bumi bahagia / Glückliche Erde

Startseite » AUTOREN » ADMIN THOM RAM » Essay / Zwei Beine

Essay / Zwei Beine

Dankbarkeit.

Gefühlt unbeholfen sage ich etwas zu „Dankbarkeit“.

.

Ich kann unbeschwert aufstehen, kann auf meinen zwei Beinen in die Küche, zum Nachbarn oder zum nächsten Strand gehen.

Während der vergangenen drei Wochen konnte ich das nicht. Ich lag flach, mit Fieber und Lebensenergie unter Null. Ich hatte an der linken Wade eine große, offene und entzündete Wunde. Als Fortbewegung kam nur Kriechen auf allen Vieren in Frage. Nachts zum Pinkeln vom Bett ins Bad war eine Expedition.

Ira, Suri und Pak Komang standen mir tatkräftig bei, tief dankbar bin ich. Danke!

.

Doch ist da eine andere Dankbarkeit, von der ich sprechen will. Dankbarkeit für das Wunder des Lebens.

Zeitlebens praktizierte ich sie. Kein Tag in meinem Leben, ohne daß ich dankte für Augenlicht, für Gehör, für Hände, für Gesundheit, für Nahrung, für Sonnenlicht, für den gelungenen Tag, für dies, für das, …..letztlich für das Wunder des Lebens.

Das Wunder des Lebens, ja. Wir wissen und begreifen gar nichts. Das Leben ist für uns unergründliches Wunder, ein jedes Atom, ein jedes Sandkorn, ein jedes Organ ein Wunder. Oder mal so rum: Wieviele Blutkörperchen produziert mein Körper in dieser Sekunde?

Aha. Drei Millionen. Zack.

In einer Stunde das 3600fache. 10,8 Billionen.

Aha. Alles klar.

Nichts ist klar. Es ist mir unvorstellbar. Dir auch.
Alleine dies, alleine dies Eine, die Produktion der Blutkörperchen ist mir eines von unendlich vielen Wundern.

.

Wie schlage ich den Bogen zu „Dankbarkeit“? Für mich ist Dankbarkeit mit dem Wunder des Lebens eng verbunden.

Zeitlebens war ich dankbar zum Beispiel für meine gesunden Beine. Gelegentlich malte ich mir aus, wie es wäre, ohne Beine zu leben. Ausmalen ist Eines, es erleben ist ein Anderes. Ich habe es annäherungsweise erlebt, konnte mein linkes Bein für nichts einsetzen. Heute stehe ich unbeschwert auf und schreite.

Es ist herrlich, es ist wundervoll. Meine Dankbarkeit ist unendlich. Und es ist ein Wunder. Einfach schreiten. Einfach so.

.

Von dieser tiefen Dankbarkeit sollten wir täglich erfüllt sein. Wunder des Lebens. Eine Billion Blutkörperchen pro Stunde. Unbeschwert aufstehen und schreiten. Etwas betrachten. Sprechen. Atmen. Innere Bilder schauen. Gemütsregung erfühlen. Freude empfinden. Den Atem spüren. Dem Winde lauschen.

Haben wir Grund, dankbar zu sein?

Jeder hat seinen Rucksack. Je schwerer meine Rucksäcke waren, desto entschiedener dankte ich. Wie kam ich nur dazu? Ich tat es reflexartig, tat es der vergangenen drei Wochen intensiv, dankte für die sich mir bietende grüne Kulisse, für leichten Atem, gesundes Herz, gesunden Appetitt, dankte für die mich leitende Geduld und spannenden nächtlichen Träume.

.

Dankbarkeit als Lebenselixier.

.

Thom Ram, 19.06.NZ14 (Jahr 14 des Neuen Zeitalters)


1 Kommentar

  1. Avatar von haluise haluise sagt:

    ich wünsche DIR wieder und immerzus erfüllende DANKBARKEIT aus tiefstem HERZEN ;; FÜHLE ICH AUCH;; JAJA …luise

    Like

Hinterlasse einen Kommentar