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Vom neuen Götzen (aus fremder Feder)

(Ludwig der Träumer) Gott war der erste Anarchist, wie mir tägliche Gespräche mit ihm bestätigen. Dazu ein ander Mal mehr. Heute geht es um die existentielle Frage des freien Willens im Sinne des Schöpfers – die Anarchie.
Als Vorwort zu Nietzsches Auswurf möchte ich meinen Gedanken zu einem meiner Lieblings-Anarchisten stellen:

https://ludwigdertraeumer.wordpress.com/2016/10/04/das-ist-die-regierung-das-ist-ihre-gerechtigkeit-das-ist-ihre-moral/ (! der geht inzwischen als N#zi bei den heutigen kakademischen philosophischen Professor*Innen durch)

[Auszug aus Friedrich Nietzsche: Werke in drei Bänden. München 1954, Band 2, S. 313-316] Irgendwo gibt es noch Völker und Herden, doch nicht bei uns, meine Brüder: da gibt es Staaten.

Staat? Was ist das? Wohlan! Jetzt tut mir die Ohren auf, denn jetzt sage ich euch mein Wort vom Tode der Völker.

Staat heißt das kälteste aller kalten Ungeheuer. Kalt lügt es auch; und diese Lüge kriecht aus seinem Munde: »Ich, der Staat, bin das Volk.«

Lüge ist’s! Schaffende waren es, die schufen die Völker und hängten einen Glauben und eine Liebe über sie hin: also dienten sie dem Leben.

Vernichter sind es, die stellen Fallen auf für viele und heißen sie Staat: sie hängen ein Schwert und hundert Begierden über sie hin.

Wo es noch Volk gibt, da versteht es den Staat nicht und haßt ihn als bösen Blick und Sünde an Sitten und Rechten.

Dieses Zeichen gebe ich euch: jedes Volk spricht seine Zunge des Guten und Bösen: die versteht der Nachbar nicht. Seine Sprache erfand es sich in Sitten und Rechten.

Aber der Staat lügt in allen Zungen der Guten und Bösen; und was er auch redet, er lügt – und was er auch hat, gestohlen hat er’s.

Falsch ist alles an ihm; mit gestohlenen Zähnen beißt er, der Bissige. Falsch sind selbst seine Eingeweide.

Sprachverwirrung des Guten und Bösen: dieses Zeichen gebe ich euch als Zeichen des Staates. Wahrlich, den Willen zum Tode deutet dieses Zeichen! Wahrlich, es winkt den Predigern des Todes!

Viel zu viele werden geboren: für die Überflüssigen ward der Staat erfunden!

Seht mir doch, wie er sie an sich lockt, die Viel-zu-Vielen! Wie er sie schlingt und kaut und wiederkäut!

»Auf der Erde ist nichts Größeres als ich: der ordnende Finger bin ich Gottes« – also brüllt das Untier. Und nicht nur Langgeohrte und Kurzgeäugte sinken auf die Knie!

Ach, auch in euch, ihr großen Seelen, raunt er seine düsteren Lügen! Ach, er errät die reichen Herzen, die gerne sich verschwenden!

Ja, auch euch errät er, ihr Besieger des alten Gottes! Müde wurdet ihr im Kampfe, und nun dient eure Müdigkeit noch dem neuen Götzen!

Helden und Ehrenhafte möchte er um sich aufstellen, der neue Götze! Gerne sonnt er sich im Sonnenschein guter Gewissen – das kalte Untier!

Alles will er euch geben, wenn ihr ihn anbetet, der neue Götze: also kauft er sich den Glanz eurer Tugenden und den Blick eurer stolzen Augen.

Ködern will er mit euch die Viel-zu Vielen! Ja, ein Höllenkunststück ward da erfunden, ein Pferd des Todes, klirrend im Putz göttlicher Ehren!

Ja, ein Sterben für viele ward da erfunden, das sich selber als Leben preist: wahrlich, ein Herzensdienst allen Predigern des Todes!

Staat nenne ich’s, wo alle Gifttrinker sind, Gute und Schlimme: Staat, wo alle sich selber verlieren, Gute und Schlimme: Staat, wo der langsame Selbstmord aller – »das Leben« heißt.[314]

Seht mir doch diese Überflüssigen! Sie stehlen sich die Werke der Erfinder und die Schätze der Weisen: Bildung nennen sie ihren Diebstahl – und alles wird ihnen zu Krankheit und Ungemach!

Seht mir doch diese Überflüssigen! Krank sind sie immer, sie erbrechen ihre Galle und nennen es Zeitung. Sie verschlingen einander und können sich nicht einmal verdauen.

Seht mir doch diese Überflüssigen! Reichtümer erwerben sie und werden ärmer damit. Macht wollen sie und zuerst das Brecheisen der Macht, viel Geld – diese Unvermögenden!

Seht sie klettern, diese geschwinden Affen! Sie klettern übereinander hinweg und zerren sich also in den Schlamm und die Tiefe.

Hin zum Throne wollen sie alle: ihr Wahnsinn ist es – als ob das Glück auf dem Throne säße! Oft sitzt der Schlamm auf dem Thron -und oft auch der Thron auf dem Schlamme.

Wahnsinnige sind sie mir alle und kletternde Affen und Überheiße. Übel riecht mir ihr Götze, das kalte Untier: übel riechen sie mir alle zusammen, diese Götzendiener.

Meine Brüder, wollt ihr denn ersticken im Dunste ihrer Mäuler und Begierden? Lieber zerbrecht doch die Fenster und springt ins Freie!

Geht doch dem schlechten Geruche aus dem Wege! Geht fort von der Götzendienerei der Überflüssigen!

Geht doch dem schlechten Geruche aus dem Wege! Geht fort von dem Dampfe dieser Menschenopfer!

Frei steht großen Seelen auch jetzt noch die Erde. Leer sind noch viele Sitze für Einsame und Zweisame, um die der Geruch stiller Meere weht.

Frei steht noch großen Seelen ein freies Leben. Wahrlich, wer wenig besitzt, wird um so weniger besessen: gelobt sei die kleine Armut!

Dort, wo der Staat aufhört, da beginnt erst der Mensch, der nicht überflüssig ist: da beginnt das Lied des Notwendigen, die einmalige und unersetzliche Weise.

Dort, wo der Staat aufhört – so seht mir doch hin, meine Brüder! Seht ihr ihn nicht, den Regenbogen und die Brücken des Übermenschen?


6 Kommentare

  1. Vollidiot sagt:

    LDT

    SO isses.
    Ich bin 100 % Anarchist, muß aber noch eine Merkel und einen Söder ertragen.
    Z.B., Lügner, Lügner, Ekelbolzen ohne Ende.
    Von dem Maas bis an die Merkel
    Stinkt der Atem durch die Lügen
    welke deutsches Vaterland.
    (Absichtlich ohne Reim, logo)
    Der Übermensch als Metapher für den künftigen Menschen, kein Genderblödkram und sonstige Lügen.
    Nein, die Geschlechterteilung ist überwunden, er hat 4 weitere Sinne entwickelt und erträgt es nicht mehr, wenn er einen Menschen sieht, dem es nicht gut geht.
    Also – bis dahin haben Boliddiger, Schurnullischten und Kirchenbonzen noch einiges abzuarbeiten, denn diese Lügen, und das in gewaltiger Summe, wiegen schwar.

    Gefällt 2 Personen

  2. Guido sagt:

    Schliesse mich da an. 🙂

    In einem Beitrag habe ich mal geschrieben, Zitat:

    Ich bin bekennender Anarchist und sehe dies durchaus mit der Neuen Zeit vereinbar. Begründung siehe unten.

    Definiton Links/Rechts
    … 
    In der Mitte sind diese Ansprüche Individuum/Allgemeinheit möglichst ausgewogen.
     
    Je weiter nach links in der Skala man sich bewegt, umso vorrangiger wird das Kollektiv. Im Extremfall wird jegliche Freiheit des Individuums zugunsten des Kollektivs aufgegeben, welcher durch eine umfassende Kontrolle der Menschen gesichert wird. Kollektivismus oder Faschismus sind nur Seiten der gleichen Medaille. Nicht selten sind die schlimmsten Feinde Brüder.
     
    Je weiter nach rechts in der Skala, um so mehr nimmt die Freiheit des Individuums zu. Im Extremfall ist das Individuum völlig frei und ein Kollektiv hat nichts mehr zu bestellen. Da herrscht das Recht des Stärkeren. Dieser extreme Zustand nennt sich Anarchie. Anarchistische Zustände sind immer nur von kurzer Dauer, da die Schwächeren bald genug haben und nach einer starken Hand schreien.
     
    Anarchie funktioniert nur unter verantwortungsbewussten Individuen, die freiwillig auf Rechte zugunsten des Kollektivs verzichten, wenn es nötig ist.
     
    Anarchie ist ein rechtloser Zustand. Aber verantwortungsvolle Menschen brauchen keine Gesetzbücher. Die handeln ethisch…

    Gefällt 2 Personen

  3. buddhi2014h sagt:

    Jesus war ein Anarchist, der die Menschen lehrte, wie man als Anarchist lebt (Mark Passio)
    .https://youtu.be/UDYz95Evko8
    Göttliche Anarchie im Einklang mit den Naturgesetzen (Gesetz der Freiheit)
    Das Naturrecht ist der Schlüssel zur Befreiung der Menschheit

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  4. Vollidiot sagt:

    „Anarchie“ gibts nur im Geistigen, weil dort geistige Gesetze gelten………………

    Gefällt 1 Person

  5. Na geht doch – das mit dem Antirassismus:

    Gefällt 2 Personen

  6. wei sagt:

    ist doch klar—Gott ist im Moment nicht da,also sagt der Bäcker, er,der Bäcker sei sein Vertreter und damit der eigentliche Schöpfer der bis zum hiessigen Zeitpunkt im guten Glauben ihm ,den Mohrenkopf ,einen Namen gegeben hat.Egal wie ich euch nenne denn alles hat einen Namen,der gute Kaüfer erkennt euch,nein,nicht nur am neuen Preis,sondern auch an eurer allseits beliebten Form die euch von einem hohlem Donat unterscheidet und spricht wie immer zu euch die selben Worte–wahrlich ich sage euch,fürchtet euch nicht,es ist gleich vorbei

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