bumi bahagia / Glückliche Erde

Ohne Luxus stirbt der Mensch

„Mögen die Vorstellungen von Glück auch sehr verschieden sein, so ist doch den meisten ein Aspekt gemeinsam: Wir sind glücklich, wenn unsere Wünsche erfüllt werden, oder – um es anders auszudrücken – wenn wir haben, was wir wollen. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Ansichten ergeben sich aus der Antwort auf die Frage: Welches sind denn diese Bedürfnisse, deren Erfüllung uns Glück bringt? Die Frage nach Sinn und Ziel des Lebens führt uns deshalb zur Frage nach der Natur der menschlichen Bedürfnisse….“ (Erich Fromm)

Meine kurze Antwort: Im Luxus leben! Machen, was uns inne ist, selbstbestimmt.

Ich werde des öfteren nach meiner Einstellung zum „Haben oder Sein“ oder wie verträgt sich „Haben und Sein“ gefragt, nach dem ich aus der sog. bürgerlichen Existenz ausgestiegen bin. ‚Haben und Sein‘ war für mich noch nie ein Widerspruch. Beides bedingt sich um in dieser Welt existieren zu können. Mein Ausstieg war daher keine Entscheidung, künftig mehr Sein zu wollen. Ich hatte einfach die Schnauze voll, weiterhin im Hamsterrad mitzutreten. Meine Aufgaben sind dadurch nicht weniger geworden. Der Geldsack schon, aber das ist mir heute wurscht. Er war ohnehin Großteils nur zur Umverteilung von unten nach oben nützlich. Ich selbst hatte noch nie Geld gebraucht. Es waren immer nur die anderen, die welches von mir wollten. grins. Heute bestimme ich selbst, wem ich meine Arbeit gebe. Der Wecker rasselt, wenn ich es für richtig halte. Weder Finanzamt noch Versicherungen oder sonstige Gelderpresser bestimmen seither meinen Tagesablauf. Ich hatte früher nur deren Leben versichert, nicht meins, wie ich heute weiß. Sicher war es auch ein gefülltes Leben – kein erfülltes. Es blieb immerhin noch genügend übrig um als Erfolgsmensch dazustehen. Außen alles bestens, innen zunehmend leerer.

Eine kurze Geschichte nebenbei: Auf einer meiner Reisen hatte ich ein australisches Paar kennengelernt, deren Haus bei Sydney Opfer der Waldbrände wurde. Sie dankten dem Schöpfer dafür und waren glücklich, daß er sie von dem größtenteils unsinnigen Ballast befreite.

Gehen wir mal Frage nach dem Sinn des Lebens aus der Sicht eines Menschen nach, der die klassische gutbürgerliche Existenz mit allen materiellen Annehmlichkeiten erlebte und plötzlich vor dem Nichts steht, weil die Toleranzgrenze der inneren Stimme, die Sprache der Seele, überschritten wurde, plötzlich ohne Vorwarnung. Burn Out nennen das Manche. Das Geld, das er noch hatte, durfte jedoch noch eine Weile weiterarbeiten. Es arbeitet ja bekanntlich. Es hatte sich aber übernommen und ganz schnell totgearbeitet. In den Banken müssen sich fürchterliche Sklaventreiber tummeln, die jeden Geldschein gleich totschlagen, wenn er nicht schnell genug arbeitet.
Kreditkarte, Bankkonto mit Guthaben oder wohlwollend geduldetem Überziehungskredit, Vorstadtvilla, Reisen um die halbe Welt, im Bioladen einkaufen, gut essen gehen, gepflegte Klamotten, anspruchsvolle Konzerte und der Traum von weiteren schönen Dingen – alles Vergangenheit. Die Erinnerung an die gesicherte materielle Existenz, allgemein als Haben bezeichnet, wird zum Alptraum. Somit bleibt nur, die Vergangenheit auszublenden, um nicht verrückt zu werden.

Wie macht man das? Ganz einfach. Man lese ein paar schlaue Bücher über „Haben und / oder Sein“, lasse sich von esoterisch grünen Existenzminimalisten oder vom Dorfpfaffen beraten und schon wird das „Haben“ unwichtig. „Sein“ ist alles, „Haben“ das Werk des Teufels. Ich bin, sollen die ersten Worte des Schöpfers gewesen sein und nicht ‚ich habe‘. Das leuchtet ein. ‚Sorge dich nicht, denn dein ist das Himmelreich. Ihr Armen habt doch schon das Himmelreich, laßt uns Reichen wenigstens die Welt‘. (Zitat von einem Kabarettisten, habe den Namen vergessen.) Zentriert euch auf das Sein. Daß wir das Leben dann gleich ganz sein lassen können, vermitteln uns diese Idioten nicht. Sie predigen das „Sein“ von der sicheren „Haben“-Kanzel, umgeben von materiellen Dingen im Überfluß, die sie nur für sich beanspruchen.

Die Fastenzeit ist zwar zu Ende, die folgende Aussage jedoch Zeitgeist der (noch) Habenden:

Seinen Weinkeller hält Bollmann verschlossen, und wenn der evangelische Propst über den Wochenmarkt in Hamburg-Harburg geht, verzichtet er freiwillig auf sein geliebtes Fischbrötchen. Propst Bollmann hat sich für die Fastenzeit einen Monat lang Hartz IV verordnet. Er werde damit nicht zum Hartz-IV-Empfänger, sagt Bollmann. Aber er habe einen neuen Blick für Armut bekommen. „Man lebt sehr viel bewusster.“ Quelle: www2.evangelisch.de —> Hier.

Schließ euren Weinkeller ab, verzichtet auf das geliebte Fischbrötchen. Dann geht das schon mit Hartz4 – irgendwie. Ihr Begnadeten habt das Glück, damit viel bewußter zu leben. Ekelhafter kann man seinen Egozentrismus nicht zum Ausdruck bringen. Empathie predigen, ohne wissen, wovon man redet und sich dann noch von der Presse feiern lassen.

Bollmann, wurde dir nach einem Monat H4-Vorleben der Strom abgedreht, ein weiteres Wohnen in prekärer schimmeliger Umgebung zugemutet, deinem letzten Schuh die Sohle weggeflogen, ohne die Möglichkeit der Ersatzbeschaffung, menschenverachtende Maßnahmen vom Job-Center verordnet, oder Sanktionen verhängt, die gerade noch vor dem Hungertod schützen, weil du deren perversen Anordnungen nicht gefolgt bist?

Nun, du bist mit deiner Ansicht nicht allein. Offensichtlich ist dein Egozentrismus heute die treibende Kraft, in der von der Elite knapp gehaltenen monetären Wirtschaft zu ihren Gunsten sich über Wasser zu halten. Wie lange, glaubst du, dauert es noch, bis du deine Vorübung ausleben mußt? Hartz4 ist längst auf der akademischen Ebene, auch auf deiner pseudoakademischen angekommen. Ich will dich aber nicht schelten. Vermutlich hast du deine Fastenpredigt aus der Bildbzeitungsbibel übernommen, bevor du den Weinkeller geschlossen hast. Kann da mitreden, war auch schon mal besoffen. Aber selbst im Vollrausch wäre mir nie eingefallen, meinen Weinkeller abzuschließen, um Wasser und den Verzicht auf Fischbrötchen zur Bewußtseinserweiterung zu predigen.

Wir sind hier auf der Welt um das „Haben“ zu gestalten. Damit ist nicht die persönliche sinnlose Anhäufung materieller Güter gemeint, sondern die Einbringung der genialen Fähigkeiten des Menschen, „Haben“ zu ermöglichen, die dem Allgemeinwohl dient. „Haben mit Bewußtsein“ dürfte die Lebensformel sein und nicht ein virtuelles Geschwafel von ‚mehr Sein als Haben‘. Damit kann ich nichts anfangen. Ich brauche existentiell die Möglichkeit mich auch im Haben auszudrücken und wohl zu fühlen. Die wunderbaren materiellen Dinge, auch Musik und Kunst, die den Menschen beflügeln, sind nicht mit ‚ich bin (Sein)‘ möglich, sondern nur mit‚ ich möchte sie haben, mit der treibenden Kraft, es zu bewundern und zu genießen.

Ich bewundere die schönen Dinge, die die Menschen geschaffen haben. Sei es eine Vorstadtvilla, die ich nach wie vor liebe, einen Tesla Roadster, eine 50k teure Küche oder ein Luxushotel. Nur „Sein“ können wir auf Wolke sieben üben. Das „Haben“ sind die menschlichen Bedürfnisse. Ich habe etwas erfunden, gebaut oder habe Mitmenschen in der Not geholfen, bestimmt das „Sein“. Das Erschaffene, als Einzelner oder im großen Konzern getätigt in der Gemeinschaft, ist Ausdruck der menschlichen Bedürfnisse. Ansonsten würden die Menschen diese Energie dazu nie aufbringen und im Notwendigen verharren, im Fressen und sinnlosen Fortpflanzen. Das Ziel des Lebens ist nur im Luxus zu finden, nicht im selbstkasteienden Mangel, den Idioten als „Sein“ predigen.

„Haben und Sein“ muß eine Symbiose werden. Das geschieht am besten, wenn wir den Luxus annehmen und fördern. Ein Beispiel: Es werden z. Zt. elf wunderschöne Elektroautos angeboten, von genialen Menschen entwickelt. Vier Jahre alt, keine 5000 km auf dem Buckel, 100.000 € teuer, 99% in der alarmgesicherten Garage verwahrt, mit weniger Kilometern auf dem Buckel als die arme Omi auf dem Fahrrad zum Aldi hinter sich hat. Der Eigentümer hat keine Zeit, dieses Auto zu fahren, weil er Geld  für solche Dinge beischaffen muß, die unnütz herumstehen. Seine Frau geht mit dem SUV shoppen, ansonsten heult sie im goldenen Käfig. Es wird nirgendwo mehr geheult als in den Vorstadtvillen. Von Berufswegen kann ich das bestätigen. Warum kommt diese Flunz nicht auf die Idee, die Omi im Tesla zum Aldi zu fahren, kostenlos, der ist ja bereits bezahlt, egal von wem.  Der Luxus wäre geteilt, der Oma geholfen, wenigstens zeitweise. Ein guter Anfang zur Menschwerdung.
Gebeutelte Menschen zum gemeinsamen Kochen und Essen in der Luxusküche einladen, nicht als einmaliger Akt der Wohltätigkeit um sich anschließend werbewirksam feiern zu lassen, sondern dauerhaft  als Lebensinhalt. Den Luxus, den Überfluß teilen! Weniger materiell oder geistig Betuchte auf dem begnadeten Weg des Wohlstands mitnehmen, ist das „Sein“. Nicht dessen Trennung vom „Haben“. In den Luxusküchen vergammeln die Lebensmittel. Lions Club und Tafeln, tragt sie nicht in prekäre Läden. Holt die weniger Betuchten dort ab und kocht mit ihnen gemeinsam. Dann ist „Haben“ größer als Sein“ und „Sein“ größer als „Haben“. Ihr gebt ihnen damit nur  einen Krümel von dem Brot zurück, das sie euch freiwillig gegeben haben.  Ihr, die Elite habt den Luxus gefunden.  Aber ihr habt ihn nicht wirklich. Ihr habt nur Angst ihn zu verlieren. Darum sperrt ihr ihn ein. In eurem goldenen Käfig wird er genauso auch an Sinnlosigkeit untergehen wie ihr. Der Luxus wurde erfunden von Menschen, die Schöpfers Gedanke verwirklicht haben. Ihr habt ihn nur gefunden und privatisiert, also geraubt. Denkt nur an die vielen Künstler, Handwerker und Erfinder, deren Werke ihr aus dem Allgemeingut geklaut habt und hinter euren Gartenzäunen versteckt. Mit dem Geld sieht es noch schlimmer aus. Keinen Penny habt ihr euch selbst verdient. Letztendlich hortet ihr nur, was ihr selbst nicht erschaffen könnt. Diese wunderbaren Werke,  vergammeln nicht nur in eurem Bunkern, sondern auch in eurem Hirn. Von diesem Überfluß ist für alle genügend da.

Im Schaufenster eines Juweliers in Bankfurt konnte ich eine Armbanduhr bewundern für schlappe 500.000 €. Ihr habt richtig gelesen- Fünfhunderttausend €. Diese Art von Luxus meine ich natürlich nicht. Dieser dient niemand mehr. Der kann nur von verblödeten Menschen geschaffen werden, die sich vollkommen der Idiotie der Gelehrten unterwerfen und sich selbst aufgegeben haben. Seien sie auch noch so große Handwerker und Künstler.  Vor dem Laden saß ein Mensch, gemeinsam mit seinen Hund und hatte seine Mütze, die er dringend auf dem Kopf wegen der Kälte gebraucht hätte auf den Bordstein gelegt.  Beide frieren. Der Wachmann vor dem Laden war schnell zu Gange und entfernte ihn. Vermutlich hatte er – auf seinem Buckel stand Security, nicht Hartz4-Aufstocker, ihn verscheucht. Als ich zurück kam mit einem Kaffee aus Starbucks und etwas Hundefutter war er verschwunden. Warum habe ich ihn nicht gleich in meine Vorstadtvilla  mitgenommen.  Selbst in meiner Garage hätte er mehr Lebensfreude und Menschenwürde gefunden als hier.

Der wahre Luxus vervielfacht sich mit der Teilung  wie die Liebe. Er ist Bestandteil der Liebe.

Übersetzung für den Normalo: Lautre hat mit drei zu null gegen Bayern gewonnen. Das muß gefeiert werden, aber bitte nicht mit Ludwig-Bräu.

Ich hatte Teile dieser Gedanken bereits im Kritischen Netzwerk veröffentlicht und danke Helmut und Peter für die Inspiration.  Auch danke ich Herrn Erich Fromm und Herrn Bollmann für die Eingebungen.

…und ich sage Dank an den Autor Ludwig den Träumer 🙂

thomram, 13.10.2014

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10 Kommentare

  1. luckyhans sagt:

    Lieber Ludwig,
    Dein Beitrag ist wie immer sehr – aufreizend: man möchte ja und nein dazu sagen – wenn das ginge. 😉

    Mir scheint (im minimalen Unterschied zu Dir), daß wir natürlich zuerst einmal hier sind, um mit der materiellen Welt zurecht zu kommen – diese zu meistern – das ist sozusagen die Grundschule. Dazu gehört all das, was Du dazu oben gesagt hast: die Materie annehmen, genießen lernen etc.pp.

    Und ohne einen gewissen materiellen Stand (manche nennen es Wohl-Stand) erreicht zu haben, macht das Leben – bei Lichte betrachtet – auch nur begrenzt Spaß. Ein bekannter älterer Wirtschaftstheoretiker hat das sinngemäß mal so formuliert, daß man dem Menschen, bevor man ihn für Politik und Ideologie interessieren kann, erstmal was zu essen, ein Dach über den Kopf und ein gewisses Minimum an Kleidung und Ausstattung geben muß.

    Ich denke aber nicht, daß sich unser Leben hier auf Erden in seiner Zielstellung darin erschöpfen kann, daß man sich hier in der grobstofflichen Materie wohnlich einrichtet und diese möglichst umfassend genießt.
    Klarer: Wenn nach dem Fressen nichts mehr kommt, dann haben wir wohl den Sinn dieses Lebens noch nicht ganz erkannt.

    Ich weiß, daß Du das so auch nicht gemeint hast – Du wolltest den blanken Materialisten einfach mal sagen: seid konsequent – wenn schon materialistisch orientiert, dann bitte auch bis zum Schluß: allein gut leben ist nicht die Erfüllung.

    Und zwar im ureigensten egoistischen Interesse – denn wenn die Widersprüche des Systems immer offener zutage treten und die Schere in Einkommen und Vermögen immer weiter aufgeht, dann untergräbt das schlußendlich die Grundfesten eines jeden Systems.

    Ich hoffe, das Dein Vorschlag von einigen gehört wird – er wäre ein erster Schritt aus dem selbsteingemauerten „MEINS“ ins wahre Leben… 😉

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  2. Petra von Haldem sagt:

    @ Ludwig d.T.

    Luxus.
    Lux = das Licht
    ………………
    Vielleicht, weil ich nie diesen sogenannten Luxus kennengelernt habe…
    vielleicht fehlt er mir deshalb nicht.

    Was ich brauche und auch immer hatte, war Fülle.
    Ein Leben in Fülle.

    Und ein Leben in Fülle ist – bei mir- ein pekuniär schuldenfreies Leben.
    Das hieß immer und heißt es noch:
    Das was mir zur Verfügung steht so zu teilen, einzuteilen, für mich und andere, dass immer ein „freier“ Teil bleibt zum „sinnlosen Verprassen“ 😉

    Also Beispiel:
    mir stehen zur Lebenshaltung mtl. 800 Talente zur Verfügung.
    Nach dem rechnerischen Beiseitelegen der Grundbeträge (Miete, Energie,Wasser, Zwangsversicherungen, Telezeugs und GEZ) bleiben so etwa 250 Talente für mein Fülle-Leben.

    Zuerst einmal teile ich das Verbliebene in 5 (fünf) Wochen ein
    und dann lebe ich mit Bewußtsein des Reichtums, im Sinne, dass es reicht!, mit 50 Talenten wöchentlich.
    Kaufe im Bio-Laden ein und sage dort auch, dass ich sehr gerne abends oder einmal wöchentlich das Unverkäufliche oder sogenannte Abgelaufene für einen Sonderpreis abnehmen würde und falls sie Hilfe benötigten, die ich leisten kann, ihnen gerne helfen wollte, ohne Bezahlung.
    (Diese Fülle, die von dort mittlerweile zu uns kommt ist nur noch damit zu bewältigen, indem ich für die Ladeninhaber 2x in der Woche koche und anderes weitergebe an Menschen, die Fülle dankbar nehmen können)

    Und dann kommt der neue Monat und wir haben noch die 5. Woche-Talente……………….
    Nun kommt der „Luxus“ oder eben das Besondere………..

    Seit ca. 40 Jahren leben wir so, wovon wir allerdings 20 Jahre selber einen Bioladen hatten , mit durchschnittlich 12-16 Std. täglicher Arbeitszeit außer sonntags.
    Also Lebens- und Arbeitsfülle und ich kann sagen:
    es „rechnet“ sich nicht, aber wir l e b t e n und l e b e n immer in der Fülle, der Zufriedenheit und Dankbarkeit.

    Mag sein, dass das Leben ohne Luxus (Licht) kein Leben ist.
    Für mich ist das Leben ohne Fülle kein Leben.
    Ich fülle das Leben mit meinem kreativen Umgang mit Allem.
    Wert schöpfendes Walten.
    Sozusagen aus Nix was machen 😉 🙂 (Beim Kochen, Nähen,Werken,Gärtnern und Gesprächen!)

    Haben? Sein?

    Ist mir viel zu dual mittlerweile….sowohlalsauchundnochwasdazu………..

    Aber das mit dem Lux ist schon interessant……

    Danke für die Anregung, Ludwig.
    Gibts noch Ludwigbräu?
    Proscht!

    P.S.Alle Wünsche, die wir hatten, wenn wir dringend etwas brauchten, gingen in Erfüllung.
    Ich gab meinem Team hinterm Schleier jeweils die Mitteilung, das wir dies und das im Jetzt brauchen und x-fach belegt traf es immer ein und meist noch mehr dazu.
    Nur weiß ich nicht, ob das jeder einfach so kann.
    Kennt ja schließlich nicht jeder sein behindercover-team………:) 🙂 🙂

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  3. Angela sagt:

    Schön, wie Du das beschrieben hast, liebe Petra. „Ein Leben in Fülle“ , das hängt wirklich nicht von äußeren Gegebenheiten ab, sondern von einer inneren Einstellung. Seitdem ich Flohmärkte und Secondhand-Läden entdeckt habe, strömt diese Fülle ununterbrochen auf mich ein. Luxus pur.
    Und was noch dazu verhilft, ist ein dankbares Herz.

    LG von Angela

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  4. Marietta sagt:

    Ein gutes Thema, vielen Dank dafür.
    Ich bin in einem Umfeld gross geworden, wo es nie viel Geld gab, unser Leben war einfach, wobei es uns immer ein Anliegen war, einen Tag in der Woche „verschwenderisch“ zu sein. Da sind wir dann Essen gegangen, sind in einen Tierpark gegangen, haben eine Dampferfahrt gemacht oder einfach mal etwas getan, was ganz besonders war. Wir waren eine fünfköpfige Familie, unser Vater der einzige Verdienende (und er bekam nicht viel an Grundgehalt, er war einfacher Kellner von Beruf, Luxus war das, was er von den Trinkgeldern abzweigen konnte). Unsere Mutter war gerne Hausfrau, hatte den grünen Daumen und pflanzte an wat dat Zeugs hielt, kochte ein, schlachtete mit Oma und Opa und weckte auch da ein, zog sich die Sämereien jedes Jahr neu und haushaltete sehr sparsam. Es gab wenig Zugekauftes, nur später als es dann ALDI gab und Muttern nicht mher so ganz gesund war um den Garten zu bewirtschaften.

    Aber wie die Vorredner schon sagten, es gab Fülle.
    Fülle war die Gemeinschaft von Menschen aus dem Dorf, die Familie (alles nicht immer ganz einfach). Fülle war das Umfeld, wunderschöne Wälder und sanfte Hügel im nordhessischen Gebiet, alte Burgen, viel Natur in denen Kinder es sich gutgehen lassen konnten…..als Heranwachsende traf man sich an speziellen Plätzen, in denen man ungestört war; man hatte nicht viel an Ablenkung, am Wochenende mal in die Disco ein paar Dörfer weiter, oder mal in den Nachbarort sich in der Eisdiele oder an der Hafenmauer treffen, eine Portion Pommes zu essen oder ne Pizza mit Hand gegessen.
    Mehr denn je weiss ich heute diese Art der Einfachheit zu schätzen.
    Man braucht nicht viel, doch wichtig sind Lebenskontakte, die implizieren Fülle.
    Es sei denn man ist Eremit und kommt gut mit sich allein aus.

    Ich bin oft umgezogen in meinem Leben und viele meiner Freunde und Kollegen fragen mich, warum machst du das ? Das ist doch so teuer ! Meine Antwort ist dann: ja, habe viel Geld dafür ausgegeben, aber dafür hatte ich die Fülle des prallen Lebens, neue Eindrücke, neue interessante Menschen kennengelernt die mir zu Freunden wurden, neue Arbeitsfelder eingesehen, einen grösseren Rundumblick gewonnen……

    Ich habe bei diesen Umzügen immer wieder meine ehemals teuren Möbeleinzelstücke mitgeschleppt, die zwar schön waren, aber letztendlich nicht viel an Innenraum boten und einiges an Wohnraum beanspruchten.
    Letztes Jahr musste ich aus beruflichen Gründen erneut umziehen, fand in der Stadt wo ich lebe keine geeignete Wohnung die ich bezahlen konnte. Das bedeutete Reduzierung von fast 60qm auf 31qm.
    Ich habe immens viel verschenkt, verkauft, konnte mich aber nicht von den schönen alten teuren Möbeln trennen….die wurden eingelagert bei meiner Schwester.
    Kurz nach dem Einzug wurde eingebrochen bei mir, Schmuck, Erinnerungsstücke an Mutter und Oma, zudem meine eiserne Reserve, waren nun weg. War total traurig darüber……
    Versicherung spendierte mir eine neue Sicherheitstür (yippiehhhh, so konnte ich mich zumindest wieder sicherer fühlen nach der Geschichte) und zudem wurde mir ein grosser Betrag erstattet, den ich selbst für den Schmuck nie bekommen hätte.
    Ich habe mich bedankt dafür, dass es einen tieferen Sinn dahinter gab.

    Die Erinnerung an Mutter und Oma, die ist weiter in mir vorhanden, auch ohne den Schmuck.
    Das Geld wurde investiert in andere Dinge, die wichtig waren für mein Leben hier und jetzt.

    Habe jetzt ein Jahr nicht die anderen teuren Möbel gebraucht und reiche sie weiter an jemanden, der sie besser gebrauchen kann. Ich suche auch nicht mehr nach einer grösseren Wohnung, denn ich habe festgestellt, dass es vollkommen ausreichend ist auf 31 qm zu leben.
    Ich habe mein Arbeiten von 75% auf 65% reduziert, damit ich körperlich noch bis zur Rente arbeiten kann; auch das geht nur, weil ich die Bereitschaft zur Reduktion hatte.

    Luxus ist für mich jetzt, im Bioladen einkafen gehen zu könen, mal in die Therme zu fahren, eine schöne Wochenendtour in die Umgebung zu machen, Essen gehen zu können, mir eine Portion Sushis bestellen ( so wie gestern) oder ein verlängertes Wochenende Freunde besuchen fahren, die weiter weg wohnen.

    Ich habe nicht viel Geld, doch liegt es über dem Grundeinkommen und damit habe ich mehr als der Durchschnittsbürger bei uns.

    Ich habe Fülle.

    Eine Seherin sagte mir mal vor einigen Jahren „Sie werden nie reich sein, doch Sie werden immer das haben, was Sie benötigen“

    Genau SO ist es.

    Lieben Gruss aus der Fülle von Marietta 🙂

    Gefällt 1 Person

  5. Skeptiker sagt:

    Zum Thema Reichtum und Hartz 4 fällt mir dieses Video ein.

    Bitte erst ab der Stunde 1 und 3 Minuten, sich das Video ansehen.

    (https://www.youtube.com/watch?v=PTAVqQb_Has)

    Er spricht von einem Strafgefangenenlager, wo die Mitarbeiter des Jobcenters selber für den 1 Arbeitsmarkt nicht mehr zu gebrauchen sind.

    Wenn man es genau sieht, ist es ein selbsttragendes System des Schwachsinns und alles nur um die wahre Zahl der Arbeitslosen zu vertuschen.

    Aber wir brauchen Zuwanderung, sonst ist die Rente nicht mehr sicher usw.

    => Rente erst mir 80…

    Es ist eben alles nur eine Fassade, die der noch arbeitende Steuerzahler finanzieren muss.

    So in der Art.

    Gruß Skeptiker

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  6. Skeptiker sagt:

    Wo bleibt das Geld der arbeitenden einheimischen Steuerzahler?

    Umvolkung

    Umvolkung bedeutet den Austausch eines angestammten Volkes in seinem Siedlungsraum, entweder durch ein anderes Volk oder auch durch eine Bevölkerungsmasse vielfacher Herkunft. Damit verbunden ist entweder die stetige Anwerbung größerer Personengruppen (bei gleichzeitiger bewußter Vernachlässigung des angestammten Volkes) oder aber eine relativ schnell durchgeführte zwangsweise Umsiedlung der gesamten Bevölkerung (Bevölkerungsaustausch). Ersteres geschieht durch propagandistisch begleitete sowie staatlich gelenkte Maßnahmen, zweiteres durch staatliche Gewaltmaßnahmen.

    http://de.metapedia.org/wiki/Umvolkung

    Ab der 23 Minute, so wird aus Bonn sowas wie Neuköln.

    => Wer sich das Video mal anschaut, der begreift auch was Defätismus ist.

    Unglaublich sowas, wie kann man bloß so blöde sein, ich meine als Volk?

    Gruß Skeptiker

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  7. thomram sagt:

    Marietta 19:00

    Zurzeit lese ich bestimmte Arten von Kommentaren nur quer, weil sie mein Interesse nicht wecken. Deine einfache Geschichte bewegt mein einfaches Gemüt, da lese ich jedes Wort.

    Ich lade dich ein, den Text zu kopieren und nochmal einzustellen in der Rubrik „Gute Geschichten“
    https://bumibahagia.com/2016/05/22/gute-geschichten-von-dir-fuer-dich/

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  8. Marietta sagt:

    Danke Thom, das berührt jetzt mich sehr….werde es demnächst reinstellen wenn ich wieder am PC bin ( zur Zeit nur am tablet, da kann ich so schlecht kopieren….)

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  9. luckyhans sagt:

    @ Marietta:
    Danke, Deine Geschichte tut gut und macht Mut.
    GLG
    Lück

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  10. […] und Möglichkeiten, und jeder bekommt das, was er ganz ehrlich als notwendig und ausreichend (auch im Ludwigschen Sinne von „Luxus“) für sich und die Seinen […]

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