bumi bahagia / Glückliche Erde

Vatertag

(Ludwig der Träumer) Morgen ist es wieder soweit. Zu dem Thema kann ich trotz jahrzehntelanger Vorübungen auf einigen Spielwiesen mangels Erfolg, der zum Prädikat ‚Vater‘ führt  nichts aus eigener Erfahrung beitragen. Auch wurde mir nie so ein Prädikat angetragen, das ich wohl angenommen hätte. Ob mit üppigen Alimenten um dem Ergebnis außerhalb meines chaotischen Einflusses die bestmögliche Entwicklung zu geben und mir die Gespielin samt krümeliger Verwandtschaft vom Hals zu halten oder als liebevoller Vater in Gemeinschaft mit ihr, die mir den Wurf bescherte, werde ich nie erfahren.

Es bleibt mir auch ein Rätsel, warum dieser wichtigste Feiertag der Väter mit dem Tag Christus‘ Himmelfahrt gemeinsam gefeiert wird. In vielen Regionen dürfen Vatertagsfeste erst ab 11:00 Uhr beginnen – also nachdem der Gottesdienst beendet ist.

Nachdem ich also selbst keine Erfahrung mit dem Vatertag habe, lasse ich jetzt den Dietmar Wischmeyer dazu reden. Es ist der einzige Tag im Jahr, wo Vater sich selbst gehört und der Rest die Schnauze zu halten hat – so sein Resümee. Das gibt zu denken. Ein Ventil im Dampfkessel der Ausweglosigkeit der Versklavung mit besinnungslosem Rudelsaufen mit dem Segen der Kirche läßt wenig Hoffnung auf eine Veränderung der Gesellschaft. Viele Vatertagsfeste unter freiem Himmel werden sogar mit einem  Gottesdienst eingeleitet. Anschließend ist Faßanstich mit Kampftrinken bis zum Umfallen angesagt. Aber nicht mit Ludwig Bräu. Der bleibt an diesem Tag unter Verschluß. Nicht weil ich kein Vater bin, sondern weil es mich anwidert, genauso wie die Faschingszeit, in der diese Idioten ihre Befreiung von den selbstauferlegten Zwängen mit Betäubung feiern. Danach wieder brav ihre Rolle als Sklave weiterspielen. Ein paar Aspirin nach dem Vatertag oder Heringsessen am Aschermittwoch machen sie wieder fit für das Hamsterrad bis zum nächsten Dampfablaß.

Dem Weib, das mindestens einmal nieder kam, schenkte der Führer einen Feiertag, die Männer schickte er an die Front! Was für ein Arschloch, wie sich wieder mal zeigt! Den Vatertag musste sich der Mann mühsam selbst erobern, seine Wahl fiel auf Christi-Himmelfahrt, einem beweglichen Fest, das ohnehin recht sinnentleert im Kalender herum lag und siehe da, die Wahl war gut! Draußen ist es schon recht warm und die ätzende Verwandtschaft rückt einem nicht auf die Bude wie an Weihnachten. Nun galt es nur noch das Event inhaltlich zu füllen, die Wahl fiel auf einen Klassiker der männlichen Freizeitgestaltung: SAUFEN BIS DIE KOTZE SAUER SCHMECKT!! Zusätzlich rumgröhlen, überall hinpissen und dreckige Witze erzählen, quasi das Paradies vorweggenommen! Im Bewusstsein das stärkere unter den Geschlechtern zu sein, kann es sich der Mann auch leisten, wie ein Blödmann rum zu laufen. Er macht sich nicht fein an seinem Feiertag, wie’s eidle Weib, nein, er setzt einen Blödmannshut auf die rote Rübe, trägt hochgekrempelte Korthosen und schraubt sich ne‘ Fahrradklingel an den Spazierstock! Dergestalt, für jeden erkennbar zum Vollidioten gewandelt, torkeln die Männer wie Behälter für Pawianscheiße durch den Wald. Weil ein Mann aber ein Mann ist, braucht er eine Aufgabe, in diesem Fall: Bollerwagen ziehn! Darauf steht der Treibstoff für die Säuferrotte: 50 Liter Fass Pils, 10 Flaschen Appelkorn und 30 Lümmeltüten, original verpackt noch aus dem letzten Jahr! Bis Mittag sind die Schwächsten bereits am Ende, der grüne Schleim kommt aus einer Körperöffnung, die füher mal der Mund war, am Fahrwerk sind sämtliche Radmuttern lose und nur das Pflichtbewusstsein treibt die letzten 20 Bier in den Recken! Am Schluss des Vatertages wartet noch die größte Freude auf den Mann: zuhause anrufen und sich vom Eherochen aus dem Urwald abholen lassen, ihr beim reintragen das neue Kleid vollsabbern und vom Sofa aus mit dem Kotzeeimer nach der blöden Katze schmeißen! Denn dies ist der einzige Tag im Jahr, wo Vater sich selbst gehört und der Rest die Schnauze zu halten hat!

Es mag sicher nicht jeder den derben Sarkasmus vom Wischmeyer. Ich manchmal auch nicht. Er ist mir eigentlich zu laut. Ich bin eher ein Freund der leisen Töne und der gepflegten Sprache. Diese bewirkt in der heutigen Zeit kaum etwas. Deswegen benutzt auch Ludwig – also mein zweites ich desöfteren die Fäkaliensprache. Man mag es Ludwig nachsehen, falls er falsch liegt.

Wer sich das Derbe – schonungslos das auf den Punkt gebrachte anhören will, gucke hier


7 Kommentare

  1. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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  2. SecurityScout sagt:

    Tja, der Spaß der Unterklasse!

    Das sind die, welche als „unnütze Fresser“
    a la „Georgia Guidestones“ verschwinden werden.

    Unwertes Leben sagte man dazu…….

    Geschichte wiederholt sich!

    Natürlich glaubt mir niemand…..

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  3. Uwe Kühl sagt:

    ein Kieler sagt dazu:
    so ganz unwidersprochen möchte ich den blauen Text weder vom Inhalt noch von der Ausdrucksweise lassen.
    Auch wer nicht Vater ist, aus welchen Gründen auch immer, kann und darf auch am Vatertag feiern, oder eben
    an einem anderen Tag. Ob man sich nun volllaufen lässt bis Oberkante Unterlippe und sich dann entsprechend
    entleert oder den Tag etwas sinnvoller verbringt, gut isst und trinkt, statt zu „fressen“ und zu „saufen“, ist jedem
    selbst überlassen. Warum der „Vatertag“ auf Himmelfahrt fällt, soll irgendeinen Grund haben, habe ich mal irgendwo gelesen. aber egal, nun ist das eben so. Ich habe mit meinen 82 Jahren ein paar schöne Vatertage
    erlebt, mal mit Pferd und Wagen, später auch mal im Segelflugzeug, und jetzt habe ich die Erinnerungen
    daran. Und nun wünsche ich allen, die diesen Quatsch bis hier gelesen haben, einen angenehmen Vatertag. _

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  4. Nightwalker sagt:

    Naja, man kann das jetzt derbe sehen wie Du und trotzdem keinen christlichen Feiertag draus machen – natürlich saufen sich die 14 bis 18 jährigen „Väter“ einen an und provozieren aufgrund der Alkoholkraft den einen oder anderen Krawall und noch andere schießen sich so dermaßen ab, als gäbe es kein Morgen – aber andere begehen diesen Tag leiser und gedenken tatsächlich ihrem Vater – mal unabhängig, dass dieser Tag „vorgegeben“ ist ! Natürlich gedenkt man seiner Eltern nicht auf Geheiß – ich jedenfalls nicht – aber am internationalen Frauentag bekommt meine Mutti auch immer mindestens nen Strauß Blumen, bevor ich bzw. wir als Brüder die Zeit mit ihr verbringen – was wir aber auch sonst tun . Komischerweise wird man mit dem Begriff „Vatertag“ erinnert – auch wenn der Vater nie vergessen ist – und begeht ihn, auch wenn man mit dem christlichen Geschmeiß nix am Hut hat.

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  5. Renate Schönig sagt:

    Nun ich gestehe, ich habe lachen müssen …. trotz der „deftigen“ Sprachwahl Ludwisch´s oder des derben Wischmeyer´schen -gesprochenen- Sarkasmus´ wurde WAHRES beschrieben:

    GENAUSO geschah es „früher“/bzw. geschieht es „immer noch“.

    Und als ich ausgelacht hatte…hab ich mich -wieder mal- gefragt, WARUM diese „Druckbetankung“ … dieses „Saufen bis zum Koma“ … und das nicht nur an Fasching oder Vatertag ?

    (Er)saufen die Männers sich ein Stück Gefühl der FREIHEIT ? Saufen sie ihre ÄNGSTE weg ?

    Ich würde sagen JA. Denn Alkohol ent-hemmt…. liefert ein paar Stunden „ersoffene -vermeintliche- Freiheit“.

    Blöd iss halt immer nur das ERWACHEN … denn die ÄNGSTE etc. sind ja nicht verschwunden – sie sind immer noch da. (manchmal noch verstärkter als vorher)

    Ein Beispiel dazu … Ist schon Jahre her.

    Ein Freund von uns (Anwalt), mit dem wir (damals in der „alten Heimat“) fast jedes WE unterwegs waren, hat sich JEDESMAL dieser „Druckbetankung“ hingegeben….wohl auch, um innerlich „FREI“ zu werden.

    Wenn er dann so ca. 3 Pils und 2 Kirschwasser hinter sich (gebracht) hatte -im wahrsten Sinn des Wortes-
    dann wurde er „lockerer“ und konnte aus sich rausgehen und reden.

    DAS lief jahrelang genau so -immer nach dem gleichen Schema- ab.

    Er konnte seine Lebens/Existenz-Angst nicht wegsaufen …. sie war nach der Betäubung durch den Alkohol immer wieder präsent … und offensichtlich immer ein bissel stärker.

    Vor ein paar Jahren bekamen wir die Nachricht, er habe sich vor einen Zug geworfen, um seinem Leben ein Ende zu setzen. Er hatte wohl diese ÄNGSTE nicht mehr „aushalten können“.

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  6. Vollidiot sagt:

    Ich halte das für eine nicht ganz gelungene Adaption des Hintergrundes dieses Tages in ein herausragendes Event.
    Eigentlich, und das wird auch von den Kirchen peinlich verschwiegen, geht es darum, daß JC, der seinen physischen Leib mit der Erde verbunden hat (im Grab) an diesem Tag sich mit seinem Ätherischen mit dem Ätherischen der Erde verbindet.
    Das versucht jetzt der Homo officinalis in dem er zuerst Bierfässer und -flaschen im kühlenden Erdreich versenkt, Spanferkel brutzelt und sich dann über das Bier in einen falsch verstandenen „geistigen“ Zustand versetzt.
    Solange er aber die beiden Begriffe synonym verwendet, wirkt im Unbewußten der unverstandene, mißdeutete Gehalt in den Tiefen der Seelen.
    Das deutet auf unterschiedliche Kraftwirkungen von Selbstwirksamkeit und Fremdwirken hin……………………

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  7. Der Kelte sagt:

    Sau geil, ganz so schlimm wars bei mir nicht, aber von Mittwochabebd bis Freitagabend mit Kumpels in da Pampas gehockt, paar Liter Bier vernichtet und: Die Ruhe genießen…denn m.E. bringt der Autor einfach nur rüber: I wui mei Ruh, ansonstrn musst am Vatertag ja noch mitm Anzug zum Essen, weil Frau meint, das gehört sich so…Und das ist schließlich net des was Mann mag…Da bleibt doch jeder lieber auf da Couch liegen! Gerne nehm ich Kommentare in Kauf,wenn ein Mann sich wirklich selbst das schicke Essen von Herzen wünscht! Grill, Bier, schlafen bevorzugen bestimmt fast alle…

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