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Mozart / Introduktion und Fuge

Warum nur spielte ich dieses Werk nie im Konzert? Die Fuge ist etwas vom Genialsten, was mir in der Welt der Musik begegnete. Da ist die Klassik mit schön klaren Melodien und einfachen Harmonien, da ist der Barock mit der den Komponisten fordernden priesterlich strengen Form der Fuge, da ist – aber hollaaaa! –  Ausscheren in unklassisch eng streng reibende Disharmonie, welche Strawinsky und andere Klang-Auspresser vorausnimmt, und da ist eine Eleganz, eingebaut in Statik, und und da ist Leidenschaft eingebaut, das ist unglaublich. Uff, ich hatte es vergessen, dieses Werk. Danke dem Hochlader, der mich auf diese Perle zurückgeführt hat.

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Der Organist.

Ich könnte den Mann knuddeln. Ich würde es auch tun, sollte er eine Frau sein. Endlich wieder ein Orgelspieler, der keinen Besenstiel gefressen hat, der versteht, wenn ein Auftakt abspringt und Zeit braucht, bis er landet, nix Metronom verschluckt, Leben verstanden. Begeistertes Vorwärtsstreben zum Ausdruck gebracht – ohne den Halt zu verlieren. Ab so lut great. Wetten, der Mann macht Sport oder Tanz  oder mindestens Yoga. Vollkompliment, aber holla.

Die Orgel.

Erstens sind meine Ohren halb kaputt. Zweitens ist Orgelwiedergabe per Lautsprecher immer stark verfälscht. Also schwer zu sagen, wie die Orgel dort im Raum wirklich klingt. Für mich per Kopfhörer klingt sie gut.

Der Tonängscheniör.

Der Mann hat Sachverstand. Er hat es so gerichtet, dass die Strukturen klar sind, dass aber der Hall des Raumes mitschwingt. Toll!

Danke, Kirchenbauer, danke, Orgelbauer, danke Organist, danke Tonmeister, danke Rauflader in die Duröhr, und? Danke unserem grossen Bruder Wolfgang Amadeus, dem, so lautet die Überlieferung, solch Kleinigkeiten zwischen Furzen und Gorbsen (richtiges Wort für das primitivdeutsche „Rülpsen“) zugefallen seien.

thom ram, 30.11.0004 NZ, Neues Zeitalter, da Menschen gerne singen, gerne tanzen, gerne Instrumente spielen, gerne Gesang hören, Tanz schauen, Instrumente bauen.

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8 Kommentare

  1. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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  2. Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

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  3. Archivar sagt:

    Wie hältst Du es menschlich mit 432 Hz und 440 Hz?

    Kannst Du aus Deiner musikalischen Reise Erfahrungen wiedergeben?

    Danke.

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  4. Vollidiot sagt:

    Welches A belieben den die Originalklängler und die Historisierer anzumwenden?

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  5. thom ram sagt:

    Volli

    Sanfte möchten wieder runter auf 436. Rigorose wollen wieder die 432.

    Nebenbei.
    Es ist auch für höchste Töne von Sängern ein Kapitel. Ein a“ in bachschen Chorwerken ist mit 444 Hz noch schwerer erreichbar, als es mit 432 schon ist.
    Und auch die Königin in der Nacht hätte kaum was dagegen, wenn ihr f“‘ ein bisschen näher der Erde wär‘.

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  6. Archivar sagt:

    Deine Frage ist ein Widerspruch. Lese es selbst noch einmal. Ich denke, es kommt vom pawlowschen Reflex und einer Schublade 🙂

    Ansonsten möchte ich gerne beim Thema bleiben, da es mich stark interessiert. Ich habe viele Versuche gemacht, Musik umzuwandeln und gegenzuhören. Es gibt sogar eine Oper Norma mit Cecilia Bartoli, die mit 432 Hz aufgenommen wurde. Warum wohl?

    Hier finde ich Musikkenner, die eventuell Erfahrung damit haben. Wie geht es Ihnen dabei?

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  7. thom ram sagt:

    Ich krieg mich nicht ein, habe dieses Interpretation nun x mal angehört. Dieser Organist bringt zum Ausdruck, was zum Ausdruck gebracht werden will.
    Ist nämlich auf der Orgel eine besondere Kunst. Kann’s einer nicht, sind da einfach aneinandergehängte gerade Töne, da konnen sich Bachs und Mozarts und Händels und Mendelssohns und Francks und Messiaens noch so Tolles einfallen lassen. Langweilig gespielt ist so ein Meisterwerk ein Sack nasses Mehl.

    Tempo und Registrierung perfekt getroffen, der Artiklulation ein besonderes Riesenkompliment, und, als Krönung das toll getroffen richtige Mass an AGOGIK, mannmann, DER Mann kann.

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  8. thom ram sagt:

    Archivar

    Ich hatte in meiner Aktivphase die zeitliche Kapazität nicht dem Thema nachzugehen. Gleich begründet spielte ich nur einige wenige Male auf Instrumenten mit tieferer Stimmung.
    Diese Instrumente waren samt sonders auch wundervoll, hervorragend intoniert und hatten weiche Windversorgung, so dass die Frage offen blieb: Bin ich auf diesem Instrument so glücklich wegen der orgelbauerischen Genialität, bin ich es wegen der tiefen Stimmung, oder bin ich es aus beidem zusammengenommen.
    Dieselbe Krux hatte ich mit dem Hören von Orchestermusik allgemein, in tieferer Stimmung, da selten, erst recht. Nebst Broterwerb und Familie nützte ich jeden kleinen Fetzen Zeit, um zu…..üben. Andere Musiker zu hören, das blieb weitgehend auf der Strecke.

    Na ja, was ich da aus meiner Vita rausziehe hilft herzlich wenig weiter, haha.

    Ich schrieb oben, die Orgel sei gut. Bei allem Respekt vor den Menschen der Firma Schuke möchte ich aber doch beifügen, dass – soweit mein geschädigtes Gehör hinreicht und die Wiedergabe per Kopfhörer dem Originalklang nachkommt – dies Instrument optisch fantastisch gestaltet ist, klanglich aber keineswegs eine Spitzenorgel sein dürfte.

    Die Kunst, eine Orgel zu intonieren, ist für den Laien nicht zu ermessen. Da sind bei einer grossen Orgel mit 50 Registern grob gesagt 50 x etwa 57 einzelne Pfeifen auf Lautstärke und KLANGFARBE zu intonieren, also schlappe 2850 Pfeifen – und deren Klang soll nachher einzeln bezaubern, soll ebenso mit den Brüdern der gleichen Tonhöhe verschmelzen, soll, im Verbund mit den Brüdern erst recht klar und schön sein. Ich kann euch sagen, Leute, diese Kunst beherrschen nicht Viele.

    Weiteres Kapitel ist die Stimmung. Da haben sich geniale Instrumentenbauer schon die Hirnis heissgekocht damit. Kirnberger, Werckmeister, Silbermann. Ein reiner Dreiklang ist eine komplett andere Welt als der Dreiklang mit Schwebung in der Terz oder und in der Quinte.
    Es ist einfach ein geiles Thema. Nehmen wir eine Stimmung, da der C Dur Dreiklang rein sei, der G Dur Dreiklang aber ziemlich lebendig schwebend, da „verstimmt“. Ja, dann ist das Erlebnis der nach Hause strebenden Dominante G Dur Dreiklang, nach Hause zum reinen C Dur Dreiklang ein ganz Anderes, als wenn beide Dreiklänge gleich „verstimmt“ sind, wie es auf jedem gleichschwebend gestimmten Klavier der Fall ist.

    Ich hör schon auf.

    🙂

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