bumi bahagia / Glückliche Erde

Vom Hinhalten der linken Wange / Essay

Luces Veritatis hat mir die Arbeit geschickt über ein Thema, welches wohl nicht nur mich immer wieder die Frage hat stellen lassen, wie das der Joshua denn nun wirklich gemeint habe.

Die Vorstellungen des Autors verhelfen mir zu erweiterter Sicht.

Danke, lucesveritatis.

thom ram, 03.03.0005 NZ, Neues Zeitalter, da Menschen die Gleichnisse und Aufforderungen Joshuas nicht nur verstehen, sondern sich ihnen gemäss verhalten.

.

.

Vom Hinhalten der linken Wange

Von lucesveritatis.

Es ist gesagt worden: „Wenn dich jemand auf deine rechte Wange schlägt, dem biete auch die andere Wange dar.“

Zunächst einmal muss man dabei aber auch richtig zuhören. Es ist weder gesagt worden: „Wenn dich jemand schlägt, dann lasse dich auch einfach weiterhin schlagen“, noch ist nur gesagt worden: „Wer dich auf EINE Wange schlägt, dem biete auch die andere Wange dar.“ Es hat schon seinen Sinn, warum da von der rechten Wange die Rede ist.

Ein Schlag auf die RECHTE Wange, ist ein Schlag, der in erster Linie Demütigung zum Ziel hat, denn ein Schlag auf die rechte Wange wird typischerweise mit dem Handrücken der rechten Hand ausgeführt. (Kann ja mal jeder im Geiste an einem gedachten Gegenüber nachprüfen.) Es ist ein Schlag, der der Maßregelung dienen soll, Dominanz zum Ausdruck zu bringen versucht.

Auf diese Weise wurden in der Antike in der Regel diejenigen an ihren Platz erinnert, die man nicht als gleichrangig ansah. Das waren nach damaliger Auffassung Kinder, Frauen und Sklaven. Ein Schlag gegen jemanden, den man als gleichrangig betrachtete, wurde mit der rechten Hand auf die linke Wange hin ausgeführt, es ist auch ein Schlag, der eher physische als psychische Beeinträchtigung zum Ziel hat, weil eben auch die Kraftentfaltung dabei eine ganz andere ist, als ein Schlag mit dem Handrücken.

Das Geschlagenwerden wird vom Geschlagenen als Bedrohung wahrgenommen. Wer sich auf der Bewusstseinsstufe der Angst befindet, reagiert auf eine Bedrohung durch Angriff, Flucht oder Erstarren.

Mit der Aufforderung die andere Wange darzubieten, wird dazu aufgerufen, sich über den Kausalzusammenhang von Egobewusstsein, Angst, Angriff/Flucht/Erstarren-Reaktion (auch bekannt als „fight, flight or freeze“) zu erheben und in den Bewusstseinszustand der Einsicht vorzudringen. Das Darbieten der linken Wange ist eben nicht Ausdruck der Feigheit, sondern Ausdruck der Furchtlosigkeit. Man sendet dem Schlagenden eine Botschaft damit, dass man in der Lage ist, sich über den Bewusstseinszustand der Angst zu erheben. Man soll sich gerade als einsichtsfähiger und erhaben über diese Reaktionsweisen erweisen. Das Zuwenden der linken Wange ist eben gerade KEINE Untätigkeit, denn das Erstarren hieße eben untätig zu bleiben.

Manche sind von ihrer Angst wie gelähmt und sind zu keiner Handlung mehr in der Lage. Das Darbieten der anderen Wange zeigt nun gerade, dass man nicht von seiner Angst gelähmt ist, sondern dass man handelt. Man verfällt eben gerade nicht in einen Zustand des Nichtstuns, sondern bringt den eigenen Bewusstseinszustand der Handlungsfähigkeit unübersehbar zum Ausdruck. Man duckt sich auch nicht weg oder versucht sich aus der Schusslinie zu bringen.

Manche reagieren auf ein Geschlagenwerden mit Flucht. Sie würden vielfach auch nicht nur vor einer Bedrohung davonlaufen, sondern sie versuchen meist auch vor ihrer eigenen Angst davonzulaufen. Man kann aber höchstens erfolgreich vor bedrohlichen Situationen davonlaufen, aber niemals vor der eigenen Angst. Denn soweit man auch läuft oder seine Angst unter vermeintlicher Stärke zu verstecken versucht, sie wird einen doch immer wieder einholen. Deswegen muss man sich ihr stellen und sie durch Einsicht zu überwinden versuchen.

Andere würden auf ein Geschlagenwerden wohl mit Vergeltung zu antworten versuchen, sie würden zum Angriff übergehen. Dabei wird dann vielfach die Wahrheit übersehen, dass nichts besser dadurch wird, dass man ihm schadet. Das Empfinden von Feindschaft ist nur Ausdruck der

Selbstentfremdung. Es ist vor allem ein Bewusstseinszustand. Und Bewusstseinszustände kann man nicht schädigen oder zerstören, man kann immer nur den materiell gewordenen Ausdruck eines Bewusstseinszustandes schädigen oder zerstören. Man kann einen Bewusstseinszustand nur überwinden. Wer in den anderen noch nicht nur andere Angesichter des eigenen Selbst zu sehen vermag, oder auch Brüder und Schwestern, der kann zumindest damit beginnen, einem jeden gegenüber wohlwollend zu sein zu versuchen. „Liebet eure Feinde, tuet Wohl denen, die euch fluchen.“ Dabei heißt es aber auch nicht, dass man die eigenen Interessen vernachlässigen sollte. Denn die Aufforderung: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ schließt ja eben auch die Selbstliebe ein, setzt sie voraus. Man sollte sich selbst also auch nicht als einen Geringeren ansehen. Man zeigt sich wohlwollend dem anderen gegenüber dadurch, dass man auf einen Gegenangriff verzichtet, signalisiert ihm aber auch, dass man nicht vorhat, sich unterwürfig zu verhalten oder dem eigenen freien Willen keinen Respekt zu zollen. Besteht der Angreifer darauf, auch weiterhin den Kampf an einen herantragen zu wollen, so sind auch möglichst liebevolle Abwehrmaßnahmen angesagt, die stets eine Minimierung einer aus der Kampfhandlung resultierender möglichen Schädigung im Auge haben, aber gleichzeitig geeignet sind den Missbrauch zu beenden.

Wer also bei geäußerten Dominanzverhalten die andere Wange hin hält, der sendet dem anderen folgende kraftvolle Botschaft:

Weder erstarre ich, noch verfalle ich in Nichtstun. Ich laufe auch nicht vor dir davon oder versuche vor dir zurückzuweichen. Ich suche aber auch keine Vergeltung, sondern bin dir wohlgesonnen.

Respekt vor dem freien Willen schließt den Respekt vor dem eigenen freien Willen ein. Wer nach anderen sucht, an die er seinen freien Willen abtreten kann oder Versuchen anderer, sich seines freien Willens zu bemächtigen, keinen Widerstand entgegenbringt, dem fehlt es an Respekt dem eigenen freien Willen gegenüber.

Anders als viele sie verstehen, ist die Aufforderung auch die linke Wange hinzuhalten, eben gerade keine Aufforderung dazu, Missbrauch durch andere einfach hinzunehmen , sondern eben ein Aufruf zu möglichst gewaltfreien Widerstand gegen Missbrauch. Ein Aufruf, sich gegen den Versuch der Unterdrückung zu erheben und dem anderen dabei furchtlos ins Angesicht zu blicken. Es ist eben auch ein Aufruf zu Selbstermächtigung und Eigenverantwortung.

.

.


17 Kommentare

  1. Pieter sagt:

    Mein Vater war Linkshänder.
    Demzufolge landeten alle Schläge auf meiner rechten Wangen mit seiner offenen Handfläche und entsprechender Wucht.
    Es kam der Tag an dem ich schon 18 jährig meine linke Wange darbot mit den Worten, wenn du nochmal schlägst dann schlag ich zurück.
    Den Rest seines Lebens und das waren noch 38 Jahre, hat er nie wieder ein persönliches Wort mit mir gewechselt.
    Friede seiner Seele.

    Gefällt mir

  2. Hallo Pieter,

    Jesus hat ja bevorzugt in Gleichnissen gesprochen, damit einem die eigene Arbeit der notwendigen Transferleistung nicht abgenommen wird. Versehen wurden sie auch häufig mit dem Zusatz, wer hören kann, der höre. Dieser Zusatz zielte ja auch nicht auf jene, die ihn aufgrund physischer Taubheit erst gar nicht hätten vernehmen können.

    Mein Vater hat uns Kinder nie geschlagen, in unserer Familie war es die Mutter, die gelegentlich mal eine Backpfeife verteilte. Als Fünfjähriger habe ich dann gegen diesen Missbrauch Widerstand geleistet. Nachdem ich eine Backpfeife erhalten hatte, habe ich meiner Mutter tief in die Augen geblickt und ihr gesagt, dass ich kein einziges Wort in meinem Leben mehr mit ihr reden würde, sollte sie mich noch einmal schlagen. In ihren Augen war die Verwirrung und Furcht gut zu erkennen. Sie hat mich nie wieder geschlagen.

    Vor ein paar Jahren habe ich dieses Ereignis ihr gegenüber mal erwähnt. Da wollte sie es zunächst dadurch rationalisieren, dass sie in der Erziehung ihres zweiten Kindes aus ihren Fehlern bei der Erziehung des ersten Kindes gelernt hätte. Ich wies sie darauf hin, dass nicht ein Einsichtsprozess zu dieser Verhaltensänderung geführt hätte, denn mein fünfeinhalb Jahre älterer Bruder erhielt noch bis zu seiner Volljährigkeit gelegentlich mal eine Backpfeife von ihr. Nachdem meine Mutter dann doch noch das verdrängte Ereignis aus ihrer Erinnerung hervorholen konnte, hat sie meinen Bruder um Vergebung für ihr damaliges Verhalten ihm gegenüber gebeten.

    Gefällt 3 Personen

  3. thom ram sagt:

    Pieter

    Wenig beneidenswert, sowohl deine Krux mit deinem Papa, wie auch das Leben deines Papa, der so verhärtet gewesen zu sein scheint.
    Was dir diese bedeutende Geschichte wohl zu sagen hatte und hat? Bist du dem auf die Spur gekommen?

    Gefällt mir

  4. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

    Gefällt mir

  5. haluise sagt:

    BRÜDERLE und ICH wurden mit eingekauftem ‚rohrstock‘ vom VATER / im auftrag der MUTTER gezüchtigt – wie oft weiss ICH nicht mehr .. oft genug; wofür weiss ICH nicht mehr –
    DANN
    sagte BRÜDERLE zu MIR: ICH HEULE HEUTE NICHT … ICH TATs AUCH NICHT …
    DANN
    WIR wurden nie wieder geschlagen ab 9 bzw 11 jahren
    BIN LUISE

    Gefällt mir

  6. thom ram sagt:

    Die schwarze „Paedagogik“*** hat lange nachgewirkt, und wie weit sie heute in sich zusammengesunken ist, weiss ich nicht. Heute ist Schlagen in der Schweiz in der Schule strikte untersagt. Wenn Lehrer schlägt und Eltern klagen, hat er einen schweren Stand.

    Ich erinnerte bis zu meinem 45. Lebensjahr haargenau, dass ich nie geschlagen wurde, mit einer Ausnahme, als mich Papa übers Knie nahm und den nackten Hintern bearbeitete. Meine ältere Schwester hob die Augenbrauen, als sie das von mir hörte, vor 23 Jahren, und berichtigte: Ich wurde immer wieder mal geschlagen.
    Volle Verdrängung also.
    Und, damit sowieso klar: Meine beiden Elternteile waren fleissig geschlagen worden.

    ***Grundlage der Schwarzen Paedagogik: Das Kind kommt sündig zur Welt. Wenn das Kind wann wo auch immer opponiert, muss seine Opposition gebrochen werden. Eltern, welche das nicht tun, lieben ihr Kind nicht treiben das Böse aus ihm nicht aus.
    Aus Liebe also muss geschlagen werden. Die Eltern taten es mit der Ueberzeugung, etwas Wichtiges und Gutes zu tun.
    Letzteres ist Verallgemeinerung. Natürlich kam und kommt es auch häufig vor, dass Erwachsene aus Unverständnis und dumpfer Wut zuschlagen, ohne ein vermeintlich gutes Werk zu vollbringen.

    Gefällt mir

  7. haluise sagt:

    als ICH 2005 az, aus der CH zurückkam, weil mein ICH BIN das eindringlich von mir verlangt hatte – nämlich mit den eltern ins reine kommen (und mein ALBRECHT-pferd weiterhin versorgen können…).
    MUTTER verhielt sich oft biestig, da teilte ICH ihr mit, ICH fühlte mich ohne verantwortung für ihr dasein, sie solle sich mal erinnern, was sie bezüglich der bestrafung ihrer kinder geleistet hätte.
    sie lehnte jede verantwortung ab und empfand sich als ARIEL-reine MUTTER.
    ICH:: frag einfach DEINEN sohn !
    sie tat es nie.
    eines tages weinte sie bitter-bitter-bitterlich und hatte offensichtlich angst um ihr seelenheil.
    ICH hatte ihr längst vergeben und ICH sagte ihr auch warum und dass es nurmehr um SIE ginge und ihre bewusstwerdung in dieser sache und die verarbeitung derselben
    und dass nun alles in ordnung sei auch mit VATTERN. — ich WEISS UM SEINE SEELENERFAHRUNG SO WENIG WIE ANDERE MENSCHEN UM IHN, —
    DOCH
    ER WAR KEIN SCHLECHTER, ER WUSSTE ES NICHT BESSER.
    ER WAR ALS SCHWARZES SCHAF SEINER MUTTER HERANGEWACHSEN und ignoriert und staunte, als ICH ihm mitteilete, dass ein schwarzes schaf inmitten weisser eine lustige bereicherung sei — dabei harre ICH eigentlich an mich gedacht – doch hat ER sich tief in SICH versenkt…
    so hatte er das-sein LEBEN wohl noch nie betrachtet.

    BIN LUISE

    Gefällt 1 Person

  8. haluise sagt:

    ACH JA
    mein brüderle hat seine KINDHEIT gerademal überlebt. er ist wie ein dampftopf, mit der ständigen neigung zur explosion.
    natürlich hat er mitbekommen, was ICH zu familienmitgliedern sprach, zur seiner frau z.b.ob sie seine explosivität für erquicklich halte, denn den KINDERN konnte bei der lautstärke ausser trommelfell auch mal der ätherlörper reissen, erschreckend, wenn man unvorbereitet in kontakt mit seinem astralkörper und den abstrusen wesen dort kommt.
    ER HÄLT MICH RESPEKTVOLL DOCH FÜR DURCHGEKNALLT.
    vatter und sohn nennt man heute borderline mit so viel varianten wie menschen.
    tatsächlich lernte ICH einen erklärten borderline kennen, in dem ICH alle meine 3 familianten wieder erkannte.
    UND auch meinen KINDER/JUGEND-spiegel in mancher hinsicht.

    SO viel zu LUISE &Co

    Gefällt 1 Person

  9. Pieter sagt:

    Thom, ja, ich glaub schon, dass ich da einiges herausgefunden habe, aber erst viel viel später.
    Ich war es der ihn die letzten 3 jahre seines Lebens pflegte und versorgte als er bettlägerig wurde, Alzheimer bekam und Dement war. Er erkannte mich nicht mehr, fragte immer wer ich sei. Ich sagte es, aber er hatte mich komplett aus seinem Bewusstsein gelöscht. Das waren die Jahre in denen ich verzeihen und annehmen lernte. Denn bis dahin war immer noch Groll und Zorn in mir, wobei Verzeihen absolut nicht mit Vergessen dessen was mir so widerfahren war, gleichbedeutent ist Letztendlich tat er mir sehr leid und als ich beim Regeln seines Nachlasses auf all die alten Dokumente, Briefe seiner Eltern Zeugnisse usw stiess, wurde mir klar was für eine verkorkste Erziehung ihm widerfahren war. Er konnte gar nicht anders
    Ja, und nicht zu doll bewerten und beurteilen hab ich dadurch auch gelernt, und das ist doch was 🙂

    Gefällt mir

  10. thom ram sagt:

    Danke für diese Ergänzung, Piet!
    Herzensgruss.

    Gefällt mir

  11. Reiner Ernst sagt:

    Hab da natürlich auch meine Kindheits-Erlebnisse. Zwei jüngere Schwestern. Eine war etwas begriffstutzig – und hat deshalb öfters „eine gefangen“. Dann hat die andere geweint! Die Geschlagene hatte ein „dickes Fell“ – wie man so schön sagt.
    Ich bekam natürlich auch ab und zu was ab, wenn ich nicht „gespurt“ habe. Wir hatten einen Teppichklopfer und eine Peitsche mit 6 quadratischen Lederriemen. Leider war damals Lederhose kurz en vogue (und man traute sich tagelang nicht mehr unter die Leute, bzw. ins Freibad). Der Schmerz war bei mir immer VOR dem Bestrafungs-Ritual. Komisch. Meine Mutter hat die Peitsche dann gottseidank recht bald versteckt. Als die Pubertät bei uns Kindern kam, und mal wieder „Stimmung“ war – hab ich meinem Vater „ich kann doch nichts dafür, dass ich in diese Welt geboren wurde und jetzt hier bin!“ entgegen geschleudert. Ab da war Ruhe.
    Als sehr christlich (evangelisch) Erzogener (nicht von den Eltern – die sahen die Kirche nie von innen, sondern vom Pfarrer in der Nachbarschaft) hat mich natürlich auch die „Feindesliebe“ sehr beschäftigt.
    Bei einer „Konfrontation“ (also Schlägerei) unter Gleichaltrigen, hab ich dies einmal praktiziert.
    Als mir einer „eine serviert“ hatte, hab ich den Kopf stolz gereckt, die Arme auseinander und die Handflächen nach vorne gestreckt – und siehe da, die Aggression verschwand.
    Diese Geste war kein „klein beigeben“ meinerseits, sondern ich empfand es als Stolz und Überlegenheit –
    also über der Sache stehend.
    Okay, das hat damals einmal funktioniert. Grundsätzlich gehe ich aber Konflikten aus dem Wege.
    Während der Hiebe durch meinen Vater damals hab ich mir immer wieder gesagt und geschworen:
    „Meine Kinder schlage ich niemals“. Heut sind sie Mitte Vierzig und ich habe Wort gehalten.

    Pieter: Meine Schwester, die in der Kindheit am meisten unter der Autorität unseres Vaters gelitten und am meisten abbekommen hatte, hat ihn am Ende seiner Tage wochenlang gepflegt – und mir immer wieder gesagt, dass sie ihm verzeihe.
    Ich hatte bis zum Schluss gewisse Probleme mit ihm. Das Verhältnis war nie entspannt.
    Trotzdem: Als er 86-jährig ging, hat’s mich tagelang regelrecht geschüttelt!
    Als meine Mutter zehn Jahre später in meinem Beisein starb, war ich regelrecht entspannt.
    Ehrlich: Ich kapier’s nicht.

    Jetzt hab ich eine Schachtel mit Briefen gefunden, die sich meine Eltern während des Krieges und der Gefangenschaft meines Vaters geschrieben haben. (Heirat 1942 – P.O.W. in England bis 1947).
    Da kommt schon ein gewisses Verständnis für das Verhalten meines Vaters auf . . .

    Gefällt mir

  12. luckyhans sagt:

    Meine Eltern haben die Kriegszeit als Jugendliche in der Pubertät bzw. kurz danach mitgemacht – sie waren seelisch dadurch schwer geschädigt, was sich natürlich auf ihr Verhältnis zueinander und auf ihre Art, mit uns Kindern umzuspringen, manchmal ausgewirkt hat.
    Ich habe erst sehr spät, als sie schon nicht mehr da waren, dies in voller Tragweite mir vergegenwärtigt, so daß wir zu Lebzeiten nie ein klärendes Gespräch, in dem ich ihnen hätte aus voller Seele vergeben können, geführt haben.
    Unabhängig davon haben sie viel mehr Gutes für uns getan als die wenigen „Ausraster“ – sie waren ganz wunderbare Menschen, gebildet und voller Liebe und Verständnis, fürsorglich und fast immer für uns da.

    Aber jetzt mal im Ernst, auch wenn es nur entfernt zum Thema gehört:
    wie sollen Eltern ihrer Aufgabe gerecht werden, den Kindern auch ihre Grenzen deutlich zeigen zu können, wenn die letzte Möglichkeit dazu, die eines erzieherischen Klapses dann wenn er angebracht ist, durch das jetzige „Erziehungssystem“ so vollständig ausgeschlossen wird?
    Die Kinder heutzutage werden in den Kindergärten regelmäßig und sehr intensiv befragt, ob sie daheim geschlagen oder auch nur damit bedroht werden, und im Falle, daß ein Kind – und sei es auch nur aus „Jux“ – von angeblichen Schlägen berichtet, sich sofort das sog. Jugendamt einschaltet und die Kinder wegnimmt…
    Also bitte: was meint ihr dazu?

    Gefällt mir

  13. Elisa sagt:

    An Euch hier,

    mich rührt im Herzen der liebvolle Umgang miteinander auf dieser Seite hier. Ich bin geneigt, meine eigene Geschichte noch beizutragen und das wäre etwas umfangreich – und da wären noch mehrere Geschwister mit dabei…
    Kürzest-Version: Ich als Jüngste hab schon durch Miterleben des Geschreis von Mutter und des – meist durch Vater, aber auch durch Mutter – Schlagens der älteren Geschwister – oft auf den nackten Hintern – gelernt, einfach „brav“ zu werden. Brav angepasst voll Angst und Trauer und Einsamkeit bis zum totalen Nierenversagen und seinen Folgen. –
    „ICH BIN SELBER NIE GESCHLAGEN WORDEN“ – weil ich ja sowieso brav gewesen bin, war lange Jahre meine Überzeugung. Nachdem mir – mit zweiundzwanzig – in einer therapeutischen Gruppe die Erinnerung an das äußerst demütigende Herunterreißen meiner Hose als KLEINKIND usw. aufgestiegen war, konnte ich mal wochenlang WEINEN… Das tat gut, denn ich war schon seit Jahren „vertrocknet“ und irgendwie versteinert, fand Erlösung fast nur noch durch Musik, MEINTE STERBEN ZU MÜSSEN… Wo war menschliche Begegnung, wo Liebe? Die Umgebung bemerkte nichts. (Am sechsundzwanzigsten Geburtstag Kirchenaustritt.)
    Wer erinnert sich noch an den Film „DAS WEISSE BAND“? Mit mutigem Herzen und klarem Verstand anschauen!

    Eine weitere Gewaltanwendung, wo Kinder gezwungen worden sind, ihre erste, zweite und dritte… „Wange“ hinzuhalten, war die gewalttätige IMPFEREI. Sie hat uns alle gesundheitlich beschädigt, zum Teil schwer, und jedenfalls seelisch. Meine Kindheitsfreundin hat Zeter und Mordio geschrieen schon vor dem Gang in das Gemeindeamt zur Impfung durch einen gefühlsfreien fremden Arzt – und ich gebe ihr heute Recht! – aber ich war „tapfer“. LEIDER. – Da meine Freundin für ihre Abwehr nur Backpfeifen, „Scheitel knien“ hinter dem Haus und trotzdem Geimpft werden bekommen hat, höre ich sie heute, vor in politischer Hinsicht, sehr oft sagen „Da kann man halt nichts machen“. Dabei ist sie eine vehement tatkräftige Frau. Hätten aber ihre Eltern zu ihr gehalten damals – sähe die WELT ganz anders aus.

    @ LUCESVERITATIS: Ich will mich ausdrücklich für Deine Klarstellung zu der bisher – soweit mir bekannt ist – immer immer immer falsch ausgelegten Geschichte über das Hinhalten der zweiten Wange „zum nächsten Schlag“ bedanken! Das ist klar durchdacht. DA STECKT DIE LÖSUNG DRIN !!!

    @ Reiner Ernst: wunderbar, Du hast es früh begriffen!

    MUT SELBSTERMÄCHTIGUNG EIGENVERANTWORTUNG – „Lichtkrieger“ sein und werden.

    Gefällt 1 Person

  14. ALTRUIST sagt:

    Elisa

    schrieb

    Eine weitere Gewaltanwendung, wo Kinder gezwungen worden sind, ihre erste, zweite und dritte… „Wange“ hinzuhalten, war die gewalttätige IMPFEREI.

    Das ist sehr praegnant erkannt und genannt worden . Wir werden als verwertbares Vieh gesehen und so behandelt wider aller natuerlichen Erkenntnisse .

    Alle diese kleinen grossen Geschichte aller Kommentatoren fuehren gedanklich zurueck , in die eigene Kindheit, in die Zeit der Praegung . und haben wichtige Etappen und Erlebnisse neu verarbeiten und nacherleben lassen , gefuehrt von einem unsichtbaren Stab .

    Viele Ereignisse oeffnen die Ursache fuer das eigene Wesen und lassen uns besser werden , wenn wir es erkennen wollen .

    Ich habe alle Kommentare sehr aufmerksam und mit Interresse sowie innerer Anteilnahme besonders auch fuer die heutige Kindergenaération gelesen .

    Vielen Dank an allen , die sich dazu geoeffnet haben .

    Gefällt 1 Person

  15. Elisa sagt:

    @ thom und alle

    Ich hab heute Nacht beim Online-Kongress von Regina Sari http://selbstermächtigung.com/
    einen so wunderbaren Beitrag gefunden. Den will ich unbesingt mit Euch teilen.
    Ich hab so viel Freude mit der Botschaft dieses Menschen, ich wünsche mir, dass viele Menschen sie aufnehmen!

    Er heißt Fred Donaldson. Regina Sari schreibt über ihn:
    „Fred Donaldson ist Spielexperte, international anerkannt für seine weitgehende Forschung und Anwendung des Spiels mit Kindern und Tieren über die letzten 30 Jahre. Er hat “Original Play” ins Leben gerufen, um seine Arbeit zu beschreiben. Er schrieb das Buch “Von Herzen spielen” und über 40 Artikel, worin er das Spiel mit Kindern und Tieren auf der ganzen Welt beschreibt. Von Herzen spielen ist, was uns Alle verbindet.”

    http://selbstermächtigung.com/fred-donaldson/ ist der Zugangslink oder ganz schnell anmelden auf der Hauptseite – gratis hören nur mehr heute tagsüber. Allerdings kostet das Kongress-Paket nur ca. 25 Euro und beinhaltet viele wunderbare Beiträge.

    Von Fred Donaldson ist übrigens ein Vortrag als Audio-Datei auf folgender Seite zu hören: http://originalplay.at/medien/ und es gibt dort einen Artikel von ihm zum Download: http://archive.originalplay.at/Original_Play/Literatur_files/Artikel_Donaldson.pdf

    Diesen Beitrag stelle ich auf dieser Seite ein, weil er inhaltlich u.a. auch hierher passt und ich von Dir Thom keine mailadresse habe. Es geht um SPIEL und seine grundlegende Bedeutung für uns Menschen und Tiere und wie SPIELEN überhaupt geht – es es hat ganz viel mit FRIEDEN u tun.

    Herzliche Grüße
    Elisa

    Gefällt mir

  16. thom ram sagt:

    Elisa

    Sei willkommen!

    Meine Mehladresse steht auf der Startseite in der rechten Spalte.

    Erst ma danke für deinen Einwurf. Werde da hineingehen.

    Gefällt mir

  17. *MR* sagt:

    Herz-Danke !!! Euch allen !

    „Das Empfinden von Feindschaft ist nur Ausdruck der
    Selbstentfremdung.“

    *JaH!*
    und:
    Die „Be-Wußt-Werdung“ des „Warum“ und „wozu“ schenkt Mut,Klarheit und Kraft zu einem liebenden Eigen-Ver-Ständnis.
    *JaH!*

    => zurück zum *Frei-Kind-Wieder-Sein* !
    *JaH!*

    Zu „meiner“ Zeit galten „Mädchen/Frauen“ so gut wie nix und durften auch nicht alle Berufe,
    – wenn überhaupt einen –
    ergreifen.

    „Höhere Schule“ … naja… wozu eigentlich ?!?

    Mein Vater mußte uns (meinen 3,5 J jüngeren Bruder und mich) auf Geheiß unserer Zieh-Groß-Mutter und im Gefolge unserer Mutter, abends, wenn er müde von der Arbeit nach Hause kam, „bestrafen“. Den Stock dazu mußten wir uns selber aussuchen und zur Prüfung vorzeigen.
    Den ganzen Tag zuvor hieß es dann: Teuf man, bis Vadda kümmt , dann kriste se !!!

    Natürlich war die große Schwester „schuldiger“ als der kleine Junge, schließlich hätte SIE es ja verhindern können, wenn er etwas anstellte …
    Dies alles ging/schlug mir immer wieder furchtbar auf die Nieren, auch DAS war natürlich ein Zeichen von „Schuld“, stand ja auch inna Bibel so.

    Als Vadda meinen Bruder zu seinem Geburtstag im Garten mit dem Stock anging und ich dazwischen ging, weil ich es unglaublich ungerecht fand, wies mich mein Großvater aus „seiner“ Familie weg.
    … uvam …
    HEUTE kann ich die Vergangenheit meiner Mutter und auch meines Vaters „sehen“. Genauso wie die Kindheit von meinem damaligen Mann, der natürlich dann auch in das „gewohnte“ Muster paßte…

    ABER!
    Wenn man die „Kindheits-Erlebnisse“ der „Täter“ ent-decken kann, fängt das Ver-Ständnis für ihr So-Sein an.
    Heute kann ich ihnen allen von Herzen dankbar sein, für alles, was sie ja auch GUTES getan haben.
    *JaH!*
    Frieden und Erkenntnis-Be-Reicherung war ihr Geschenk dafür.
    und ein Herzens-Lächeln ! 😉
    Eine Grund-Lage von *Humor* kommt dann immer wieder hervor und zeigt SEINE Stärke !
    *JaH!*

    Humor
    13 . 08 . 10

    Humor ist dem Teufel per – sönlich verhasst
    Weil der Humor in keine seiner Schub-Laden passt

    Humor kann man oft wirklich nicht trauen
    Ohne gründlichst HINTER ihm nachzuschauen

    Ungewohnt wegen der alltäglichen Eile
    Dauert es oft ein ganze Weile
    Bis man entdeckt
    Was sich hinter ihm noch so alles ver-steckt

    Es ist ja auch fast zum Lachen
    Humor lässt sich nicht überwachen

    Oder gar auf Dauer einsperren
    Ohne sich kräftigst zu wehren

    Humor hat „Trotz-Alledem-Art“
    Manchmal verhalten und zart

    Humor ignoriert das Angst-Gespenst
    Das du aus den Gruselfilmen so gut kennst

    Warmer Humor transportiert fröhliche Lebens-Kraft
    Wie der Kirsch-Baum-Stamm im Frühling den Saft
    Humor
    Ist Grundlage für immer neue Lebens-Blüten
    Möge Gott der Allmächtige ihn ewig behüten !

    *JaH!*
    . 😉

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

In diesem Themenkreis am höchsten bewertet

%d Bloggern gefällt das: