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Luschig 2
Fortsetzung der zugeschickten Geschichte von jener besonderen Substanz, nach der sich eine gewisse Lebensform so sehr sehnt… (Teil 1 hier) – LH, 22. Oktober 2026
In einem Nebenexperiment entwarf und schuf Irgendwer eine Mobilenart, die gemessen am Niveau der anderen Mobilen der Vierten Sorte schwach und wenig leistungsfähig war. Doch diese experimentellen Mobilen hatten zwei ganz klare Vorzüge. Sie besaßen die Fähigkeit, sowohl von den Ortsfesten wie auch von den anderen Mobilen Energie aufzunehmen. Außerdem entnahm Irgendwer sich selbst ein Stück – denn es war keine andere Quelle dieser Substanz bekannt oder zugänglich -, die als sehr wirksamer, letzter Mobilitätsauslöser fungieren sollte. Irgendwer wußte, daß dem Gesetz der Anziehungskraft zufolge eine solche Beimischung gerade bei dieser Art eine unablässige Mobilität hervorrufen würde. Sie würde immer danach streben, die Anziehungskraft zu befriedigen, die dieses winzige Teilchen von ihm bewirkte, denn es suchte die Wiedervereinigung mit dem grenzenlosen Ganzen. Der Drang, die Energiebedürfnisse durch Nahrungsaufnahme zu befriedigen, würde nicht mehr die einzige Triebfeder sein.
Noch wichtiger war, daß sich die Bedürfnisse und Zwänge, die durch das Stück von Irgendwer geschaffen wurden, vom Garten nicht zufriedenstellen ließen. Es würde also ein immerwährender Drang nach Mobilität bestehen, und der Konflikt zwischen diesem Drang und dem Bedürfnis nach Energieauffrischung würde von Dauer sein – möglicherweise eine Quelle von hochwertigem „Lusch“, sofern diese Art überlebte.
Die Vierte Sorte übertraf sämtliche Erwartungen von Irgendwer. Es zeigte sich, daß im Garten in einem fort „Lusch“ erzeugt wurde. Das „Lebens“-Gleichgewicht war vollkommen – der Konfliktfaktor erzeugte gewaltige Mengen „Lusch“, und da ständig die Lebensspanne irgendwelcher Exemplare aller Arten von Mobilen und Ortsfesten beendet wurde, kam es zu einer stetigen Ergänzung.
Um den Ertrag einzubringen setzte Irgendwer spezielle Sammler ein, die bei der Ernte halfen. Er legte Kanäle an, die das Roh-„Lusch“ von seinem Garten nach Irgendwo leiteten. Irgendwo hing im Grunde nicht mehr vom „wilden Zustand“ als wichtigsten Quelle für „Lusch“ ab. Der Garten von Irgendwer hatte dem ein Ende bereitet.
Als sie vom Erfolg des Gartens und der Erzeugung von „Lusch“ auf dem Wege der Züchtung erfuhren, begannen auch andere, Gärten zu gestalten und anzulegen. Das geschah in Übereinstimmung mit dem Gesetz von Angebot und Nachfrage (ein Vakuum ist ein instabiler Zustand), denn die „Lusch“-Erträge aus dem Garten von Irgendwer deckten nur teilweise den Bedarf von Irgendwo. Sammler drangen im Auftrag der anderen sogar in den Garten von Irgendwer ein, um die kleinen „Lusch“-Emanationen zu nutzen, die die Sammler Irgendwer nicht beachtet oder übersehen hatten.
Nachdem seine Arbeit beendet war, kehrte Irgendwer nach Irgendwo zurück und befaßte sich mit anderen Dingen. Unter der Aufsicht der Sammler blieb die Erzeugung von „Lusch“ auf einem gleichbleibenden Stand. Die einzigen Veränderungen ordnete Irgendwer selbst an. Nach den Anweisungen von Irgendwer ernteten die Sammler regelmäßig Teile der Vierten Sorte. Das geschah, um den jüngeren zukünftigen Einheiten ausreichend chemische Grundstoffe, Strahlung und sonstige Nahrung zu sichern. Ein weiterer Grund war, daß man durch solche Ernten zusätzliche Mengen „Lusch“ liefern konnte.
Zum Ernten erzeugten die Sammler schwere Turbulenzen und Unruhe in der Gashülle und den festeren Strukturen, die die Grundlage des Gartens selbst darstellten. Solche Umbrüche bewirkten, daß die Lebensspanne vieler Exemplare der Vierten Sorte beendet wurde, denn sie wurden durch die Erschütterungen der festen Bodenstrukturen zerstört oder erstickten unter den Wellen des aufgewühlten flüssigen Gartenbereichs. (Infolge einer gestalterischen Besonderheit konnten die Einheiten der Vierten Sorte ihren Kohlenstoff-Sauerstoff-Zyklus nicht aufrechterhalten, wenn sie von dem flüssigen Medium umgeben waren).
Das „Lebens“-Muster des Gartens hätte sich so eventuell bis in alle Ewigkeit fortsetzen lassen, wären nicht die Wahrnehmung und der Forschungsdrang von Irgendwer gewesen. Hin und wieder untersuchte er „Lusch“-Proben aus seinem Garten. Es gab keinen anderen Grund dafür als die Tatsache, daß Irgendwer nach wie vor noch ein entferntes Interesse an seinem Projekt hatte.
Einmal entnahm Irgendwer eine „Lusch“-Probe, untersuchte beiläufig die Emanation und wollte sie schon wieder in das Reservoir zurückgeben, als er einen Unterschied bemerkte. Er war zwar nur gering, aber es war ein Unterschied.
Sein Interesse erwachte sofort, und er sah genauer hin. Fein verwoben in die normalen „Lusch“-Emanationen entdeckte er das unscheinbare Bruchstückchen eines gereinigten und destillierten „Lusch“. Das war etwas Unmögliches. Gereinigtes und destilliertes „Lusch“ entstand nur, wenn man „Lusch“ im „wilden Zustand“ viele Male verarbeitete. Das „Lusch“ aus dem Garten von Irgendwer erforderte die gleiche Behandlung, bevor man es verwenden konnte.
Doch hier war es – so fein abgestuft in seiner raffinierten Strahlung, daß es keine Verbindung mehr mit der Ursprungssubstanz eingehen konnte oder würde. Irgendwer wiederholte seine Tests, und das Ergebnis war wieder positiv. In seinem Garten gab es einen Faktor, von dem er nichts wußte.
Sofort verließ Irgendwer Irgendwo und kehrte in seinen Garten zurück. Rein äußerlich schien alles unverändert. Der gasförmige Bereich des Gartens mit den festen Untergrund war ein endloser, von der Zweiten Sorte grün überwucherter Teppich. Die abgeänderte Erste Sorte im flüssigen Bereich befand sich in vollem Einklang mit dem Aktions-Reaktions-Gesetz (von Ursache und Wirkung). Irgendwer erkannte sofort, daß der Unterschied – die Quelle des destillierten „Lusch“ – weder bei der Ersten noch bei der Zweiten Sorte lag.
Die erste kurze Berührung mit der Emanation von destilliertem „Lusch“ hatte er bei einer Einheit der Vierten Sorte. Der Geistesblitz kam, als diese Einheit in einem ungewöhnlichen, lebensbeendenden Kampf mit einer anderen Einheit der Vierten Sorte geriet. Das allein ergab noch kein destilliertes „Lusch“, daß wußte Irgendwer, und so ging er der Sache mit noch mehr Nachdruck auf den Grund.
In dem Augenblick entdeckte er auch den Unterschied. Die Einheit der Vierten Sorte kämpfte nicht um die eßbaren Reste einer schwächeren Einheit der Vierten Sorte oder um das schmackhafte Mark von nahen Stengel einer Zweiten Sorte, auch nicht um der Beendigung ihres Lebens und dem Verzehrtwerden durch eine andere gegnerische Einheit der Vierten Sorte zu entgehen.
Sie kämpfte, um drei Neuentstandene ihrer eigenen Art zu beschützen, die sich unter einer großen Einheit der Zweiten Sorte duckten und darauf warteten hervorzukommen. Es gab keinen Zweifel. Das war der Vorgang, der das destillierte „Lusch“ erzeugte.
Mit diesem Wissen untersuchte Irgendwer das Verhalten anderer Einheiten der Vierten Sorte in seinem Garten. Er entdeckte Ähnliches, als andere Einheiten der Vierten Sorte auf gleiche Weise ihre „Jungen“ verteidigten. Trotzdem war noch etwas unklar. Das bei all diesen Verteidigungsaktionen ausgestrahlte destillierte „Lusch“ ergab nicht einmal die Hälfte von dem, was er in der Probe aus dem Reservoir gefunden hatte. Offensichtlich war noch ein anderer Faktor im Spiel.
Systematisch suchte er, über dem Garten schwebend, alle Bereiche ab. Fast sofort fand er die Quelle. Die Strahlung des hochwertigen destillierten „Lusch“ ging von einem ganz bestimmten Teil des Gartens aus. Rasch begab er sich zu dieser Stelle.
Da war sie – eine experimentielle, abgeänderte Einheit der Vierten Sorte, eine von denen, die ein Stück von ihm selbst enthielten. Sie stand allein unter dem blättrigen Oberteil einer Einheit der Zweiten Sorte. Sie war nicht „hungrig“. Sie befand sich nicht im Kampf mit einer anderen Einheit der Vierten Sorte. Sie verteidigte nicht ihre „Jungen“. Aber warum strahlte sie dann destilliertes „Lusch“ in so großen Mengen ab?
Irgendwer ging näher heran. Seine Wahrnehmung drang in die abgeänderte Einheit der Vierten Form ein, und dann wußte er es. Die Einheit fühlte sich einsam! Das bewirkte die Erzeugung von destilliertem „Lusch“.
Als Irgendwer sich zurückzog, fiel ihm noch ein anderer ungewöhnlicher Widerspruch auf. Die abgeänderte Einheit der Vierten Sorte war sich plötzlich seiner Gegenwart bewußt geworden. Sie war zusammengebrochen und wand sich in seltsamen Zuckungen auf dem festen Untergrund. Eine klare Flüssigkeit trat aus zwei Öffnungen, den Stahlungsempfängern. Dadurch erschien die Absonderung des destillierten „Lusch“ noch ausgeprägter.
Das veranlaßte Irgendwer, seine inzwischen berühmte DLP-Formel vorzulegen die jetzt im Garten wirkt.
Der Ausgang der Geschichte ist bekannt. Irgendwer faßte das Wesentliche in die Formel: „ … Die Erzeugung von reinem destilliertem Lusch erfolgt in Einheiten der Typs 4M über die Empfindung des Unerfülltseins, aber nur, wenn ein solches Muster auf einer Schwingungsebene oberhalb der Empfindungsgrenzen der Umgebung vorliegt. Je höher die Intensität dieses Musters, desto größer der Ausstoß des Lusch“-Destillats ….“
Um diese Formel in die Praxis umzusetzen, nahm Irgendwer in seinem Garten differenzierte Änderungen vor, die jedem Historiker vertraut sind. Die Aufteilung aller Sorteneinheiten in zwei Hälften (um Einsamkeit hervorzurufen, damit sie versuchten, wieder zueinander zu finden) und die Förderung der Dominanz der Einheiten vom Typ 4M sind nur zwei der bemerkenswertesten Neuerungen.
Heute ist der Garten, wie sich zeigt, ein faszinierendes Muster an Leistungsfähigkeit. Die Sammler sind längst zu Meistern in der Kunst der DLP-Formel geworden. Die 4M-Einheiten herrschen vor und haben sich über den ganzen Garten ausgebreitet, mit Ausnahme der tieferen Bereiche des flüssigen Mediums. Sie sind die Haupterzeuger des „Lusch“-Destillats.
Aufgrund ihrer Erfahrung haben die Sammler eine ganze Technologie mit ergänzenden Hilfsmitteln zum Ernten von „Lusch“ aus den Einheiten vom Typ 4M entwickelt. Die gängigsten haben Namen bekommen wie Liebe, Freundschaft, Familie, Gier, Haß, Schmerz, Schuld, Krankheit, Stolz, Ehrgeiz, Eigentum, Besitz, Opfer- und in größerem Maßstab Nationen, Provinzialismus, Kriege, Hunger, Religion, Maschinen, Freiheit, Industrie, Handel, um nur ein paar zu nennen.
Die Erzeugung von „Lusch“ ist größer denn je ………
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Eine interessante Geschichte, in der Tat.
Und klingt auch so eingängig… könnte fast alles „logisch erklären“…
Bei solchen allzu „logischen“ Interpretationen sollte man sofort wach werden.
Klar, auf den ersten Blick ist alles bestens… was ist also das Problem?
Wie bei vielen Dingen, wo man nicht gleich drauf kommt.
Zum Beispiel in der bürgerlichen Ökonomie. Wenn man sich da einmal auf die grundlegenden Begriffe eingelassen hat, dann ist es sehr schwierig, gegen die „Lehre“ zu argumentieren.
Klar kann man eine einfache Rechnung aufmachen, die zeigt, daß die Summe aller Löhne und Gehälter, die in einer sog. Marktwirtschaft insgesamt ausgezahlt wird, niemals dafür ausreicht, um alle produzierten Waren zu kaufen.
Denn ein Teil des Preises wird ja jeweils als Gewinn „abgeschöpft“, und da nicht der ganze Gewinn wieder ausgegeben oder reinvestiert wird, sondern ein Teil für die „leistungslosen Einkommen“ am oberen Rand der Einkommensskala abgezogen wird und damit dem Markt nicht mehr zur Verfügung steht, fehlt im Kapitalismus immer etwas an „zahlungsfähiger Nachfrage“
Da können sich die Marketinggurus ausdenken was sie wollen: wenn kein Geld da ist, kann auch nicht alles Produzierte gekauft werden.
Zwar kann man durch „Erschließung neuer Märkte“, d.h. durch die Ausbeutung (durch schlechtere Bezahlung „neuer“ Volksstämme), wieder eine zeitlang für „Ausgeglichenheit“ im Stammland sorgen, aber eben nicht lange.
Und dank Globalisierung und überall Kapitalismus sind heutzutage alle „Märkte“ schon „erschlossen“…
Der grundlegende „Fehler im System“ war letztlich seinerzeit der Grund dafür, daß man das kreditbasierte Schein-Geld „erfunden“ hat, mit dem man zumindest solange die Maschinerie am laufen halten kann, wie sich immer wieder „Kreditkunden“ (Unternehmen, Private Haushalte, Staat) finden, die für die Entstehung „neuen Geldes“ (das bekanntlich von der Bank durch den Kredit erst „erschaffen“ wird, per Bilanzverlängerung) sorgen… sorry, ich schweife ab.
Eigentlich wollte ich nur auf die Analogie hinaus, daß man die „bürgerliche Ökonomie“ noch viel früher als „doch nicht logisch“ erkennen kann: indem man die Grundlagen hinterfragt.
Genau das, was an Begriffen und deren Inhalten als „selbstverständlich“ vorausgesetzt wird und daher auch nie genauer erörtert, sondern einfach postuliert wird: der Markt, die Werbung, der informierte, souveräne, rational entscheidende Verbraucher, Preisbildung über Angebot und Nachfrage, Zins als Preis des Geldes usw. – tatsächlich alles falsch.
Genauso ist es hier bei Lusch. Wir müssen genau das hinterfragen, was da so „ganz nebenbei“ und selbstverständlich daherkommt in der Darstellung.
Wollen wir?
Da haben wir gleich zu Beginn das angeblich „universelle Gesetz“ von „Angebot und Nachfrage“.
Das funktioniert aber wirklich nur auf einem erdachten „Markt“, wo sich Produzenten und Interessenten auf Augenhöhe gegenüberstehen, d.h. gleichberechtigt und gleich potent sind, d.h. weder ist der eine gezwungen zu kaufen, noch ist der andere gezwungen zu verkaufen. Oder beide sind gleich stark gezwungen zu kaufen und zu verkaufen.
Und wo auch kein Händler zwischen beiden steht, der mit Hilfe von Kredit und Lagerhaltung diese Gleichheit – wenn vorhanden – aushebeln kann.
Und wo der potentielle Käufer tatsächlich informiert (also nicht „beworben“), souverän (nicht unter Druck befindlich) und ausschließlich rationell (also nicht emotional „vorgespannt“) entscheidet.
Genau all dieses ist NIRGENDWO im Leben der Fall. Also auch nicht in Irgendwo.
Genau deshalb ist das auch kein „Gesetz“, sondern eine theoretische „Wunschvorstellung“, die einfach als Grundlage für die bürgerliche Ökonomie hergenommen wird. Nicht diskutierbar, da „Gesetz“.
Praxis? – Fehlanzeige… funktioniert nicht.
Der zweite Halbsatz, der nicht beleuchtet wird, ist dieser: „wofür auch immer es gebraucht wird“.
Hier wird ganz heimlich der Zweck des Ganzen versteckt: warum das alles geschieht.
Denn NICHTS geschieht ohne Sinn.
Alles hat seine Bewandtnis.
Und wenn man diesen Sinn und Zweck nicht beachtet, dann kann man auch nicht wirklich verstehen, warum alles so vor sich geht, und wie es wirklich „funktioniert“.
Da darf aber nun jede/r selbst überlegen… 😉
Und die Natur? – Szene 40 von 144 neu – Denkend sich formen und bewusst werden
Bündnis mit Kindern, Abenteuer Erziehung 2. Auflage
Eckehardnyk Mittwoch 6. November NZ 12
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Allzu leicht wird heute Natur mit „Umwelt“ gleichgesetzt. Für unsere Stellung in der Welt ist der Unterschied jedoch bedeutender, als es zunächst scheinen mag.
(mehr …)107. von 144 – ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE – Laßt uns Taten sehen!
Macher und Handelnde – Empfänger für die Folgen ihres Tuns
Eckehardnyk, 20. August NZ 9
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Das Deutsche hat zwei Wörter in der Bedeutung von „Tat“, wozu das Wort Tatort gehört. Dein Kind dagegen wird lange Zeit überhaupt kein Substantiv für das Tun haben, obgleich es schon außerordentlich viel „machen“ und besonders „selber machen“ möchte. Taten sind demnach etwas, wo hinein der Ausführende offenbar wenig Bewußtsein investiert. Außenstehende jedoch beurteilen dieses Tun jedoch sehr wohl und meistens anders. Entweder bewundern sie es als „Tat“ oder sie verurteilen es als „Untat“. Taten scheinen so etwas wie Handlungen für andere zu sein; es haftet dem Tatbegriff etwas Heldenhaftes an, das mehr den Außenstehenden als den Täter selbst beeindruckt. Von Handlungen kann man das jedoch nicht sagen: Sie gehören dem (an), der sie ausführt. Nicht zufällig ist eine „Handlung“ auch eine kaufmännische Einrichtung, wo Waren feilgeboten werden, die dem, der sie verkauft, solange gehören, bis sie auf festgelegte Weise den Besitzer gewechselt haben und damit Eigentum eines Käufers sind. Hört sich das nach Heldentum an?
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Als Dritter im Bunde ist heute noch der „Macher“ in die Arena getreten. So haben wir den Helden (oder Verbrecher), den Macher und den Handelnden. Diese feinen Unterschiede im Deutschen in Bezug auf die Repräsentation des Tuns deuten auf etwas Wichtiges für den Entwicklungsprozeß. Der Ausfluß von einem bestimmten Verhalten führt immer erst einmal zum Machen, so daß hier der Unterschied zwischen Mensch und Tier nicht groß sein muß. Jedes Lebewesen „macht“ immer irgend etwas. Taten (oder Untaten) erscheinen dagegen schon wie von einer Kommandozentrale aus gelenkt. Manche Tiere werden für ihre „Taten“ belohnt. Eine Fernsehserie, die sich um die Einsätze eines Polizeihundes gruppierte, wurde sogar „Kommissar Rex“ genannt. Als ob der Held der Serie seine Einsätze selber leitete. Dieser Ausführende konnte jedoch die Tragweite seines Machens gar nicht erfassen. Er brauchte weder Verantwortungsgefühl noch Gewissen. Hier sehen wir, daß sowohl ein Held als auch ein Tier durchaus etwas begehen können, was nach einer Tat aussieht. Jedoch wird das Tier nicht zur Verantwortung gezogen 1), weil ihm seine „Taten“ andressiert wurden, wogegen sich ein Held durchaus einen Rechenschaftsbericht gefallen lassen muß. Nicht immer war seine Geschichte, wie wir aus Othello, Don Carlos oder anderen Heldenopern wissen, für ihn gut ausgegangen. Mit einem Bild ausgedrückt sind Handlungen „sehend“, Taten und ihr schlechtes Gegenstück, die Untaten, jedoch „blind“.
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Indessen siehst du dich dem Schaffens- und Tatendrang deines Kindes ausgesetzt. Während es als Säugling oder Kleinkind noch alles mögliche macht und probiert, mit dem Blick folgt oder ein Gesicht wieder erkennt, wozu du noch nicht Tat sagen möchtest, beginnt es mit etwa einem Jahr von Worten soviel Notiz zu nehmen, daß du es damit schon zu etwas leiten (oder verleiten) kannst. Und dieses Etwas nennen wir in der Tat eine Tat (oder Untat). Durch spontane Belohnung würde ein Kind wie ein Tier behandelt und in seinem Tun bestärkt; die Tat könnte dann zur Gewohnheit 2) werden. Wir haben das Terrain des Lernens betreten, 3) auf dem sich der Charakter anfängt zu bilden. An diesem Muster wird sich in den nächsten zwölf Entwicklungsjahren nur das begleitende Denken und die dazugehörige Rede, also der Stil, verfeinern oder differenzieren. Die entscheidende Veränderung geschieht erst in dem Moment, wo der junge Mensch ein Gefühl für Auswirkung und Tragweite seines Tuns empfindet. Das heißt: Wenn er auch bei dem andocken kann, dem seine Tat zugedacht war, wenn er die Antwort des Empfängers berücksichtigt, und das heißt: Wenn er etwas „verantworten“ kann. Jetzt wird er, der als Täter bisher nur gesendet hatte, auch empfänglich, wird zum Empfänger für die Folgen seines Tuns. Bei den meisten Kindern beginnt das nachhaltig mit der Geschlechtsreife, also etwa mit 14 Jahren, wenn sie nach deutschem Recht auch „strafmündig“ geworden sind. Von jetzt an können Taten auch Handlungen sein, nämlich dann, wenn ihr Vollführer in eigener Regie dahinter steht, also handlungsfähig ist.
1) Auch wenn es „Hinrichtungen“ vom 13.-17. Jahrhundert von Tieren durchaus gegeben hat. Nach dem Sachsenspiegel, 13. Jahrhundert, waren sogar Tiere wegen unterlassener Hilfeleistung zu verurteilen, wenn sie „Zeuge“ einer Vergewaltigung waren, weil ihnen eine dämonisches Wesenheit unterstellt wurde
2) und bis zum Bedürfnis andressiert
3) Der Unterschied des Lernens bei Tier und Mensch sei folgender: Das Tier beobachtet oder nimmt wahr ohne zu denken. Dabei gelangen die beobachteten oder wahrgenommenen Sinneseindrücke ins Hirn und bilden dort ein bleibendes Muster oder „Cluster“, das sofort verlassen wird, wenn die Bedingungen von außen dazu fehlen, aber übereinstimmend da sind, wenn die entsprechende Außenwirkung auf die Sinnesorgane zutrifft, also mit der Zunge Gras rupfen, wenn Zunge solches berühren kann. Zeit spielt dabei keine Rolle, sondern die Sinne und die dazu passende Gehirnregion. Das wird als „Erinnerung“ jedoch von Menschen missverstanden, da es sich um Umgebungsmerkmale handelt. Beim Menschen ist dies soweit zunächst ähnlich. Doch weder sind seine Sinneswerkzeuge so präzise wie beim Tier, noch hat sein Hirn wie das Tier die Bereitstellung zur derart präzisen Speicherung. Dafür kann der Mensch beliebig viele Eindrücke bekommen, beurteilen und „vergessen“ aber durch eine geistig Anstrengung denkerisch rekonstruieren. Was dabei rauskommt, können Vernehmungsbeamte zum Besten geben, wenn sie Zeugen zu einem Unfall befragt haben. Elefanten hätten sich die Umstände vollständig gemerkt. So trompetete eine ganze Herde „Freude“, als ihnen ein Tierarzt, der allen vor acht Jahren geholfen habe, sie wieder besuchte. Bei Menschen hätte erst die Erinnerung herhalten müssen, und einer nach dem anderen hätte aufmerksam gemacht werden müssen, bis eine solche „Ehrung“ erfolgt wäre. – Diese Unterscheidung hat viele Konsequenzen. Bei den Tieren ist es die Anpassung an ihre Umgebung. Ihr Hirn ist bestens dafür geschaffen, nur überlebenswichtige Sinneseindrücke zu speichern. Bei Hunden und Haustieren gehört die „Anhänglichkeit“ an oder sogar „Fürsorge“ für die jeweiligen „Herren“ mit zu ihren Bedürfnissen. Bei Menschen gibt es diese Anlage zwar im Prinzip auch, jedoch übersteigt die ebenso angelegte Sprach- und Denkfähigkeit die Sinneseindrücke und verarbeitet sinnliche (oder übersinnliche) Wahrnehmungen im Denken und übersetzt dieses Denken in sprachlich geordnete Rede. Man findet dazu grundsätzliche Dokumente, aber der bisherigen öffentlichen Ignoranz wegen erwähne ich nur von Steiner „Die Philosophie der Freiheit“ und „Geheimwissenschaft im Umriss“, wo sorgfältig all das denkerisch und geistesteswissenschaftlich gemäß dem Anfang des 20. Jahrhunderts umständlich auseinandergesetzt wurde
(c) eah 22. Februar 1999 und 20. August 2021
Das Salz der Erde
Es gab Zeiten, da wurde die Bauernschaft als das „Salz der Erde“ bezeichnet – so hoch wurde deren Anteil am Leben der Menschen geschätzt. Natürlich versucht man heute, uns diese Zeiten als „finster“, „unzivilisiert“ und „feudalistisch“ zu beschreiben… nun, diesem Thema werden wir ein andermal unsere Aufmerksamkeit widmen – heute geht es um das Salz im ursprünglichen Sinne – das Meersalz und den Menschen…
© für die Übersetzung aus dem Russischen by Luckyhans, 18. November 2017 – Kommentare und Hervorhebungen von mir.
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Соль земли – Das Salz der Erde
Аlexej Artemjew, 20. November 2012
In der Erkenntnis der realen Welt gibt es keine Kleinigkeiten. Sogar das gewöhnliche Salz kann uns über die globalen Veränderungen der Natur unseres Planeten berichten. Es ist lediglich ein wenig aufmerksam hineinzublicken und sich hineinzudenken in das, was sich direkt vor unseren Augen befindet…
Kleine Feuer / Bewusstwerdung / Der Kampf in dir
Mit sattem Vergnügen hänge ich hier eine weitere Seite aus dem „Tagebuch eines Deutschen“ ins Schaufenster. Für mich ein „kleines Feuer“ in Reinkultur.
Warum? Weil wir die äusseren Feuer, die Veränderung unseres Verhaltens nämlich, ausschliesslich dadurch erwirken können, indem wir unser Innenleben durchlüften und durchlichten. Mir will scheinen, dieser unser guter Deutsche tut dies, und zwar im Schnellzugstempo.
Ich schicke ihm meinen Herzensgruss.
thom ram, 03.06.05 NZ, Neues Zeitalter, da Menschen innerlich klar sind wie Kristall. (mehr …)
Fern-sehen
Wenn wir heutzutage von „fern sehen“ sprechen, dann meinen wir fast immer das Sehen auf die „Mattscheibe“ des Gerätes „Fernseher“.
Daß dies genau das Gegenteil von „in die Ferne sehen“ ist, soll Hauptgegenstand dieses Beitrags sein – eine Wiederholung eines älteren Beitrages – von Luckyhans.
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Daß das Fernsehgerät in der heutigen Zeit mehrere Funktionen erfüllt, ist bekannt. Am bekanntesten sind die hirnbeeinflussende und die körperlähmende Funktion – sie sind recht offensichtlich.
Moringa in der drei Uhr Sonne
Heute schlaffe ich grad ab, mag nichts vom bösen Weltgeschehen mehr lesen, geschweige denn, etwas dazu sagen. So setze ich mich auf den Balkon, setze die Kaffeetasse an, und gedankenleer fällt mein Blick auf die drei Moringabäume.
Sie stehen da wie richtige Moringabäume dastehen, hochgewachsen, schlank, licht, vielfältig ihrer Aeste Formen, und die Nachmittagssonne bescheint sie warm und hell.
Ach, ich will sie ehren, ich will sie fotografieren und das Auge einiger Leser mit ihrem Anblick erfreuen. (mehr …)
Konlak der Dorfneger / Immigration / Betroffenheit
Ludwig der Träumer lässt uns teilhaben.
Er ist aufgewühlt, und wenn du, lieber Leser, weiterlesen solltest, wirst du vielleicht mitfühlen.
Da war eine tiefe Freundschaft. Der Freund war Immigrant und ein Mensch, der sein Leben trotz schwerem Rucksack meisterte.
Da ist die heutige Migrationsflut. Da ist die Frage, wie wir mit dieser Flut umgehen. Da ist gezeichnet, was Emigration heissen kann.
Und da sind Hinweise, wie es zu der unseligen, heute stattfindenden Völkerwanderung gekommen ist.
Der Artikel ist gefärbt von persönlichen Bekenntnissen. Ich bitte, sorgfältig hineinzufühlen. Danke. (mehr …)
Ein einheitliches Weltmodell (3)
Heute wollen wir uns die Wahrnehmungsschwelle ansehen, nachdem wir
im ersten Abschnitt den Vorgang als Grundbestandteil des gesamten Geschehens erkannt hatten und im zweiten Teil uns „schwante„, daß wir über mehr „Sinne“ verfügen als uns momentan bewußt ist und daß deren Einflüsse auf die Signalentstehung in uns weitgehend unbekannt sind.
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Ihren Personalausweis, bitte / Ich bin Mensch und bin hier
Noch ist mir nicht klar, wie ich definitiv und ungeschoren durch eine Passkontrolle oder auch nur durch eine Verkehrskontrolle komme, wenn ich dem Angestellten obige Antwort gebe, statt ihm brav meinen Pass hinzureichen.
Ich denke: (mehr …)
Fern sehen
Wenn wir heutzutage von „fern sehen“ sprechen, dann meinen wir fast immer das Sehen auf die „Mattscheibe“ des Gerätes „Fernseher“. Daß dies genau das Gegenteil von „in die Ferne sehen“ ist, soll Hauptgegenstand dieses Beitrags sein – von Luckyhans.
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Daß das Fernsehgerät in der heutigen Zeit mehrere Funktionen erfüllt, ist bekannt. Am bekanntesten sind die hirnbeeinflussende und die körperlähmende Funktion – sie sind recht offensichtlich.