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Antonin & der Pizzabäcker oder die frühkindliche Versklavung

(Ludwig der Träumer) Vati hat einen tollen Job als Abteilungsleiter, der seinen ganzen Einsatz erfordert um die Abteilung knallhart auf Trab zu halten. Des Lobes seiner Vorgesetzten sicher, steigert er monatlich den Umsatz bei regelmäßig eduzierter (erzieherischer) und reduzierter Anzahl der Mitarbeiter. Das fordert natürlich den ganzen Kerl mit seinem Einsatz für die ‚Wettbewerbsfähigkeit‘. Wen wundert es, daß er nach Feierabend um 20 Uhr nur noch seine Ruhe haben will. Auf dem Nachhauseweg denkt er darüber nach, wie er den quälenden Balg, der sehnsüchtig auf den Papi wartet, ruhigstellen kann. Schnell noch bei Toys“R“Us vorbei und ein Plüschtier als Ersatz für den lange versprochenen Besuch im Wildgehege des Naturschutzparks gekauft, muß reichen um sich den Balg an diesem Abend vom Hals zu halten. Ein Küßchen auf die Backe und das kuschelige Plüschtier dem Balg vor die Nase geknallt ist genug der Liebe für heute. Den Fernseher braucht er erst gar nicht einzuschalten. Das hat Mutti bereits für ihn erledigt, da sie den schon den ganzen Tag anhat um sich von ihrem Frust als Hausfrau abzulenken. Er will sich ja in Ruhe bei den Talk-Shows informieren, was so in der Welt abläuft. Das Rauchen und Bier trinken hat er sich zur Selbstoptimierung seiner Leistungsfähigkeit schon lange abgewöhnt. Es wäre seiner Karriere auch abtrünnig, wenn er am nächsten Morgen mit Fahne im Büro erscheinen sollte – Rauchfahne natürlich.

Da kann Mutti natürlich nicht mit ihrem täglichen Frust dazwischenfunken. Sie hat Verständnis für seinen Erholungsbedarf um am nächsten Morgen wieder zu funktionieren und die Kohle für das neue High Tech Reihenhaus mit Alexa und so einzufahren. Ihren Frust behält sie daher lieber für sich. Es könnte die Idylle der gut monetär aufgestellten Familie stören, bis hin zum Ruin des Familienbesitzes, falls er über seine Rolle als nützlicher Idiot nachdenken sollte. Sie hat ja selbst ihre Vorstellung von einem erfüllten Leben. Und – da funzt der Balg dazwischen, der zwar nicht geplant war, aber doch irgendwie durchgefüttert werden muß. Der Konflikt zwischen Selbstbestimmung und natürlicher Mutterrolle läßt sie nicht in Ruhe. Ein gefundenes Fressen für die neue Milliardenindustrie der neuen  Familienkultur, die nur so strotzt von Ratgebern und Angeboten. Die linksgrünen Feministinnenschlampen haben ihr bereits das Hirn so vernebelt, daß sie gar nicht mehr anders kann als sich selbst zu verwirklichen. Wie konnte sie jemals dem primitiven Trieb verfallen, daß eine Frau ihre Rolle mit einer Familie als höchstes Glück empfindet. Bloß raus aus dieser Welt der Verirrten, die im letzten frühen Jahrhundert mit ihrer Familienpolitik und Heimatgefasel halb Europa in Schutt und Asche legten. Waren es nicht die Hausfrauen, die 33 die Fähnchen schwingten? So was darf sich nie wiederholen. Daher fordert sie GanztagesKiTa-Plätze um endlich ihren Mann äh Frau im Berufsleben zu stehen. Mitmischen, wo Frau die Welt verändern kann. Wenn’s auf der ersehnten Vorstandsebene von Edeka (Konzern austauschbar) nicht gleich klappt, dann wenigstens zur Übung Mal an der Kasse im Supermarkt. Was tut man nicht alles zur Selbstverwirklichung?  Mit der staatlich befohlenen Frauenquote klappt das sicher.

Endlich die gute Nachricht, die sogar Vati begeistert. Das hätte die frustrierte Hausfrau nie erwartet. Die klamme Gemeinde hat einen Ganztagesplatz für den Balg gezaubert. Wie die Mutti (gendergerecht: Elter 1) aufblüht – frohgemutes den parallel dazu angebotenen Job in der Asylienverwaltung annimmt, mit der Option, Frauenbeauftragte für die erst seit kurzem hier Lebenden in Sachen Kopfbedeckung und Damenoberbekleidung zu werden. Solch eine Chance darf man / frau sich nicht entgehen lassen. Einen Traumjob, bei dem man Menschen aus vielen Nationen mit ihrer phantastischen liebevollen Kultur kennenlernen und fördern kann. Sogar vor der Hasstüre äh vor der Haustüre des Eigenheims, in dem sie schon länger wohnt.

Alle sind zufrieden. Der Vati sowieso. Hat die ständig nörgelnde Alte endlich ihre Berufung gefunden. Der Balg hat sich ohnehin als unerträglicher Zappelphilipp geoutet, wird bald Ruhe geben, wenn er erst Mal ein paar Wochen in der KiTa verbracht hat. Die wissen dort, wie man mit quengelnden ADHS-Kindern umgeht.  Wozu gibt sonst es Kinderpsychologen und Apotheken. Was tut man nicht alles um seine helikoptergeliebte Brut für das Leben vorzubereiten. Nicht vergessen, dem Balg frühzeitig für die Ganztagesschule anzumelden. Sonst könnte es passieren, daß der sich als Schlüsselkind (frühere Bezeichnung) ab Mittag mit den Schmuddelkindern sich zusammentut und  sich sein Leben mit unnützen Poeten, Musikern oder Theatermachern oder Gitarrenbauern  versaut. Vielleicht wird er sogar Ingenieur. In Zeiten der aufblühenden Genderwissenschaft ein Beruf von gestern, zumindest in Deutschland.

Vati und Mutti wissen sehr wohl, daß es keine Alternativen gibt um zufrieden das Leben zu genießen. Gute Schule, in der der Balg für das Leben lernt, braucht staatliche Überwachung und vor allem gleichgeschaltete Benotungen der Halbjahresleistung. Weiß doch jeder. Die Schule beginnt um 8 Uhr pünktlich. Daß die Kinder nicht vor 9 Uhr von Natur aus in die Gänge kommen, spiel da keine Rolle. Oder doch? Sie werden zugunsten der „Wirtschaft“ bereits vorsätzlich malträtiert. Wenn bereits eine Stunde den Kindern so an ihre Lebensenergie geht, mag man gar nicht daran denken, wie die zusätzliche Zeitumstellung äh Uhrumstellung sie belastet im Sinne eigener Kreativität. Die ganze Diktatur der Pünktlichkeit – an festgelegten Zeiten zu erscheinen, dient nur Berechenbarkeit des Menschen um es monetär auszusaugen. Müde geht das Kind bereits in die Schule um ja nicht sein schöpferisches Potential zu erkennen. Der vorgebende Lerninhalt wird jedem Kind in der Klasse vor den Kopf geknallt und nach Richtlinien der „Kultusminister“ benotet. Es spielt keine Rolle ob das Kind in seiner eigenen Entwicklung ein halbes Jahr früher oder später den Inhalt rafft. Es wird benotet. Bereits in der frühen Kindheit, in der die noch entwickelnden Fähigkeiten des Kindes nicht vorhersehbar sind, bekommt es bereits den Stempel der funktionalen Intelligenz seines späteren Lebens aufgedrückt. So werden heute die ‚freiwilligen‘ Sklaven von Morgen gezüchtet.

„Der Schulbeginn ist meistens auf die Arbeitszeit der Eltern abgestimmt. Das hat auch Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) kürzlich in einem Interview gesagt. „Viele Familien wünschen sich Entschleunigung morgens.“ Dafür bräuchte es allerdings einen Wandel in der Wirtschaft, denn „die Eltern sagen auch: Ein späterer Schulbeginn passt nicht zu unserer Arbeitswelt“.“  http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/schulbeginn-um-acht-ist-ungerecht-aid-1.5387623

Da können wir sicher einen Spinner wie den André Stern nicht gebrauchen, der behauptet, ohne reglementierte Schule geht es besser. Warum ist der nicht schon als Volksverhetzer auf dem Index? Könnte doch jeder kommen und unser mühsam aufgebautes Schulsystem zu boykottieren. Ungeheuerlich seine Geschichte. Fassungslos macht die. Würde die Früchte tragen – gute Nacht alte Welt.

Seiner Einsicht braucht keine Ergänzung meinerseits.


12 Kommentare

  1. palina sagt:

    nicht auszudenken, wenn alle Kinder so aufwachsen würden wie in dem Film.
    Kann man auch gut ausschliessen, denn wenn ich so manche jungen Mütter höre, dann halten die es zuhause mit dem kleinen Balg gar nicht aus. Denen ist langweilig.

    Alle Daumen hoch für den Artikel. Trifft voll ins Schwarze.

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  2. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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  3. Wunderbar, dieses Video und die Aussagen und die Hoffnung von Andre Stern. Er hat eine ganz tiefe Sehnsucht in mir angerührt, wachgeküsst. Ich bin sehr dankbar!

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  4. jpr65 sagt:

    Als ich noch nicht in der Schule war, hab ich immer meine kleine Schaufel genommen und den Bauarbeitern geholfen, wenn die etwas auf ihren LKW geschaufelt haben. Meiner Mutter war das irgendwie peinlich, aber ich ließ mich damals nicht aufhalten.

    Und die Bauarbeiter hats gefreut.

    Mit den Kindern ist wie mit dem Gras: Sie wachsen nicht schneller, wenn man daran zieht…

    Informatik hab ich übrigens nicht studiert, sondern Mathematik. Bin jetzt aber nicht Mathematiker, sondern Software-Architekt. Durch Selbststudium. Angefangen damals in Bochum im Schreibwarenladen, wo ein Computer rumstand, mit dem keiner was anfangen konnte. Außer meinem Freund und mir. Wir durften sogar Casetten mitbringen und unsere kleinen Programme darauf abspeichern. Bis wir uns mit 18 Jahren selber einen Homecomputer leisten konnten, haben wir da in einer Ecke programmiert…

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  5. Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

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  6. thom ram sagt:

    02:00
    Lieber grüner Daumen mein,
    willkommen als Kommentator auf bb.

    Ja. Was sich in dem Video offenbart, rührt jeden Menschen tief an, der unbewusste Erinnerung an goldene Zeitalter in sich trägt. Ein Gemisch von Freude und Sehnen.
    Und es ist jedem von uns gegeben, etwas davon zu verwirklichen. Wer rein motiviert ist, stösst unweigerlich auf Umstände, da er Gelegenheit hat, frohe Lebensflammen zu entfachen.

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  7. jpr65 sagt:

    Wem dieser Beitrag zu Herzen geht, dem empfehle ich die Auszüge aus meinem Buch

    Das dritte Leben.

    https://3rdlive.wordpress.com/das-dritte-leben/

    Denn die Basis für ein solch wunderbar begleitendes Aufwachsen lassen der Kinder ist eine Liebesbeziehung, die von bedingungsloser Liebe gefüllt ist.

    Da müssen wir wieder hin. Wir alle, hier auf der Erde. Das ist der Hauptauftrag von https://3rdlive.wordpress.com, diese Liebe wieder zu ermöglichen.

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  8. jpr65 sagt:

    Früher habe ich missioniert, im Beruf. Versucht, wie in Schule und UNI meine beruflichen Ansichten über Software-Entwicklung weiterzutragen. Zu überzeugen.

    Aber da ich nicht der Ehrfurcht erweckende Lehrer oder der noch mehr Ehrfurcht erweckenden Prof. von der Uni bin (und auch gar nicht sein will), hat es nicht funktioniert. Weil man mir nicht geglaubt hat. Was einen zutiefst kränken und verunsichern kann.

    Bis ich irgendwann verstanden habe, jeden seine eigenen Erfahrungen machen zu lassen und nur hier und da ein wenig zu berichten, was ich so mache. Jeden auf seiner Ebene ein wenig anstubse. Doch mal selber ein wenig darüber nachzudenken, was man da so macht.

    Aber durch Schule und Uni haben viele das selbständige Denken verlernt. Das über den Tellerrand blicken, das alles mal aus der Adlerperspektive ansehen. Oder auch ganz anders da ran zugehen. Den wirklichen Meistern in ihren Berufen zusehen (das sind NICHT die Lehrer und in der Regel auch NICHT die Profs von der UNI).

    Ich schule jetzt mit Beispielen zum Nachmachen. Also schule ich nicht mehr, ich mache vor. Und alle dürfen es nachmachen, nicht nachmachen oder mal was anderes ausprobieren.

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  9. Kunterbunt sagt:

    Am natürlichsten finde ich die bisherige Praxis in den sog. Entwicklungsländern. Die Mädchen lern(t)en von ihren Müttern/Omas, die Buben von ihren Vätern/Opas plus der ganzen Sippe und ihrem Umfeld. Mit der heutigen Kaufkraft, Technologie und Digitalisierung wird dem ein Riegel geschoben, will heissen, handwerkliche Berufe – für mich die wichtigsten überhaupt – verlieren an Bedeutung. Je mehr ‚Handwerker‘ und ‚Landwirten‘, desto mehr Natürlichkeit.

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  10. Kunterbunt sagt:

    ‚Landwirte‘

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  11. palina sagt:

    @kunterbunt
    leider gbt es nicht mehr viele davon.
    Das lernen funktioniert unter anderem über Nachahmung.

    Wen können denn Kinder heute noch nachahmen? Wird doch fast nichts mehr geschaffen.

    Beim Bäcker, beim Schuster, beim Schmied, beim Landwirt.

    Ist doch alles zur Großindustrie „aufgestiegen.“

    Die Nischen musste suchen und erstaunlicherweise wird man da auch fündig.

    Selbst in meinem Alter stelle ich fest, dass es nur wenige Menschen gibt, die noch handarbeiten, Lebensmittel-Bevorratung, nähen und anderes können.

    Ganz zu schweigen von der Generation meiner Kinder.

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