bumi bahagia / Glückliche Erde

Gelassenheit / Essay

Im Vorwort zum Film der Schrecken „Hellstorm“ habe ich postuliert, Gelassenheit zu üben. Ich fühle mich in der Pflicht, darzulegen, was ich unter „Gelassenheit“ verstehe.

Zuerst sage ich, was Gelassenheit nicht ist.

– Gelassenheit ist nicht Gleichgültigkeit.

– Gelassenheit ist nicht Gefühlskälte.

– Gelassenheit ist nicht Tatenlosigkeit.

Jetzt starte ich den Versuch, auszudrücken, was Gelassenheit ist.

– Der Gelassene ist frei.

– Er ist frei in seinen Entscheidungen.

– Er ist frei, seinen Emotionen freien Lauf  zu lassen oder sie zu zügeln.

– Er ist frei von Täter – Opfer – Denken.

– Er übernimmt die 100 prozentige Verantwortung für alles, nicht nur für alles, was er denkt und tut, sondern für alles, was ihm „von aussen widerfährt“.

– Er ist insofern ein gewöhnlicher Mensch, als er Sonne, Luft und Nahrung benötigt, doch ist er gleichmütig auch dann, wenn es ihm an etwas mangelt, was der Körper zum Ueberleben  braucht.

– Er hat vielleicht Anflüge der Angst (Wut, Furcht, Eifersucht, Habsucht). Doch sobald sich bei ihm eine solche oder eine andere Emotion meldet, gibt er ihr keinerlei Nahrung, sodass sie innert Sekunden in sich zusammenfällt.

*

Und wer ist es, welcher frei ist und das Ganze steuert?

Wer ist es, dieser Gelassene?

Die Antwort lautet:

Diese Instanz bin ich, der ich wirklich bin.

Stellt sich vielleicht die Frage: Wie finde ich dieses Ich, welches ich in der Tat bin?

Da gibt es eine sehr hübsche Uebung.

🙂

Schliesse deine Augen und nimm im Geiste einen grossen, durchsichtigen Plastiksack. Da packst du alles hinein, was du zu sein meinst. Deinen Namen, Deine Herkunft, Dein Geschlecht, Deine Vita, Deine Eigenarten, Deine Vorlieben, Deine Fähigkeiten, deine Unfähigkeiten, deine Schuhnummer, deine Haarfarbe, dein Spiegelbild, einfach alles alles alles, was dir einfällt. Wenn du fertig bist, dann überprüfe. Es fällt dir sicher noch was ein.

Wenn du wirklich wirklich alles im Plastiksack drinne hast, dann mach mal oben einen Knoten und betrachte all das, was da drinne ist.

Eine sehr grosse Menge, wa?

🙂

Ja.

Und nun?

Haha. Da ist doch einer, der den Sack betrachtet.

Eben.

Der den Sack betrachtet, der bist du.

Und du, der du bist, du steuerst alles in deinem menschlichen Leben.

Der wahrhaft Gelassene, der bist Du.

thom ram, 22.05.2015


3 Kommentare

  1. Petra von Haldem sagt:

    na denn……………….
    is ja eigentlich ganz einfach………………. 😉 🙂
    *
    In diesem Falle hätte es „schön und zusammenhängend “ sein können, wenn diese Betrachtung als Kommentar beim Höllensturm-Film erschienen wäre.
    Wegen der Konzentration des Themas/der Themen.
    Mir geht es oft zu schnell, wie die Beiträge hier hereinpurzeln…und die kurz zuvor erschienenen Beiträge – husch – schon wieder weitergewandert sind…

    Na gut, die „Zwilling-Aspekte“ sind wohl bei mir dünn gesät und der Sanguiniker zeigt sich auch nur, wenn Vogelschwärme anrücken.. 😉 🙂

    Wie sagte meine alte Tante? : “ De Mänscha sänn faschieda…“
    *
    Ach ja……schonn ganz gut, das mitm Plastiksack……nur……
    wie kommt die Gelassenheit IN den Sack?
    Oder ist der zugeschnürte Sack IN der Gelassenheit??

    Jaja, Fragen, die die Welt bewegen………………….. 😉 🙂 🙂

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  2. thomram sagt:

    @ Petra

    Die Gelassenheit? Haha. Die gehört natürlich auch in den Sack.
    Logischerweise ist der, der ich wirklich bin, nicht der Betrachter des Sackes allein. Ich, der ich bin, ich bin auch der Sack und dessen Inhalt.
    Die Uebung hilft erst mal. Denkt man, so wie du, weiter, plumpst man natürlicherweise wieder in alle möglichen Fallen.
    Einmal habe ich mich, den Beobachter also, konsequenterweise auch in den Sack gesteckt, heisst, ich bin in den Sack gestiegen. Das war ganz prima!Ich merkte, dass ich alles bin, auch das, was ich nur zu sein meine, hahaha.

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  3. thomram sagt:

    @ Petra

    Es ist eine Eigenheit von mir. Es liegt mir nicht, einen Artikel über Stunden, Tage oder länger reifen zu lassen. Ich liebe es, einen Gedanken zu fassen, ihn auszuspinnen und dann hineinzuhauen. Vorteil: Frisch und spontan. Nachteil: Unausgereift und unvollständig.

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