bumi bahagia / Glückliche Erde

Fern-sehen

Wenn wir heutzutage von „fern sehen“ sprechen, dann meinen wir fast immer das Sehen auf die „Mattscheibe“ des Gerätes „Fernseher“.
Daß dies genau das Gegenteil von „in die Ferne sehen“ ist, soll Hauptgegenstand dieses Beitrags sein – eine Wiederholung eines älteren Beitrages – von Luckyhans.
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Daß das Fernsehgerät in der heutigen Zeit mehrere Funktionen erfüllt, ist bekannt. Am bekanntesten sind die hirnbeeinflussende und die körperlähmende Funktion – sie sind recht offensichtlich.

Erstere besteht in der gleichzeitigen Besetzung des Hör- und Sehkanals unserer Sinnesorgane – damit ist eine vollständige Bindung der Aufmerksamkeit gegeben.

Wenn im „modernen“ Haushalt oder in manchem Büro der Fernseher „nur so nebenbei mitläuft“, dann sind sich die Haushaltsmitglieder nicht darüber im klaren, daß die dabei ausgestrahlten Informationen trotzdem in den beiden genannten Kanälen der Sinnesorgane „ankommen“ und natürlich auch verarbeitet werden – meist zu Lasten der zur Aufnahme „beabsichtigten“ Informationen, d.h. die wichtigen Informationen werden verwässert und können nicht hinreichend verarbeitet und gespeichert werden, oder es erfolgt eine Überlastung des einen oder/und anderen Kanals, mit demselben Ergebnis.

Über die langfristigen Folgen dieser Aufmerksamkeitsüberlastung kann sich jeder selbst informieren.

Auch den Fernseher „nebenbei mitlaufen“ zu lassen, ist also schädlich.

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Bei aufmerksamer Rezeption der durch den Fernseher vermittelten „Inhalte“ werden, wie gesagt, der Audio- und der Video-Kanal des Menschen voll beansprucht – das führt zu einer weitgehenden „Fesselung“ des Menschen an diesen Einfluß.

Mit der logischen Folge, daß die Inhalte als Wirklichkeit aufgenommen werden – egal wer der Hersteller dieser Inhalte ist – ob ein seriös recherchierender Journalist oder ein Propagandist der einen oder anderen Denkrichtung. Die Folgen kann jeder selbst abschätzen.

Aus der „Fesselung“ folgt aber noch ein weiterer Fakt: der Mensch nimmt die eigentliche Umgebung nicht mehr aufmerksam wahr, d.h. was tatsächlich um ihn herum passiert: Familie, Haushalt, Kinder.
Wie oft sind schon Speisen auf dem Herd verdorben, weil der Fernseher lief – auch wenn er in der Küche steht…

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Eine weitere Folge ist die weitgehende Immobilisierung des aufmerksamen Betrachters der Fernsehbeiträge – er ist voll in Anspruch genommen und bewegt sich kaum noch.

Je länger am Tage der Fernsehkonsum anhält, desto weniger Zeit ist der „moderne“ Mensch in Bewegung – mit fatalen Folgen, denn der menschliche Körper ist darauf ausgelegt, mindestens 8 bis 10 Stunden am Tage aktiv in Bewegung zu sein.

Wenn die Arbeit eine körperliche ist, wird das weitgehend abgedeckt – bis auf die meist einseitigen Belastungen bestimmter Muskelgruppen in der „modernen“ Produktion.

Was aber, wenn der Job eine Bürotätigkeit ist, bei der viel „Sitzfleisch“ gefordert und nur wenig Bewegung gegeben ist?

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Aber nun kommen wir zu dem meist weitgehend unbeachteten Folgen des Fernsehkonsums.

Wie bekannt, funktioniert das menschliche Auge als automatisches optisches System, das von Natur aus in der Lage ist, aus Entfernungen von wenigen Zentimetern bis auf Tausende Meter exakte und scharfe Bilder zu liefern.

Je nachdem, wohin wir unsere Aufmerksamkeit richten, stellt das Auge die jeweilige Entfernung scharf ein, d.h. wir bekommen von dem jeweils angesehenen Gegenstand in der jeweiligen Entfernung ein scharfes Bild.

(natürlich „entsteht“ das Bild, welches wir „sehen“, erst im Gehirn im Sehzentrum – das soll uns aber jetzt nicht beschäftigen)

Nun funktioniert diese Feineinstellung der Sichtweite nur, wenn die Augenmuskulatur, die für die genaue Anpassung der Linse an die Aufmerksamkeit zuständig ist, noch ordentlich „arbeitet“.

Ist diese Muskulatur gestört, dann sehen wir entweder in der Nähe nicht mehr scharf (wir sind „weitsichtig“) und brauchen eine Lesebrille, oder wir sehen in die Ferne nicht mehr scharf (wir sind „kurzsichtig“) und brauchen eine Korrektur für die größeren Entfernungen.

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Wie wird nun die Augenmuskulatur in aktivem Zustand gehalten?

Natürlich so wie jede Muskulatur – durch Training. In die Nähe sehen und in die Ferne sehen hat sich beim Steinzeitmenschen, dessen physischen Körper wir nach wie vor haben, ständig abgewechselt – die Natur mußte ständig beobachtet werden, und die Arbeitstätigkeiten mußten auch ständig durchgeführt werden – dadurch war ein fast ununterbrochener Wechsel der Sichtweiten gegeben.
Und genau darauf ist unsere Augenmuskulatur auch eingerichtet.

Kommen wir jetzt zu unserem Büroangestellten zurück, der den ganzen Tag an seinem Schreibtisch sitzt und Papiere bearbeitet bzw. in den Computer oder auf die Tastatur schaut: wie viele nachdrückliche Wechsel der Sichtweiten sind bei ihm noch gegeben?

Seine Sichtweiten liegen zu weit über 90% der Zeit im Entfernungsbereich zwischen 30 cm und 80 cm – also sehr eingeschränkt. Gut, ab und zu wirft er auch mal einen Blick auf die Kollegen am Nachbarschreibtisch – Sichtweite wenige Meter, wenn überhaupt.

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Wie oft schaut unser „moderner“ Mensch noch in die Ferne (im wörtlichen Sinne)?

Auch bei der Heimfahrt mit dem Auto oder den Nahverkehrsmitteln sind die Sichtweiten eher begrenzt, meist auf einige -zig Meter, vor allem in der Stadt.

Die Augen werden also den ganzen Tag nur in ganz engen Bereichen „gefordert“ – für die Augenmuskulatur wenig Herausforderung. Weite Entferungen – Hunderte und Tausende Meter – kommen uns im täglichen Leben kaum noch unter die Augen – fern sehen also eher Fehlanzeige.

Und wenn sich unser Büroarbeiter dann abends noch einige Stunden vor den „Fernseher“ klemmt, dann blickt er stundenlang dauerhaft in ein und dieselbe Entfernung!

Logischerweise wird dabei die Augenmuskulatur nur wenig beansprucht und verkümmert so – daher die zunehmenden Brillenträger-Zahlen.

Sie fallen nur deshalb nicht so auf, weil die meisten Menschen, vor allem Frauen, mit Haftschalen unterwegs sind…

Und nun kommt noch ein weiterer wichtiger Punkt hinzu.

Je größer der Fernsehschirm, desto eher wähnt sich das Auge an einem realen Fenster zur Wirklichkeit. Und es versucht, seine ganz normale Scharfstell-Tätigkeit für die jeweils betrachteten Entfernungen auszuführen.

Wenn also auf dem Fernsehschirm ein Panorama erscheint oder in die Tiefe geblickt werden soll, dann versucht die Augenmuskulatur entsprechend zu reagieren – es ist ja von Natur aus (sinnvollerweise) ein automatischer Anpassungsprozeß.

Nun meldet aber das Sehzentrum aus dem Gehirn, daß das Fernsehbild auch bei „Blicken in die Tiefe“ immernoch in derselben (meist für die „modernen“ Riesenbidlschirme zu geringen) Entfernung real vorhanden ist, einen Abweichung, eine Unschärfe, wenn das Auge normal reagiert. Das Auge bekommt also den Befehl, nicht mehr scharf zu stellen.

Dem Auge wird so systematisch abtrainiert, seine automatische Anpassungsleistung der Sichtweiten zu vollbringen!

Nun ist es müßig, darüber zu rätseln, ob das „Zufall“ oder Absicht ist – Fakt bleibt, daß Fernsehen die Augenmuskulatur auf mehrfache Weise nachhaltig schädigt.

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Was also tun? Die Maßnahmen für gesunde Augen sind relativ einfach.

1. TÄGLICH ein mehrstündiger Spaziergang in einem offenen Bereich, wo möglichst viel Grün zu sehen ist (im Park oder am Fluß) und viele verschiedene Sichtweiten zu bewältigen sind – dabei einige Minuten ganz entspannt den Blick über das Grün gleiten lassen, und dann das Eine oder Andere mal genauer in die Aufmerksamkeit bringen, d.h. detailliert betrachten: Blüten, Blätter, Tiere.

Also ganz bewußt das Auge trainieren, abwechselnd in verschiedene Entfernungen zu blicken, nachdem man die Augenmuskulatur auf Grün entspannt hat.

2. Gerade für Büro- und Computer-Arbeiter ist es unbedingt notwendig, 2 – 3mal pro Stunde 5 – 6 Minuten Augenpause zu machen.

Das muß nicht immer zu Lasten der Arbeitsproduktivität gehen – es läßt sich meist verbinden mit einem kleinen „Dienst“-Gang: zum einen oder anderen Kollegen, zur Toilette, zum Getränkeautomaten, zur Teeküche.

Oder einfach mal ein paar Etagen treppauf-treppab laufen, eine Nase voll Frischluft vor der Tür oder auf einem Balkon nehmen, dabei den Blick in die Ferne schweifen lassen und ein wenig die Natur (soweit noch vorhanden) betrachten – die Arbeitsfähigkeit wird dadurch gestärkt, man ist wieder fit – was sicher auch in Sinne des Unternehmens ist. Andere Kollegen gehen ja auch „ganz normal“ zu ihren regelmäßigen Rauchpausen… 😉

3. Während des Arbeitens im Büro oder am Computer ganz bewußt regelmäßig alle paar Minuten NEBEN den Bildschirm oder zu anderen Kollegen oder zu Bildern an der Wand blicken – noch besser: aus dem Fenster schauen – zum Beispiel immer dann, wenn eine kleine „Überlegungspause“ im normalen Ablauf fällig ist.

Das läßt sich trainieren und erfolgt dann irgendwann ganz automatisch.

Sehr hilfreich ist es auch, diese Momente zu nutzen, um ganz bewußt die Sitzhaltung zu entspannen – meist sind die Schultern angehoben und angespannt bei der Computerarbeit – und abends wundert man sich, daß Schultern und der ganze Nacken weh tun – also lockern und die Schultern dabei hochziehen und locker fallen lassen, leicht kreisen und dann gelockert weiter arbeiten.

4. Natürlich: weniger bis gar nicht mehr Fernseher glotzen – denn abgesehen von den vielfältigen gesundheitlichen Schädigungen hat die Qualität der Beiträge und deren Objektivität in den vergangene Jahren deutlich gelitten – es sind vor allem Propaganda– und Beeinflussungs-Beträge, die man „zu den besten Sendezeiten“ präsentiert bekommt.

Warum soll ich von anderen Menschen bestimmen lassen, womit ich meine Zeit verbringe und welche Informationen ich aufnehme?

Ich kann doch genauso gut selbständig mir meine Informationen aus dem Internet holen – und zwar das, was mich wirklich interessiert und was ich wirklich wissen will.

Und wenn ich einen Film sehen will, kann ich ihn mir doch aus der Videothek ausleihen oder ihn automatisch vom Fetsplattenrecorder aufnehmen lassen und ihn zu einer MIR GENEHMEN Zeit ansehen, oder ich kann ihn (ganz regulär) aus dem Internet herunterladen oder direkt dort ansehen – genug Videoportale gibt es ja.

Warum sollen erneut andere Menschen bestimmen, welche Filme ich wann zu sehen bekomme?

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Für die ganz Genauen:

Beim Internet-Surfen und dem abendlichen Blick in den Computerbildschirm sehe ich vor allem „gedruckte“ Inhalte, d.h. Texte mit Bildern, von denen das Auge „gewohnt“ ist, daß sie in derselben Ebene angeordnet sind (wie bei der Zeitung oder dem Buch).

Oder ich sehe Videobeiträge, die im Format klein genug sind, daß sich das Auge nicht täuschen läßt und „aus dem Fenster sehen“ will.

Auch bestimme ich viel aktiver, ob ich dauerhaft auf den Bildschirm starre (wie bei der Glotze) oder ob ich Pausen mache und aus dem Fenster oder auf meine (von mir slebst aufgesuchten) Bilder in der Wohnung sehe – oder mich nebenbei mit Frau und/oder Kindern unterhalte, da ich jederzeit meine Aufmerksamkeit vom Bildschirm abwenden kann.

Der Grad der Selbstbestimmung ist deutlich höher, und die gesundheitlichen Folgen sind besser beeinflußbar.

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P.S. jeder kontrolliere bitte auch seine „gewohnten“ Zeiten, wie oft und wie lange er oder sie in Summe auf den ganz kleinen Bildschirm schaut, der schon allein von seiner „Größe“ (besser: Kleinheit) her eine Herausforderung an das Auge darstellt – immer auf dieselbe kurze Entfernung…


7 Kommentare

  1. Hawey sagt:

    Hat dies auf meinfreundhawey.com rebloggt.

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  2. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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  3. Televisionsobjekt wurde im Rahmen des Umzugs letztes Jahr abgeschafft, da ich eh nur seltenst noch geschaut hatte. Ich hatte auch so einen niedlichen kleinen Fernsehapparat, das war wirkliches FernSehen, denn das Bild war weeeiiiiit wech, so klein war und uralt 🙂

    Jeder sprach mich an „willste nich endlich mal nen neuen TV kaufen?“ und ich verneinte.
    Jetzt seit über einem Jahr stelle ich keinen Mangel fest an Nachrichten und Berieselungsdefiziten vom TV Programm.

    TV ist nicht wichtig, selbst über den PC habe ich nicht den Wunsch auf FernSehen zuzugreifen.
    Ein Grund dafür ist sicherlich auch die Tatsache, dass es nicht wirklich Bereicherndes mehr darin zu sehen gibt.

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  4. Rechtobler sagt:

    Sehr guter Artikel, werde ich teilen. Danke.
    @mariettalucia
    kann ich voll und ganz unterschreiben. Seit ich wieder alleine wohne und gewollt keinen TV mehr zur Verfügung habe, ist ‚Glotze‘ überhaupt kein Thema mehr – höchstens noch wenn ein Besuch zum ersten Mal hier ist: „hast Du keinen TV?“ :-). Auch das Radio läuft nur in der Mittagspause zwecks Wetterprognose hören und ist ansonsten still gelegt. Nachrichten = nach – ger- richtet, brauche ich nicht, die (für mich wichtigen) Infos sind im Internet auf den alternativen Kanälen genauer.

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  5. muktananda13 sagt:

    Alles, was Zeit und Raum betrifft, ist illusorisch.
    Alles, was mit Personen zu tun hat, ist illusorisch, da sie von Zeit verschlugen werden.
    Sich mit Illusion voll zu beschäftigen heißt geistig zu stagnieren.
    Sich dessen bewusst zu werden und trotzdem weiter zu machen heißt es ein bewusst geistig Stagnierter sein zu wollen. Dies nennt man auch Dummheit oder Ignoranz. Das ist der Urgrund allen Leidens.

    Nun:

    Illusion wird von Dummheit hochgeschätzt , Klugheit stellt sie beide in Frage, Weisheit sieht sie alle samt sich als Eines.
    Jedoch:

    Unter der kuppel der Illusion leidet aber besonders der Ignorante.

    P.S.

    DER KOSMOS IST NICHTS ANDERES ALS EIN FERNSEHEN DES DENKENS.

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