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Die Mär vom Marionettenland

Es ist schon viele, viele Jahre her, und manch einer mag sich schon gar nicht mehr daran erinnern, da begab es sich, daß in einem kleinen Land am Rande eines großen Imperiums eine Regierung aus Marionetten eingesetzt wurde, um dieses Ländchen schön friedlich, untertänig und in bleibender Abhängigkeit zu halten.

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Die Marionetten, welche den mehr oder weniger ordentlich gewählten Verwaltungsorganisationen (derer es gleich mal drei ziemlich parallel arbeitende gab – eine für die formale Verwaltung, eine für die wahre Steuerung der Geschicke des Landes und noch eine für die Überwachung der beiden anderen Verwaltungen) vorstanden, hingen an unsichtbaren Fäden anderer Marionetten, und diese auch wieder an solchen von „übergeordneten“ Marionetten, und so weiter, bis schließlich irgendwann die „wahren Machthaber“ in einer fernen Metropole alle wichtigen Fäden in der Hand hatten.

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Genauso wie dieses Marionettentheater wurde nun das ganze Völkchen und das Ländchen wie an unsichtbaren Fäden gelenkt und gesteuert.

Das funktionierte aufgrund der Gutherzigkeit und Gutgläubigkeit der ziemlich fleißigen Menschen in diesem Ländchen auch einigermaßen recht und weniger schlecht; es mußten nur ganz wenige aufmümpfige Geister niedergehalten werden.

Auch wurde eine Ideologie installiert, welche dem Völkchen vorgaukelte, daß es sich auf dem Wege zu einer ganz toll fortschrittlichen Gesellschaft befand – weit vor allen anderen bekannten ihrer Zeit – und daß nur noch einige wenige Schwierigkeiten auf dem Wege zum allumfassenden Schlaraffenland überwunden werden mußten – dann würden Milch und Honig ununterbrochen für alle fließen.

So waren die Menschenmassen erfüllt von einem Geist des Fortschritts und einer kämpferisch-friedvollen Zukunftsgewißheit – und nahmen die Realitäten des täglichen Lebens nur noch durch die Nebelwand des Überlegenheitsglaubens wahr.

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Damit die Marionetten selbst nicht allzu stumpfsinnig wurden, hatte man sie mit streng begrenzten Kompetenzen ausgestattet, innerhalb derer sie frei einscheiden konnten: über die Anbringung von Verkehrszeichen, über neue Verwaltungsregelungen und einige andere Nebensächlichkeiten.

Die Folge davon war, daß genau in diesen Bereichen ein undurchdringliches Gestrüpp von entsprechenden Vorschriften, Anordnungen, Regelungen und Ordnungen entstand, daß bald selbst die klügsten Berater der Marionetten nicht mehr durchsahen – geschweige denn die einfache Bevölkerung.

Das war aber nicht so schlimm, denn nach dem Gleichheitsgrundsatz – alle sind gleich, nur manche sind gleicher – standen ja Regelungssysteme auch für Konfliktfälle zur Verfügung, die gewährleisteten, daß stets zugunsten der wahrhaft Mächtigen in der fernen Metropole und deren führenden Marionetten entschieden wurde.

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Wenn nun eine Marionette mal gar zu heftig an ihren Fäden zerrte, und das kam auch in den besten Kreisen ab und zu mal vor, dann wurde sie ganz schnell mal von einigen Fäden abgekoppelt und landete in den Fängen des Konfliktbewältigungssystems.
Und je nachdem wie sie sich dann verhielt, wurde sie nach einiger Zeit entweder still und heimlich wieder in die Altersaufbewahrungskästen der Marionettenverwaltung einsortiert und konnte ihren Lebensabend bis zum vollständigen Zerfall dort verbringen – oder sie wurde, bei permaneter Renitenz, in eine der vielen Varianten der Zerlegung ihres Marionettendaseins einsortiert: Entkleidung, Abbau der Bewegungsorgane, Verschluß der Sprechöffnung oder die Entsorgung nach außen.

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Alles in allem funktionierte das kleine Marionettenland ganz gut, und die meisten Menschen waren, dank der manipulativen Kraft der Massenbeeinflussung – nicht nur die wenigen bösen Zungen, sondern auch die offiziellen Einrichtungen sprachen ganz offen von Agitation und Propaganda oder auch von der Diktatur der Volksmassen unter Führung der Marionetten-Partei – mit ihrem Leben auch ganz zufrieden.

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Das ganze Marionettentheater hatte einen einzigen Fehler: es funktionierte nur bei Tage so richtig.

Zur Nacht jedoch, wenn die Menschen wie auch die Marionetten ruhten, erwachte in letzteren ihr schlummernder Menschengeist, der sie einmal bewohnt hatte und der mittels teuflischer Manipulationen unterdrückt worden war, damit sie als Marionetten menschengetreu spielen konnten.

Dann waren sie plötzlich erfüllt von süßen Träumen: von menschlichem Verhalten, von Liebe und Mitgefühl, von Freundlichkeit und Zusammenhalt, von Naturverbundenheit und Verständnis des Universums.

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Besonders in der Geisterstunde, wenn sich die Geister der Menschen mit den Geistern der Marionetten vermischten, geschahen Dinge, an welche sich die Marionetten dann am Tage nur mit wohligem Schaudern erinnern konnten: sie erfuhren echte Zuneigung und Freundschaft, sie wurden geliebt und – ja, tatsächlich: sie konnten auch selbst so etwas wie lieben.

Diese wunderbaren Gefühle brachten sie schließlich soweit, daß sie zwar tagsüber weiterhin brav an ihren Strippen hingen und machten, was diese ihnen anschafften.

Aber das wahre Leben begann für sie immer erst mit der Geisterstunde des nachts – dann lebten sie auf, dann erfüllten sie Gedanken und Gefühle, die sie bald nicht mehr missen wollten.

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Und so kam es dann folgerichtig, daß eines schönen Tages, als die Bevölkerung des Landes nach vielen Jahren endlich der auspressenden Wirkung der vielfältigen Vorschriften leid geworden war und auf die Straße ging, um die lange versprochene „Lichte Zukunft“ einzufordern, daß die meisten Marionetten sich – ansichtlich oder zufällig – in ihren Fäden derart verhedderten, daß der installierte Unterdrückungsautomatismus nicht mehr ausgelöst werden konnte und das vorgesehene Plattmachen der Aufrührer nicht mehr funktionierte.

So kam die Veränderung über das kleine Ländchen, und die Marionetten wurden endlich erlöst.

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Und wenn sie nicht gestorben sind, dann regieren sie (oder andere Marionetten) noch heute…

in einem anderen Land, wo natürlich die „Fehler“ des vorherigen Marionettentheaters analysiert und ausgebessert wurden, so daß auch das letzte Stückchen Offenheit einer Verschlagenheit, Verschleierung und Geheimhaltung weichen mußte: die Diktatur der einen Marionetten-Partei ist jetzt eine Diktatur von mehreren Marionetten-Parteien, und sie wird mit einem ausländischen Begriff bezeichnet, dessen wahrer Inhalt der Bevölkerung dauerhaft vorenthalten wird – im Gegenteil, er wird als „Volksherrschaft“ interpretiert, obwohl er eine Sklavenhaltung voraussetzt.

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Die nebensächlichen „Kompetenzen“ der Marionetten wurden gezielt erweitert – sie durften nun auch über die Erfindung neuer Steuern und Abgaben für die Bevölkerung befinden, wie auch über ihre eigenen Bezüge – die Folge davon ist, daß sie selbst in Saus und Braus leben, während die Menschen in sinnlosen Vorschriften und Regelungen ersticken und an allen Ecken und Enden geschröpft und ausgebeutet werden.

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Die Geheimhaltung und Überwachung wurde durch eine weitergehend vervollkommnete, hochtechnisch basierte Totalüberwachung auch der kleinsten Bewegungen, Worte und Gedanken der Menschen ergänzt – mit der Folge, daß alles über alle bekannt ist, somit jeder erpreßbar ist und der Ungeist der Selbstzensur fröhliche Urständ feiert.

Geistesfreiheit wird nur in immer mehr begrenztem Maße gewährt – sogar die Interpretation der Geschichte wird nun schon durch drangsalierende Vorschriften geregelt.

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Die Wirtschaftsmaschine wurde derart auf Touren gebracht, daß die Menschen, auch hier nur noch als kleine Rädchen eingebaut, sich tagsüber immer schneller drehen müssen, so daß sie abends total erschöpft vor dem riesengroßen VVV (Volksverblödungviereck) herumhängen, ihre vielfältigen Genußgifte zu sich nehmen und dann todmüde ins Bett fallen. So können sie des nachts nicht mehr ihren Geist fröhlich wandern lassen, sondern dieser koppelt sich komplett vom abgeschlafften Körper ab und hat keine Beziehung mehr zu Land und Leuten.

So kann auch kein Austausch mit den Geistern der Marionetten mehr erfolgen.

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Als letzten Trick hat man dann die überall waltende Ideologie des absoluten Egoismus durch ein System aus bunten Papierchen ergänzt, das die Abhängigkeit aller Menschen von den Herausgebern dieses „Buntpapiers mit Copyright“ gewährleistet – es nennt sich Kredit-Schuld- und Zinssystem.

Zwar hat es einen eingebauten Selbstzerstörungsmechanismus – aber dafür werden vor dieser gesteuerten Zerstörung alle realen Werte dieser Welt den wahren Strippenziehern in die Hände gespült – natürlich „zufällig“ und „unbeabsichtigt“.

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Und so leben sie alle fröhlich und zufrieden bis ans Ende ihrer Tage.

… oh, Verzeihung, das war der falsche Schluß.

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Also dann so:

Bis heute weiß keiner so richtig, wie es in diesem Land weiter gegangen ist – zu undurchdringlich sind die Urwälder, die rundum gewachsen sind, zu dicht der Nebel, der sich dauerhaft auf dieses Land gelegt hat, abgeschnitten sind alle Kommunikationskanäle dorthin. Wir hoffen natürlich, daß es eine gute Entwicklung gegeben hat…

Saty.rus


4 Kommentare

  1. ohnweg sagt:

    Nun, das ist mal ein aussagekräftiges Märchen ohne:“Und wenn sie nicht gestorben sind so leben sie noch heute“. Dieses Märchen kann jeder Dorftrottel verstehen. Und deshalb gehört es in die heiligen Hallen von BB.

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  2. thomram sagt:

    @Ohnweg

    Ein Hoch auf deine Kreativität. „Heilige Hallen von bb“, ich krieg mich nicht ein vor kullern.
    Eine gute Idee. Eine Rubrik heisst: „Heilige Hallen“.
    Das Problem: Welche Artikel gehören dann wirklich hinein? Ich würde zum Beispiel einige Zitate von Bruder AH durchaus mit reinnehmen, gestellt neben Ausschnitte von Texten von vielen von Euch, und hähähä natürlich von mir selber.

    Wir könnten da schön die Wildgans üben: Beratung und Konsensfindung…Schlichtes Beispiel: Was gehört in die Heiligen Hallen.
    HHbb, neues Kürzel. Heilige Hallen bumi bahagia.
    😉

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  3. ohnweg sagt:

    Bei „IHM“ (Bruder AH) bin ich voll mit einverstanden, denn ER wurde so oft missverstanden und SEINE Worte so oft verdreht. Aber dein Blog würde mindestens um die Hälfte einschrumpfen wenn ich das Kürzel richtig verstanden habe. Die Emotionen auf meinem Ex-Blog schlugen sofort Wellen wenn ich auch nur indirekt das diesbezügliche Thema gestreift habe. Ich musste einige Kommentare kommentarlos löschen. Aber für erwachsene Menschen wäre es interessant wenn man da seine Standpunkte abgleichen könnte. Nun ja.

    „Beratung und Konsensfindung“ könnte sehr gut in einem Kommentarstrang ausgeübt werden, weil da nicht sofort ein Durcheinander und Geschnatter entstehen kann. Es würde wie in einem indianischen „Pow Wow“ jeder, der etwas dazu zu sagen hat sich äussern und der Rest einfach zuhören. Und danach wird einfach abgestimmt.

    Zu der 1. Vorlage, HHbb: Nun für Wissende kein Problem, aber für Neueinsteiger in diesem so vielseitigen Blog?
    Ich warte noch auf weitere Kommentare, falls noch welche folgen um mich dann inspirieren zu lassen. Zuerst die Zutaten, dann das Gericht und dann wird der Teller ausgelöffelt.

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