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(6) Ein einheitliches Weltmodell

Heute wollen wir uns mit der Zeit beschäftigen – sie ist der Parameter, der bei der Betrachtung von Vorgängen ganz ent-scheidend ist – im wahrsten Sinne des Wortes.
Bisher haben wir den Vorgang als Grundbestandteil allen Geschehens erkannt und den gesamten Prozeß unserer Wahrnehmung in seinen Facetten betrachtet.
————

Was ist Zeit?

Eine Frage, an der sich die Geister scheiden. Eine Dimension? Ein Denkmodell? Etwas Wirk-liches?

„Real oder nicht“ ist für uns keine Frage mehr – „ist Zeit wirklich?“ wäre neu, oder besser: wie wirklich ist „Zeit“?

Im Sinne unserer neuen Denkweise könnte auch Zeit „nur“ ein Vorgang sein.

Aber nehmen wir doch erst nochmal in den Blick, was wir bereits hinter uns gelassen haben.
Vor allem haben wir den Raum „verloren“ – denn „Raum“ ist nur eine Vorstellung für den Bereich, in welchem sich verschiedene Vorgänge abspielen.
Die Frage ist, ob wir einen solchen Bereich definieren können, und wenn ja: wodurch.

Versuchen wir also im Sinne unserer neuen Denkweise, so etwas wie „Raum“ zu definieren.
Dann besteht „Raum“ vor allem aus Vorgängen, die ablaufen – zwar nicht aus allen, aber aus einigen bestimmten. Brauchen wir eine solche Abgrenzung?
Zweckmäßig wäre sie schon, aber müssen wir dafür einen neuen Begriff definieren?
„Raum ist ein Bereich der Wirklichkeit, in dem Vorgänge stattfinden.“
Das ist doch Quatsch, oder?
Da können wir doch gleich den „Bereich der Wirklichkeit“ nehmen und müssen nicht extra „Raum“ dazu sagen.

Dimension“ dagegen scheint ein sinnvoller Begriff zu sein: denn irgendein Bezugssystem müssen wir uns schaffen, wenn wir Vorgänge beschreiben wollen – anders geht es nicht.
Ohne ein Bezugssystem kann man gar nichts beschreiben – das kann jeder nachprüfen, indem er seine eigene Lage in Bezug auf die Erde, auf den Mond, auf die Sonne oder andere Systeme bestimmt.
„Bewegung“, deren Parameter und „Ruhe“ sind nur in Bezug auf ein solches definierbar.
„Dimension“ ist somit unsere Vorstellung, wie ein Bezugssystem aufgebaut ist – dessen Eigenschaft.
So könnten wir auch Zeit definieren: unsere Vorstellung von einer Eigenschaft eines Bezugssystems.

Damit würde die Zeit aber eine reine Definitionsfrage werden, denn in der Auswahl der Eigenschaften eines Bezugssystems sind wir ja bekanntlich frei – wir erinnern uns an die Schulzeit, wo wir das Drei-Achsen-Koordinaten-System und das polare Koordinaten-System als gleichwertige Alternativen kennengelernt haben: beides reine Definitionssache.

In vielerlei Hinsicht ist unsere Zeiteinteilung auch über irgendeine Bewegung im Bezug auf etwas anderes definiert. Ein Tag ist eine Umdrehung der Erde um ihre Achse, ein Monat war entstanden als Zeitabschnitt, der einen Mondzyklus umfaßte, und mit dem Julianischen Kalender, der übrgens von der Russisch-Orthodoxen Kirche nach wie vor angewendet wird, war ein Monat nicht mehr mit dem Mondzyklus identisch und der Okto-ber nicht mehr der achte Monat des Jahres – streng genommen erst ab etwa 8 u.Z.
Und das Jahr ist nach wie vor ein Erdumlauf um die Sonne, nach dem heute gültigen Weltbild.

Wie kommen wir also zu der Vorstellung, daß ein Parameter, den wir stets über zyklische Prozesse definieren, insgesamt linear ablaufen sollte?
Oder konkret gefragt:
welche Hinweise darauf, daß es eine objektiv und unabhängig von unserer Wahrnehmung linear ablaufende Zeit gibt, haben wir?

Alles was uns dazu einfällt, sind Theorien, deren Richtigkeit unbewiesen und deren Vollständigkeit entsprechend unseren bisherigen Erkenntnissen aus Prinzip nicht denkbar ist.
Das betrifft – als „Zeitmaßstäbe“ gesehen – die Ausdehnung des Universums, die zumindest zweiflhaft ist, genauso wie das stetige Anwachsen der Entropie, das inzwischen auch massiv in Zweifel gezogen wird, da ein Streben nach Ordnung im Universum ohne Probleme nachweisbar ist.

Und die unsinnige Theorie, nach der die Zeit von der Geschwindigkeit der Bewegung abhängen soll, brauchen wir gar nicht groß zu diskutieren, da nach derselben Theorie der Bewegungszustand (und damit auch die Ruhe oder die Geschwindigkeit) stets nur in Bezug auf in bestimmtes Bezugssystem definiert werden kann. Was auch plausibel erscheint.
Die irre Annahme, daß es eine „Höchstgeschwindigkeit“ geben solle, beißt sich doch mit dieser vernünftigen Grundthese derart, daß alles zu spät ist.
Und so es keine vernünftig begründete (sondern nur postulierte) „absolute“ Geschwindigkeit gibt: woher sollen dann „Zeitdehnungen“ und ähnliche Effekte kommen?
Denn die theoretisch postulierten 2/3 der Lichtgeschwindigkeit (zum Beispiel) beziehen sich da immer nur auf ein bestimmtes Bezugssystem – für alle anderen Bezugssysteme ist die Geschwindigkeit doch per definitionem anders…
Zumal moderne Vertreter dieser Theorie dann kunstgerecht Ursache und Wirkung zu vertauschen trachten, indem sie behaupten, daß „es ohne Materie keine Zeit gäbe“ – während wir doch festgestellt haben, daß Materie nur in Bewegung existiert und daher eine solches Postulat völlig sinnfrei ist.

Bleibt unsere subjektive Vorstellung von der Abfolge bestimmter Ereignisse.
Da ist aber für jede Vorstellung die Welt offen, denn wir oft sind wir überrascht, wie unterschiedlich wir Zeit wahrnehmen.

Wenn wir mit eine zutiefst langweiligen Tätigkeit, die uns überhaupt nicht interessiert, „beschäftigt“ sind, schleppen sich die Sekunden nur so dahin – jede Minute scheint eine kleine Ewigkeit, und wir fühlen die Zeit gelartig-zäh dahinschlabbern.

Völlig anders, wenn wir mit unserer Lieblingsbeschäftigung zugange sind und die Stunden nur so dahinfliegen – hastdunichtgesehen ist der halbe Tage um, und wir haben weder Durst noch Hunger verspürt – sonst die „sicheren“ Indikatoren für vergangene Zeit“…
Zeit ist also immer relativ, wenn wir sie betrachten.

Ähnliches trifft für unsere Empfindung zu, wie „schnell“ die Zeit „vergeht“, wenn wir das aus der Perspektive unterschiedlicher Lebensalter betrachten – der junge Mensch hat noch alles vor sich und lebt oft ziemlich sorglos in den Tag hinein – er „hat ja noch genug Zeit“, während derselbe Mensch später im Alter schon das Ende der jeweiligen Inkarnation herankommen fühlt und sonderbarerweise für vieles „keine Zeit mehr hat“ – sie vergeht für ihn subjektiv immer schneller – er sieht die Enkel und, wenn er Glück hat, auch noch die Urenkel „blitzschnell“ heranwachsen…

Und auch die schon oft bemühte These, daß jeder Mensch die Welt (und damit auch die Zeit) unterschiedlich „sieht“, hatten wir ja schon als wirklich und völlig nachvollziehbar nachgewiesen. Warum sollte es auch beim Zeitempfinden anders sein?

Oder ganz prinzipiell. „Gestern war heute noch morgen“ ist einer der probaten Sprüche, mit denen wir uns Zeitabläufe versuchen zu verdeutlichen.

Was bleibt aber davon, wenn wir andererseits genauso berechtigt sagen können, daß wir eine Gegenwart gar nicht wahrnehmen können?
Denn jeder Moment, der soeben noch zukünftig war, ist sogleich Vergangenheit, weil wir, bis unsere Wahrnehmung diesen Moment erfaßt hat, er auch tatsächlich schon vergangen ist. Wir leben also ständig nicht in einer Gegenwart, sondern das was wir Gegenwart nennen, ist die (zugegebenermaßen sehr frühe) Vergangenheit…

Somit wäre wohl erwiesen, daß Zeit nur unsere Wahrnehmung der um uns herum ablaufenden Vorgänge sein kann.

Wenn jedoch Zeit nur unsere Wahrnehmung ist, dann wäre sie auch mit den Eigenschaften, die wir bisher für unsere Wahrnehmung herausgefunden haben, behaftet.

Zeit wäre also momentan nur als eine willkürlich definierbare, für jeden Menschen unterschiedlich „große“ („lange?“) Vorstellung vom Ablauf der Vorgänge verstehbar.

Da darf jetzt erstmal jede/r selbst drüber nachsinnen… 😉

Luckyhans, 5. Juni 2015


9 Kommentare

  1. Ludwig der Träumer sagt:

    Für den einen ist es nur die Zeit, gemessen in Stunden, die sein Leben strukturiert und ihn in klar definierten Bahnen hält. Er kann sich daran festklammern, weil er nix anderes gelernt hat. Getrieben durch den Zeitmesser, bereits durch Schule in die Hirne reingemeißelt, ist er berechenbar im Sinne der monetären Verwertungskette – und das mit 98% Wahrscheinlichkeit, wie Werbeagenturen wissen. So wie die Wahlergebnisse vorausberechenbar sind, ist sein Konsumverhalten berechenbar. Die größte Errungenschaft des Kapitalismus. Das Jahr einteilen in Arbeit, wohlverdienter Freizeit und Urlaub. Den Tag einteilen in Arbeit, Fastfood fressen und Tatort gucken. Zum freudigen Abschluß des Tages vielleicht noch ein paar lächerliche Bewegungen auf der Matratze mit inzwischen nicht mehr eindeutig bestimmbaren Geschlechtern und der Tag ist gerettet. Nach dem Sex klingelt unbarmherzig um sechs der Wecker. Das antrainierte Zeitgefühl wird allenfalls durch den Bahnstreik gestört, der ein rechtzeitiges Ankommen im Hamsterrad verhindert. Warum soll ich mich darüber aufregen? Die Mehrheit der Hamsterradler will das so. Sie kämen aus dem Gleichgewicht, wenn sie aussteigen würden. Wenn ich jetzt komme und sage – ihr macht das falsch, ihr lebt nicht euer Leben, kriege ich vermutlich eins auf die Fresse oder auf die Backe. Die andere halt ich nicht noch hin.

    Die Zeit ist nicht mehr das, für die sie gedacht war. Wirklich nicht? Dem Menschen eine Möglichkeit geben, Schöpfers Plan weiterzuentwickeln. Durch Versuch und daraus resultierendem Irrtum wird Neues versucht – immer wieder, bis wir ihm ebenwürdig sind. Dafür ist die Zeit von ihm erfunden worden. Zeitempfinden ist nicht erkannte Schöpferkraft.

    Für den anderen ist die Zeit die LAF, die längste anzunehmende Folter. Es geht ihnen nicht schnell genug mit der menschlichen Entwicklung. Versuchen sie deshalb auf einer anderen Ebene zu missionieren. Sei es mit Aufklärungsversuchen, provokativem Vorleben oder einfach lmA². Da sind für mich die am meisten gefährdeten Zeitgenossen, die den schöpferischen Fluß der Zeit nicht erkennen.

    Zeit ist einfach Schöpfers beste Hilfestellung zur Menschwerdung. Sie in sonstige Kategorien einzuteilen, sie mit Raum zu verbinden oder ihr ein anderes Ordnungsprinzip zu unterstellen ist Nonsens und fördert nur das Leid auf der Erde. Wer mit der Zeit handelt, ist verirrt. ‚Zeit ist Geld‘ dürfte der Höhepunkt der menschlichen Verirrung sein. Zeit allenfalls als Jahreszeit für Aussaat und Ernte war gefragt. Alles andere war im Fluß, so früher.

    …Somit wäre wohl erwiesen, daß Zeit nur unsere Wahrnehmung der um uns herum ablaufenden Vorgänge sein kann….

    Stimme Dir vordergründig zu lieber Lucky, Zeit ist im Sinne der Schule so zu sehen. Versuchen wir sie schul- und pfaffenbefreit zu sehen, so könnte man auf den Gedanken kommen, daß mehr dahintersteckt. Zeit ist im Gegensatz zu allen anderen Ressourcen immer vorhanden. Sie erneuert sich aus sich selbst. Ob ich das so in Bezug auf den Raum auch so sehen kann, ist wurscht. Wir leben in einem begrenzten Raum (behaupte ich) und in einer unbegrenzten Zeit, in der alles möglich ist – auch Schöpfers Plan.

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  2. Petra von Haldem sagt:

    Dass wir Zeit messen, hängt ja wohl damit zusammen, dass diese einen Wert zu haben scheint.
    Bzw. spätestens mit dem Messen der Zeit, erhält diese einen Wert.

    Wir scheinen ja eine eingeschränkte Einheit an Zeit wohl zu „haben“, von daher bekommt sie- die Zeit- Bedeutung.
    Bemessen.
    Eingezwängt zwischen „bewußt werden“ und „sterben“…….
    Mit dem Tod scheint für uns die Zeit beendet zu sein, von daher „eingeschränkt“.

    Wäre ich mir meiner selbst bewußt als Entelechie, als ewiges Wesen, könnte ich mir ja sagen:
    ich habe alle Zeit der Welt…….mal sehen, was sich damit/darin machen läßt, z.B. 😉

    Und wenn ich mich potentiell als „freies geistiges Wesen“ sehen könnte, könnte ich immer Freizeit haben oder noch besser, immer in Freizeit Sein…. ;),
    denn a l l e s was ich täte, wäre in meiner selbstgesetzten Freizeit…………..

    Und was nennen wir Freizeit?
    Na klar, die „selbstbestimmte“……………….
    Warum also nicht gleich?

    (Gelernt habe ich das als Hausfrau und mehrfache Mutter……entweder ich hatte NIEEE Zeit „für mich“
    oder alles was ich tat, wollte ich auch, also war es meine Zeit, immer Freizeit, in der ich tat, was ich wollte 😉 ;)….)

    Das wäre einer der ersten Schritte, die unselige vielgerühmte Trennung! aufzuheben.
    Wir haben uns im Allgemeinen trennen lassen in Arbeits-und Freizeit-Menschen.
    Das ist änderbar!

    Ich bin mir dessen wohl bewußt, dass ich hier keineswegs den erkenntnistheoretisch ausgelegten Faden weitergesponnen habe……… 🙂

    obwohl……

    Könnte „Zeit“ auch als Sklaven-Dimension erscheinen??

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  3. Petra von Haldem sagt:

    Könnte “Zeit” auch als Sklaven-Dimension erscheinen??
    Genauer: als Versklavungsdimension………………

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  4. luckyhans sagt:

    @ LdT:
    Könnte es sein, daß wir hier nicht von „berechenbar“, sondern von „ungestraft manipulierbar“ reden müssen?

    Daß Hamsterradler gar keinen eigenen Willen mehr haben? Und „keine Zeit“, darüber nachzudenken? Was können sie nicht erkennen, was „fehlt“ ihnen?

    „Fluß der Zeit“ – ein wunderschönes Bild. Man kann nie zweimal in denselben Fluß steigen – genauso ist es mit der „Zeit“…

    Und wir „haben“ (sind? leben?) „Zeit“ tatsächlich völlig unbegrenzt – jede Inkarnation hat ein klar umrissenes Ziel, das wir uns selbst gesetzt haben – sie endet gesetzmäßig dann, wenn wir dieses Ziel entweder erreicht haben, oder uns soweit davon entfernt haben, daß ein Erreichen nicht mehr wahrscheinlich ist… 😉

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  5. luckyhans sagt:

    @ PvH:
    Genau darum geht es – nicht unsere Vorstellungen zu betrachteen, wie etwas „erscheint“, sondern die Wirklichkeit… 😉

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  6. Petra von Haldem sagt:

    Tja, Lucky, da wirds für mich schwierig……

    Meine Vorstellung IST meine Wirklichkeit… und was mach ich nu????

    Es ist mir nicht möglich zu denken ohne dass ich etwas vor mich stelle, an dem es zu denken losgeht……………..

    AUSSER:
    ich bleibe ganz und gar bei der reinen WAHR-Nehmung der Sinne
    und wenn mir dann Begriffe dazu zu Verfügung stehen ,
    kann/könnte ich das Wahrgenommene erkennen und benennen…sonst nicht.

    Also, kurz gesagt: ich weiß nicht, was Wirklichkeit ist….also so ne „objektive“……………

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  7. Hans Steinle sagt:

    In der Zeit baden, das ist es was ich mache. Klippen umschwimme ich. Widerstände räume ich aus. Stromschnellen überwinde ich. Und wenn es gemütlich wird lasse ich mich treiben.

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  8. Petra von Haldem sagt:

    Hans, poetischer geht es kaum noch…danke…..

    merke ich mir:
    IN der Zeit baden………………………….

    ein wunderschöber Aspekt!

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  9. Petra von Haldem sagt:

    ….auch ’n lustiges Wort „schöb“, gemeint war „schön“.. so ist das eben, knapp daneben ist auch vorbei…………

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