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Baird Spalding / Leben und Lehren der Meister im Fernen Osten

Ich tue etwas, was ich sonst lasse: Ich stelle ein Buch ein, von dem ich lediglich das erste Kapitel gelesen habe. Ich gehe nämlich davon aus, dass du, lieber Leser, mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenso neugierig auf die Fortsetzung sein wirst wie ich selber, und diese Vorfreude lasse ich dich gerne mit mir teilen 🙂

Der Titel hat mich abgeschreckt. Schon wieder. Ferner Osten. Der still lächelnde, wissende Guru. Will ich da hin, wo der ist? Nö. Ich will Bretter hobeln und auch mal schlecht schlafen und nächsten Tages Spaghetti kochen und einen saufen, heisst, ich will das unerleuchtete Leben des Unerleuchteten leben 😉

Und dann habe ich hineingelesen und war…fasziniert.

Ich bin neugierig, neugierig auf die Fortsetzung der Geschichte und auch neugierig, wie es dir damit ergehen wird. 

thom ram, 19.06.2015

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BAIRD SPALDING

Leben und Lehren der Meister im Fernen 

Osten 

BAND I-III
Bericht eines Eingeweihten über das Wunder-Wirken des Avatars

DREI EICHEN VERLAG
Autorisierte Übersetzung aus dem Englischen von Dr. M. Usteri

ISBN 3-7699-0423-0 Verlagsnummer 423 Alle deutschen Rechte vorbehalten

© 1961 für die deutschsprachige Ausgabe der »Gesammelten Werke Baird Spaldings« by Drei Eichen Verlag

Autorisierte Übersetzung aus dem Englischen von Dr. M. Usteri

Nachdruck, auch auszugsweise, die fotomechanische Wiedergabe, die Bearbeitung als Hörspiel, die Übertragung durch Rundfunk sowie auf Daten- und Tonträger bedürfen der ausdrücklichen Genehmigung des Drei Eichen Verlages

7. DEV-Auflage des Sammelbandes I-III1994 Druck und Verarbeitung: Ebner Ulm Digitalisiert 2003 in Hamburg

 

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Leben und Lehren der Meister im Fernen Osten – Band I-III 

I. BAND

VORWORT 

Der Herausgabe des Buches »Leben und Lehren der Meister im Fernen Osten« möchte ich die Bemerkung beifügen, dass ich einer der elf Forschungsreisenden war, die im Jahre 1894 den fernen Osten besucht haben.

Während unseres dreieinhalb Jahre dauernden Aufenthaltes in jenen Gegenden traten wir in Beziehung zu den großen Meistern der Himalayas, die uns bei der Übersetzung der Aufzeich- nungen behilflich waren, was für unser Forschungswerk von großem Nutzen war. Sie gestatte- ten uns, einen tiefen Einblick in ihr intimes Leben zu tun, und so wurde es uns möglich, uns von dem tatsächlichen Wirken des großen Gesetzes, zu dem sie sich bekennen, mit eigenen Augen zu überzeugen.

Aufzeichnungen und Manuskripte — der Beweis unserer tatsächlichen Erlebnisse mit den Meis- tern — sind aufbewahrt worden. Ich persönlich dachte zu jener Zeit, dass die Welt für diese Botschaft noch nicht reif sei. Ich war unabhängiges Mitglied der Forschungsexpedition, und wenn ich heute meine Aufzeichnungen unter dem Titel: »Leben und Lehren der Meister im fer- nen Osten« veröffentliche, so tue ich es mit dem Gedanken, dass der Leser sie nach seinem Belieben annehmen oder abweisen kann.

Dieses Buch, dem andere Bücher der Sammelbände folgen werden, behandelt die Erfahrun- gen, die von den Forschungsreisenden im ersten Jahre in Bezug auf die Meister gemacht wur- den, einschließlich ihrer Lehre, die zu jener Zeit mit ihrer Erlaubnis und Zustimmung von uns stenographisch aufgenommen worden ist.

Die Meister bekennen sich zu der Auffassung, dass Buddha den Weg zur Erleuchtung darstellt; sie sagen aber klar und deutlich, dass Christus die Erleuchtung ist, oder — anders gesagt — ein Bewusstseinszustand, den wir alle zu erreichen suchen: das Christusbewusstsein.

(Unterzeichnet) Baird Spalding

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Leben und Lehren der Meister im Fernen Osten – Band I-III 

1. Kapitel

Es wird in der heutigen Zeit so viel über geistige Dinge gedruckt, und es ist ein so großes Erwa- chen und Suchen nach der Wahrheit in Bezug auf die großen Weltlehrer, dass es mich drängt, meine Erfahrungen mit den Meistern des Fernen Ostens bekannt werden zu lassen.

Mit diesen Mitteilungen mache ich keineswegs den Versuch, einen neuen Glauben oder eine neue Religion zu verbreiten. Ich gebe nur eine Zusammenstellung unserer Erlebnisse mit den Meistern und mache damit den Versuch, die großen, fundamentalen Wahrheiten ihrer Lehre zu zeigen.

Wer für diese Aufzeichnungen Beglaubigung nachsuchen wollte, müsste dafür beinahe gleich viel Zeit verwenden, wie sie uns zur Ausführung des Werkes selber notwendig war; denn diese Meister leben über weite Gebiete zerstreut, und unsere metaphysischen Forschungen erstreck- ten sich über einen großen Teil von Indien, Tibet, China und Persien.

Es waren in unserer Gesellschaft elf praktische, wissenschaftlich gebildete Männer. Der größte Teil unseres bisherigen Lebens war Forschungen gewidmet gewesen. Wir hatten uns daran gewöhnt, nichts anzunehmen, bevor es sich bewahrheitet hatte, und nahmen nie etwas in blin- dem Glauben hin. Wir kamen dort an als vollkommene Skeptiker und kehrten zurück als voll- kommen Bekehrte und Überzeugte, und dies so sehr, dass drei von uns sich dorthin zurückbe- gaben mit der entschiedenen Absicht, so lange dort zu bleiben, bis sie imstande wären, die Werke selber zu vollbringen, die diese Meister tun, und ein ebensolches Leben wie diese zu führen.

Ich gebe mit Absicht keine Namen an, wie dies für den Fall, dass es uns eins richtig scheinen sollte, die Erinnerungen an diese Expedition zu veröffentlichen, immer von uns verlangt worden ist von Seiten jener, die uns in so großartiger Weise unterstützt haben. Ich werde in diesen Mit- teilungen weiter nichts anführen als nur die Tatsachen, so wie sie geschehen sind, und halte mich so eng als möglich an die Worte und Ausdrucksformen der Leute, mit denen ich damals zusammenkam und während der Zeit dieser Expedition jeden Tag in Berührung war.

Es war eine der Bedingungen, die wir vor Beginn unseres Werkes übereinstimmend angenom- men hatten, dass wir vorerst alles, was uns vor Augen kommen würde, als Tatsache gelten las- sen wollten, und dass keine Erklärung verlangt würde, bevor wir nicht tief in das Werk einge- drungen wären, ihre Lehren erfasst und ihr tägliches Leben gelebt und mit eigenen Augen ge- schaut hätten.

Wir sollten vorerst diese Meister begleiten, ihr Leben teilen und uns mit eigenen Augen über- zeugen. Es war uns freigestellt, so oft als wir wollten, mit ihnen zusammen zu sein, alle Fragen zu stellen, deren Beantwortung uns wünschenswert erschien, und so tief einzudringen in das, was wir sahen, als uns lieb war; unsere eigenen Schlüsse zu ziehen, um zu Resultaten zu kommen, und schließlich alles, was wir geschaut hatten, als Tatsache oder als Betrug aufzufas- sen. Niemals wurde der geringste Versuch gemacht, unser Urteil in irgendeiner Weise zu beein- flussen; der Gedanke, dass sie nicht von uns verlangten, wir sollten irgendetwas glauben, wo- von wir nicht innerlich überzeugt waren, stand immer im Vordergrund. Ich teile daher diese Er- lebnisse meinen Lesern mit und bitte sie, dieselben nach ihrem Gutdünken anzunehmen oder abzulehnen.

Wir waren ungefähr zwei Jahre in Indien mit dem gebräuchlichen, ordnungsgemäßen For- schungswerk beschäftigt gewesen, als ich den Meister antraf, der in den folgenden Kapiteln unter dem Namen Emil bekannt sein wird. Als ich einmal durch eine der Straßen der Stadt ging,

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Leben und Lehren der Meister im Fernen Osten – Band I-III 

in der wir uns gerade aufhielten, wurde meine Aufmerksamkeit auf eine Menschenansammlung gelenkt. Ich bemerkte, dass einer der in diesem Lande so zahlreichen Straßenmagier oder Faki- re der Mittelpunkt des allgemeinen Interesses war. Als ich so dastand, bemerkte ich neben mir einen alten Mann, der, wie ich sah, nicht zur selben Kaste gehörte wie die Leute um ihn herum. Er schaute mich an und fragte, ob ich schon lange in Indien sei.

Ich antwortete: »Ungefähr zwei Jahre.« Er fragte: »Sind Sie Engländer?« Ich antwortete: »Ame- rikaner.« Ich war überrascht und sehr interessiert, jemand anzutreffen, der englisch sprach. Ich fragte ihn, was er von der soeben stattfindenden Vorstellung halte. Er erwiderte: »Oh, das ist ein in Indien häufig vorkommendes Ereignis. Diese Leute werden Fakire, Magier und Hypnoti- seure geheißen. Sie tragen alle diese Namen mit Recht, aber hinter alledem steckt eine tiefe geistige Bedeutung, die nur von wenigen entdeckt wird. Es ist nur der Schatten dessen, aus dem es entsprang, aber ohne Zweifel wird eines Tages das Gute an der Sache sich zeigen. Es hat Anlass zu vielen Kommentaren gegeben, und diejenigen, die Erklärungen darüber gaben, scheinen der eigentlichen Bedeutung der Sache niemals nahegekommen zu sein.«

Hier trennten wir uns, und ich sah ihn während der folgenden vier Monate bloß gelegentlich.

Dann trat ein Problem an uns heran, das uns nicht wenig Schwierigkeiten verursachte. Ein paar Tage später stieß ich auf Emil. Er fragte mich, was für eine Schwierigkeit mich beunruhige, und begann, über das vorliegende Problem zu sprechen. Ich wunderte mich darüber, da ich wusste, dass keiner von uns das Problem außerhalb unseres kleinen Kreises erwähnt hatte. Er schien mit der Sachlage so vertraut zu sein, dass ich fühlte, es sei ihm alles bekannt, und da es ihm bekannt war, schadete es ja auch nichts, mit ihm über die Situation zu reden, und so sprach ich frei heraus. Er sagte, er habe eine gewisse Einsicht in die Sache und werde sich bemühen, uns zu helfen. Nach ein oder zwei Tagen war alles aufgeklärt und war für uns gar kein Problem mehr. Wir waren erstaunt darüber, aber die Sache wurde bald fallen gelassen und tatsächlich vergessen. Andere Schwierigkeiten traten an uns heran, und es wurde mir bald zur Gewohn- heit, zu Emil zu gehen und dieselben mit ihm zu besprechen. Es schien mir, als ob jedes Hin- dernis verschwinde, sobald ich mit ihm darüber gesprochen hatte.

Meine Gefährten hatten Emil angetroffen und sich mit ihm unterhalten, aber ich hatte ihnen we- nig von ihm erzählt. Ich hatte im Laufe jener Zeit eine Reihe von Büchern über Hindu-Sagen gelesen, die Emil für mich ausgewählt hatte, und ich war völlig überzeugt davon, dass er einer der Adepten sei. Meine Neugier war stark erregt und .mein Interesse wurde mit jedem Tag tie- fer.

Eines Sonntags spazierten er und ich in einem Feld, als er mich auf eine über uns schwebende Taube aufmerksam machte und sagte, der Vogel schaue nach ihm aus. Er stand ganz still, und nach wenigen Augenblicken näherte sich die Taube und ließ sich auf seinem ausgestreckten Arm nieder. Er sagte, der Vogel habe eine Botschaft für ihn von seinem Bruder im Norden. Es erwies sich, dass dies ein Mitarbeiter war, der noch nicht auf der Stufe der direkten Gedanken- übertragung angelangt war und der sich deshalb dieses Mittels bediente.

Wir fanden später heraus, dass die Meister imstande sind, augenblicklich durch Gedankenver- bindung miteinander zu verkehren, oder, wie sie sich ausdrücken, durch eine Kraft, die feiner ist als selbst Elektrizität oder drahtlose Verbindung.

Ich begann Fragen zu stellen, und Emil zeigte mir, dass er imstande war, die Vögel zu sich zu rufen und ihren Flug in der Luft zu lenken; dass die Blumen und Bäume ihm zunickten, dass

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Leben und Lehren der Meister im Fernen Osten – Band I-III 

wilde Tiere sich ihm furchtlos nahten. Er trennte zwei Schakale, die sich über dem Kadaver ei- nes von ihnen getöteten kleineren Tieres zankten und das sie zu verzehren begonnen hatten.

Als er sich ihnen näherte, hörten sie mit ihrem Streiten auf und legten ihren Kopf zutraulich in seine ausgestreckten Hände, dann fuhren sie mit ihrem Mahl ruhig weiter. Er ließ mich auch eines dieser wilden Geschöpfe mit der Hand berühren. Dann sagte er zu mir: »Es ist nicht das sterbliche Selbst, das Selbst, das du vor dir siehst, was imstande ist, solche Dinge zu vollbrin- gen. Es ist das wirklichere, tiefere Selbst. Es ist das, was du als Gott erkennst, Gott in mir, Gott, der allmächtige Eine, der durch mich solche Dinge tun kann. Ich kann von mir aus, von meinem sterblichen Selbst aus, nichts tun. Nur wenn ich mich von allem Äußern völlig losmache und das Wirkliche, das ich bin, sprechen und handeln und die große Liebe Gottes durch mich wirken lasse, kann ich solche Dinge vollbringen, wie du sie mich tun sahst. Wenn du die Liebe Gottes durch dich auf alle Dinge ausströmen lässt, dann fürchtet sich niemand vor dir und nichts Böses kann über dich kommen.« Ich hatte während dieser ganzen Zeit bei Emil Stunden. Er pflegte plötzlich in meinem Zimmer zu erscheinen, auch dann, wenn ich die Türe besonders sorgfältig verriegelt hatte, bevor ich mich zurückzog. Zuerst störte mich sein willkürliches Erscheinen in meinem Zimmer, aber ich sah bald ein, dass er mein Einverständnis für selbstverständlich hielt. So gewöhnte ich mich an seine Art und ließ meine Türe unverschlossen, damit er nach Belie- ben kommen und gehen konnte. Dieses Vertrauen schien ihm Freude zu machen. Ich konnte zwar seine Lehren nicht alle erfassen und konnte sie auch damals nicht völlig annehmen, so wenig wie ich trotz allem, was ich während meines Aufenthaltes im Osten zu sehen Gelegenheit hatte, imstande war, sie zu jener Zeit jemals ganz anzuerkennen. Es erforderte jahrelange Me- ditationen, bis ich die tiefe geistige Bedeutung des Lebens einsehen lernte, das diese Men- schen führen.

Sie vollbringen ihr Werk ohne jede Ostentation und in vollkommener kindlicher Einfachheit.

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