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Ukraine-Realitäten aktuell

Es fällt schwer, die nachfolgenden (und andere aktuelle) Berichte zu lesen und zu sehen, ohne daß man innerlich aufgewühlt wird. Wenn man einige Jahre in der Ukraine gelebt hat, und auch die sog. „innerdeutsche Grenze“ noch in lebhafter persönlicher Erinnerung hat (einschließlich der gehässigen Propaganda-Berichte „danach“), dann sind das nicht nur Worte und Bilder.

Wenn man Städte wie Kiew, Charkow, Lwow und andere aus eigener Anschauung kennt und sich mit deren Einwohnern bekannt gemacht hat, kann man kaum glauben, daß dort solch ein Brudermorden stattfindet.
Um so sicherer ist man sich, daß dies nur mit „tätiger Mithilfe“ von gedungenen Mördern und ausländischen Söldnern, und zwar gesteuert von uns hier aus dem Westen, passieren kann.

Unsere Mitverantwortung erschöpft sich nicht in den Verbrechen „unserer“ DoC-hörigen Polit-Marionetten, sondern erfaßt auch unser Gewährenlassen, unser Zaudern, unser Zusehen und Sich-Wegdrehen.
Natürlich nicht nur, was die Ukraine und Rußland betrifft – aber hier am deutlichsten.

Vergessen wir das bitte nicht – für später.
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Zur Einstimmung auf den längeren Artikel von Querdenken.tv hier noch ein paar kurze Videos, die sehr wahrscheinlich auch ohne Übersetzung verständlich sind.


Zuerst sehen wir, wie die Leute (in Tarnanzügen) von der sog. „Selbstverteidigung“ in Kiew auf dem Arsenal-Platz am 30.3.15 einen Kleinunternehmer drangsalieren, weil die Kiewer Kleinunternehmer sich geweigert hatten, ein Schutzgeld an die Organisation zu zahlen – der Zusammenhang zu dem sonst unverständlichen Übergriff wird durch den YT-Video-Kommentar deutlich.

Hier die Donbass-News vom 10.4., mit aktuellen Neuigkeiten von Tage, darunter von 0:50 min bis 2:30 min Bildern von den Kampfhandlungen bei Schirokino.

In Charkow haben sich inzwischen sog. Partisanen-Einheiten formiert, welche mittels Autobomben und anderen Maßnahmen den Kampf gegen die Nationalgarde und den Rechten Sektor, die radikalen Prügelknechte der Kiewer Junta, aufgenommen haben.
Wohl nicht umsonst läßt die Junta den Grenzzaun zuerst im Charkower Gebiet aufbauen, damit keine Versorgungswege von Rußland aus zu den „Partisanen“ entstehen können…

Für Russisch-/Ukrainisch-Könner hier noch die aktuellen Junta-Nachrichten des russischsprachigen (aber zentralukrainischen) Kanals „Inter“ vom 10.4.2015 mit weiteren Meldungen über Partisanen-Aktivitäten sowie ein Interview mit einem Kiewer Einwohner über die dortigen Verhältnisse vom 5.4.

Dann ein Video vom 18.3., das bereits damals (!) die angespannte Lage an der ukrainisch-transdnistrischen Grenze deutlich gemacht wurde und darauf hingewiesen wurde, daß dort Poroschenko möglicherweise einen weiteren bewaffneten Konflikt vom Zaun brechen will, um „seinem“ Volk einen kleinen siegreichen Krieg präsentieren zu können – wir hatten hier vor kurzem auf diese Konfliktzone aktuell hingewiesen.

Und für alle ein Interview mit Christoph Hörstel und einer Analyse zur Ukraine-Lage vom 4.4.15.

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Bericht aus der Ukraine – Zustände nach Minsk II – 10. April 2015

In den westlichen Medien hört man kaum etwas davon, wie es zur Zeit in der Ukraine aussieht. Wenn überhaupt etwas berichtet wird, dann daß der Vertrag von Minsk „größtenteils“ eingehalten wird. Das ist nicht falsch. Es wird zwar anscheinend nur in der Donetzker Gegend immer wieder mit Bomben  und Granaten auf Städte und Zivilisten geschossen. Aber die Schikanen und die faschistisch-diktatorische Unterdrückung der eigenen Bevölkerung überall in der Ukraine nimmt ständig zu. Eine Lagebeschreibung aus der Ukraine.

Kurzer Rückblick: Im Januar 2015 konnten die Neurussischen Armeen den Kessel bei Debalzewo schließen und der ukrainischen Armee eine weitere empfindliche Niederlage beibringen. Auch hier gingen die Pläne des Westens nicht auf, die Ukraine unter ihre Kontrolle zu bringen (wir berichteten).
Am 12.2.15 wurde dann Minsk 2 vereinbart, aber die Garanten des Westens für die Einhaltung des Abkommens, Merkel/Hollande können oder wollen die pro-amerikanische Marionettenregierung in Kiew nicht zur vollständigen Umsetzung des Abkommens zwingen. Das Interesse der USA, die Situation gegen Rußland weiter anzuheizen, ist stärker.

Wir erfahren jetzt, daß die gesamte Militärtechnik des letzten NATO-Groß-Manövers in der Ukraine verblieben ist und täglich in der Ukraine 4 – 5 „Hercules“-Transportflugzeuge landen, die schwere Kriegstechnik liefern. Britische und amerikanische Militärausbilder bilden Wehrpflichtige in der Nähe von Lwow aus – hauptsächlich den „Rechten Sektor“. Mittlerweile werden 16-jährige Jungen und Mädchen in sogenannten „Ferienlagern“ militärisch ausgebildet.

An der Grenze zwischen Transdnistrien und der Ukraine ereigneten sich in der letzten Woche erste Schießereien. Poroschenko und der US-Statthalter in Rumänien wollen offenbar den schwelenden Konflikt zwischen Moldawien und Transdnistrien wieder befeuern.

Im Bezirk Charkow hat die Kiewer US-Regierungsvertretung mit dem Bau von neuen Militäranlagen und Blockposten begonnen. Gleichzeitig wurde mit dem Bau des Grenzzaunes zu Rußland begonnen (wir berichteten). Die Grenzanlage wird nach dem Prinzip der innerdeutschen Grenze aufgebaut. Es handelt sich um einen 2,50 m hohen Elektro-Stahlzaun, mit aufgesetztem Stacheldraht im 45° Winkel. Der Winkel zeigt in die Ukraine. Diese Grenze soll offensichtlich verhindern, daß sich Ukrainer durch Flucht nach Rußland dem Kriegsdienst entziehen. Minenfelder gehören natürlich auch dazu. Finanziert wird die Grenze von der EU !

Die Bevölkerung sieht, wozu all das geschieht,  und auch in der Region Charkow wird der Widerstand gegen die Kiewer uS-Regierung stärker. Die Arbeiter des Charkower Flugzeugwerkes haben schon 9 Monate keinen Lohn erhalten. Die Mitarbeiter des Panzerwerkes wurden alle entlassen und durch Wehrpflichtige ersetzt.
Bereits im Januar hatte die Kiewer Regierung die Kinder aus Debalzewo nach Dnepropetrowsk bringen lassen. Den Eltern wurde erklärt, es seien nur Winterferien für die Kinder und nur für eine kurze Zeit. In Wirklichkeit diente die Aktion dazu, die Kinder „umzuerziehen“, und sie dann in ein Internat zu stecken. Erst mit Hilfe der Menschenrechtsbeauftragten der DVR und dem Roten Kreuz gelang es, die Kinder wieder frei zu bekommen. Erst nach 3 Monaten gelang es den Eltern, die Kinder zurück zu holen. Alle wurden allerdings noch nicht frei gelassen. (Video mit deutschem Untertitel)

Von den Städten und Dörfern, aus denen sich die ukrainische Armee und der Rechte Sektor zurück ziehen mußte, blieben lediglich Ruinen, vergiftete Brunnen und verminte Felder und Wege übrig.

Der Beschuß auf Wohngebiete, Schulen, Krankenhäusern, Altenheime in der DVR und LVR hat zwar nachgelassen, dafür werden jetzt die Zivilbevölkerungen der Ostukraine in den von der Kiewer US-Regierung kontrollierten Gebieten terrorisiert und ermordet.
Die Kämpfer des Rechten Sektors ASOW und das Batallion von Klitschko, Kiew 1, gehen mit besonderer Brutalität vor. Sie fahren durch die Straßen und erschießen wahllos Zivilisten, die zufällig am Fenster stehen.
Sie dringen in die Häuser ein, plündern von eingemachtem Obst und Gemüse über Elektrogeräte, Autos, Geld, Schmuck usw. alles, was ihnen in die Finger fällt.
Männer werden oft auf der Stelle brutal ermordet. Die Täter filmen ihre Überfälle auch noch stolz und stellen sie ins Netz. Hier ein Video mit einigen Szenen aus so einem Überfall.

Mädchen und Frauen werden vergewaltigt. Viele werden verschleppt und kommen nie wieder zurück. Der größte Teil der Nazi-Kämpfer steht dauerhaft unter Drogen und Alkohol. Die Zivilisten wagen sich kaum bei Tage auf die Straße, da sich die Regierungstruppen einen Spaß daraus machen, Zivilisten einfach zu erschießen oder mit Panzerfahrzeugen zu überfahren.

Als in Konstantinowka eine Mutter und ein Kind durch ein Panzerfahrzeug getötet wurden und die Bevölkerung auf die Straße ging, gab die Kiewer Regierung gleich den Befehl, auf die Demonstranten scharf zu schiessen.

Illegale Fahrzeugkontrollen sind für den Rechten Sektor zu einer lukrativen Einnahmequelle geworden. Sie halten wahllos Autos an und fordern „Wegegeld“ von den Insassen. Wer nicht zahlen will oder kann, dessen Auto wird konfisziert.

Die Aufhebung der Wirtschaftsblockade durch das Minsk II Abkommen ist immer noch nicht umgesetzt. Für die Regierungstruppen an den Kontrollpunkten ein sehr lukratives Geschäft. So wurde kürzlich einem LKW, beladen mit Zucker die Weiterfahrt nach Donetzk nur in Aussicht gestellt, wenn er den Soldaten am Kontrollpunkt 100.000,oo Hrivna zahlt !

Sehr hart betroffen sind auch Menschen aus der DVR und LVR, die außerhalb in der Ost- oder Südukraine arbeiten. So wurde in Nikolaew eine Polizistin entlassen, weil sie in Donetzk geboren wurde. Nach Ansicht des Innenministeriums kann sie erst wieder in den ukrainischen Polizeidienst eintreten, wenn sie ein Umerziehunglager erfolgreich durchläuft!

Während des „Waffenstillstandes“ wird verstärkt Jagd auf Oppositionelle gemacht. Am härtesten sind die Mitglieder der Kommunistischen Partei der Ukraine betroffen. In der Ukraine spricht man hinter vorgehaltener Hand davon, daß es Zustände sind, wie1933 in Deutschland.

Parteimitglieder und ehemalige Parlamentarier der Partei der Regionen läßt man gleich ermorden und stellt es dann als Selbstmorde dar. Seit dem 15. Februar sind schon über 20 ehemalige Parlamentarier ermordet worden. Die Dunkelziffer wird wahrscheinlich wesentlich höher liegen.

Journalisten, wie Ruslan Kotsaba aus Iwano-Frankowsk, die objektiv schreiben, werden gleich in Haft genommen und müssen mit bis zu 15 Jahren Haft rechnen.
Ukrainer, die sich positiv über Rußland äußern, werden mit Geldstrafen belegt, wer russische Sendungen im Radio hört oder russische Fernsehsendungen über Satelit ansieht, erwartet ebenfalls eine Gefängnisstrafe. Auch das erinnert an die Zeiten unter deutscher Naziherrschaft.

Russische Bücher sollen ebenfalls verboten werden.

Selbst Ukrainer, die im Ausland leben und die Kiewer Regierung kritisieren, sind vor Schikanen nicht sicher. So wurde die ukrainische Pianistin Valentina Lisiza, Pianistin beim Symphonieorchester in Toronto aus dem Orchester verbannt, weil sie es gewagt hatte, die Putsch-Regierung in Kiew zu kritisieren.
Es ist traurig, daß man in Kanada so feige vor den Faschisten kuscht.

Während die Menschen in den von Kiew kontrollierten Gebieten der Ostukraine mit Terror, Folter und Existenzangst leben müssen, haben die Westukrainer „lediglich mit der Existenzangst“ zu kämpfen.
Nicht genug, daß die monatlich anfallenden Energiekosten für Elektrizität und Gas teilweise die Einnahmen überschreiten, jetzt versuchen schon die Kämpfer des Rechten Sektors der Landbevölkerung im Auftrag westlicher Investoren die Felder und Wiesen wegzunehmen, also zu enteignen.
Bisher konnten die Dorfbewohner die Versuche der Beschlagnahme noch verhindern. Der Rechte Sektor zog sich zwar unverrichteter Dinge zurück, drohte aber unmißverständlich, man werde mit Waffen zurückkommen, wenn sie das Land nicht freiwillig hergeben.

Das Parlament hat einen neuen Gesetzesentwurf eingebracht, um säumige Abgaben und Energiekosten mit allen Mitteln einzutreiben. Das Gesetz geht soweit, daß dem Schuldner die Wohnung oder das Haus weggenommen wird.
Hintergrund ist die zum 1.4. in Kraft getretene Gaspreiserhöhung von 73 % . Die Propaganda des von Oligarchen kontrollierten Fernsehens läuft auf Hochtouren und den Ukrainern wird suggeriert, daß die Preiserhöhungen auf Grund höherer Einkaufspreise für Gas aus Rußland erforderlich sind.
Man verweist darauf, daß in Europa die Energiekosten ebenfalls hoch seien und nun angepaßt werden müssen. Es wird natürlich nicht erwähnt, daß die Renten in Europa weit über  20 Euro und Löhne über 40 Euro im Monat liegen.

Je nachdem, für wen der Fernsehkanal sendet, fällt die Bewertung auch vollkommen anders aus. Der Oligarch Kolomoiskij läßte dieselben Fakten ganz anders berichten, als Poroschenko. Hier ein Video mit deutschen Untertiteln über diese widersprüchliche Fernsehpropaganda.

Man kann sich kaum vorstellen, wie die ukrainische Bevölkerung unterdrückt und geknechtet wird.

Am 1. April fand in Kiew vor der amerikanischen Botschaft eine Demonstration mit ca. 2500 Teilnehmern statt. Sie protestierten gegen die Ernennung der von der USA eingesetzen Ministern und die Einmischung der USA und der EU in der Ukraine. Sie trugen Schilder mit der Aufschrift: „Wir sind kein Vieh“ , blöckten wie Schafe und aßen Kohlblätter, die verteilt wurden.
Eine ca. zwei Meter grosse Karrotte sollte darstellen, wie die Europäischen Union die Ukraine geködert hat.
Die Aussage “Wir sind kein Vieh!” war in vier Sprachen, russisch, urkainisch, englisch und polnisch auf Plakaten zu lesen. Auf einem anderen Plakat war zu lesen: Ochsen brüllen, wenn der Wagen überladen ist!  Da direkte, offene Kritik an der Kiewer US-Marionettenregierung mit Gefängnis bestraft wird, war man sich darauf ausgewichen, Tiergeräusche von sich zu geben. Als eine Fuhre Kuhmist auf das Gelände der US-Botschaft geworfen wurde, drohten US-Wachpersonal und Botschaftsbeschützer des ukrainischen  „Rechten Sektors“ mit Verhaftung.
Offenbar ist die Ukraine derartig unter US-Besatzung, daß US-Wachpersonal befugt ist, ukrainische Bürger wegen unerwünschter Demonstration zu verhaften.
Sämtliche Einträge und Handyvideos bei Facebook, Twitter, YouTube usw. über diese Vorfälle wurden regierungsseitig sofort gelöscht und blockiert. Über diese Demo sollte nichts nach außen dringen.

So langsam begreifen nämlich immer mehr Ukrainer – auch im Westen -, wer der wirkliche Agressor ist, und was ihnen der versprochene, goldene Westen wirklich gebracht hat.

Wie es nun weitergeht, scheint sehr ungewiß. Für den 1. Mai hat die kommunistische Partei der Ukraine eine Großdemonstration in Kiew angekündigt. Auf den Vorsitzenden der KPU, Pjetro Simonenko, veranstaltet der SBU zur Zeit eine Hetzjagd. In der letzten Woche wurde er ca. 10 Stunden lang verhört. Er läßt sich allerdings nicht einschüchtern und beabsichtigt Strafantrag gegen Beamte des SBU wegen Diskreditierung der KPU zu stellen.
Die KP erfährt mittlerweile in der Ukraine die größte Zustimmung. An der Demo am 1.5. will ebenfalls die KP der RF teilnehmen.
Eine neue, neofaschistische Organisation in der Ukraine mit Namen „Revanche“ hat schon angekündigt, „die Roten zu jagen“ und die russischen Roten würden schon am Bahnhof „entsprechend“ empfangen werden. Ebenfalls will die Organisation lokale Überfälle auf Kommunisten durchführen.

Es deutet alles darauf hin, dass die Kiewer US-Marionettenregierung die  Demonstration am 1.5. als Anlaß für weitere, neue Gewalt  nutzen wird. Es ist zu befürchten, daß in Kiew ein weiteres Massaker an Zivilisten geplant ist.
Der Schuldige steht heute schon fest: Russische Agenten, von Putin nach Kiew geschickt.

Die Waffenstillstandsverletzung durch den Rechten Sektor im Donbass nehmen täglich zu. Am 7.4. wurden wieder Wohngebiete in Peshki bechossen, eine Familie kam in ihrem brennenden Haus ums Leben, mehrere Zivilisten wurden verletzt.
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Quellen:
http://quer-denken.tv/index.php/1327-bericht-aus-der-ukraine-zustaende-nach-minsk-ii
http://quer-denken.tv/index.php/1313-zonengrenze-2-0-zwischen-ukraine-und-russland
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Luckyhans, 10.4.2015


5 Kommentare

  1. Ludwig der Träumer sagt:

    Danke Luckyhans für die Lage im größten Brandherd z. Zt. in dieser Welt. Die anderen Konflikte sind nur Ablenkungsmanöver. Weit weg, die uns am Arsch vorbeigehen. Die fördern ja nur das brutale Asozialenprodukt. Merkt denn wirklich kaum jemand, daß das größte Pulverfaß vor unserer Haustüre bald gezündet werden kann. Womit haben wir uns diesen Wahnsinn verdient? Mein Nachbar, der seine paar Kröten in der Zeitungsredaktion verdient um seine Brut zu ernähren, bläst ins gleiche Horn wie die wahnsinnigen Politiker. Nichtahnend, daß er seinen eigenen Untergang fördert. Wie groß muß das kleine Arschloch noch werden, damit noch ein paar Atombomben reinpassen? Die großen Psychopathen sind nicht das Problem. Die sind genauso hohl wie ich, wenn ich auf den Balkon gehe und die Revolution ausrufe. Wenn ich das nachts und mehrmals mache, kriege ich eine Anzeige wegen Ruhestörung oder werde in die Zwangsjacke verpackt. Warum wird den Krawattenträgern das nicht zu teil?

    O ihr armen, elenden Menschen, ihr unsinnigen Völker, ihr Nationen, die auf euer Unglück versessen und für euer Heil mit Blindheit geschlagen seid, ihr laßt euch das schönste Stück eures Einkommens wegholen, eure Felder plündern, eure Häuser berauben und den ehrwürdigen Hausrat eurer Väter stehlen! Ihr lebet dergestalt, daß ihr getrost sagen könnt, es gehöre euch nichts; ein großes Glück bedünkt es euch jetzt, wenn ihr eure Güter, eure Familie, euer Leben zur Hälfte euer Eigen nennt; und all dieser Schaden, dieser Jammer, diese Verwüstung geschieht euch nicht von den Feinden, sondern wahrlich von dem Feinde und demselbigen, den ihr so groß machet, wie er ist, für den ihr so tapfer in den Krieg ziehet, für dessen Größe ihr euch nicht weigert, eure Leiber dem Tod hinzuhalten. Der Mensch, welcher euch bändigt und überwältiget, hat nur zwei Augen, hat nur zwei Hände, hat nur einen Leib und hat nichts anderes an sich als der geringste Mann aus der ungezählten Masse eurer Städte; alles, was er vor euch allen voraus hat, ist der Vorteil, den ihr ihm gönnet, damit er euch verderbe. Woher nimmt er so viele Augen, euch zu bewachen, wenn ihr sie ihm nicht leiht? Wieso hat er so viele Hände, euch zu schlagen, wenn er sie nicht von euch bekommt? Die Füße, mit denen er eure Städte niedertritt, woher hat er sie, wenn es nicht eure sind? Wie hat er irgend Gewalt über euch, wenn nicht durch euch selber? Wie möchte er sich unterstehen, euch zu placken, wenn er nicht mit euch im Bunde stünde? Was könnte er euch tun, wenn ihr nicht die Hehler des Spitzbuben wäret, der euch ausraubt, die Spießgesellen des Mörders, der euch tötet, und Verräter an euch selbst? Ihr säet eure Früchte, auf daß er sie verwüste; ihr stattet eure Häuser aus und füllet die Scheunen, damit er etliches zu stehlen finde; ihr zieht eure Töchter groß, damit er der Wollust fröhnen könne; ihr nähret eure Kinder, damit er sie, so viel er nur kann, in den Krieg führe, auf die Schlachtbank führe; damit er sie zu Gesellen seiner Begehrlichkeit, zu Vollstreckern seiner Rachbegierden mache; ihr rackert euch zu Schanden, damit er sich in seinen Wonnen räkeln und in seinen gemeinen und schmutzigen Genüssen wälzen könne; ihr schwächet euch, um ihn stärker und straff zu machen, daß er euch kurz im Zügel halte: und von so viel Schmach, daß sogar das Vieh sie entweder nicht spürte, oder aber nicht ertrüge, könnt ihr euch frei machen, wenn ihr es wagt, nicht euch zu befreien, sondern nur es zu wollen. Seid entschlossen, keine Knechte mehr zu sein, und ihr seid frei. Ich will nicht, daß ihr ihn verjaget oder vom Throne werfet; aber stützt ihn nur nicht; und ihr sollt sehen, daß er, wie ein riesiger Koloß, dem man die Unterlage nimmt, in seiner eigenen Schwere zusammenbricht und in Stücke geht. (Étienne de La Boëtie)

    Der vor 500 Jahren hat auch nur Fragen gehabt.

    Ich raffe es nicht mehr. Es ist alles da, was zur Aufklärung beitragen kann. Die Medien, die zu 99.9 % aus Menschen und nicht aus Managern bestehen. Menschen, die nur in Frieden leben wollen und dennoch die Scheiße der nullkommaeinsprozent Psychopaten sich unterwerfen.

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  2. luckyhans sagt:

    @ LdT:
    Dazu ist das hier angeführte Gespräch von Robert Stein mit Christoph Hörstel recht aufschlußreich – obwohl auch dort nur wenige Antworten gegeben werden (können).
    Aber Du hast mich auf eine Idee gebracht – gleich kommt noch ein Beitrag… danke.

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  3. Dude sagt:

    @Luis

    „Womit haben wir uns diesen Wahnsinn verdient?“

    Ganz einfach https://dudeweblog.wordpress.com/2013/10/23/haben-und-sein-realitatsverzerrungen-in-der-deppenkolonie/ gepaart mit dem https://dudeweblog.wordpress.com/2013/04/15/der-tsunami-und-die-pluralistische-ignoranz/

    Und apropos Revolution auf dem Balkon oder durchs Fenster ausrufen… das wurde schon 1976 gemacht (siehe Clip hier https://dudeweblog.wordpress.com/die-quelle-die-schopfung-das-leben-die-kosmischen-gesetze-und-die-welt-licht-und-schatten-des-seins/) und hat auch nichts genützt, womit ich wieder beim ersten Abschnitt bin.

    Also wird’s Zeit dass Holgers Prophetie in Erfüllung gehen möge:

    Fuck those idiots!

    Ps. Boetie sollte ich wirklich mal lesen. Haben alle an Wände geredet seither… Thoreau ist ja auch so ein Musterbsp. und den ehrenwerten Max ( https://dudeweblog.wordpress.com/2015/03/17/max-frisch-spricht-tacheles/ ) versteht auch kaum mehr einer dieser enddegenerierten und totalverblödeten Personen die diesen Erdball bevölkern – die Menschen sind rar geworden…

    Gefällt mir

  4. Dude sagt:

    Blöde Link-Zensur… also nochmal aufgeteilt

    1.

    @Luis

    “Womit haben wir uns diesen Wahnsinn verdient?”

    Ganz einfach https://dudeweblog.wordpress.com/2013/10/23/haben-und-sein-realitatsverzerrungen-in-der-deppenkolonie/ gepaart mit dem https://dudeweblog.wordpress.com/2013/04/15/der-tsunami-und-die-pluralistische-ignoranz/

    Und apropos Revolution auf dem Balkon oder durchs Fenster ausrufen… das wurde schon 1976 gemacht (siehe Clip hier https://dudeweblog.wordpress.com/die-quelle-die-schopfung-das-leben-die-kosmischen-gesetze-und-die-welt-licht-und-schatten-des-seins/) und hat auch nichts genützt, womit ich wieder beim ersten Abschnitt bin.

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  5. Dude sagt:

    2.

    Also wird’s Zeit dass Holgers Prophetie in Erfüllung gehen möge:

    Fuck those idiots!

    Ps. Boetie sollte ich wirklich mal lesen. Haben alle an Wände geredet seither… Thoreau ist ja auch so ein Musterbsp. und den ehrenwerten Max ( https://dudeweblog.wordpress.com/2015/03/17/max-frisch-spricht-tacheles/ ) versteht auch kaum mehr einer dieser enddegenerierten und totalverblödeten Personen die diesen Erdball bevölkern – die Menschen sind rar geworden…

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