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Exportüberschüsse sind Verluste!

Immer wieder wird uns mit den Meldungen von der erfolgreichen „deutschen“ Exportindustrie das Märchen von den Exportüberschüssen, die doch ach so vorteilhaft für unser Land wären, verkauft.
So erfreulich der Fakt ist, daß der deutsche Maschinenbau offenbar neue Kundschaft in der VSA gewinnen konnte, so sonderbar sind die Begleitumstände.

Da wird von einem Fracking-Boom in den VSA phantasiert, obwohl doch bekanntlich seit über einem Jahr der Öl- und Gaspreis fast täglich neue Tiefstände vermeldet – Fracking-Gas ist bei solchen Preisen schon längst nicht mehr konkurrenzfähig, und die Fracking-Firmen in den VSA sind von höchsten Verlusten gekennzeichnet – die meisten stehen vor dem Kollaps.

Allerdings wird ja in Kürze das Fracking in Europa und der BRiD ohne Einschränkungen erlaubt sein – spätestens TTIP wird uns damit „segnen“ -, so daß die VSA-Firmen mit der deutschen Anlagentechnik dann bei uns fröhlich die Erde vergiften dürfen werden…

Und dann die Krone der Lüge: Exportüberschüsse wären „internationale Umverteilung zu deutschen Gunsten“ – genau das Gegenteil ist wahr: Exporte, die nicht bezahlt werden, sondern nur mit Zahlen in Computern „ausgeglichen“ werden und nicht mit der Lieferung von materiellen Gütern, sind im Wesen Geschenke.

Klar, die deutschen Unternehmen bekommen im besten Falle eine „Gutschrift“ (eine Zahl im Computer), aber wenn sie dafür keine Waren mehr kaufen können, weil das Land nichts „passendes“ zu liefern hat, dann verwandeln sie sich in unbesicherte Kredite, also volkswirtschaftliche Verluste.

Schön für das Unternehmen, wenn es eine Export-Bürgschaft ergattern konnte und eventuelle Zahlungsausfälle wegen Pleite des VSA-Fracking-Unternehmens von der BRiD-Verwaltung ersetzt bekommt, aber: damit bezahlt der deutsche Steuerzahler praktisch dem VSA-Fracking-Unternehmen die Anlage.
Logisch daß das Land, welches in unbegrenztem Maße die „Weltwährung“ generieren kann, solche Möglichkeiten mit Freuden in Anspruch nimmt…

Dagegen sind die deutschen Exporte in alle Regionen der Welt, die uns materielle Gegenwaren zu liefern in der Lage sind, zurückgegangen.
Mit anderen Worten: wir schenken den VSA-Unternehmen einen Großteil unserer Waren, während wir (oder andere Lieferanten, bei denen wir mit den VSA-Computerzahlen einkaufen gehen) dafür keine reale Gegenleistung aus den VSA bekommen.
So funktioniert Globalisierung – wenige sahnen ab, viele müssen bluten.
Hier Andreas Popp dazu mit Klartext: „
Die Export Narren“


https://www.youtube.com/watch?v=4S37jSEsa0U
.

Aber nun zur Märchenstunde bei german-foreign-policy – aus bekannten Gründen im Volltext – Luckyhans, 6.1.16
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Billionenschwere Allzeitrekorde 07.01.2016

BERLIN (gfp-Eigener Bericht) – Zum Jahresbeginn vermeldet die deutsche Wirtschaft neue Exportrekorde und kündigt für 2016 eine weitere Steigerung ihres Absatzes im Ausland an. 2015 seien die deutschen Ausfuhren laut vorläufigen Ergebnissen auf fast 1,2 Billionen Euro gestiegen, teilt der Außenhandelsverband BGA mit. Für das kommende Jahr erwarte man eine weitere Steigerung und ein neues Ausfuhr-Allzeithoch. Das deutsche Exportwachstum wird zur Zeit in hohem Maße von den Vereinigten Staaten getragen, deren Fracking-Boom einen neuen Ausbau der US-Industrie und einen steigenden Bedarf an Importen etwa im Maschinen- und Anlagenbau mit sich bringt. Die USA sind im Sommer zum größten Abnehmer deutscher Produkte überhaupt aufgestiegen – noch vor Frankreich – und werden diese Stellung laut Auffassung von Experten in nächster Zeit halten. Zugleich verlieren einerseits die Eurozone, andererseits erstmals auch China für die deutsche Exportindustrie an Bedeutung. Neue Chancen erhoffen sich Firmen aus der Bundesrepublik unter anderem in Russland und Iran, wo zur Zeit noch Sanktionen die Geschäfte stören. Ein Ausstieg aus den Embargos wäre jedoch ohne Rücksichtnahme auf den wichtigsten Käufer deutscher Produkte, die USA, wohl allzu riskant. Die deutschen Exporte übersteigen den Import inzwischen immer deutlicher; der Exportüberschuss belief sich 2015 auf beinahe eine Viertelbillion Euro – internationale Umverteilung zu deutschen Gunsten im großen Stil.

Internationale Umverteilung
Der deutsche Außenhandel hat im Jahr 2015 „in einem schwierigen weltweiten Umfeld unsere Erwartungen noch übertroffen“. Dies erklärt Anton F. Börner, der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA). Laut den vorläufigen Jahreszahlen – die endgültigen liegen vermutlich im Februar vor – haben die deutschen Unternehmen ihre Exporte im vergangenen Jahr von 1,124 Billionen Euro (2014) um bis zu sechs Prozent auf 1,191 Billionen Euro steigern können – der höchste je erzielte Jahreswert. Dies entspricht einem durchschnittlichen Exportwert von täglich rund 3,26 Milliarden Euro. Weil von 2014 auf 2015 die Importe lediglich um vier Prozent auf 947 Milliarden Euro zunahmen, ist auch der deutsche Exportüberschuss erneut gewachsen – von 214 Milliarden Euro auf 244 Milliarden Euro. Während andere Länder in der Krise stecken, ist es deutschen Unternehmen gelungen, mit dem Verkauf ihrer Waren ins Ausland fast eine Viertelbillion Euro netto in die Bundesrepublik umzuverteilen. Damit ist laut BGA der Höhepunkt des deutschen Exportwachstums allerdings wohl noch lange nicht erreicht: „Auch im kommenden Jahr 2016 erwarten wir sowohl für die Exporte wie für die Importe neue Allzeithöchstwerte“, erklärt Börner.[1]

Rückgänge: Eurozone, China, Schwellenländer
Dabei zeigen Außenhandelsstatistiken und Forderungen aus den führenden Wirtschaftsverbänden recht deutlich, von welchen Ländern sich die deutsche Industrie eine weitere Steigerung ihrer Exporte erhoffen kann. Im Rückgang begriffen ist weiterhin die Ausfuhr in das traditionelle Kerngebiet deutscher Wirtschaftsexpansion – die Länder Eurozone. Nahmen sie 1995, also vor 20 Jahren, noch rund 46,5 Prozent der deutschen Ausfuhr ab, so schrumpfte ihr Anteil in den ersten zehn Monaten 2015 auf 36,4 Prozent – bei weiterhin fallender Tendenz. China, das seinen Anteil an der deutschen Ausfuhr systematisch von 1,4 Prozent im Jahr 1995 auf 6,6 Prozent im Jahr 2014 steigern konnte, nahm zuletzt sogar in absoluten Zahlen weniger Waren aus der Bundesrepublik ab: In den ersten drei Quartalen gingen die deutschen Lieferungen in die Volksrepublik gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund drei Prozent zurück. Zu den Schwierigkeiten in China kommen Probleme bei der Ausfuhr in wichtige Schwellenländer wie Brasilien, Indien und Südafrika hinzu, die einst als Hoffnungsträger deutscher Exporteure galten, dieser Rolle aus deutscher Perspektive allerdings nicht gerecht werden – ihre Käufe in der Bundesrepublik verharren seit Jahren bei Werten von um die zehn Milliarden Euro im Jahr.

Wachstumstreiber: USA
Ihre Exporterfolge verdankt die deutsche Wirtschaft seit geraumer Zeit vor allem umfangreichen Käufen aus den Vereinigten Staaten. Schwankte der Anteil der Ausfuhren in die USA lange Zeit um die 7,5 Prozent des deutschen Gesamtexports, so ist er in den letzten Jahren dank des US-amerikanischen Fracking-Booms, der zu einer gewissen Reindustrialisierung sowie zu größerem Bedarf unter anderem an Maschinen und Anlagen geführt hat, deutlich gestiegen und erreichte im ersten Halbjahr 2015 etwa 9,4 Prozent. Der Anstieg der deutschen Exporte in die USA um fast 24 Prozent katapultierte die Vereinigten Staaten in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres auf Platz eins auf der Rangliste der BRD-Ausfuhrziele. Frankreich, das seit 1961 ununterbrochen Hauptabnehmer der Bundesrepublik war, fiel im Sommer auf Platz zwei zurück. „Eine Ära geht damit zu Ende“, urteilte im August Volker Treier, Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK); die Vereinigten Staaten würden ihre neue Spitzenstellung unter den Kunden der deutschen Industrie voraussichtlich halten.[2] Entsprechend ist die Wirtschaft bemüht, die beiderseitigen Geschäftsbeziehungen auszubauen. Die USA werden im April erstmals Partnerland der Hannover Messe sein; zur Eröffnung der Industrieveranstaltung wird US-Präsident Barack Obama erwartet. Zudem setzt sich die deutsche Industrie energisch für den Abschluss des transatlantischen Freihandelsabkommens TTIP ein.

Ungenutztes Potenzial I: Russland
Ungeachtet der Bemühungen um eine intensivere Wirtschaftskooperation mit den USA dringen Teile der deutschen Wirtschaft nach wie vor auf ein rasches Ende der Russland-Sanktionen. Die Exporte dorthin sind seit 2012, als sie ein Volumen von 38 Milliarden Euro erreichten, zunächst wegen einer in Russland Anfang 2013 einsetzenden Krise und dann vor allem wegen des EU-Embargos dramatisch eingebrochen. 2014 lagen sie noch bei knapp über 29 Milliarden Euro; 2015 dürften sie laut Schätzung des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft die 20 Milliarden-Euro-Schwelle kaum mehr überschritten haben. Der Anteil des lange Zeit als Hoffnungsträger geltenden Russland-Geschäfts am deutschen Gesamtexport, der im Jahr 2012 noch bei 3,4 Prozent gelegen hat, hat sich also auf 1,7 Prozent mehr als halbiert. Eckhard Cordes, der scheidende Vorsitzende des Ost-Ausschusses, hat Ende Dezember zum wiederholten Mal gefordert, „über den Einstieg in den Ausstieg aus dem Sanktionsregime nachzudenken“. Das „ungenutzte Potenzial des russischen Marktes für die deutsche Wirtschaft“ sei groß, erklärte Cordes: „Was Russland für seine Modernisierung braucht, kann die deutsche Wirtschaft liefern“.[3] Bei der Durchsetzung solcher Forderungen kann Berlin freilich die Positionen seines ungleich bedeutenderen Wirtschaftspartners USA nicht ignorieren.

Ungenutztes Potenzial II: Iran
Dasselbe trifft auf die Forderung deutscher Industrievertreter zu, die Wirtschaftsbeziehungen zu Iran so rasch wie möglich auszubauen. Das Land war in den 1970er Jahren zeitweise zweitgrößter außereuropäischer Abnehmer bundesdeutscher Produkte nach den USA; die Spannungen mit dem Westen und insbesondere die Sanktionen der vergangenen Jahre haben es mit Lieferungen im Wert von nur 1,8 Milliarden Euro im Jahr 2013 auf Platz 55 der deutschen Exportrangliste verdrängt. Von einer Beendigung der Sanktionen, die laut Beobachtern im ersten Quartal dieses Jahres erfolgen könnte, erhofft sich die deutsche Industrie hohe Wachstumschancen: Ein Anstieg des Handelsvolumens auf fünf Milliarden Euro binnen drei und auf zehn Milliarden Euro innerhalb von fünf bis sieben Jahren sei nicht unrealistisch, erklärt DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier.[4] Unsicherheiten gebe es allerdings aufgrund aktueller Drohungen aus Washington, die Sanktionen zu verlängern oder neue zu verhängen. Die Drohungen kann die deutsche Gesamtindustrie aufgrund der hohen Bedeutung ihres US-Geschäfts ebensowenig ignorieren wie die US-amerikanische Haltung zu den Russland-Sanktionen.

Mehr zum Thema: Die Renaissance des Westens (III).
[1] BGA: Außenhandel in diesem und nächsten Jahr auf Rekordkurs. Berlin, 28.12.2015.
[2] Amerika liegt vorn. http://www.sueddeutsche.de 26.08.2015.
[3] Marc Beise, Karl-Heinz Büschemann: „Russland nicht in die Enge drängen“. http://www.sueddeutsche.de 28.12.2015.
[4] Deutsche Wirtschaft erwartet Schub im Iran-Geschäft. http://www.derwesten.de 03.01.2016.

Quelle: http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/59280


1 Kommentar

  1. Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

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