bumi bahagia / Glückliche Erde

In der Falle stecken nicht nur manche Menschen, die sich in Denk-Sackgassen hineinmanövriert haben und nicht mehr herausfinden. Auch gewisse Finanz-Wirtschaftseinheiten scheinen in einer solchen Falle zu landen, weil sie die Lage verkennen.
Schaun wir uns mal an, was der aufklärende Ökonom Ernst Wolff dazu sagt.
Luckyhans, 4. September 2017
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Jackson Hole: Die Zentralbanken sitzen in der Falle

Ernst Wolff

In diesen Tagen trifft sich die internationale Finanzelite in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming zur alljährlichen geldpolitischen Konferenz der Federal Reserve Bank of Kansas. Unter dem Motto „Die Förderung einer dynamischen Weltwirtschaft“ diskutieren führende Vertreter der internationalen Zentralbanken mit Ökonomen und Topmanagern aus aller Welt die aktuellen Probleme im Finanzsektor.

Anders als das Motto vermuten lässt, findet das Treffen vor dem Hintergrund einer sich immer mühsamer dahinschleppenden Weltwirtschaft statt, die trotz zehnjähriger intensiver Bemühungen nicht mehr in Gang kommt. Der Grund: Die globale Realwirtschaft wird von einem Finanzsektor ausgesaugt, dessen Manipulation inzwischen ein historisch nie dagewesenes Ausmaß angenommen hat und der mittlerweile vor allem von den Zentralbanken beherrscht wird.

Motor der Entwicklung: Die Zentralbanken

Seit der Krise von 2007 haben die großen Zentralbanken der Welt mehr als 18 Billionen Dollar ins System gepumpt („Liquidität geschaffen“) und weltweit mehr als 670 Mal die Zinsen gesenkt („für billiges Geld gesorgt“) . Zwar hieß es, das billige Geld werde zur Ankurbelung der Wirtschaft vergeben, doch tatsächlich ist der Löwenanteil auf direktem Weg ins globale Finanzcasino geflossen, wo er Aktien, Anleihen- und Immobilienkurse in schwindelerregende Höhen getrieben, einen riesigen Schuldenberg erzeugt und das größte je gesehene Ungleichgewicht zwischen Realwirtschaft und Finanzsektor geschaffen hat.

Obwohl Politiker aller Schattierungen nach der Finanzkrise von 2007 / 2008 versprochen hatten, die notwendigen Konsequenzen zu ziehen und der internationalen Spekulation Einhalt zu gebieten, ist das Gegenteil geschehen: Der Finanzsektor ist heute noch weniger reguliert, die eingesetzten Summen sind noch größer und die Risiken damit noch höher als vor dem Beinahe-Crash von 2007 / 2008.

Inzwischen treiben die Zentralbanken diesen Prozess immer kräftiger voran. Allein in den ersten fünf Monaten dieses Jahres haben sie neues Geld in Höhe von 1,5 Billionen Dollar geschöpft und in Umlauf gebracht. Dazu haben sie in riesigem Ausmaß Staats- und Unternehmensanleihen gekauft und sich als Großaktionäre betätigt.

(weiterlesen bitte hier)

Bei allem Respekt vor dem Fachmann – ich möchte zunächst einen Halb-Satz herausgreifen, der mir diskutabel erscheint.

Zitat: „Während also im Alltagsleben kaum etwas von einer Inflation zu spüren ist, …“ – Zitatende

Da scheint mir doch, daß Herr Wolff lange nicht einkaufen war oder dies vielleicht seiner besseren Hälfte überläßt.
Denn wir haben nicht nur eine galoppierende Inflation (Entwertung der Währungen), sondern auch bereits merkliche Preissteigerungen – was etwas anderes ist als die Inflation.

Mir fällt jedenfalls auf, daß die „Verbraucherpreise“ in den Supermärkten – bei gleichzeitig heftig nachlassender Qualität der Waren – kontinuierlich ansteigen.
Schon allein die Butter macht regelmäßige Zehn-Cent-Sprünge nach oben – schon kostet sie 30 Cent mehr als vor knapp einem Jahr!

Für mich ist auch in keiner Weise nachvollziehbar, warum ganz normale Äpfel (keine Bio-Ware!) in Deutschland zu Preisen verkauft werden – jetzt, zur Erntezeit -,  die weit über einem Euro pro kg liegen – man nähert sich bereits der 2-Euro-Marke, dauerhaft.
Und Bio-Äpfel kosten schon 4 Euro nochwas.
Äpfel – hier in unserem Lande, wo sie massenhaft wachsen…

Und nicht nur das – auch Kartoffeln – deutsche Kartoffeln, vom angeblich regionalen Acker – werden für über einen Euro pro kg dem „Verbraucher“ angeboten.
Kartoffeln! Wo 400 Doppel-Zentner vom Hektar geerntet werden!
Konventionelle Ware!

Das wäre ja noch einigermaßen verständlich, wenn die Erzeugerpreise für Äpfel und Kartoffeln gestiegen wären.
Sind sie aber nicht – im Gegenteil, bei guter Ernte bekommen die Bauern weniger bezahlt.

Den Reibach macht also wer?
Richtig, „der Handel“ – die Absahner, die selbst nichts an Wertschöpfung beitragen, sondern nur die von anderen geschaffenen Werte sich aneignen…

Und ein zweiter Halb-Satz soll zitiert werden:
dass es nur einen wirklichen Ausweg aus der gegenwärtigen Situation gibt: Den der Finanzelite ergebenen Politikern das Vertrauen zu entziehen, das internationale Finanzcasino trockenzulegen und den Spekulanten ein für allemal die Kontrolle über den Lauf der Welt zu entreißen.

Bittesehr, für einen Ökonomen mag das ja so sein, aber zum einen wäre die Frage des „WIE?“ ungeklärt – wie soll das denn geschehen? Und durch wen?
Wir haben es mit einem System zu tun, in dem alle sog. „demokratischen Gewalten“ miteinander verflochten sind – wie soll da innerhalb dieses System etwas verändert werden?
Per Einsicht der politischen Akteure?
Dazu hatten sie ja nun genügend Zeit und Gelegenheit.
Und die Marionetten hängen alle an ihren Strippen und hampeln brav weiter…

Zum anderen gibt es einen sehr praktikablen Ausweg:
denn es kann jeder Mensch sein eigenes Leben ändern und seine Unterstützung dem System entziehen, wie schon oft hier ausführlich dargelegt.
Das scheint mir weitaus erfolgversprechender zu sein, als die Hoffnung auf das Klugwerden der hirnlosen selbsternannten „Eliten“ – das wird eher zum „Warten auf Godot“.


14 Kommentare

  1. chaukeedaar sagt:

    Und ich würde den Schlusssatz vom geschätzten Herrn Wolff noch ergänzen:
    „… und das Finanzsystem von den Zinssaugern und vom Wachtumszwang befreien“.

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  2. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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  3. Luckyhans sagt:

    zu Chauki um 16:54
    … wie wäre es zu Abwechslung mal GANZ OHNE „Finanzsystem“?
    Klar braucht man eine Buchhaltung – ob es eine „doppelte“ sein muß, wäre auszudiskutieren – und auch Abrechnung gegenseitige Zahlungen, aber damit hat sich’s auch schon.

    Keiner braucht doch wirklich Kredite – es ging doch viele Jahrhunderte auch ohne diese… nein, keine Nostalgie oder Sehnsucht nach dem, was vorbei ist, sondern einfache Überlegung:
    Wenn ich etwas haben will, dann muß ich dafür etwas geben.
    Also muß ich etwas schaffen, was ich und andere auch benötigen zum Leben.
    Und da muß ich halt klein anfangen und zusehen, wie ich aus dem laufenden Geschäft die gewünschte Erweiterung und Neuprodukt-Entwicklung bezahle.
    Und wenn ich dafür nix übrig habe, dann kann halt nicht erweitert und entwickelt werden.

    Das macht auch nix.
    Denn:
    Da ich keine Zinsen mehr zahlen muß, gibt es auch keinen „Wachstumszwang“ und all den anderen Kokolores, wie hier ausführlich dargestellt.
    (https://bumibahagia.com/?s=wiwiwi&submit=)
    Es muß endlich mal wieder „natürlich“ gedacht werden: weniger ist mehr, wenn besser.
    Alles weglassen, was nicht wirklich benötigt wird zum Leben – ja, zum Leben in Fülle, und auch mit ein wenig Luxus. Aber vernünftig… 😉

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  4. Besucherin sagt:

    Lucky
    „Keiner braucht doch wirklich Kredite – es ging doch viele Jahrhunderte auch ohne diese… nein, keine Nostalgie oder Sehnsucht nach dem, was vorbei ist, sondern einfache Überlegung:
    Wenn ich etwas haben will, dann muß ich dafür etwas geben.“

    Dazu müsste man die dzt. Grundlagen ändern: wie soll das Geld in die Welt kommen, wer erzeugt es, wie soll der Kreislauf funktionieren?
    Und wenn du eine prima Idee hättest, die vielen nützt, du kannst sie aber nicht realisieren, weil du das Kleingeld nicht hast, wärs ja trotzdem schlau, das irgendwie aufzustellen.

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  5. luckyhans sagt:

    zu Besucherin um 3:34
    Habe ich mich so undeutlich ausgedrückt?
    Habe ich irgendwo etwas von GELD gesagt?
    Kaum, oder?
    Es geht um Verrechnung, die auch jetzt schon nur noch virtuell stattfindet.
    ES GIBT HEUTE SCHON KEIN GELD MEHR im Umlauf!

    Es gibt noch ein gesetzliches Zahlungsmittel (GZM), das mit seinen „Einführungsgesetzen“ nie richtig eingeführt worden ist – alles hier schon gepostet. Das GZM hat einen Annahmezwang, d.h. jeder muß es als Zahlung akzeptieren.
    Dies ist das sog. Bargeld, der (T-)Euro.

    Aber auch dieses ist kein Geld, denn es hat keinen inneren Wert.
    Es ist auch keine Banknote mehr, die man wenigstens noch garantiert in GELD eingetauscht bekam.
    In Kürze ist Weihnachten, da gibt es im Supermarkt wieder alte Banknoten zu kaufen – da kann man selbst lesen, was eine Banknote ist…

    „Unser“ sog. Bargeld ist nur noch Buntpapier mit Copyright – schon ausführlich alles nachgewiesen.

    ALLES ANDERE IST erst recht KEIN GELD!

    Die Zahlen auf dem Zettel, der so schön „Konto-AUS-ZUG“ (!) heißt, sind kein Geld, sondern eine Forderung an die Bank.

    Und niemand braucht das sog. Buchgeld = Giralgeld anzunehmen – ein Annahmezwang besteht nur für das gesetzliche Zahlungsmittel.
    Sog. „Überweisungen“ funktionieren NUR DANN, wenn der Empfänger VORAB sich mit dieser „Zahlungsweise“ einverstanden erklärt hat!
    Nur dann gilt der Forderungs-Ausgleich (!) per Überweisung als erfolgt.

    Wir stecken schon so tief drin im verlogenen Schein-System, daß wir die Tatsachen schon nicht mehr wissen…

    Zurück zu meinem Vorschlag: ich will nicht „ändern“, wie „Geld“ in die Welt kommt oder wer es „erzeugt“.
    Denn:
    Richtiges Geld kommt per Prägung in die Welt – das war schon immer so und wird immer auch so bleiben.
    Wer es erzeugt, war auch schon immer klar: der wahre Herrscher, der das Münzrecht hat.
    Hierzulande das Deutsche Reich, genauer: der Kaiser.
    Da gibt es nichts zu ändern.

    Ich will, daß wir Menschen vernünftig miteinander umgehen.
    Daß nicht derjenige hoch angesehen ist, der viele andere betrogen und sich so ohne eigene Leistung bereichert hat (Betrug ist KEINE Leistung, sondern ein Zeichen von Charakterschwäche!).

    Und dazu braucht wir kein GELD, sondern menschliches Verhalten aller zueinander.
    Nicht mehr und nicht weniger.
    Ein Geben aller, und ein Nehmen aller – anfangs vielleicht noch auf Verrechnungsbasis, später dann ohne dies.

    Es ist genug da für ein Leben in Fülle für alle.
    Ohne Geld.

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  6. Besucherin sagt:

    „Denn:
    Richtiges Geld kommt per Prägung in die Welt – das war schon immer so und wird immer auch so bleiben.
    Wer es erzeugt, war auch schon immer klar: der wahre Herrscher, der das Münzrecht hat.
    Hierzulande das Deutsche Reich, genauer: der Kaiser.
    Da gibt es nichts zu ändern.“

    Haha, der war gut.
    GN8i.

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  7. chaukeedaar sagt:

    @Luckyhans 05/09/2017 um 03:11
    Schön gesagt!

    @Besucherin 05/09/2017 um 04:11
    Musste auch lachen 😀 Ich als Schweizer denke da an Morgarten, wenn die wieder von Kaiser reden im grossen Kanton. Köstlich.

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  8. Vollidiot sagt:

    Geld wird geprägt.
    Von der herrschenden Gesinnung, hat mit Kaiser nix zu tun.
    Wie das Geld, so die Welt.
    8% für die Realwirtschaft 92% fürs Zocken und Zerstören.

    Grund und Boden frei von Privatbesitz, totale Geldentwertung, Zinsverbot, Neubeginn mit entsprechendem Recht und einer großen Insel (Südgeorgien, Grönland, Teufelsinsel) auf die alle Gesetzesbrecher bezüglich Vorgenanntem lebenslang die Früchte ihrer Arbeit genießen dürfen.
    Das als bewußte Entscheidung und geplantes Ereignis. Sonst halt mit Mordsgetöse. Blödheit kommt vorm Hosenschiß.

    Gefällt 1 Person

  9. Besucherin sagt:

    Apropos „in der Falle“

    Bibi allein zu Haus

    https://www.nzz.ch/international/israels-noete-mit-syrien-wo-der-is-verschwindet-erscheint-iran-ld.1314369

    Sieht so aus, als hätten USA und Russland die heiße Kartoffel fallen gelassen

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  10. Texmex sagt:

    @Lh
    Nochmals, ich denke Du hast es damals nicht verstanden:
    „Was ist Geld? – Busszahlung!“ (Fromer)

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  11. L.Bagusch sagt:

    Wenn diese nimmersatten und geldgierigen Vollpfosten von dynamischer Witschaft oder Wachstum reden, dann ist deren Rachen soweit offen das noch nicht einmal ein Eimer Scheiße reicht um deren Sucht zubefriedigen !
    Eigentlich ist das nur ein Zeichen von diesen Minusmenschen die Menschheit weiter zuversklaven um sich weiter zuberreichern.
    Diese faulen Pfeifen haben noch NIE körperlich gearbeitet und reißen ihr verkommenes Maul auf, auf rücken der arbeitenden Menschen !
    Leider sind die arbeitenden Menschen zu Zombies und Gutmenschen mutiert die solche Absahner auch noch unterstützen.

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  12. Luckyhans sagt:

    zu Texmex 05/09/2017 um 19:55
    „Was ist Geld? – Busszahlung!“ –
    nöö, kann ich nicht nachvollziehen.
    Buße tun kann ich nur für etwas, das ich getan habe und bereue.
    Was soll „Geld“ damit zu tun haben?

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  13. Texmex sagt:

    @Lh u.a.
    Erinnere Dich bitte an unsere Kindheit. Die besten Dinge waren gratis. Ich meine damit nicht die Mieten in den herunter gekommenen Häusern.
    Erst in neuester Zeit versucht man uns für alles und jedes Geld aus dem Kreuz zu leiern. Das Essen, das uns am meisten schadet, kostet am meisten, weil es sooo gut ist. Neusprech. Ganz früher, als noch viel Gerste gegessen wurde, bestand der Lohn eines Tagelöhners im Equivalent von 1Mass Weizen oder 3Mass Gerste. Entschied er sich für Weizen, fehlte die Beilage und das Trinken (Wein). Das Wasser war gratis. Entschied er sich für Gerste war für alles gesorgt. Das Geld IST Busszahlung. Verhalte Dich richtig.

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  14. Luckyhans sagt:

    zu Texmex 07/09/2017 um 20:03
    „Die besten Dinge waren gratis.“ –
    verstehe ich nicht: die wichtigen Dinge im Leben (Liebe, Freundschaft, Achtung usw.) sind NIE für Geld zu haben, höchstens deren Surrogate, also Sex statt Liebe, Furcht statt Respekt, Kumpelei statt Freundschaft usw. – das meist du wohl nicht…

    Wahrscheinlich auch nicht die juristische „Bußzahlung“ (Pönale)…
    Vielleicht:
    Indem wir uns dem Geld hingeben, bezahlen wir für den Verlust unserer Freiheit, der natürlichen Werte – meinst du das?
    Mit Bescheidenheit gewinnen wir mehr als mit Gier?

    „Verhalte Dich richtig.“ –
    mein reden seit 45 – sich menschlich verhalten führt zum Ziel.

    P.S. was ist mit dem Erdbeben gestern bei euch – 9,8 Richter – alles noch ganz?

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