück zur Natur – so gut sie auch gemeint sind, sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein, der die Menschheit nicht weiterbringt. Es sei die Frage erlaubt, warum sie so schnell verdampfen. Vergebliche Träume.

    Vor fünfhundert Jahren hatte Étienne de La Boëtie (einer von Oben) „Von der freiwilligen Knechtschaft des Menschen“ darüber gehirnt. Er hatte gleichermaßen Verachtung für seine Kaste, wie auch für den Pöbel. Gebracht hats nichts.

    Beide Extreme haben nur Existenzängste, Verlustängste – nicht genügend zum Fressen abzubekommen, auch Seelische und Geistige. Gier ist ein anders Wort für diese Krankheit. Gier nach Leben – dem Tod möglichst lange hinauszuschieben. Der Leser wird jetzt natürlich fragen, wie kommt es dann zu den bekannten Perversionen? Ich weiß es auch nicht. Denke aber, sie sind auflösbar. Darum geht es mir.

    Nachdem bisher alle Aufstände und Revolutionen nichts gebracht haben, meine ich, es muß noch andere Wege geben um dieses Spannungsverhältnis aufzulösen. Judo z. Bp. war für mich früher eine gute Übung um den „Gegner“ dadurch kampfunfähig zu machen, in dem ich ihn – provozierend wie ein Stier in der Arena auf mich zu rennen ließ und einen Schritt zur Seite machte, damit er mit seiner eigenen Energie sich die Nase verbeult. Heute will ich davon nix mehr wissen. Es war eine Art Konfrontation, die auch von mir ausging. Diese Kampf(sport)art hat für mich alle. Bewegt sie sich inzwischen für mich auf der niedrigsten Ebene der Kommunikation.

    Nicht mehr die Mauer, die Grabenkämpfe vor und dahinter in der Welt zwischen Oben und Unten Mantra artig zu pflegen ist daher mein Ziel.

    Es gilt, das Positive der sog. Obertanen, der Tanen und der Untertanen herauszuschälen und auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Die Soros oder Schwarzhüte in dieser Welt sagen mir was – nicht nur Scheiße. Kann es zwar noch nicht entschlüsseln. Arbeite aber daran. Denke aber, die Materie – das Materielle ist die finale Schöpfung, die mit dem seelisch- geistigen in Einklang zu bringen ist. Rudolf Steiner beschreibt das. Dazu ein anderes mal mehr.

    Die materielle Welt ist immer noch ein wenig besser als schlecht.

    Mit den ständigen Bad News, die den Blick über den Tellerrand vernebeln ,die sich das kleine Arschloch täglich genüßlich reinzieht, dauert es halt ein wenig länger. Macht euch mal darüber Gedanken.

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