bumi bahagia / Glückliche Erde

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Eve Of Destruction

Ludwig der Träumer ist heute nicht gut drauf. Zuviel Negatives heute internetiert. Kein Wunder, wenn selbst in bb hauptsächlich solches präsentiert wird. Wollte abschalten und nur noch Gutes denken. Ging nicht. Zu sehr hängt es inzwischen in meinem Kopf. Also denkt Ludwig, die Scheiße des Zerfalls der Menschheit muß wohl einen Sinn haben. Den Gedanke hatte ich vor genau vier Jahren als ich meinen ersten Beitrag in bb eingestellt und verbale Prügel bezogen habe. Was haben die mich Prügelnden daraus gemacht? Irgendwie genau das, was sie mir vorwarfen. Mit der Menschheit geht es bergab. Schlafschafe und Hamsterradler anprangernd – die Welt geht unter.

Ich hatte damals nur den konsequenten Gedanken eines mir nahestehenden Zeitgenossen zitiert, den ich hier nochmal raushole, der wenigstens eine plausible Erklärung dazu hat, warum es den Berg ab geht. Alles andere ist Gefasel. Vergeßt alle ESOs und Wahrheitsfinder, die das Leid nur hinauszögern. Gott hat sich längst verpißt ob seines guten Gedanken, den Mensch ihm gleichstellen zu wollen. Kläglich gescheitert dieses Experiment. Es kommt auch kein Jesus zur Errettung mehr auf diese Welt. So blöd kann kein Wüstensohn sein um sich ein zweites Mal bestialisch ans Kreuz nageln zu lassen. Vater, was hast du mir nur angetan, fragte er und der Vater fiel in eine tiefe Depression und zog sich zurück. Da kommt nix mehr. Aber vom Menschen, der den Vater mochte und liebte. Der Mensch ist mit dem Vater. Sieht er ihn versagen, so tut er ihm gleich. Er zieht sich zurück.

Zitat: „Die Apokalypse steht ins Haus. Wir Untiere wissen es längst, und wir wissen es alle. Hinter dem Parteiengezänk, den Auf- und Abrüstungsdebatten, den Militärparaden und Anti-Kriegsmärschen, hinter der Fassade des Friedenswillens und der endlosen Waffenstillstände gibt es eine heimliche Übereinkunft, ein unausgesprochenes großes Einverständnis: daß wir ein Ende machen müssen mit uns und unseresgleichen, so bald und so gründlich wie möglich – ohne Pardon, ohne Skrupel und ohne Überlebende.

Was sonst trüge das, was das Untier „Weltgeschichte“ nennt, wenn nicht die Hoffnung auf die Katastrophe, den Untergang, das Auslöschen der Spuren. Wer könnte eine sich Jahrtausend und Jahrtausend fortsetzende Litanei des Hauens, Stechens, Spießens, Hackens, die Monotonie des Schlachtens und Schädelspaltens, das Om mani padmehum der Greuel ertragen, ja seinerseits nach Kräften befördern, der nicht zugleich in der Heimlichkeit seiner Vernunft gewiß wäre, daß diese rastlosen Übungen ihn und seine Gattung Gemetzel um Gemetzel, Schlacht um Schlacht, Feldzug um Feldzug, Weltkrieg um Weltkrieg unaufhaltsam jenem letzten Massaker, jenem globalen Harmageddon näherbringen, mit dem das Untier seinen Schlußstrich setzt unter die atemlose Aufrechnung sich fort- und fortzeugenden Leids […]

„Nicht ein Jahrzehnt des Ausruhens, der Rast und des völligen Friedens hat sich das Untier in der von der Geschichtsschreibung erschlossenen Zeitspanne seit der Antike gegönnt, sondern waffenklirrend Schritt vor Schritt gesetzt, Hieb um Hieb geführt, als Lohn für die selbstlos dem militärischen Fortschritt dienenden Legionen Grab um Grab geschaufelt […]

„Vielleicht ist der Vernichtungs- und Selbstzerstörungswille des Menschen überhaupt nur die höchste und erstmals zum Bewußtsein seiner selbst gelangte Manifestation eines Urimpulses und Protoinstinkts, der allem Lebendigen innewohnt und es in seinen Untergang treibt.

Vielleicht war die gesamte Evolution nichts anderes als ein gigantischer Umweg, den das Plasma nahm, um sich nach dem Sündenfall der Urzeugung und seiner Vertreibung aus dem Anorganischen seiner neuerworbenen potentiellen Unsterblichkeit zu berauben und nach Äonen des Wucherns erneut ins Nirwana des Staubes und der Gase einzugehen.

Und vielleicht ist das Untier mit all seinem Erfindungsreichtum, seinem Selbstbewußtsein und seiner Philosophie nicht die Krone der Schöpfung, sondern bloß ihr Strick, die ingeniöse Methode, auf die vor Milliarden von Jahren der erste Einzeller verfiel, um nach ebenso vielen Zellteilungen und Teilungen von Teilungen, die sein Leben multiplizierten, doch noch Selbstmord zu begehen […]

„Die Geschichte des Untiers ist erfüllt […] Kein Überlebender wird sein Gedächtnis bewahren, keine Sage wird von den Prüfungen berichten, die es heimsuchten, die Qualen benennen, die es litt, um der großen, der universalen Erlösung willen.

Über dem nackten Fels seiner Heimat aber wird Frieden sein, und auf den Steinen liegt der weiße Staub des Organischen wie Reif.

Das Reißen und Schlingen, das Zermahlen und Ausbluten, das Stechen und Kröpfen, dieser ohne Unterlaß wütende Bürgerkrieg alles Lebendigen ist nie gewesen; und der Geist […] ist zu seinem eigenen Hirngespinst geworden. In einem Feuerwerk ohnegleichen ist er untergegangen, und mit dem Aufsteigen der letzten Rakete sind die Spuren getilgt, die ein Einzeller in Äonen hinterließ und die das Antlitz der Erde furchten wie sonst nur Gletscher und Glaziale […]

„Vermonden wir unseren stoffwechselsiechen Planeten! Denn nicht bevor sich die Sichel des Trabanten hienieden in tausend Kraterseen spiegelt, nicht bevor Vor- und Nachbild, Mond und Welt, ununterscheidbar geworden sind und Quarzkristalle über dem Abgrund einander zublinzeln im Sternenlicht, nicht bevor die letzte Oase verödet , der letzte Seufzer verklungen, der letzte Keim verdorrt ist, wird wieder Frieden sein auf Erden.“

Ulrich Horstmann, Das Untier – Konturen einer Philosophie der Menschenflucht

Gebundene Ausgabe: 177 Seiten
Verlag: Johannes G. Hoof; Auflage: 1 (15. Dezember 2005)
ISBN-10: 3936345473

Vielleicht war es auch nur das alte Lied, das ich zufällig im Radio wieder hörte und mir meinen Weltenschmerz wieder fühlen ließ um diesen Beitrag zu schreiben. Es war die Zeit als ich den Kriegsdienst verweigerte. Was hats gebracht, außer Frust? Die Orte des menschlichen Wahnsinns sind austauschbar wie Klopapier. Der Wahnsinn der Zerstörung hat einen Namen und beginnt beim kleinen Arschloch. Es läßt sich aus Bequemlichkeit regieren anstelle des eigenen Arschs zu bewegen.

Vielleicht weiß das kleine A unbewußt viel mehr über seine Rolle hier und sehnt sich dem Untergang  seines Selbst entgegen um Frieden zu finden. Wobei wir wieder beim Horstmann wären.

Eve Of Destruction Songtext Übersetzung

Die östliche Welt, ist am explodieren
Gewalt flammt auf, Kugeln werden geladen
Du bist alt genug um zu töten, aber nicht fürs wählen
Du glaubst nicht an den Krieg, aber wofür ist die Waffe die du trägst?
Und selbst auf dem Jordan treiben schon Leichen

Aber du sagst mir immer und immer und immer wieder mein Freund
Ah, du glaubst nicht, dass wir kurz vor der Zerstörung stehen

Verstehst du nicht, was ich zu sagen versuche?
Kannst du nicht die Ängste fühlen, die ich heute fühle?
Wenn der Knopf gedrückt ist, gibt es kein Entkommen
Du wirst niemand retten können, wenn die Welt im Grab liegt
Sieh dich um Junge, es muss dich doch erschrecken, Junge

Und du sagst mir immer und immer und immer wieder mein Freund
Ah, du glaubst nicht, dass wir kurz vor der Zerstörung stehen
Ja, mein Blut kocht so sehr, es fühlt sich an, als ob es gerinnt
Ich sitze hier und kämpfe mit mir selbst
Ich kann die Wahrheit nicht verdrehen, sie kennt keine Regulierung
Eine Hand voll Senatoren, werden ihre Legislatur nicht überstehen
Und Demonstrationen allein, können keine Integration herbeiführen
Wenn menschlicher Respekt verschwindet
Diese ganze verrückte Welt ist einfach zu frustrierend

Und du sagst mir immer und immer und immer wieder mein Freund
Ah, du glaubst nicht, dass wir kurz vor der Zerstörung stehen

Denk an all den Hass der in Rot-China herrscht
Dann schau dich um nach Selma, Alabama,
Ah, du könntest hier weg, für vier Tage ins Weltall
Aber wenn du zurückkommst, ist es der selbe alte Platz
Das schlagen der Trommeln, der Stolz und die Schande
Du kannst deine Toten begraben, aber hinterlass keine Spuren
Hasse deinen Nachbarn, aber vergiss nicht ein Dankgebet zu sprechen

Und sag mir immer und immer und immer und immer wieder mein Freund
Ah, du glaubst nicht, dass wir kurz vor der Zerstörung stehen
Mh, nein, nein, du glaubst nicht, dass wir kurz vor der Zerstörung stehen


7 Kommentare

  1. palina sagt:

    danke Ludwig für die Übersetzung des Songs.
    War mal einer meiner Lieblingslieder.

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  2. anneliese sagt:

    Denkst du wirklich, Gott hätte so unüberlegt gehandelt, als er den Menschen erschuf? Gott gab den Menschen den freien Willen! Das entbindet ihn weitestgehend von der Notwendigkeit, sich ständig darum zu kümmern, was wir hier so alles anstellen. Gott ist Vollkommenheit, Gott macht keine Fehler! WIR müssen lernen! Und genau in diesem Lernprozess befinden wir uns gerade. Spannend! Und NEIN, wir werden keine Apokalypse erleben, wir erleben gerade genau das Gegenteil. Wobei … was bedeutet Apokalypse? Entschleierung! Nichts negatives! Freuen wir uns also auf das Kommende und danken unserem Schöpfer für die Tatsache, in diese Zeit geboren worden zu sein. In diesem Sinne ihr Lieben, ich wünsche uns allen einen wunderbaren Tag! Liebevolle Grüße Anne

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  3. Thom Ram sagt:

    Sei willkommen auf bb, Anne / anneliese.

    ***Freuen wir uns also auf das Kommende und danken unserem Schöpfer für die Tatsache, in diese Zeit geboren worden zu sein.***

    Weises Wort.

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  4. anneliese sagt:

    Ich danke dir für dein Willkommen und die anerkennenden Worte!

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  5. Dank an Ludwig für das Einstellen des Liedes,als auch der Übersetzung, hat mich viele Jahre meines Erwachsenwerdens begleitet.
    Es gab mal eine LP die hiess „Sparkassen Hit’s“ da war das Lied drauf…..nach diesem Lied kam dann „Lady in Black“ von Uriah Heep und nights in white Satin.
    Haaaach, Erinnerungen……werd grad 45ig Jahre jünger 😉

    Danke auch an AnneLiese und die Erklärung zur Apokalypse.
    Es ist wie mit vielen Begrifflichkeiten dieser Zeit, sie bekommen den negativen Inhalt nur über dementsprechende Konditionierungen.

    Es geht so schnell dass man davon eingefangen wird.
    Da muss ich mich wirklich disziplinieren wieder etwas genauer hinzuschauen.

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  6. Vollidiot sagt:

    Überall dampft die Kacke.

    Es geht dabei ums dampfen.
    Und darum Das zu fixieren was da dampft.
    Das Problem dabei ist, daß kein Bedarf besteht den Dampf als das zu sehen was es ist – Dampf.
    Natürlich wird dabei verreckt und gelogen und hasardiert.
    Es wird immer Dampf erzeugt, aus vielen Turbinen.
    Überall wird hingeschissen.
    Der Dampf verhüllt die ganzen elenden Scheißhaufen.
    Die da wären Zins, Bodenrecht, Zentralbanken, Politik generell, Demokratien im Besonderen, Religionen (alle) – jetzt kommen wir zu den eher Individualhaufen (stinken auch und dampfen): Geldgier, Dummheit, Feigheit, Faulheit, Naivität, Kopfindensandmentalität, Verdrängerei, Umerziehung, Konditionierung, Dämmerbewußtseingepflege.
    Nüchtern betrachtet ist das ein gewaltiges Koten.
    Koten durch Entfremdung.
    Das muß sein.
    Denn wie will man zu sich selbst kommen, mit ALLEN Konsequenzen, wenn man nicht entfremdet – wird.
    Zuerst das Entfremdetwerden, weil selbst dazu nicht in der Lage, danach muß man selber dafür sorgen, daß man sich entfremdet – um ein FREIES Individuum zu werden.
    Denn nur der ungebundene Mensch (also Mann und Frau als Erwachsene) kann frei sein.

    Die einzige Idee die dieser Freiheit des Individuums angemessen ist und die diesen Weg unterstützt ist………?
    Es gibt sie.
    Aber sie ist ebenso zugeschissen mit großer Dampfentwicklung obendrein.

    Das Schöne ist dabei, daß es auch Dullenramer gibt, also Jauchbeseitiger, Fäkalienräumer.
    Die wirken immer – und zwar so, daß es für den, der durch den Dampf hindurch will, sich ein Pfad auftut.
    Darum geht es.
    Je mehr den Dampf hinter sich lassen, desto uninteressanter wird Kot und dessen Dampf.
    Das Klagen über massenhaften Kot mit schwülem Dampfgewaber ist in erster Linie ein Symptom für den Verlust der Orientierung.
    Wiir brauchen alle Bindung, Kinder an die Eltern und Vorbilder (von außen), Erwachsene an die geistige Sphäre, incl. des Austausches mit ihr, mittels seiner Gaben Denken, Fühlen, Wollen – aus ihrem Inneren kommend.
    Das ist das Schöne, das Göttliche in uns, das will uns aus den o.g. Individualhaufen herausziehen – mit unseren Seelenkräften (so sie noch vorhanden sind).

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  7. *MR* sagt:

    *Voll*Y* :
    DTanke !!! … 😉
    „Das ist das Schöne, das Göttliche in uns, das will uns aus den o.g. Individualhaufen herausziehen“
    So wahr es ist !!! 😉

    AUF !
    😉 =>
    GeH !
    Übe !
    Liebe !
    (JvN)

    und: bestimmt läßt sich dieser „Dampf“ nutzbringend in Freie Energie um-wandeln !!!
    Denke schon länger darüber nach … 😉 … zB nicht nur bei der Saft-Gärung … 😉
    Wer bitte nutzt diese ?
    😉
    und schon blinzelt der Humor wieder aus dem Humus-Schaiß hervor … 😉

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