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Sanktionen und Folger/n

Daß „Brüssel“, d.h. die EU (die nicht gleich „Europa“ ist ), mit der Durchführung und mehr noch der Verlängerung der Sanktionen gegen Rußland den Menschen in den Mitglieds-Ländern erneut „ins Knie geschossen“ hat, ist inzwischen andeutungsweise auch in den Hauptströmungsmedien angekommen – leider ändert sich dadurch gar nichts, was die Rolle der Lügenmedien ganz klar verdeutlicht.

Und daß sich die internationalen Großkonzerne, die ja vor allem VSA-basiert sind, an diese Sanktionen in keiner Weise halten, bewies unlängst die Fa. Boeing, die ihr Rußland-Geschäft uneingeschränkt fortsetzt.
Auch ArianeSpace hat, zusammen mit der UK-Company OneWeb, unlängst einen Vertrag über den Kauf von 21 russischen Sojus-Trägerraketen abgeschlossen.
Wir sehen auch hier: alle sind gleich, nur manche sind gleicher – um so dämlicher die „Nibelungentreue“ unserer amerikanisch gelenkten Politiker-Darsteller in EU und BRD.

Aber das soll nicht unser Thema sein.
Wir wollen uns mit einigen Folgen dieser „Sanktionen“ mal im Detail befassen – heute auf dem Schirm: die Mikroelektronik.

Seinerzeit in der UdSSR eine staatliche Aufgabe (das Land war damals zweitgrößter Elektronik-Chip-Exporteur der Welt), ist sie durch die 10 Jahre Jelzmannsche antirussische Politik vollständig ins Hintertreffen geraten.
Viele Schaltkreise wurden damals, der treuherzigen „Integration in die Weltwirtschaft“ geschuldet, im Ausland gekauft – auch heute noch an vielen Stellen, bis hin zum GPS-Konkurrenten „Glonass“, ein großes Problem.

Nun hatte „man“ im „Westen“ gemeint, daß in Anbetracht dieser Lage Rußland mit den Sanktionen leicht in die Knie zu zwingen wäre, denn die meisten modernen Entwicklungen bauten auf Importen zumindest in der Elektronischen Bauelemente-Basis (EBB) auf.
Daß die Russen es sehr schnell lernen würden, andere („östliche“) Quellen für die benötigten Halbleiter-Chips zu erschließen und sich ansonsten in ihren Ansprüchen zeitweilig zu bescheiden, ist keinem in den hochbezahlten „Denkpanzern“ des Westens in den Sinn gekommen.

Im Detail:
Für die Bewertung des technologischen Niveaus der EBB ist die Linienbreite auf den Chip-Kristallen ein allseits anerkannter Maßstab.

So arbeiten führende Hersteller momentan an der Einführung der 14-nm-Technologie, d.h. die Linienbreite der Strukturen auf dem Halbleiterchip beträgt 14 nm (1 nm = 0,000001 mm) – bei einigen zig aufeinanderfolgenden Schritten der Bearbeitung eine ungeheure Anforderung an die Anlagentechnik und deren Präzision.
Technisch beherrscht, d.h. in der Massenproduktion angewendet, wird im Westen zur Zeit das 22-nm-Niveau.
Die mit der Verringerung der Linienbreite sich erhöhende Packungsdichte und die daraus folgende weitere Miniaturisierung der Halbleiterchips ist deshalb von so großer Bedeutung, weil sich dadurch auf gleicher Chipgröße (oder besser -kleine) mehr Speicherplatz und Rechenkapazität unterbringen läßt – und für gleiche Anwendungen der Stromverbrauch sich entsprechend verringert.

Es sind dann auch mit der Lupe nicht mehr sichtbare Chips mit hoher Speicher- und Rechenleistung und damit enormen Funktionalitäts-Möglichkeiten in Massen herstellbar.

Nun setzt in Rußland, unter wohlwollender Förderung des Präsidenten, erneut die staatliche Unterstützung für die Mikroelektronik zumindest bei der Finanzierung der gigantischen Investitionen ein.
Während durch Modernisierungen der vorhandenen 65-nm-Fertigungstechnik das 45-nm-Niveau erreicht werden kann und soll, werden parallel für die Einführung der 28-nm-Technologie im Werk „Mikron“ in Moskau Investitionen in Höhe von über 1,5 Mrd USD geplant.

Hinzu kommt, daß sich durch entsprechende Rechner-Architekturen mit derselben Integrationsdichte die praktische Rechenleistung des jeweils eine Stufe höheren Technologieniveaus erreichen läßt, zum Beispiel schafft der russische „Elbrus-4M“-Mikroprozessor in 65-nm-Technik dieselben ca. 50 Gigaflops pro Sekunde wie Intels i7x8800 in 45-nm-Technik.

Eine weitere Produktivitätsquelle der Chip-Anwendungen in der Praxis ist die Software, mit deren Hilfe sich nochmals technologische Nachteile in gewissem Maße ausgleichen lassen. Jeder kennt die vielfältigen Probleme, die mit gewissen verbreiteten „westlichen“ Betriebssystemen („manchmal Gates, manchmal nicht“) verbunden sind – nicht umsonst sind in Rußland seit Beginn der Elektronisierung überall auch stets eigene Betriebssysteme in Entwicklung und Anwendung gewesen – vor allem für die Wehrtechnik, aber auch viele zivile Industrie-Anwendungen sind längst Praxis.

Ebenso wichtig (vor allem für Kosmos- und militärische Anwendungen, aber auch für den „Hausgebrauch“) ist die Zuverlässigkeit der Chips, d.h. deren „Festigkeit“ gegen Stoß, Vibrationen, hohe sowie tiefste Temperaturen sowie elektronische Beeinflussung von außen – da darf nicht „am falschen Ende gespart“ werden.

Sachlich betrachtet, ist Rußland nun wieder auf dem Wege, eine eigene Mikroelektronik auf die Beine zu stellen, um über die eigene EBB zumindest bei den „sensiblen“ Anwendungen wieder die völlige Unabhängigkeit von äußeren (Stör-)Faktoren zu erreichen – eine langfristig sich in vieler Hinsicht auf Rußland positiv auswirkende Sanktionsfolge. 😉

Quellen:
http://vpk.name/news/134897_zavodu_mikronu_dlya_proizvodstva_28_nm_mikroshem_trebuetsya_novoe_predpriyatie.html
http://vpk.name/news/134884_russkii_chip_zapozdalyii_start.html

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Luckyhans, 30. Juni 2015


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