Verschiedene Ansichten über die nächsten weltweiten Veränderungen führen zu möglichen Szenarien über die weiteren Vorgänge – heute dazu der (bald ehemalige) Duma-Abgeordnete Dr.oec. Michail Gennadjewitsch Deljagin aus Moskau… – Hans Ludwig (LH), 5.Oktober 2026 – – – – – – – – – – – – – (Teil 1 hier)
Ein paar ungeordnete Notizen aus seinem Gespräch bei der Plattform „finversia“ am 26.9.26 (dzen.ru/video/watch/6ab7dbf5a95eb9133bf8c8ee).
„… wir befinden uns in einem technologischen Umbruch, d.h. die Gesellschaft verändert sich. Aber in den meisten Ländern kommt der Staat nicht hinterher. … Mental befinden sich fast alle Beamten und Angestellten noch in der Industriegesellschaft, real steht die Gesellschaft an der Schwelle zur Post-Informations-Gesellschaft.
Wer wird die Zivilisation voranbringen?
DT verbringt seine letzten Tage an der Macht. Wer wird 2028 folgen?
Vance wäre der Mann der sozialen/technologischen Plattformen und IT-Eliten, eine Entwicklung, die zu einem Techno-Faschismus und einer Markt-Zivilisation führen wird.
Diese Linie hat keine Zukunft, denn der Widerspruch zwischen dem technischen Fortschritt und der sozialen Archaisierung wird nicht lösbar sein.
Rubio ist ein Vertreter der Partei-Nomenklatur; auch hier wird es nicht klappen, denn jegliche Bürokratie kann nie die Zukunft gestalten: ihr geht es schon heute gut – wozu also Veränderung/ Entwicklung? Mit Rubio wird es keinen technischen Fortschritt geben…
Kontinental-Europa soll beseitigt werden, weil die britischen Geldsäcke erkannt haben, daß in der neuen Weltordnung für sie kein Platz frei ist, daher soll Kont.-Europa in ein zweites „Mittelalter“ zurückgestürzt werden, damit der (Finanz-)Kapitalismus als leuchtende Zukunft auftreten kann…
China: das sind geniale Kopierer und Vervollkommner, aber keine Schöpfer; sie saugen zur Zeit alle schöpferischen Leute aus aller Welt ab, um genügend Ideengeber zu haben; allerdings steht am Ende stets die „Partei“-Entscheidung zum Einsatz, und hier ist die Furcht vor einer Fehlentscheidung oft größer als der mögliche Vorteil…
Alles Materielle hat ein Ende, auch unsere jetzige materielle Zivilisation, nur etwas später.
Auch die psychische Energie ist materiell.
Das Wesen der heutigen „technisch-materialistischen“ Zivilisation ist der technologische Fortschritt, die technologische Entwicklung.
Der technische Fortschritt muß aber Hand in Hand mit dem sozialen Fortschritt gehen.
Wie in der UdSSR.
Die rußländische Zivilisation kann den Fortschritt garantieren; sie hat dazu diese Voraussetzungen:
+ die Fähigkeit zum abstrakten Denken, d.h. zu Schöpfertum
+ ein Gerechtigkeits-Empfinden, d.h. die Anerkennung der Regeln, die das Kollektiv höher stellen als das Individuum, und
+ die Ablehnung des Messianismus.“
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Soweit Mischa Deljagin, der nicht wieder in der neuen Duma sitzen wird; zwar hat seine Partei „Gerechtes Rußland“ mit knapper Not die 5%-Hürde überstiegen, aber mit weniger Sitzen als zuvor. Und die lieben Parteigenossen haben flink den stets zur Wahrheit und Klarheit neigenden „Störenfried“ gestrichen, denn die GR war als „Reserve“ für die JedRo gegründet und nicht als kritischer Begleiter, der deren Duma-Abstimmungstricks verrät…
Zu seinen obigen Aussagen seien ein paar ketzerische Anmerkungen gestattet.
Unsere jetzige Zivilisation ist eine technische / technologische. Und sie hat den Menschen ganz weit von seiner ursprünglichen Lebensweise in der Natur entfernt. Und das in wenigen Jahrzehnten. Das Wasser aus der Wand, das Wasserklosett und der Strom aus der Wand sind wohl die größten Errungenschaften.
Sind sie auch alle „gut“? Für wen?
Über die naturschädigende Nachtbeleuchtung unserer Siedlungen brauchen wir wohl nicht extra diskutieren? Für mich ist das optische Naturverschmutzung; wenn man unbedingt wollte, könnte man die Straßenbeleuchtung bedarfsgerecht, d.h. mit Sensorik gesteuert, einschalten, wenn jemand die Straße entlangläuft…
Beispiel: Meine Großeltern holten in ihrer Jugend (Anfang 20. Jahrhundert) ihr Wasser noch von der Handschwengel-Pumpe im Garten. Erst Jahre nach dem WK-2-Waffenstillstand wurde nahe am Haus ein Loch gebohrt, eine Leitung ins Haus gelegt und im Schuppen ein kleines „Wasserwerk“ (Pumpe, Vorratsbehälter, Filter) installiert. Ein WC haben sie bis an ihr Lebensende nicht gehabt: der Misthaufen und das Plumpsklo auf dem Hof waren gewohnt; eine Sickergrube konnte wegen des hohen Grundwasserstandes nicht gebaut werden; für eine eigene Kanalisation war das 2000-Seelen-Dorf zu weitläufig. Und da ihr Haus am Ende der Stromleitung stand, waren Spannung und Frequenz bis in die 60er Jahre instabil; der Fernseher lief nur mit einem zusätzlichen Regelgerät ordentlich.
Und auf dem Dorf, wo der Haus-Schlüssel unterm Fußabtreter lag und die Hof-Türen offen waren, hat auch niemand eine nächtliche Straßenbeleuchtung wirklich gebraucht, von deren minderer Qualität ganz abgesehen…
Es war also nicht viel, was ihnen diese Zivilisation gebracht hat.
Wer weiß denn heute noch, daß die Jauche in der Klospülung nur entsteht, wenn flüssiges und (bei gesunder Ernährung) festes Abprodukt vermischt werden?
Einzelhöfe dürfen bis heute diese Flüssigkeit mit Wasser mischen und an ihre Bäume und Sträucher auskippen; die festen Sachen können in kleinen Gruben im Garten gesammelt werden, jeweils mit Holzspänen o.ä. abgedeckt, um dann darüber Apfel- und Walnußbäume u.ä. zu pflanzen: tolle Erträge und guter Geschmack der Ernte sind garantiert… nein, bitte nicht die Nase rümpfen: es riecht praktisch nicht…
Naturnahe Lebensweise weitab der technischen Zivilisation kann also durchaus im Einklang mit Mutter Natur geschehen, auch heute noch.
Alternativ waren Haus-Biogas-Anlagen mit geteerten Holzfässern und Metallrohren ländlich schon vor hunderten Jahren im Gebrauch gewesen: eigene Gasversorgung das ganze Jahr, ohne Monopolisten zu füttern…
Und Wasser aus dem eigenen Brunnen (abgekocht) oder alternativ aus einem zentralen Dorfbrunnen, der viel tiefer war als die diversen Schichtwasser, konnte direkt gebraucht werden. Klar, ranschleppen war nicht leicht, aber dadurch wurde jeder Eimer Wasser auch mehrfach genutzt… naturschonend halt.
Und wenn dann noch eine Solaranlage auf dem Dach steht samt ein paar Akku-Packs im Keller, dann kann eine weitgehend autarke und naturnahe Lebensweise auch heute noch ausgeübt werden.
Wissen wir denn, was in der städtischen Kläranlage aus dem Abwasser rausgeholt wird?
Zumindest wissen wir, was drinbleibt im „geklärten“ Abwasser, das fröhlich in Flüsse und Bäche eingeleitet wird: nicht nur die Hormone aus den Anti-Baby-Pillen und diverse andere Chemikalien aus Duschgel, Waschmitteln, Kosmetika und „Konservierungsmitteln“, sondern auch die Millionen von diversen Mikro- und Nano-Faser-Stückchen aus jeder Kunstfaser-Wäsche…
Wir tragen sein vielen Jahren nur Naturfaser-Bekleidung… ja, auch Leder, denn die Viecher werden ja in jedem Falle zwecks Fleisch-„Versorgung“ ermordet… Meine ersten Schul-Schuhe hatten auch noch Ledersohlen – unkaputtbar und der Mensch im ständigen elektrischen Kontakt mit Mutter Erde… das kann keine Kunststoffsohle leisten…
Alles Dinge, die heute kaum noch jemand weiß und beachtet…
Die heutige Zivilisation ist also rein materiell und als solche nicht nur vom Fortschrittsglauben abhängig, sondern läßt auch keine Kritik an ihren fraglichen „Segnungen“ zu.
Und dabei haben wir noch nicht über die teure Entsorgung der Solarpaneele, über die deutlichen Wetterveränderungen (Hitze- und Trockenperioden) infolge der vielen großen Windräder, über den hochgiftigen Abrieb von den mit einem Affenzahn rotierenden Windrad-Flügeln aus faserverstärkten Harzen und Kunststoffen, die „Entsorgung“ dieser Flügel sowie die organschädigenden mechanischen ELF-Schwingungen bei deren Betrieb gesprochen – alles „Nebenprodukte“ dieser (in dieser Form unsinnigen) „Technik“… Zum Glück gibt es heute erste Haus-Windräder aus Stahl…
Das Problem dieser Zivilisation seit etwa 200 Jahren ist die falsche Zielorientierung dieses „Fortschritts“: nicht die Verbesserung des menschlichen Lebens ist es, sondern der Profit für wenige ist die Triebkraft dieser Gesellschaft.
Nur deshalb sind auch Großstädte entstanden: die Industrie brauchte die Arbeitermassen in Reichweite – einen anderen Sinn haben diese Moloche nicht, sie sind Quellen der Kriminalität, des Müßigganges, des Parasitismus, von Seuchen…
Dies und anderes hat zu jener heute zu beobachtenden „Syphilisation“ geführt…
Wir können also von Glück sagen, wenn diese technologische Entwicklung sich jetzt mit dem sog. AI/KI-Wahn selbst ad absurdum führen wird.
Hoffen wir, daß genug kluge Menschen übrigbleiben werden, um eine andere, naturnahe Zivilisation zu kreieren… im Einklang mit Mutter Natur, zu deren Pflege wir hier auf Erden bestellt sind.
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P.S.
Lassen wir als geistige Gymnastik kurz noch einmal den Prof. Jewstafjew zu Wort kommen, der sich hier um eine Systematik der aktuellen „-ismen“ bemüht (wer’s gleich beim ersten Durchlesen versteht, darf sich was wünschen):
„Im Westen hat man rechtzeitig kapiert, daß im Konkurrenzmodell der Organisation des ‚einnehmenden‘ Raumes der postglobalen Welt ein „Feudalismus“ – sogar in der Form eines „Techno-Feudalismus“ (und der euroatlantische Technofeudalismus das war jener berüchtigte „Davoser Konsens“) – verliert.
Und zwar genau deshalb, weil kluge Leute in den Eliten im Westen die Sackgasse des „Neo-Feudalismus“ erkannt haben, und so entstand der „Proto-Techno-Faschismus“ der Thiel und Karp.
Sein Ziel ist der Erhalt der technologischen (nicht aber der sozio-kulturellen) Komponente der Postmoderne mit allen erreichbaren Mitteln, einschließlich eines sozio-kulturellen Totalitarismus.“
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