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Kommunikation in Blogs

(Ludwig der Träumer) angeregt von Thom Rams Artikel „bb-Kommentare“ möchte ich weitere Gedanken dazu einbringen, die nicht in der Kommentarspalte untergehen sollen.

Wenn ich ein Haus betrete, mich mit dem Hausherrn und den anderen Gästen unterhalten will, so stelle ich mich kurz vor und quake nicht einfach los. Das gebietet schon meine Kinderstube. Namentliche Vorstellung  mit der jedem innewohnender ureigener Gestik reichen oft für die erste gegenseitige Einschätzung. Ob die richtig oder falsch ist, wird sich erst im Laufe des Gesprächs zeigen und ist anfänglich zweitrangig. Zumindest erkenne ich das ungefähre Alter und ob m/w. (Die in linksgrün geschätzten Divs sollten ihre Vorlieben besser für sich behalten oder sich nur dort prahlend outen.)  Oft bin ich überrascht, wie die Einschätzung des Gegenübers innerhalb der ersten Sekunden sich im Laufe der längeren Gespräche bestätigt. Das ist jedoch nur im persönlichen Kontakt möglich.

Hören wir dazu die ein paar hervorragende Gedanken von Werner Stangl. https://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/KOMMUNIKATION/

„Kommunikation Der Grundvorgang der zwischenmenschlichen Kommunikation ist im Prinzip schnell beschrieben. Da ist ein Sender, der etwas mitteilen möchte. Er verschlüsselt sein Anliegen in erkennbare Zeichen – wir nennen das, was er von sich gibt, ganz allgemein seine Nachricht. Dem Empfänger obliegt es, dieses wahrnehmbare Gebilde zu entschlüsseln. In der Regel stimmen gesendete und empfangene Nachricht leidlich überein, so dass eine Verständigung stattgefunden hat. Dennoch treten häufig Probleme auf, denn Kommunikation ist zugleich eine der komplexesten und wichtigsten Fähigkeiten des Menschen und besteht eben nicht allein in der Weitergabe von sachbezogener Informationen, vielmehr laufen etwa zwei Drittel des Austausches in einem Gespräch über den visuellen oder akustischen Kanal in Form von Gesten, Körperhaltung, Mimik, Betonung oder Sprachmelodie. Wenn man Menschen beim Sprechen genau beobachtet, werden bis zu 90 Prozent des Sprechens von mehr oder minder deutlich erkennbaren Gesten begleitet. Da manche Informationen nicht verbal kommuniziert werden können, versucht man häufig durch ikonische Gesten beim anderen ein Vorstellungsbild in verkörperter Form zu erzeugen. Ein solches gestisches Zeichen trägt etwa die Bedeutung durch bildliche Ähnlichkeit zu einem vorgestellten Bezugsobjekt in sich – man beobachte nur Touristen, die sich nach einem bestimmten Bauwerk erkundigen. Auch kann der Ausdruck in Gesicht und Stimme emotionale Zustände übermitteln, die in ihrer Subtilität kaum durch Sprachäußerungen vermittelbar sind, wobei das sowohl absichtlich als auch unabsichtlich geschehen kann. Menschen sind in ihrer Kommunikation allerdings weder objektiv noch neutral, sondern sie sind in erster Linie emotional. Sie besitzen Sinnesorgane, mit denen sie Informationen aufnehmen, ein Gehirn, mit dem sie die Informationen verarbeiten. Und sie haben Filter im Gehirn, die verhindern sollen, dass man unter der schieren Übermacht an Informationen erstickt, die Tag für Tag auf sie einstürmen. Jede Information ist auch gleichzeitig mit einer Vielzahl von Erinnerungen, Erfahrungen, Gefühlen und Werten verbunden und wird mit diesen Anteilen auch weitergegeben. Diese persönlichen Filter jedes Einzelnen bestimmen auch, wie Informationen aufgenommen werden, wie man denkt und wie man handet. Alles liegt oft buchstäblich im Auge des Betrachters, was gleichzeitig das Aus für jegliche Neutralität und Objektivität beeutet. (Stangl, 2019).“

„Der erste Eindruck
Eine wichtige Rolle spielen nonverbale Signale beim ersten Eindruck, den wir von jemand haben, wenn wir ihn kennenlernen. Etwa 95 % des ersten Eindrucks werden bestimmt von Aussehen, Kleidung, Haltung, Gestik und Mimik, Sprechgeschwindigkeit, Stimmlage, Betonung und Modulation (Dialekt) und nur 3 % von dem, was jemand sagt. Die Qualität des ersten Eindrucks ist aber auch von äusseren Umständen wie der eigenen Stimmung und physischen und psychologischen Befindlichkeit und der des anderen, der Situation, Phantasien, Gefühlen und positiven bzw. negativen Erlebnissen in der Vergangenheit beeinflusst. (Stangl, 2019). […]

Verwendete Literatur
Stangl, W. (2019). Wechselhaftigkeit und Veränderlichkeit – Nonverbale Kommunikation. [werner stangl]s arbeitsblätter.
WWW: https://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/KOMMUNIKATION/KommNonverbale1.shtml#Der%20erste%20Eindruck (2019-02-14).

In den Blogbeiträgen ist dies nicht möglich. Da schreibt jemand unter „xyz5135“ ohne jegliche weitere Angabe zu sich. Für mich macht es einen wesentlichen Unterschied ob ich einem jungen oder alten ‚lebenserfahrenen‘ Kommentator antworte. Da Frauen anders ticken als Männer, verunsichert es mich auch, wenn ich hier im Nebel tappe. Ideal wäre daher, eine Anmeldung mit ein paar persönlichen Daten.

Nick Name ist in Ordnung. Ungefähres Alter, männlich oder weiblich und Kurzbeschreibung der Tätigkeit oder Beruf dürften viele Diskussionen auf ein höheres Niveau bringen. Ein Foto ersetzt zwar nicht die persönliche Erscheinung, gibt jedoch eine weitere Sicherheit nicht ins Nirwana zu schreiben. Der Fotograf verzweifelte fast als er versuchte aus der grantig daher schauenden Visage von Ludwig eine freundliche zu zaubern. Wad mud mud, sonst erschrecken die Leser und bleiben fort. 😀

Diese Mindestangaben sin m. E. einfach der Höflichkeit geschuldet, besonders wenn ich ein virtuelles Haus betrete. Ungefähre Ortsangaben wären auch gut. Es macht doch einen wesentlichen Unterschied ob ich einem Kuhschweizer, einem Schwaben schreibe oder einem anständigen Badener, so wie ich einer bin. 😀 (Jetzt Schnauze Ludwig, sonst hast du in bb alle.)

Habt auch keine Angst davor, diese persönlichen Angaben im Netz könnten mißbraucht werden. Wir sind alle bereits erfaßt. Was bei den Chinesen inzwischen offiziell abgeht mit dem Sozial Scoring ist bei uns schon längst im Hintergrund Routine. Die Frage ist nur, wie gehe ich damit um wenn meine veröffentlichten Ansichten und Kommentare von der staatlichen Krake gegen mich verwendet werden. Dieser angstfrei zu begegnen, dürfte die Zauberformel dazu sein.  Zu diesem Thema gibt es reichlich gute Anleitungen in bb – unter anderem beim Luckyhans (unter „angstfrei“ suchen) und ohnweg.

WordPress bietet mit der Anmeldung die Möglichkeit unter „mein Profil“ persönliche Angaben öffentlich zu machen. Nutzt sie. Was soll passieren, außer daß sie die Diskussionskultur verbessern?


8 Kommentare

  1. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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  2. Thom Ram sagt:

    Danke, Ludwig. Tut gut.

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  3. Mujo sagt:

    „Für mich macht es einen wesentlichen Unterschied ob ich einem jungen oder alten ‚lebenserfahrenen‘ Kommentator antworte.“

    Genau das ist der Grund warum viele nicht geoutet werden wollen. Man möchte Neutral eingeschätzt werden. Der inhalt die Sache soll entscheidend sein, nicht welche Person samt Beruf oder Bildung.
    Um die persönliche Daten geht es nur zweitrangig.
    Zudem 97 % der Kommunikation verläuft Nonverbal ab. Da werden relevante Information bereits übertragen in den ersten 7 Sekunden. Das weiß man von Studien bei Einstellungen. Die Entscheiden ob der Kontakt dauerhaft bleibt oder sich wieder trennt.

    Gefällt 1 Person

  4. Thom Ram sagt:

    Geschätzte Mujo,

    ***Zudem 97 % der Kommunikation verläuft Nonverbal ab. ***
    Sagst du, in erwiderndem Sinne. Daraus erwächst mir die Frage, ob du den Artikel gelesen habest. Hast du?

    Egal, ob du hast oder nicht, deine Kernaussage ist in meinem Sinne in so fern, dass ich Votum des Jungen genau so ernsthaft mir reinziehe wie Votum des Alten, da nämlich so einige Junge weiser daherkömmen denn indoktriniert verblödete Alte. Anastasia. Christina von Dreien.

    Doch ändert es nichts daran, dass auch ich, so wie Ludwig, einem wachen 2o Jährigen anders antworte als einem wachen 70 Jährigen. Einem 20 jährigen antworte ich mehr fragend. Einem Alten tendenziell fordernder.

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  5. palina sagt:

    muss dir zustimmen Ludwig. Ist immer besser, wenn man weiss ob Mann oder Frau, wie alt, und wo lebend.
    Nun, wenn man schon länger hier bei bb dabei ist, dann kennt man schon den ein oder anderen. Hat eben Vorteile.
    Viele schreiben ja auch wo sie wohnen und was sie machen in dem ein oder anderen Beitrag.

    Persönliche Angaben sind schon sehr hilfreich, Foto never. Das Netz vergisst nie.

    Gefällt 1 Person

  6. Angela sagt:

    @ Mujo 14.2. 20.19 Uhr

    Zitat: „…. Genau das ist der Grund warum viele nicht geoutet werden wollen. Man möchte Neutral eingeschätzt werden. Der Inhalt, die Sache soll entscheidend sein, nicht welche Person samt Beruf oder Bildung.

    Lieber Mujo, da stimme ich Dir zu, und ThomRam, Du hast es ja soeben in einem Punkt bestätigt, Menschen verschiedener Altersgruppen begegnest Du auch verschieden. Nicht schlechter oder besser, sondern einfach nur verschieden…

    Wenn nun außer dem Alter, noch Beruf, jetzige Tätigkeit, auch noch ein Foto beigefügt werden (bzw. sich in der WP Adresse verbergen) hat der Verstand ordentlich was zu rattern… Ganz unvermeidlich würde der Kommentar mit dem angegebenen Lebenslauf verquickt werden und keine neutrale Stellungnahme wäre mehr möglich. Unser Verstand ist IMMER aus der Vergangenheit heraus konditioniert und kann sich in den seltensten Fällen daraus befreien.

    Der Aussage wird ( meist unbewusst) eine Beurteilung übergestülpt, die im Grunde gar nichts mit der Aussage zu tun hat. Das ist m.E. unvermeidlich.

    Ich finde es gerade faszinierend, mir ein eigenes Bild der Kommentatoren aus der Art ihrer Kommentare zu bilden, dafür brauche ich keine näheren Angaben. Selbst wenn dieses Bild falsch sein sollte, ist es doch frisch und neu entstanden und fußt nicht auf vergangenen Daten.

    Lg von A n g e l a

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  7. Mujo sagt:

    @Thom Ram
    14/02/2019 um 22:09

    Nein, Ja, Ok, wenn du magst.

    Männlich, nicht weiblich…….aber das weist du ohnehin. War das jetzt ein Witz von dir !!!

    Ja, ich habe den Artikel ganz gelesen (diesmal ja).

    Ok, sind wir einer meinung das wir alle Artikel ernst nehmen.

    Wenn du einen 20 Jährigen anders Anwortest wie einen 70er kannst du natürlich machen ist ja deine entscheidung.

    Wie ich jemand Anworte mache ich allein vom inhalt der fragen Abhängig, und welche Energie ich wahrnehme.

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  8. HansL sagt:

    Schön ist’s zu wissen, so ein kleines bissl, mit wem oder was mer es da zutun hat meint der nicht mehr ganz jugendliche Holzwurm, macht es die Lese der Artikel und auch der Kommentare etwas einfacher; insbesondere das Lesen zwischen den Zeilen, in welchen m.E. die Schönsten und auch Besten Botschaften stecken —-allerdings sollte dementsprechend die Rächtschrajbung und auch die Konjugation stimmig sein, da ansonsten eventül die Meinung eigene ejakuliert — also bitte keine Zufallsgrammatikulatoren verwendungsbenutzen, wajl der Dativ isch dem Genetiv sein Tod__nähmlich.
    Ob jung oder alt, der Respekt vor allem ist’s. Bis wann ist man(mer) jung?, ab wann isch mer alt?

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